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Roggenmehl und Wasser. Mehr brauchte es für dieses Experiment tatsächlich nicht. In dem Video nehme ich euch mit zu meiner ersten Haarwäsche mit Roggenmehl – nach Shampoo-Seife, selbst gemachter Flüssigseife, Natron und allerlei anderen Ideen, die mich auf Dauer nicht überzeugt hatten.

Das Spannende kam für mich erst danach: Wie fühlen sich die Haare am nächsten Morgen an? Wie lange bleiben sie locker? Und wie viel Roggenmehl hängt nach dem Ausspülen noch irgendwo zwischen meinen langen Haaren?

Roggenmehl für lange Haare: Der Mixer macht den Unterschied

Bei langen Haaren hat sich für mich vor allem eines bewährt: Roggenmehl und Wasser im Mixer anrühren. Die Mischung wird klümpchenfrei und leicht schaumig und lässt sich fast so unkompliziert verteilen wie Shampoo. Wenn die Badewanne sowieso gerade mit klarem Wasser gefüllt war, habe ich meine Haare im Liegen ausgespült und sie anschließend nur noch kurz abgebraust.

Für meine langen Haare nehme ich ungefähr 5 Esslöffel Roggenmehl und etwa 400 Milliliter Wasser. Mit weniger Wasser wird die Mischung dickflüssiger und erinnert stärker an Shampoo. Für kurze Haare dürfte ungefähr die halbe Menge reichen – ausprobiert habe ich das selbst allerdings nicht.

Warum ausgerechnet Roggen? Ganz pragmatisch: Weizen und Dinkel wollte ich damals nicht im Haar ausprobieren, weil ich einen klebrigen Mehlteig zwischen den Haaren vermeiden wollte. Roggen ist übrigens ebenfalls glutenhaltig; seine charakteristischen Speicherproteine werden als Secaline bezeichnet.1 Meine Wahl war schlicht Küchenintuition.

Wie sich meine Haare nach der Roggenmehl-Wäsche angefühlt haben

Am Morgen nach der ersten Wäsche war ich ziemlich angetan. Meine Haare fühlten sich leicht und locker an, dabei glatt und glänzend – fast wie nach einer Spülung. Genau dieses Gefühl hatte mir bei manchen anderen Experimenten gefehlt.

Nach 3 Tagen war das Haar wieder glatter und schwerer, aber für mein Empfinden noch nicht fettig. Nach 5 Tagen und reichlich schwitzigem Herumtollen mit unseren Prinzessinnen fühlte sich der Ansatz leicht fettig an. Da bekam ich langsam wieder Lust auf eine Haarwäsche.

Auch bei den nächsten Wäschen war es ähnlich: direkt danach leicht, locker und voluminös; nach ungefähr 5 bis 7 Tagen wurde der Ansatz wieder fettiger. Die 5 bis 7 Tage beschreiben meine Erfahrung mit meinem Haar, meinem Alltag und genau dieser Mischung.

Der eigentliche Haken: die kleinen Mehlflöckchen

Roggenmehl kann ziemlich hartnäckig sein. Wenn ich es nur per Hand angerührt hatte, brauchte ich mit dem Duschkopf ungefähr doppelt so lange zum Ausspülen wie früher mit konventionellem Shampoo. Sonst blieben kleine Mehlflöckchen zurück, die im trockenen Haar wie graue Schuppen aussahen. Hübsch ist anders.

Der Mixer hat mir deshalb mehr gebracht als eine längere Einwirkzeit. Länger im Haar zu lassen half bei mir jedenfalls nicht dabei, die nächste Wäsche weiter hinauszuzögern.

Mein Fazit zu Roggenmehl statt Shampoo

Für mich hat Roggenmehl als einfache Shampoo-Alternative erstaunlich gut funktioniert. Zwei Zutaten, ein simples Rezept, danach lockeres Haar – damit konnte ich etwas anfangen. Der Preis dafür war das gründliche Ausspülen.

Unterwegs verliert die Idee deshalb schnell ihren Charme, sobald gutes fließendes Wasser fehlt. Für Wildlife bräuchte ich also immer noch einen Wasserfall oder mindestens ein Bächlein – und genau da hört die Alltagstauglichkeit für mich auf. Zu Hause mit Dusche war das Ganze wesentlich entspannter. 😉

Wenn eure Kopfhaut auf die Mischung reagiert

Eine Mehlmischung bleibt etwas, das direkt auf Haut und Haar kommt. Juckreiz, Brennen, Rötung oder ein Ausschlag können auch bei Haarpflegeprodukten Zeichen einer Reizung oder Kontaktdermatitis sein; die American Academy of Dermatology nennt Haarpflegeprodukte ausdrücklich als mögliche Auslöser.2 Bei solchen Reaktionen wäre für mich das Ausspülen mit klarem Wasser das Ende des Versuchs. Anhaltende oder stärkere Beschwerden kann eine dermatologische Praxis einordnen.

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Transkript zum Video (leicht geglättet)

Seid gegrüßt, ihr Lieben. Heute stehe ich vor meinem Spieglein und will mir die Haare mit Roggenmehl waschen. Ich probiere das zum ersten Mal aus, weil ich schon einiges getestet habe, was mich nicht richtig überzeugt hat.

Damals war ich seit ungefähr einem Jahr shampoo-frei und hatte konventionelles Flaschenshampoo aus meiner Routine gestrichen. Zuerst habe ich Shampoo-Seife verwendet. Nach ein paar Wochen hatte ich einen Seifenfilm im Haar, den ich auch mit Apfelessig nicht mehr richtig herausbekommen habe.

Dann habe ich flüssige Seife selbst gemacht, aus Kernseife und aufgekochtem Wasser. Das Ergebnis war ähnlich, deshalb nutze ich die lieber für die Rasur unter der Dusche. Danach habe ich Natron ausprobiert, ein bis zwei Teelöffel. Meine Haare wurden damit schön luftig, und eine Zeit lang hat einmal Waschen pro Woche für mich gereicht. Irgendwann hatte ich allerdings das Gefühl, dass meine Kopfhaut stärker nachfettete. Außerdem ist die Mischung beim Waschen sehr wässrig. Also suche ich weiter.

Die mechanische Methode mit vielen Bürstenstrichen war mir zu anstrengend. Ich kämme meistens nur vor der Haarwäsche, damit die Haare nicht so am Kopf „ankleben“. Bei meinem feinen Haar passiert das nach wenigen Tagen.

Jetzt also Roggenmehl. Ich mische ungefähr fünf Esslöffel im Mixer an. Für kurze Haare reicht wahrscheinlich die Hälfte. Dazu kommen ungefähr 400 Milliliter Wasser, damit es nicht zu fest wird. Mit weniger Wasser wird es shampooartiger. Dann verteile ich die Mischung im Haar und spüle sie gründlich wieder aus. Weizen und Dinkel habe ich aus Sorge vor klebrigem Mehlteig im Haar ausgelassen. Deshalb Roggenmehl.

Am nächsten Tag: Ich bin sehr zufrieden. Es fühlt sich leicht an, locker. Ich habe es gekämmt, weil es nach dem Schlafen etwas wild aussah. Die Haare sind sehr locker geworden, fühlen sich fettfrei, glatt und glänzend an – fast wie nach einer Spülung.

(Kurzer Dialog mit Kind:) „Haben wir deine Haare schon mal gewaschen?“ – „Mit Wasser.“ – „Und mein Gesicht war auch nass … dann habe ich geweint.“ – „Ja, so ist das mit den Prinzessinnen.“

Okay, tschüss, ihr anderen Prinzessinnen.

Quellen zur Einordnung

  1. Xhaferaj M, Muskovics G, Schall E, Bugyi Z, Tömösközi S, Scherf KA. Characterization of rye flours and their potential as reference material for gluten analysis. Food Chemistry. 2023;408:135148. DOI: 10.1016/j.foodchem.2022.135148. ↩
  2. American Academy of Dermatology. 10 reasons your scalp itches and how to get relief. Abschnitt „Reaction to a hair care product“, ohne Datumsangabe, abgerufen am 7. August 2026. Quelle · ↩

CC BY-SA 4.0 Video: Roggenmehl für die Haare – ein Selbstversuch von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.