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Aktualisiert am 23.02.2026

Ihr habt uns gefragt, welche Produkte wir als Familie zur Körperpflege verwenden und was wir an unsere Kinder heranlassen. In diesem Beitrag nehmen wir euch mit in unser Badschränkchen. Nicht als perfektes Vorbild, sondern als ehrliche Momentaufnahme: Was hat sich für uns bewährt, was lassen wir weg und wo suchen wir selbst noch nach besseren Lösungen.

Minimalismus im Bad: was wir darunter verstehen

Für uns bedeutet Minimalismus im Bad nicht „nie wieder irgendwas kaufen“. Es bedeutet: Wir reduzieren Entscheidungen, Verpackungsmüll und Reizüberflutung. Wir fragen bei jedem Produkt: Brauchen wir das wirklich, oder löst es ein Problem, das wir uns erst mit dem Produkt geschaffen haben?

  • Weniger Produkte, dafür konsequent nutzen.
  • Weniger Plastik, wo es realistisch geht.
  • Weniger „Speziallösungen“ für Kinderhaut. Oft reicht Wasser.

Wichtig: Das hier ist vor allem Erfahrung. Haut ist individuell. Was für uns funktioniert, kann bei euch anders sein.

Unser Badschränkchen: die Basics

Hände und Gesicht: feste Seife statt Flüssigseife

Fürs Händewaschen sind wir von Flüssigseife im Plastikspender auf ein festes Seifenstück umgestiegen. Im Schrank liegt dazu ein Seifensäckchen. Fürs Gesicht nutzen wir je nach Bedarf ebenfalls Seife, bei mir manchmal eine Salzseife.

Salzseife ist bei uns kein „Wundermittel“. Ich habe nur beobachtet: In Phasen hormoneller Umstellung beruhigt sie mein Hautbild manchmal. Wenn eure Haut schnell spannt oder trocken reagiert, kann eine mildere, stark rückfettende Alternative sinnvoller sein.

Ein kurzer Fakten-Kasten zur Hautbarriere

Die Hautbarriere reagiert empfindlich auf häufiges, stark entfettendes Reinigen. Das ist gut belegt. Entscheidend sind aber Konzentration, Häufigkeit und individuelle Haut. Wenn ihr tiefer einsteigen wollt: Eine gut verständliche Übersicht zur Barrierefunktion liefert Proksch („The skin: an indispensable barrier“, DOI: 10.1111/j.1600-0625.2008.00786.x). Konkreter zur Rolle von Wasser, Detergenzien und Irritation im Kontext von Kontaktdermatitis ist Proksch („Skin barrier function, epidermal proliferation and differentiation in eczema“, DOI: 10.1016/j.jdermsci.2006.06.003). Diese Quellen erklären Mechanismen, ersetzen aber keine individuelle Hautberatung.

Rasur: möglichst langlebig

Ich rasiere (noch) mit einem Systemrasierer und versuche die Klingen länger zu nutzen, indem ich sie gelegentlich auf einem Jeansstoff „abziehe“. Patrick nutzt einen Rasierhobel als plastikärmere Variante. Das erfordert etwas Übung, weil der Kopf nicht flexibel ist.

Nach dem Duschen: Öl statt Lotion

Wenn ich meine Haut einölen will, nutze ich Kokosöl. Das ist simpel, preiswert und kommt bei uns ohne zusätzliche Duftstoffe aus. Manche Hauttypen lieben das, andere reagieren mit Unreinheiten. Wenn ihr unsicher seid, testet erst kleinflächig.

Für Kinder: meistens reicht Wasser

Unsere Kinder haben wir nie systematisch an Duschgel, Shampoo oder „Kinderwaschlotion“ gewöhnt. Meistens reicht Wasser und ein Waschlappen. Kinder „müssen“ nicht nach Parfum riechen, um sauber zu sein.

Was wir in der Babyzeit gelegentlich genutzt haben:

  • Bäuchleinöl (z. B. Kümmelöl) als Ritual bei Unruhe.
  • Wind- und Wetterbalsam in seltenen Phasen trockener Haut.

Haare: Roggenmehl, Salzseife und viel Pragmatismus

Zum Haarewaschen nutzen wir seit Jahren gern Roggenmehl. Das ist nicht für jede Haarstruktur ideal, aber für uns eine gute Mischung aus simpel, günstig und ohne Verpackungsberg.

Wenn es schnell gehen muss, funktioniert bei uns manchmal auch Salzseife direkt auf der Kopfhaut. Das ist kein Dogma, eher Werkzeugkasten. Wenn etwas nicht passt, lassen wir es wieder.

Passend dazu findet ihr bei uns auch den älteren Beitrag: Roggenmehl für die Haare: ein Selbstversuch (Video).

Zähne: DIY-Zahnpasta und Zahnputz als Spiel

Wir haben zeitweise Zahnpasta selbst gemacht, unter anderem mit Kokosöl. Das war für uns ein Experiment, kein Glaubenssatz. Für Kinder ist uns wichtiger als „perfekte“ Inhaltsstoff-Debatten: Zähneputzen soll nicht zur täglichen Machtdemonstration werden.

Bei uns hilft ein spielerischer Ansatz. Wir nutzen dafür auch mal Zahnbürsten mit Motiven, weil Kinder daran Freude haben. Das ist nicht maximal minimalistisch. Es ist alltagstauglich.

Wenn ihr das Rezept sucht: Ein Rezept für selbstgemachte Zahnpasta.

Deo, das ewig hält: Kristall und sonst wenig

Wenn wir Deo nutzen, dann oft einen Deo-Kristall. Der hält bei uns sehr lange. Auch hier gilt: Manche vertragen das super, andere bekommen Reizungen. Wenn eure Haut empfindlich ist, testet vorsichtig oder nutzt Alternativen.

Eine DIY-Alternative findet ihr hier: Deo selber machen: Natron als Deopuder.

Monatshygiene: Menstruationstasse statt Wegwerfprodukte

Bei uns liegt eine Menstruationstasse bereit. Das Thema ist simpel und groß zugleich: weniger Müll, weniger Nachkaufen, mehr Routine. Falls euch das interessiert: Menstruationstasse: Erfahrungen & Tipps.

Make-up: so wenig wie möglich, so viel wie nötig

Wenn ich Make-up verwende, dann selten und eher für „ich will mich heute anders sehen“. Abschminken klappt bei mir pragmatisch mit Öl und Wattepads. Nicht perfekt. Eher ehrlich.

Unperfekt und noch offen: Handcreme und Bürsten

Für Handcreme hatten wir lange keine Lösung, die uns wirklich gefällt. Zu viel Plastik, zu viele Kompromisse. Eine Phase lang wollte ich mit Sheabutter selbst rühren. Das Projekt steht sinnbildlich für viele Nachhaltigkeitspläne: gut gemeint, manchmal vom Alltag überholt.

Auch beim Thema Bürsten hatten wir einen Widerspruch: Eine Wildschweinborstenbürste kam als Geschenk zu uns. Wir würden sie heute als Veganer*innen nicht kaufen, nutzen sie aber auf, statt sie wegzuwerfen. Das ist kein Freifahrtschein. Es ist eine Entscheidung zwischen zwei Unschönheiten. Wenn ihr konsequent vegan einkaufen wollt, greift lieber zu Alternativen ohne tierische Bestandteile.

Wenn ihr nach „besseren“ Bezugsquellen sucht

Wenn ihr plastikärmere, vegane oder insgesamt nachhaltigere Pflegeprodukte sucht, schaut gern in unsere Empfehlungen. Dort bündeln wir Partner und Links, die inhaltlich zu uns passen:

Transparenz: Einige der Links auf dieser Seite können Affiliate-Links sein. Wenn ihr darüber kauft, unterstützt ihr unsere Arbeit, ohne dass ihr mehr bezahlt. Wir verlinken nur, was wir inhaltlich vertreten.

Produktliste aus dem Video

Im Video kommen verschiedene Produkte vor. Wenn ihr die konkrete Liste braucht, findet ihr sie hier:

Mooncup® Die Original-Menstruationstasse aus Silikon, wiederverwendbar, ultraweich und einfach einzuführen, ideal bei starker Blutung, Größe A, ab 30 Jahren oder nach einer vaginalen Geburt (1er-Pack)*

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Wimpernzange aus Metal von EmaDesign, ohne Kneifen und ohne Schmerz, professionelles Make-up-Werkzeug mit 5 Ersatzteilen, Nachfüllpads aus Silikon, in rotgoldener Farbe, Edelstahl Einfach zu benutzen und schöne Augenwimpern zu erhalten.*

Sisal Seifensäckchen Kosmetex, für Seifenreste, Seifschwamm, Duschschwamm zum Einseifen, Badeschwamm, Groß 11x13cm, 1 Stück*

Sheabutter unraffiniert, 1000g von Dragonspice Naturwaren, 1000g*

Fazit: Minimalismus ist eine Richtung, kein Siegel

Unser Bad ist nicht leer. Es ist nur stiller geworden. Weniger Zeug, weniger Geruchskulisse, weniger „Du brauchst unbedingt …“. Dafür mehr Wasser, mehr Routinen, mehr Gelassenheit, wenn etwas nicht perfekt ist.

Fragen an euch

Was nutzt ihr als Familie wirklich? Welche Produkte sind für euch unverzichtbar und welche habt ihr gestrichen? Und habt ihr ein gutes Rezept für eine Handcreme, die nicht in der Plastikdose landet und trotzdem alltagstauglich bleibt?

Weiterlesen bei uns

CC BY-SA 4.0 Minimalismus im Bad: einfache Körperpflege für die ganze Familie (unsere Routine) von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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