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Von schockierender Diagnose zu alternativem Heiler

Wie alles begann

An einem frühen Morgen erwachte unsere große Tochter und sagte uns, ihre Beine würden wackeln. Wir dachten uns nichts dabei. Am Abend sagte sie wieder: „Meine Beine wackeln so.“ In der Nacht war sie sehr unruhig und immer wieder wach, obwohl sie todmüde war, da die letzten Tage so anstrengend gewesen sind. Es wurde immer schlimmer. Unser Kind weinte vor Schmerzen. Niemand durfte ihr Knie berühren, auch die Bettdecke nicht. Wir beschlossen, ins Krankenhaus zu fahren.

Woher hat die Notaufnahme bloß ihren Namen?

Gegen vier Uhr schleppten wir uns total übermüdet in die Notaufnahme der Klinik. Hier warteten wir eine Stunde, bis sich jemand um uns kümmerte. Eine unfreundliche Krankenschwester führte uns in einen Untersuchungsraum.

Als erstes wurde Fieber gemessen. Es gibt andere, sogar berührungsfreie Messmethoden hierfür, und doch musste man im Krankenhaus unsere Tochter in ihrer Intimität verletzen und ihr Schmerzen zufügen, indem man „im Popo“ gemessen hat. An dem Punkt hätten wir als Eltern die Untersuchung abbrechen sollen, auch, da sich unsere Tochter sichtlich gegen die Untersuchung zur Wehr setzte. Doch wir hatten Angst um sie und redeten uns ein, dass dieser Umgang so sein müsse.

Als später die zuständige und zugleich freundliche, junge Kinderärztin eintraf, prüfte sie die Beweglichkeit des Knies. Tapfer machte unsere Große jedes Biegen und Beugen mit. Dann untersuchte die Ärztin sie mit einem Ultraschallgerät und schickte uns anschließend weiter zum Röntgenraum, da sie nichts auffälliges entdecken konnte. Um das Knie röntgen zu können, wurde das Bein trotz heftiger Schmerzen und Tränen gerade gedrückt. Auch auf dem Röntgenbild gab es keine Auffälligkeiten.

Nach einiger Wartezeit wurden wir von der Kinderärztin zur Kinderstation begleitet und sollten in einem Patientenzimmer warten.

Ein kurioser Vormittag auf der Kinderstation

Zunächst wurde unsere Tochter gewogen und gemessen. Hierbei rechnete die Krankenschwester noch ein paar Zentimeter hinzu. Danach wurden wir in einen Behandlungsraum geführt, wo Krankenschwester und Kinderärztin unserer Großen unter Festhalten einen peripheren Venenkatheder legten und Blut abnahmen. Das Jammern und Schreien unserer kleinen Maus brach unsere Herzen.

Zurück im Patientenzimmer bekam unsere Tochter ein Fieber- und Schmerzmittel namens Ibuprofen. Da wir nicht wussten, worum es sich dabei genau handelt, war es für uns in Ordnung. Es half offensichtlich gegen die schlimmen Schmerzen. Da es so gut anschlug, haben wir das Nurofen -so heißt das Ibuprofen für Kinder – später in der Apotheke gekauft. Doch der Beipackzettel verriet Schlimmes: „Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Perforationen, auch mit tödlichem Ausgang, wurden während der Behandlung mit allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende Ereignisse im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.“ Neben den anderen aufgezählten Nebenwirkungen, ist es doch dieser Punkt, der uns am meisten schockiert. Wie kann man so etwas nur Kindern verabreichen? Im Krankenhaus hatte uns niemand über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt.

Da es im Krankenhaus nur unveganes und ungesundes Essen gab (eine Scheibe Weizenbrot mit Butter, eine Scheibe Käse und Gallertwurst – man nennt es beschönigend „Gemüse in Aspik“, glaube ich), nutzten wir unsere Beziehungen. Unweit des Krankenhauses wohnt eine gute Freundin, die uns geschnittene Äpfel, Nüsse, Trockenobst, Rohkostcracker und gesunde Dattelriegel für unsere Tochter mitgab. Wir reichten dies unserem kranken Kind zusammen mit Vogelmiere und ein paar Mahonienbeeren, über die sie sich freute.

Der Großen gefiel ihr Gitterbettchen, mit dem man wie der Häwelmann durch das Zimmer geschoben werden konnte. Manchmal durfte das Baby mit hinein. Die Krankenschwester sah es nicht gern, wenn das Gitterbettchen zum Tandemstillplatz wurde. Der einzige Stuhl – einer für Kinder – der uns zur Verfügung stand, bot sich ebenfalls nicht als idealer Stillplatz an. Da uns kein anderes Bett gebracht wurde, obwohl dies angekündigt wurde, saßen wir nun in dem Zimmer und dämmerten auf unserem Kinderstuhl abwechselnd so gut es nur ging vor uns hin. Wir warteten noch stundenlang weiter.

Die schockierende Diagnose und unsere „Flucht“ aus dem Krankenhaus

Gegen Mittag kam der Chefarzt ins Zimmer und sagte, das Blutbild unserer Tochter würde Borrelien aufweisen. Man würde gleich mit der Gabe von Antibiotika mittels Tropf beginnen. Hierzu sollte, wie wir später erfahren haben, ein Antibiotikum eingesetzt werden, was für so kleine Kinder gar nicht zugelassen ist. Wir sollten außerdem mit einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt rechnen.

Zunächst gab es auf der Kinderstation wohl anderes zu tun. So wurde der Papa nach Hause zum Kofferpacken geschickt – und zum telefonieren. Unsere Freundin, der wir nun nicht nur ein gesundes Frühstück verdanken, recherchierte nach Nummer und Adresse eines älteren Arztes, dessen Vortrag sie vor Kurzem begeisterte. Im folgenden Telefonat bekam er unsere Situation geschildert. Er ermutigte uns dazu, das Krankenhaus zu verlassen und zur Weiterbehandlung in seine Praxis zu kommen.

Im Krankenhaus bat uns der Chefarzt zum Gespräch, bei dem er an unser Gewissen appellierte; man muss diese Krankheit mit Antibiotika behandeln – es gäbe keine Alternativen zur vorgeschlagenen Therapie, erst recht nicht homöopathisch oder anthroposophisch. Uns wurde regelrecht Angst eingejagt: So sprach er u.a. von Lähmung und Blindheit. Mütter sind für solche Argumentationen vielleicht empfänglicher als Väter. Unser Entschluss stand dennoch fest – wobei wir an dieser Stelle auch nicht wussten, ob wir wirklich das Richtige tun. Unser Gefühl und unser Verstand sagten jedoch, dass wir nichts falsch machen würden, da der andere Mediziner schließlich genauso vom Fach ist wie der uns gegenüber sitzende Chefarzt.

Nachdem wir diesem glaubhaft versicherten, einen „richtigen Arzt“ aufzusuchen, leitete man im Krankenhaus alles Weitere zur Entlassung in die Wege, was bemerkenswerterweise wieder viele Stunden dauerte. Mit den Blut- und Harnwerten unserer Tochter, sowie einem Schreiben des Krankenhauses in der Hand setzten wir uns ins Auto und fuhren 50 km weiter in die Arztpraxis.

Der Medizinmann

Trotz bereits wartender Patienten kamen wir sogleich an die Reihe. Der Doktor erklärte uns in aller Ruhe und Liebe die Blutergebnisse. Er nannte zudem alle möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten für das gereizte Knie. Wir erfuhren, dass im Blut unserer Tochter lediglich Immunglobulin-G-Antikörper (Gedächtniszellen) gegen Borreliose entdeckt worden sind, aber keine akute Infektion vorliegt. Das Vorhandensein dieser Zellen sagt lediglich aus, dass sich das Immunsystem in der Vergangenheit mit diesem Erreger auseinandergesetzt hat. Die Antikörper könnten z.B. durchs Stillen übertragen worden sein, wodurch das Immunsystem unserer Tochter erfolgreich gegen die Borreliose vorgehen kann. Die Reizung im Knie könnte wachstumsbedingt aufgetreten oder gar durch die nachschiebenden Backenzähne hervorgerufen worden sein.

Das klang alles so anders im Vergleich zu dem, was in der Klinik erzählt wurde. Dies verunsicherte uns noch mehr. Wie sollten wir im Sinne der Gesundheit unserer Tochter handeln? Sollten wir die Naturheilkunde der Krankenhaus-Schulmedizin vorziehen? Konnten wir diesem Arzt unser Vertrauen schenken? Er verfasste mit uns einen Therapieplan für unsere Tochter und verschrieb Arznei.

Der Weg der Heilung

Die nächsten Tage ernährten wir uns ausschließlich von Rohkost. Wir gaben unserer Tochter Traumeel-Tropfen in frisch gepressten Säften aus unserem Entsafter von Klarstein, Osanit-Zahnungskügelchen, winzige Mengen MMS (für Informationen hierzu können wir Dir das Buch Das MMS-Handbuch: Gesundheit in eigener Verantwortung empfehlen) und Borax sowie spezielle homöopathische Zeckenbiss-Globuli, wozu der Arzt meinte, dies sei vor allem zur Beruhigung von uns Eltern, die sich wegen der Borreliose sorgen. Das Mittel “Borax” ist nur sehr schwer aufzutreiben. Als Alternative für die Bor-Supplementation sei hier z.B. Puritan’s Pride Boron empfohlen.

Zum Auftragen auf das Bein wurde Traumaplant-Salbe (Beinwell) verschrieben und wir sollten Umschläge mit dem Eigenurin unserer Tochter auf das Knie legen.

Wir trugen das große Kind und fuhren es wieder im Kinderwagen aus, spielten und malten im Bett während unsere kleinere Tochter die ersten Schritte den Schränken entlang ging und sogar allein ins Bad zum Töpfchen krabbelte, sobald sie musste. Tatsächlich hatten wir im Krankheitszeitraum kein einziges nasses Babyhöschen bei unserer Jüngeren.

Langsam dämmerte es uns, dass der Zustand unserer Großen psychologische Ursachen haben könnte. Unsere Jüngste war nun groß geworden. Die Ältere hatte beobachtet, wie ihre Schwester alleine stehen und an unseren Händen laufen konnte. Für unser großes Kind war es Zeit, endlich wieder unsere Beachtung zu finden. Uns wurde klar, dass wir immer von ihr verlangten, alleine aufs Klo zu gehen, nicht gefüttert werden zu wollen, schnell und ohne viel „Mumi“ am Rand des Bettes einzuschlafen und wir sagten ihr ständig, dass sie uns zu schwer zum Tragen wäre, wenn sie hoch genommen werden wollte. Wir hatten also viel an uns zu ändern und waren doch froh, dass uns dieses Motiv in den Sinn gekommen war.

Zwei Tage später bewegte unsere Tochter ihr Knie wieder schmerzfrei. Doch nun schwoll das andere Knie an, schmerzte aber nicht so stark, dass ein Schmerzmittel nötig geworden wäre.

Nach zwei weiteren Tagen tanzte sie heiter und sichtlich erfreut, dass sie wieder laufen konnte. Mit dem Laufrad fuhr sie durch die Wohnung. Bei unserem Wochenendeinkauf wollte sie nicht mehr getragen werden. Stellten wir sie auf den Boden, flitzte sie davon. Natürlich trugen wir noch Sorge und schlugen ihr vor, Bewegungen langsam anzugehen, aber aller Schmerz war vergessen und die Beine wieder gesund.

Seitdem hat sie einen riesigen Entwicklungsschritt vollzogen: Sie zog sich zum ersten Mal allein an, schälte Mandarinen, küsste ihre Schwester ab, anstatt sie wie so oft umzuschubsen, und sprach ganz elfengleich zu unserem ältesten Kater, den sie bisher nur laut anschrie, nun wäscht sie sich allein mit dem Waschlappen und trocknet sich ab.

Quintessenz

Wir freuen uns so sehr, dass unsere Tochter wieder gesund ist und sind unglaublich dankbar. Das Universum meint es manchmal ganz schön gut mit uns. Wir fanden durch diese Situation einen wunderbaren Arzt des Vertrauens für unsere ganze Familie.

Unser neuer Hausarzt ist für unsere Tochter der “Doktor Haulemann”. Wir besitzen ein kleines, liebevoll gestaltetes Kinderbuch über einen kleinen Mann, der verletzte oder kranke Tiere wieder heilt und pflegt. Das Buch heißt Der kleine Haulemann.

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Kommentare 5

  • Hört sich an, als hättet Ihr schon mal von Dr. Hamer gehört. ;-) Toll!

  • Sehr interessant! Ich erlebe gerade ähnliches – mein Knie versagte von einem Tag auf den anderen könnte man sagen, Morbus Ahlbäck die Diagnose unbekannter Herkunft. Und ich konnte nicht mehr gehen. Erst ein Orthopäder der mich ins Krankenhaus stationär schicken wollte um Ilomedin Therapie zu machen mit heftigen Nebenwirkungen – ich tat es nicht. Wartete weitere 6 Wochen auf einen Termin mit einem anderen Orthopäden der wußte nach ca 10 minuten das mein Knie operiert werden müsste. – Noch bevor es zu der Operation kam, machte ich bei einem Orthopäden der auch Naturheilkundlich arbeitet eine Untersuchung und heraus kam Borreliose als Ursache!!
    Nun wird das Knie mit Borax Lehm homöopathischen Spritzen DMSO CDL und allem möglichem behandelt. Ich kann inzwischen immer besser gehen zwar noch mit Krücken, und das Knie ist unsicher schient wegzuknicken wenn der Untergrund zu weich und wackelig ist……vielleicht muss irgendwann operiert werden, doch solange die Borelien da sind sei das nicht ratsam da es schlimmer werden könnte durch die Narkosemittel. Ich stehe am Anfang herauszufinden was ich alles machen kann. Vielen Dank für euren Bericht!

  • Liebe Sabine, danke für Deine Erfahrung, die Du weitergibst. :-) Wir wünschen Dir alles Gute für Dein Knie. Klasse, dass Du Dich der Naturheilkunde anvertraust!

  • […] Seit ich Kinder habe, ist mir bewusster denn je, welche Menschen ich sympathisch finde. Es sind die, die sich Kindern zunächst selbst vorstellen, bevor sie nach den Namen fragen. Hierzu zählt z.B. unser Hausarzt. […]

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