Umweltschutz: 50 Wege, um die Umwelt zu schützen - hier: Baum pflanzen, kleine Eiche, in Kinderhänden

Unsere Zeit läuft ab. Wenn wir nicht JETZT die Augen öffnen und damit beginnen, aktiv etwas für unseren Planeten zu tun, wird sich das Angesicht der Erde für immer verändern. Daher zeige ich euch, wie ihr die Umwelt schützen könnt. Sind wir es unseren Kindern nicht schuldig?

Inhaltsverzeichnis

Warum sollte man die Umwelt schützen?

Es ist ganz einfach: Die Umwelt ist unser Lebensraum. Und damit er erhalten bleibt, sollten wir ihn schützen.

Das Leben hat es weit gebracht: Alles in dieser Welt ist auf wundersame Weise aufeinander abgestimmt. Doch wenn ein Glied in der Kette fehlt, gerät die Ordnung aus dem Lot.

Die Menschen schaffen es, immer mehr Glieder stark zu beschädigen – nicht etwa aus böser Absicht, sondern weil sie den Blick für die Zusammenhänge verloren haben. Oder aus Bequemlichkeit. Vielleicht auch weil der Fokus des Bildungssystems auf dem Wachstum der Wirtschaft liegt und nicht auf dem Erhalt und Schutz der Umwelt.

Wir sind alle gemeinsam auf unserem „Raumschiff Erde“ unterwegs durchs Raum und Zeit. Sollten wir nicht alles dafür tun, dass die Lebenserhaltungssysteme funktionieren?

Was ist wichtig für die Umwelt?

Für die Umwelt ist es wichtig, dass wir den Schaden, den wir mit unserem Lifestyle bewirken, möglichst klein halten und uns engagieren. Unsere Umwelt braucht uns – jeden Einzelnen.

Wir haben das hoch entwickelte Hirn nicht ausgebildet, damit wir uns vorm TV berieseln lassen. Empfindet ihr es nicht auch als eine ungeheure Verschwendung von Potenzial? Ich denke, wir sollten versuchen, das Beste daraus zu machen und Lösungen zu finden – für die Probleme auf dem Planeten sowie für den Erhalt und die Entwicklung unserer Umwelt. Die Erde kann für alle, die auf ihr wohnen, ein schöner Ort sein, wenn wir uns um sie kümmern.

Was kann jeder Einzelne für die Umwelt tun?

In diesem Beitrag stelle ich nun die Wege und Maßnahmen vor, mit denen ihr etwas für eure Umwelt und die Natur tun könnt. Vieles ist ohne großen Aufwand umzusetzen, anderes ist schwierig, kostet Zeit und/oder Geld. Manchmal genügt es jedoch schon, einfach nichts zu tun. Los geht’s!

1. Vegan leben und einkaufen

Den mit Abstand größten Schaden an der Umwelt richtet der unbändige Hunger der Menschen an: Die Lust auf Erzeugnisse, die von Tieren stammen oder mit ihrer Hilfe gewonnen werden.

Allein für die Haltung und die Fütterung von Rindern sind gewaltige Flächen nötig. Um diese zu schaffen, wird der Regenwald vernichtet – die grüne Lunge der Erde. Mehr zu dem Thema findet ihr bei der Albert Schweitzer Stiftung.

Wer sich damit befassen will, wie das Verhältnis zwischen dem Menschen und nicht-menschlichen Tieren aussieht, lege ich die Doku Earthlings ans Herz. Vorsicht: Der Film verändert euer Leben für immer.

Vielleicht seid ihr längst überzeugt, für unsere Umwelt vegan zu leben? Hier haben wir für euch einige rein vegane Online-Shops zusammengestellt. Dort könnt ihr sicher sein, dass ihr kein Tierleid unterstützt. Das Angebot ist meist „bio“. Und die Firmen werden nachhaltig geführt.

Wollt ihr die Umwelt schützen? Das vegane Leben ist einer der größten Schritte, den ihr hierzu gehen könnt.

2. Intervallfasten

Wer eine Mahlzeit am Tag auslässt, tut nicht nur etwas für seine Gesundheit. Er spart auch die Lebensmittel ein, die er zu der Mahlzeit gegessen hätte. Die müssen also nicht produziert werden. Ein klares Plus für die Umwelt.

3. Ernährung aus der Natur

In unseren Breiten findet ihr zahllose Obstbäume und -sträucher. Dort könnt ihr euch kostenlos bedienen. Die passende Plattform hierfür ist Mundraub.

Aber auch aus Löwenzahn, Giersch und anderem „Unkraut“ könnt ihr Speisen zubereiten. Das ist garantiert „bio“, gesund und interessant im Geschmack. Und: Das Superfood kostet nichts.

4. Selbstversorgung mit (Schreber-)Garten

Beim Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten wisst ihr nicht nur, was ihr auf dem Teller habt. Ihr lernt auch wahnsinnig viel über die Umwelt, die Zusammenhänge in der Natur und über den Anbau von Lebensmitteln. Zudem wirkt das Gärtnern wie Meditation und ist ein perfekter Ausgleich zur Tätigkeit im Büro.

Äpfel aus dem eigenen Garten: garantiert bio und gesund

Äpfel aus dem eigenen Garten: garantiert bio und gesund

5. Wochenmarkt: Regional und saisonal einkaufen

In fast jeder Stadt gibt es einen Wochenmarkt. Hier bieten Bauern und Gärtnereien aus der Region ihre Erzeugnisse an, die jetzt gerade Saison haben. „Unser“ Lieblingsgärtner baut sein Obst und Gemüse ohne „Chemie“ und mit Hilfe von „Nützlingen“ an – klassisch „bio“, aber ohne Siegel. Seine Gurken wachsen noch in richtiger Erde. Und nicht, wie die aus dem Supermarkt (egal ob bio oder nicht), in Nährwolle. Das ist Qualität, die man schmeckt.

Wenn ihr auf dem Markt einkaufen wollt, dann fragt die Verkäufer ruhig trotzdem, ob die Waren aus eigenem Anbau stammen (wenn es nicht gekennzeichnet ist). Denn einige Anbieter kaufen „nur“ auf dem Großmarkt ein. Von dort kommen die Erzeugnisse, die Du auch in jedem Supermarkt findest.

6. Biologisch angebaute Lebensmittel bevorzugen

Pestizide, Herbizide, Fungizide, Konservierungsmittel, …

Die „konventionelle Landwirtschaft“ bedient sich allerlei Giften, die der Umwelt schaden und die ihr bestimmt nicht in eurem Körper haben wollt.

7. Palmöl vom Speiseplan streichen

Nicht nur wegen der Tierhaltung und dem Anbau von Futtermitteln muss die grüne Lunge der Erde „dran glauben“. Immer mehr Regenwald weicht Plantagen mit Ölpalmen. Der Orang-Utan wurde zum Symbol für die Zerstörung seines Lebensraums für Palmöl und Palmfett. Außerdem sind diese gesättigten Fette eine Gefahr für die Gesundheit. Doch weil Palmöl so billig ist und „gewünschte Eigenschaften“ hat, findet ihr es mehr und mehr in Fertigprodukten.

Für die Umwelt ist es gut, wenn ihr auf Produkte verzichtet, in denen Palmöl steckt. Wer mehr dazu wissen will, findet die Infos in unserem Beitrag “10 Gründe, warum wir Palmöl vermeiden – und wie wir das umsetzen”.

8. Mehrweg statt Einweg

Dazu muss ich nicht viel schreiben, oder? Man kennt’s von Getränkeflaschen. Den Gedanken kann man natürlich noch weiterdenken. Beim Konsum um die Ecke lasse ich uns zum Beispiel das Sauerkraut stets direkt in ein großes Glas abfüllen, das ich immer wieder dafür benutze. Plastiktüten gehören sicher bald der Vergangenheit an, wenn wir die guten alten Baumwollbeutel und -netze für unsere Einkäufe wieder herauskramen.

9. Leitungs- und Quellwasser statt Wasser in Flaschen

Firmen, die Wasser in Flaschen verkaufen, verkaufen nicht das Wasser, sondern die Flaschen. In Deutschland könnt ihr Leitungswasser ohne Bedenken trinken. Denn es ist strenger kontrolliert und viel preiswerter als das in Flaschen abgefüllte Wasser.

Wo ihr dem Leitungswasser nicht traut, könnt ihr es filtern. Oder ihr verwendet frisches Quellwasser von Wasserquellen in eurer Nähe.

10. Ressourcen schonen durch Minimalismus

Was nicht gebraucht wird, muss nicht produziert werden. Das wäre schließlich unwirtschaftlich. Oft schaffen wir etwas nur aus einer Laune heraus an – und dann liegt es unbenutzt herum. Lasst uns die Umwelt und die Ressourcen schonen, indem wir nur kaufen, was wir wirklich brauchen. Und Dinge, die wir nicht brauchen, an andere weitergeben. Wollt ihr noch mehr Tipps zum Minimalismus? Bei Healthy Habits werdet ihr fündig.

11. Kleidung weitergeben und tauschen

Zieht ihr all die Klamotten in euren Kommoden noch an? Wenn nicht, findet sich bestimmt jemand, der sich darüber freut. Kleidung, die nicht „neu“ produziert wird, verbraucht keine Ressourcen. Eine der bekanntesten Plattformen im Netz hierfür ist der Kleiderkreisel.

12. Second Hand und Umsonstläden

Ich bin ein großer Fan von Second-Hand-Geschäften. Selbst angesagte Marken-Klamotten findet ihr dort zu günstigen Preisen.

Noch schöner sind die Umsonstläden. Dort bringen die Menschen Dinge hin, die sie nicht mehr brauchen und können nach Herzenslust durch das Angebot stöbern. Und all das für lau. Wer diese Angebote nutzt, der produziert keinen Müll und verschwendet keine Ressourcen. Die Betreiber freuen sich über eine kleine Spende.

13. Umweltfreundlich und fair produzierte Kleidung

Wenn es doch mal was Neues und besonders Ausgefallenes sein soll, ist es im Sinne des Umweltschutzes, auf die Herkunft zu achten. Beim Kauf ist es ratsam, die Kleidung zum Beispiel nach folgenden Fragen zu bewerten:

  1. Welche Stoffe werden verwendet? Sind sie biologisch hergestellt und gut abbaubar? Am besten sind Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Hanf. Kunstfasern gelangen beim Waschen in die Umwelt und tragen so zum Mikroplastik-Problem in den Gewässern bei.
  2. Wie werden die Rohstoffe und die Kleidung produziert? Wird Chemie eingesetzt? Wenn die Ware aus Bangladesch kommt oder das neue T-Shirt weniger als ein Laib Brot kostet, könnt ihr euch sicher sein, dass hierfür entweder Kinder beschäftigt oder die ArbeiterInnen nicht fair bezahlt werden.
  3. Womit ist die Kleidung gefärbt? Sind die Farben und Aufdrucke für die Umwelt verträglich?

14. Upcycling

Bevor ihr altes Zeug wegwerft, könnt ihr euch überlegen, ob ihr nicht noch was daraus machen könnt. So könnt ihr ausgediente T-Shirts zum Beispiel in modische Tragetaschen oder in Scheuerlappen verwandeln. Manche Leute erschaffen aus Unrat wahre Kunstwerke. Außerdem spart ihr Müllgebühren.

Hier zeigen wir euch, wie wir aus einem alten Stuhl einen Waschtisch für Kinder selber bauen.

15. Zweckentfremdung und Weiterverwendung zum Basteln und Malen

Das ist die leichte Form des Upcyclings. Meine Evi bastelt ja gern – ich denke beim Blick in ihren Bastelschrank immer: „Hier wohnen Messis.“ ;-)

Sie hebt auf, was sich irgendwo und irgendwann einmal zum Basteln als nützlich erweisen könnte. Und die Rückseiten von bedrucktem Papier lassen sich mindestens zum Bemalen für unsere Kinder nutzen.

16. Geschenke umweltfreundlich verpacken

Bei meinen Eltern war es üblich, Geschenkpapier und Bänder aufzuheben. Die kamen dann bei der nächsten Gelegenheit wieder zum Einsatz. Ich glaube, das existiert sogar heute alles noch. Genauso könnt ihr Geschenke in Stofftücher und -bänder binden, die man erneut verwenden kann. Wer gern Papier benutzen will, der kann Zeitungspapier nehmen.

16. Papierloses Büro

Zahllose Ordner, gefüllt mit Unmengen von Papier. Jede E-Mail wird ausgedruckt. So sieht der Alltag in vielen Unternehmen aus. Das papierlose Büro schafft Abhilfe. Statt Briefen schreibt man E-Mails. Und alle Dokumente lassen sich auf dem eigenen Rechner, dem Server des Unternehmens oder in der Cloud speichern. Mit einer DMS-Software hat man immer den Überblick und findet alles schnell wieder.

17. Recyclingpapier verwenden

Für Recyclingpapier müssen keine Bäume sterben. Ist es sogar ungebleicht und unbehandelt, ist es das beste Papier, was man verwenden kann.

18. Vorhandene Wohn- und Geschäftsräume nutzen

Wer ein Dach über dem Kopf braucht oder eine neue Firma gründet, kann sich auf dem Markt nach Immobilien umschauen, die dort angeboten werden. Dann müssen keine Ressourcen für den Neubau verschwendet werden.

19. „Keine Werbung“

Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung und kostenlose Zeitungen“ hält euren Briefkasten und die Umwelt sauber, wenn diese Werbung dann nicht mehr produziert wird.

20. Bäume pflanzen

Bäume pflanzen: Patrick Hager beim Einpflanzen kleiner Eichen

Es ist stark, Bäume für unsere Umwelt zu pflanzen!

Ein Baum spendet Schatten. Er gibt Sauerstoff an die Atmosphäre ab – und Wasser. Damit kühlt seine direkte Umgebung. Auf und um ihn herum wimmelt es vor Leben. Vögeln, Pilzen und zahllosen Insekten-Arten bietet er Nest und Heimat. In seinem Laub finden Igel im Winter Unterschlupf, unter seinen Wurzeln wohnt die Füchsin mit ihren Welpen. So ein Baum ist doch etwas Wunderbares!

Man kann ihn umarmen, um ihn herumtanzen, mit ihm reden, sich in seinem Schatten ausruhen und dem Rauschen und dem Zwitschern der Vögel in seiner Krone lauschen. So ein Baum ist der Inbegriff des Lebens. Ein Baum allein ist aber leider nicht genug.

Wir brauchen viele Bäume, ja ganze Wälder, um die Natur wieder ins Lot zu bringen. Und dennoch: Jeder Baum zählt. Wenn jeder Mensch in Deutschland heute irgendwo an einem geschützten Ort einen Baum pflanzen würde, gäbe es über 80 Millionen junge Bäume. Lassen wir es 10 Bäume sein, und das jedes Jahr … das Angesicht der Welt würde nicht wiederzuerkennen sein. Doch müssten wir hierfür vielleicht Flächen opfern. Solche, wo heute Energiepflanzen angebaut werden. Oder Fichten-Monokulturen, die momentan eh überall eingehen. Wir brauchen eine nachhaltige Waldwirtschaft. Peter Wohlleben weiß, wie das geht.

Pardon, dass ich hier so viel geschrieben habe. Zugegeben liegt mir das Thema besonders am Herzen.

“Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, daß er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.” (Zitat: Rabindranath Tagore)

21. Der Natur Raum geben

Ihr könnt auch im Kleinen der Natur Raum geben. Muss es denn immer der Betongarten oder der perfekt getrimmte Rasen sein? Ist eine Blumenwiese nicht viel schöner und interessanter?

22. Lebensräume und Biotope anlegen

Es gibt so viele schöne Ideen, um Pflanzen und Tieren eine Heimat zu bieten. Ihr könnt beispielsweise Teiche anlegen, Insektenhotels bauen oder Fassaden und Dächer begrünen.

23. Stadtbegrünung

Unsere Städte können grüne Oasen werden. Urban Gardening und Guerilla Gardening sind nur zwei Wege, wie die Stadt grüner gestaltet werden kann.

24. Erde mit Torf meiden

Immer mehr Hochmoore verschwinden, weil Menschen im Baumarkt Blumen- oder Pflanzerde mit Torfzusatz erwerben. Dabei ist das gar nicht nötig. Zum Glück gibt es passende Alternativen ohne Torf – wenn man unbedingt Erde kaufen muss.

25. Kindern den Umweltschutz vorleben

Kinder ahmen uns Erwachsene nach. Wenn wir uns mit Begeisterung für die Umwelt einsetzen, werden sie es auch tun.

26. Kindern vorlesen und Zusammenhänge erklären

Junge Menschen sind neugierig und begeistern sich dafür, wie die Welt funktioniert. Sie saugen das Wissen regelrecht in sich auf. Wir können sie dabei unterstützen, indem wir ihnen vorlesen und ihre Fragen beantworten. Für ältere Kinder und zum Vorlesen ist das Buch „Wie geht‘s dir Welt und was ist morgen?“ die richtige Unterstützung zum Thema.

27. Umweltfreundliches Spielzeug

Ich verabscheue diesen Plastikmüll, den chinesische Hersteller „Spielzeug“ nennen und damit nicht nur die Umwelt ruinieren. Wer solches Spielzeug für Kinder kauft, zeigt auch, dass er sie in ihrem Wesen nicht ernst nimmt.

Ökologisch, robust und die Realität so nah wie möglich abbildend – so sollte Spielzeug beschaffen sein. Und wenn es „ausgespielt“ ist, kann man es an andere weitergeben.

Vielleicht finden es eure Kinder auch gut, Spielzeug mit Freunden zu tauschen? Auch im Internet bieten sich tolle Gelegenheiten, Spielzeuge zu mieten.

28. Um die Umwelt nicht zu belasten: Windelfrei

Ein Baby, das ohne Windeln aufwächst? Sowas soll’s geben? Gewiss! Die „Windelfrei-Bewegung“ ist nach meinem Gefühl schon relativ groß. Immer mehr junge Eltern interessieren sich dafür. Und es ist auch recht einfach, die Kommunikation mit dem Baby zu erlernen. Windelfrei spart unglaublich viel Müll und – wenn alles gut geht – jede Menge Wäsche.

29. Plastikmüll vermeiden

Erdöl ist kein nachwachsender Rohstoff. Allerdings ist unsere gesamte Wirtschaft auf diesem „schwarzen Gold“ aufgebaut. Es dient als Treibstoff und Schmiermittel. Und die meisten alltäglichen Gegenstände würde es ohne Erdöl schlicht nicht geben. Denn es ist das Rohmaterial für Kunststoffe und -fasern. Autoreifen, Handyhüllen, Spielzeug, Kleidung und Tastaturen – fast alles in unserer „modernen Welt“ besteht aus Erdöl.

Plastik ruft große Umweltprobleme hervor. Trotz Recycling landet noch viel zu viel Müll in der Natur und in den Meeren. Wir haben das auf unserer Reise selbst erlebt. Hier im Bericht über Montenegro könnt ihr euch ein Bild davon machen.

Lebensmittel und Getränke in Plastik nehmen oft Chemikalien aus der Verpackung auf. Die wirken im Körper wie Hormone und stehen im Verdacht, zum Beispiel die „Kreidezähne“ bei Kindern zu verursachen – etwas, das heute schon jedes dritte Kind trifft!

Leider wird bei dem Thema oft „Greenwashing“ betrieben. Das ist dann der Fall, wenn statt der regional hergestellten Zahnbüste aus Kunststoff oder Holz die Bambus-Zahnbürsten mit Nylon-Borsten als „umweltfreundlich“ beworben werden. Denn die Bambusbürsten kommen in aller Regel aus China – mit dem Containerschiff.

30. Langlebige Produkte kaufen

Gibt’s das noch? Früher standen die Labels „Made in Germany“ oder „Made in GDR“ für solide Qualität. Heutzutage ist man gezwungen, sich durch unzählige Rezensionen und Erfahrungsberichte im WWW wühlen, um zu erfahren, ob dieses oder jenes Produkt etwas taugt und seinen Preis wert ist.

Ein Beispiel: Habt ihr euch schon einmal über beschichtete Pfannen geärgert, die zerkratzen? Einerseits landet die Beschichtung in der Umwelt und im Essen. Andererseits müsst ihr sie ständig ersetzen.

Die OLAV-Pfannen versprechen, besonders nachhaltig zu sein. Sie bestehen aus Kupfer und kosten ab 200 Euro. Über Mittelsmänner und Zwischenhändler könnt ihr sie aber auch schon ab 115 Euro erwerben. Das Besondere an den Pfannen von OLAV ist ein Service, bei dem ihr die Beschichtung für etwa 30 Euro erneuern lassen könnt. Dadurch können die Pfannen ein Leben lang verwendet werden. Meiner Meinung nach ist das Konzept umständlich, wenig nachhaltig und überflüssig, aber ein gutes Beispiel für „Greenwashing“.

Wir lieben robuste Pfannen aus Eisen. Sie geben keine bedenklichen Stoffe an das Essen ab. Stattdessen bleiben die Nahrungsmittel gesund. Sogar ihr Gehalt an Eisen wird noch etwas aufgepusht. Die preiswerten Eisenpfannen sind leicht zu pflegen und halten über viele Generationen. Gut eingebrannt stellen sie jede beschichtete Pfanne in den Schatten.

31. Reparieren statt wegwerfen

Wenn ihr repariert oder reparieren lasst, was kaputt gegangen ist, spart das Ressourcen und schützt die Umwelt. Leider läuft in unserer Gesellschaft etwas grundlegend falsch. Denn zum einen wird den Produkten die „geplante Obsoleszenz“ verpasst. Zum anderen ist eine Reparatur heute oft teurer als die Neuanschaffung. Darüber hinaus suggeriert die Werbung, dass wir immer das Neueste vom Neuen brauchen, um „in“ zu sein.

32. Umweltfreundliche Körperpflege und Kosmetik

Für die tägliche Pflege braucht es echt nicht viel. All die vor Chemikalien strotzenden Cremes und Shampoos in den Plastiktuben sind bestenfalls überflüssig. Wer dennoch nicht verzichten kann: Es gibt schon ein großes Angebot an natürlichen und veganen Pflegeprodukten, das keine Wünsche offenlässt.

Ich selbst begnüge mich als Mann gern mit einem Stück rein pflanzlicher Aleppo-Seife zum Waschen und etwas Natron gegen die Gerüche unter den Armen. Für die Zähne benutze ich Zahnpasta in einer Tube, die recyclebar ist und eine Zahnbürste, die in der Region produziert wird. Wenn eine Zahnbürste noch gut aussieht, die Zähne spürbar reinigt und gut ausgespült wird, kann man sie auch länger verwenden, als es auf der Packung steht.

Evelin nutzte für ihre Haare eine Zeit lang Roggenmehl zum Waschen und war damit sehr zufrieden. Und auch unsere Kinder lieben ihre selbst gemachte Zahncreme.

Bei Big Green Smile und bei ULTRA-GREEN (komplett plastikfrei) findet ihr weitere Ideen und Produkte für die ökologische und natürliche Körperpflege.

33. Umweltverträglich reisen

Es ist allgemein bekannt, dass Kreuzfahrten und Flugreisen alles andere als gut für die Umwelt sind. Wer mit Bus, Zug oder gar mit dem Rad verreist, hinterlässt den geringsten ökologischen Fußabdruck. Auch mit dem Auto kommt ihr im Vergleich sparsam ans Ziel.

Außerdem ist es sinnvoll, eher nahegelegene Reiseziele zu wählen. Wer ans Meer will, findet zum Beispiel an Nord- und Ostsee schöne Strände. Und wer krasse Felsformationen liebt, kann zum Beispiel im Elbsandsteingebirge glücklich werden. Ich denke nicht, dass man unbedingt möglichst weit weg muss, um Erholung zu finden. Kennt ihr das, wenn ihr von solch einer von vorn bis hinten durchgeplanten Fernreise gestresst und ausgelaugt nach Hause kommt? Das muss nicht sein.

34. Radfahren und Laufen

Gerade auf kurzen Strecken verbrauchen Autos besonders viel Sprit, weil der Motor noch nicht auf Betriebstemperatur ist. Wenn er nicht ganz so weit ist, könnt ihr den Weg zum Bäcker, in den Supermarkt oder zur Arbeit gut zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen.

35. Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Bus oder Bahn fahren zu festgelegten Zeiten. Es ist natürlich effektiver, wenn die Sitze alle besetzt sind und so viele Leute wie möglich mitfahren. Viele schreckt der vergleichsweise hohe Fahrpreis ab. Denn wenn ich alleine reise, komme ich mit den Öffentlichen noch günstig weg. Wenn ich hingegen mit anderen zusammen fahre, die alle denselben hohen Fahrpreis bezahlen müssen, ist das Auto wieder klar im Vorteil. In einigen Ländern und Städten ist der ÖPNV schon kostenlos. Ich finde, dieser Gedanke muss sich weiter verbreiten.

36. Fahrgemeinschaften bilden

Gemeinsam mit dem Auto zur Uni oder zur Arbeit zu fahren schützt die Umwelt und den Geldbeutel. Wer Probleme hat, das Auto voll zu bekommen, kann sich als „Mitfahrgelegenheit“ für andere anbieten, die in die gleiche Richtung wollen. Wenn es der Platz im Auto hergibt, kann man auch Anhalter mitnehmen. So lernt ihr rasch neue Leute kennen.

37. Regenerative Energien nutzen

Aus den Kräften der Erde, des Windes und des Wassers und aus der Strahlung der Sonne können wir Menschen große Mengen Energie gewinnen.

Ihr könnt euch zum Beispiel für einen Ökostrom-Anbieter entscheiden. Der Strom aus der Steckdose ist in dem Fall zwar immer noch derselbe wie vorher. Aber die Einnahmen kommen den Unternehmen zugute, die Strom aus erneuerbaren Energieträgern gewinnen.

Oder ihr erzeugt mit einer PV-Anlage selbst Solarstrom, den ihr einspeisen oder für euch allein nutzen könnt. In windigen Gegenden lohnt sich auch eine Kleinwindkraftanlage.

Biomasse gilt ebenfalls als „regenerativ“. Allerdings wird hierfür viel Fläche zum Anbau von „Energiepflanzen“ gebraucht und auch das in den Pflanzen gespeicherte Kohlendioxid wird wieder frei. Auch mit den Exkrementen aus der Massentierhaltung wird in den Biogas-Anlagen Gas erzeugt. Das ist weder vegan noch sonderlich nachhaltig.

38. Richtig heizen und lüften, Gebäude sanieren

Wenn ihr die Raumtemperatur um ein Grad Celsius senkt, spart ihr etwa sechs Prozent Energie ein. Oft reicht es auch, wenn man sich einen warmen Pullover anzieht, um nicht zu frieren.

Ein kurzes Stoß- oder Querlüften spart mehr Heizenergie, als wenn ihr die Fenster den ganzen Tag gekippt lasst.

Und wenn ihr stolze Hausbesitzer seid, gibt es ebenfalls eine Reihe an Maßnahmen, mit denen ihr Energie sparen und damit die Umwelt schützen könnt.

39. Akkus statt Batterien

Moderne Akkus halten sehr lange, bevor sie ersetzt werden müssen. Batterien wirft man nach einmaligem Gebrauch weg. Leider sind sowohl Batterien als auch Akkus Sondermüll, die als solches entsorgt werden müssen. Aber wenn es nicht anders geht, ist es immer sinnvoll, Akkus zu verwenden.

40. Energiesparlampen und LED oder Glühlampen?

Eines ist sicher: ESL sind langlebig und verbrauchen wenig Energie. LEDs halten noch länger und sind deutlich sparsamer im Verbrauch. Das klingt beides sinnvoll. Abgesehen vom Energieverbrauch sind diese Lampen für die Umwelt jedoch eine Katastrophe! Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Wenn die Energie aus erneuerbaren Quellen stammt oder (mit etwas Glück) künftig durch Fusion erzeugt wird, sollte die Glühbirne das Leuchtmittel der Wahl sein. Denn das Material, aus dem sie besteht, ist für die Umwelt und für die Gesundheit unbedenklich.

Sinnvoller finde ich es, wenn man sein eigenes Verhalten im Umgang mit dem Licht überdenkt. Als wir in Norwegen waren, wo der Strom preiswert ist, fiel uns auf, dass dort die energiesparenden Leuchtmittel den ganzen Tag eingeschaltet waren. Sollte man Licht nicht einfach ausschalten, wenn man es nicht braucht?

41. Puppentheater statt Fernseher! Oder: Spielen statt Glotzen

Um Kinder zu unterhalten, muss es nicht immer der Fernseher oder der Computer sein. Wer Energie sparen und seinen Kindern eine Freude machen will, der kann ein Puppentheater aufführen oder ihnen ein Buch vorlesen. Wenn ihr mit euren Kindern etwas gemeinsam macht, stärkt ihr die Bindung.

42. Müll sammeln

Die Natur freut sich über Müllsammel-Aktionen. Ihr werdet staunen, was die Leute so alles wegwerfen. Den Müll könnt ihr dann bei der kommunalen Entsorgung abgeben.

Wenn ihr mal außerhalb der Touristen-Saison an einem Strand gewesen seid, sind euch vielleicht schon die Unmengen Müll aufgefallen, die das Meer anspülte. Auch an den Stränden könnt ihr Müll aufsammeln, bevor er wieder zurück ins Meer gespült wird. Leider ist die Verschmutzung hier zum Teil echt extrem.

43. Müll richtig trennen: Recycling und fachgerechte Entsorgung

Zugegeben: Das fällt vielen Leuten schwer. Obgleich es heutzutage auf vielen Tonnen drauf steht, was hinein gehört und was nicht. In vielen südlichen Ländern Europas ist Recycling noch völlig unbekannt. Dort entsorgen die Leute ihren Unrat entweder in der Natur oder alles wird verbrannt.

Davon sind wir in Deutschland weit entfernt. Aber auch hier hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass Batterien nichts im Hausmüll zu suchen haben und Aktentaschen, Gemälde und Klamotten nichts in der gelben Tonne.

44. Wertstoffhöfe nutzen

Alte CDs, DVDs, Batterien, Leuchtmittel, Elektrogeräte, Metalle und vieles mehr könnt ihr ohne Probleme bei Wertstoffhöfen entsorgen. Dafür sind sie da. Dort wird der Kram dann sortiert, getrennt und dem Recycling zugeführt.

45. Kompost nutzen

Wer den Platz hat, kann einen Kompost anlegen und seinen Biomüll dort entsorgen. Das Leben darin verwandelt die organischen Abfälle in Humus. Den könnt ihr dann zum Beispiel im Garten verwenden oder verschenken.

46. Wasser und Lappen statt Feuchttücher und Küchenrolle

Mit einem feuchten oder nassen Lappen kann man genauso gut putzen wie mit Feuchttüchern und Küchenrolle. Wie viele Bäume müssen nur deshalb ihr Leben lassen, damit die Menschen damit irgendwas „aufwischen“ können? Sorry, aber das finde ich zum Kotzen.

47. Wasser sauber halten

Wasser ist kostbar. Deshalb sollten wir es rein halten und nicht mit Fremdstoffen belasten. Das geht am besten, wenn wir auf schädliche Chemikalien im Haushalt und zur Körperpflege verzichten. Je klarer und sauberer das Wasser ist, das in den Abfluss fließt, umso besser für die Umwelt.

Zum Putzen könnt ihr zum Beispiel Natron, Soda und Zitronensäure verwenden. Die Reinigung von Herd und Töpfen mit einem Edelstahl-Schwamm ist mindestens genauso gut wie mit Scheuermilch und „Backofen-Reiniger“.

Und in der Waschmaschine könnt ihr Waschbälle nutzen. Das reicht meist schon aus, damit die Wäsche sauber wird. Übrigens wird Wäsche auch an der Luft und in der Sonne trocken.

48. „Ökoprogramme“

Apropos Waschmaschine: Bei heutigen Haushaltsgeräten gibt’s „Ökoprogramme“. Wenn ihr die nutzt, könnt ihr Strom und/oder Wasser sparen.

49. Regenwassernutzung

Regenwasser könnt ihr zum Beispiel zum Gießen im Garten oder für die Klospülung verwenden. Das ist gut für die Umwelt und kostet nichts.

50. Siegel und Produktanfragen

Es gibt viele Siegel, die zeigen, unter welchen Bedingungen ein Produkt entstanden ist. Diverse Biosiegel, die „Veganblume“, der Blaue Engel oder das PEFC-Siegel. Sie alle helfen, beim Kauf Produkte zu wählen, die für Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen.

Oft genug lassen Produzenten solche Siegel aber auch weg, weil sie jede Menge Geld kosten. Wer sich bei einem Produkt nicht sicher ist, weil solch ein Siegel fehlt, der kann eine Produktanfrage stellen. Das geht bequem per Mail oder Kontaktformular über die Websites der Unternehmen.

Doch auch hier muss man aufpassen. Kennt ihr Kakao und Schokolade, auf deren Packung die Hersteller für „zertifizierten Kakao“ werben? Mit fairen Löhnen, der Aufforstung von Wäldern oder dem Ablehnen von Korruption und Kinderarbeit hat das leider nichts zu tun. Dasselbe gilt für Palmöl. Es gibt kein nachhaltiges Palmöl.

51. Job im Umweltschutz annehmen

Wer sich berufen fühlt, kann einen Job im Umweltschutz annehmen. Es gibt einige Jobbörsen für grüne und nachhaltige Jobs. Die bekanntesten sind:

https://www.nachhaltigejobs.de/
https://www.jobverde.de/
https://gruenejobs.de/
https://www.greenjobs.de/

Um die Umwelt zu schützen, sammeln Mitarbeiter einer NGO Müll an einem Strand-Abschnitt (für die Wissenschaft)

Für den Umweltschutz sammeln Mitarbeiter einer NGO Müll an einem Strand-Abschnitt in Montenegro

52. Spenden für den Umweltschutz

Wer Geld übrig hat, kann es Organisationen und Aktivisten spenden, die sich für die Umwelt und für unsere Mit-Lebewesen einsetzen. Die Auswahl ist groß. Ich finde zum Beispiel Sea Shepherd und ihre Arbeit wichtig. Auch Gnadenhöfe und Menschen, die Tiere aus der Massentierhaltung retten, sind froh über jede Spende.

Und auch wir freuen uns, wenn unsere Arbeit mit einem kleinen Betrag via Paypal unterstützt wird.

Falls euch die Affiliate-Links zu Amazon in dem Artikel negativ aufstoßen, da es beileibe nicht das nachhaltigste und umweltfreundlichste Unternehmen ist: Wenn ihr über einen dieser Links was kauft, wozu euch keiner zwingt, erhalten wir dafür eine Provision. Für euch ändert sich dabei nichts am Preis und ihr unterstützt uns. Das sind also Prozente, die in unser Portemonnaie fließen und nicht zu Amazon. Und wir leben davon so vegan und umweltbewusst, wie es nur geht. Versprochen! :-)

Fazit: Jeder Schritt ist wichtig.

Der Artikel ist länger geworden als ich dachte. Wie ihr seht, gibt es viele Wege, die Umwelt zu schützen. Es muss nicht jeder die gesamte Liste abarbeiten. Entscheidend ist, sich bewusstzuwerden, welche Auswirkung unser Tun und das, was wir nicht tun, auf die Umwelt hat. Jeder Schritt, jede Maßnahme, leistet einen Beitrag für eine Zukunft dieser Welt, in der wir „gut und gerne leben“, um mit den Worten von Dr. Angela Merkel abzuschließen.

Wenn ihr immer auf dem Laufenden bleiben wollt, folgt uns gern über unseren RSS-Feed oder in unserem Telegram-Kanal.

Alle Liebe
Patrick

 

CC BY-SA 4.0 Wie kann man die Umwelt schützen? – Mehr als 50 Wege zur Rettung der Erde von Free Your Family ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.