Kunst & Fotografie von Patrick Hager

Inspiriert von der Natur und dem Universum, nutze ich mein Fotoequipment, meine technische Ausstattung sowie unterschiedlichste Algorithmen und maschinelles Lernen („künstliche Intelligenz“), um visionäre und psychedelische generative Kunst zu schaffen. Ich gebe einen kurzen Überblick über „AI Art“, zeige, wie ich zu dieser besonderen Kunstform gekommen bin und stelle euch die Tools vor, die ich verwende.

Die im gesamten Prozess entstehenden Bilder und Videos repräsentieren die atemberaubende Schönheit und Vielfalt äußerer und innerer Welten. Hier kommt ihr zu den Galerien, wo ihr meine Kunst unter anderem als Non Fungible Tokens kaufen könnt:

Meine Kunst: „Allumfunkelnd“ (K.I.-Kunst und Fotografie)

Das fast vergessene deutsche Wort „allumfunkelnd“ (auf Englisch: „all-round sparkling“) symbolisiert den bewusst immersiven Charakter meiner Kunst. Denn wer sich auf sie einlässt, taucht ein in fantastische, bizarre, transzendente Welten voller verspielter Details. Mitunter sind sie beängstigend und unwirklich, doch oft auch sanft und dissoziativ. Aber immer wieder kann der Betrachter etwas Neues in den Werken entdecken.

Flower Power by Patrick Hager

„Flower Power“ by Patrick Hager (Mixed Art: Fotografie & künstliche Intelligenz)

Mit „trippy“, „psychedelisch“, „visionär“ oder gar „spirituell“ könnte man die mit Hilfe der AI erstellten Bilder und Videos charakterisieren – oder sich einfach nur an ihrer Ästhetik erfreuen. Letztlich ist es nicht wichtig, eine Bezeichnung dafür zu finden. Der Name des Kunstwerks ist daher nicht wichtig. Wichtig ist, was das Gehirn mit den Signalen der Fotorezeptoren in den Augen macht. In dem Sinne wünsche ich euch genauso viel innere Freude beim Anblick meiner Schöpfungen, wie ich sie empfinde!

AI Art: Ist das wirklich Kunst?

Wie ist das mit dem kreativen, schöpferischen Prozess? Ist der Mensch, der mit den Werkzeugen des maschinellen Lernens arbeitet, wirklich ein „Künstler“?

„Künstliche Intelligenz“ oder K.I. (A.I. im Englischen, von „artificial intelligence“) – das klingt nach erst mal nach Science Fiction. Doch ist sie längst in unserer Realität angekommen. Denkt nur an die elektronischen Fahrassistenzsysteme in den moderen Elektroautos.

Und auch die schöpferischen Qualitäten sind enorm beeindruckend. Mittels maschinellen Lernens kann ein Algorithmus große Datenmengen verarbeiten und zuordnen. Damit kann die K.I. die Daten „verstehen“ und auf deren Grundlage selbständig Entscheidungen treffen. Ihr stehen für dieses „Lernen“ (im Falle meiner Kreationen) die digitalisierten Gemälde, Fotografien und Kunstwerke der Menschheit zur Verfügung.

Ich entwerfe das Konzept für ein Kunstwerk, habe bestimmte Vorstellungen, wie es aussehen soll. Und die K.I. ist mein Werkzeug. Denn sie hilft mir dabei, dieses Konzept umzusetzen. Manchmal gefällt mir nicht, was die künstliche Intelligenz da dank meiner Eingaben fabriziert. Dann muss ich sie so lange anpassen, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin und es meinen Vorstellungen entspricht.

Da die von genialen Entwicklern erschaffenen Werkzeuge im Bereich des maschinellen Lernens zwar absolut außergewöhnlich und mächtig sind, aber ich allein dafür verantwortlich bin, wie das Werk am Ende aussieht, sehe ich mich als Künstler.

Die Tools

Deep Dream

Zuerst stieß ich auf Googles „DeepDream“. Die psychedelischen Farben und Formen haben es mir sofort angetan. Doch nach einiger Zeit habe ich mich daran sattgesehen. Wenn ich ein Bild in diesem Style sah, dachte ich: „Ah ja, alles klar – DeepDream.“ Das machte die Bilder zwar nicht langweilig, aber in gewisser Weise vorhersehbar. Vor allem die vielen Hunde sind schon recht auffällig. Und ich möchte nicht in jedem Bild dieselben „Wesen“ haben.

Love Peace And Harmony - DeepDream

DeepDream: „Love, Peace and Harmony“ by Patrick Hager

Style Transfer

Das nächste große Ding schien „Style Transfer“ zu sein. Man nahm ein eigenes Bild und wies die K.I. an, es im Stile eines anderen Bildes neu zu interpretieren. Die Ergebnisse sind schlecht vorherzusagen, aber mit etwas Glück passen das ursprüngliche Bild und die künstlerische Vorlage so gut zusammen, dass ein beeindruckendes neues Werk entsteht.

Deepdream und Styletransfer: Midsommar

DeepDream und StyleTransfer: „Midsommar“ by Patrick Hager

Wer Deep Dream und Style Transfer selbst ausprobieren will, dem kann ich deepdreamgenerator.com empfehlen.

VQGAN+CLIP

Einige Zeit ging ins Land, bis ich auf VQGAN+CLIP stieß (hier geht’s zum Colab Notebook). Es erstaunte mich, was die K.I. auswirft, wenn ich ihr nur sagte, was sie „erschaffen“ sollte. Ich mag die Ergebnisse heute noch immer und sie sind oft der Ausgangspunkt für den weiteren kreativen Prozess. Doch dank „Nightcafé Studio“ fluten gefühlt hunderttausende solcher Kreationen die NFT-Marktplätze und Instagram-Portfolios der Welt. Am Anfang jagte ich die VQGAN-Werke noch durch DeepDream und erfreute mich daran, dass sie so etwas „psychedelischer“ wurden. Aber es stellte mich nicht vollends zufrieden, selbst wenn ich den Bildern mittels 3D Photo Inpainting noch mehr Leben einhauchen konnte.

VQGAN CLIP - tribal spirit

VQGAN+CLIP: „Tribal Spirit“ by Patrick Hager

Aphantasia und Illustrip

Als ich weiterhin nach nützlichen Tools suchte, die genau das tun sollten, was ich mir wünsche, stieß ich auf die Aphantasia-Suite von Vadim Epstein. Was für eine Offenbarung! Genau das ist es! Dieses K.I.-Werkzeug erstellt auf präzise Weise „psychedelische Trips“, ja sogar ganze Welten. Wie bei VQGAN+Clip gibt man der K.I. über eine Texteingabe zu verstehen, was sie erschaffen soll. Die Ergebnisse hauten mich um. Die Videos sind immersive Erlebnisse voller sich ständig wandelnder Formen und Farben. Ihnen wohnt eine eigene Magie inne, die ich nicht in Worte zu fassen vermag. Es folgt eines der ersten visionären Kunst-Videos, das ich mit IllusTrip3D erstellt habe: „Goa Trance Party In India“.

Wer damit „spielen“ möchte, findet auf Vadims Github-Account alles was er braucht.

Als Alternative kann ich noch die Pytti-Notebooks von sportsracer48 empfehlen. Hier sind die Gestaltungsoptionen noch etwas größer.

K.I.-Musik: Der letzte Schliff

Damit die AI-Kunst mir richtig „Spaß macht“, fehlte noch etwas: Ton. Denn erst mit musikalischer Untermalung oder Sound würden die Videos „komplett“ sein.

Was läge näher, als auch hier künstliche Intelligenz zu verwenden? Ich habe ein paar Anbieter wie AIVA oder Loudly AI Studio ausprobiert. Klar, kann man hier interessante Werke erschaffen. Aber deren produktiver Verwendung steht entweder im Wege, dass es teure Lizenzen gibt oder die Ergebnisse alle irgendwie gleich klingen.

Schließlich fiel mir das Tensorflow Magenta Studio vor die Füße. Das ist eine K.I., die selbständig Melodien und Drum-Pattern „komponiert“. Manchmal klingt das echt schräg und chaotisch. Aber genau das macht den Reiz für mich aus. Die erzeugten MIDIs lade ich in eine DAW (Digital Audio Workstation) und erschaffe damit Klänge, die nach meinem Empfinden wunderbar zu den Videos passen. Manche musikalische Untermalung entsteht aber auch ganz ohne die Hilfe von künstlischer Intelligenz.

So entstehen psychedelische Kurztrips in bizarre Traumwelten, die mich absolut begeistern. Genau das ist die AI-Kunst, die mir Freude bereitet! Und ich hoffe, dass sie euch auch gefällt. Hier das Werk „Caught In The Mycelium Network“:

Ich bin trotzdem gespannt, was sich im Laufe der Zeit noch alles in meinen kreativen Prozess einschleicht.

Linkliste zum maschinellen Lernen

Damit ihr experimentieren, euch selbst in dem Bereich des maschinellen Lernens und der K.I.-Kunst ausprobieren und kreativ werden könnt, habe ich noch ein paar Links für euch, wo ihr noch mehr Tools findet:

https://towardsdatascience.com/12-colab-notebooks-that-matter-e14ce1e3bdd0

https://github.com/tugstugi/dl-colab-notebooks

https://github.com/mrm8488/shared_colab_notebooks