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Aktualisiert am 7. August 2026

Wir wurden gefragt, welche Produkte zur Körperpflege wir als Familie verwenden. In diesem Video geben wir euch einen Einblick in unser Badschränkchen und erklären, was wir wie und weshalb verwenden.

Das Video stammt aus dem Jahr 2016 und zeigt unseren damaligen Alltag. Manche Dinge begleiten uns lange, andere waren Lösungen für eine bestimmte Lebensphase. Gerade bei Haut- und Zahnpflege lohnt außerdem die Trennung zwischen unserer Erfahrung und dem, was Fachleute heute medizinisch einordnen können.

Minimalismus im Bad: was das für uns bedeutet

Im Bad mögen wir es einfach. Wenige Produkte bedeuten für uns weniger Verpackung, weniger Nachkaufen und weniger Zeug, das irgendwann halb benutzt im Schrank verschwindet. Bevor etwas Neues einzieht, beschäftigt uns deshalb vor allem eine Frage: Brauchen wir es wirklich?

Bei der Körperpflege unserer Kinder war unser Alltag von Anfang an ähnlich schlicht. Wasser und Waschlappen haben bei uns sehr vieles abgedeckt. Spezialprodukte kamen eher punktuell dazu.

Seife, Rasur und Öl: unsere einfachen Basics

Feste Seife für Hände und Gesicht

Für die Hände sind wir damals von Flüssigseife im Plastikspender auf feste Seife umgestiegen. Dazu kam ein Seifensäckchen, in dem auch kleine Reste noch ihren Dienst tun konnten. Fürs Gesicht habe ich je nach Bedarf ebenfalls Seife verwendet, zeitweise gern eine Salzseife.

Bei mir fühlte sich die Salzseife vor allem in Phasen hormoneller Umstellung angenehm an. Das ist eine Beobachtung an meiner eigenen Haut. Welche Reinigung gut passt, hängt stark von Hautzustand, Produkt und Häufigkeit ab.

Was die Hautbarriere mit Reinigung zu tun hat

Die äußerste Hautschicht, das Stratum corneum, bildet einen wesentlichen Teil der Hautbarriere. Reinigende Tenside können mit Lipiden und Proteinen dieser Schicht wechselwirken; wie stark sie reizen, hängt unter anderem vom jeweiligen Tensid und seiner Konzentration ab. Eine Übersicht zur Hautbarriere geben Proksch, Brandner und Jensen in „The skin: an indispensable barrier“. Einen neueren Überblick zu Detergenzien und epithelialen Barrieren liefern Wright und Kolleg:innen in „Allergies come clean: The role of detergents in epithelial barrier dysfunction“ (2023, DOI: 10.1007/s11882-023-01094-x).

Rasur: Dinge möglichst lange nutzen

Ich habe im Video noch einen Systemrasierer benutzt und die Klingen gelegentlich auf Jeansstoff abgezogen, damit sie länger hielten. Patrick nutzte einen Rasierhobel. Der starre Kopf fühlt sich anders an als ein Systemrasierer und brauchte bei uns etwas Gewöhnung.

Nach dem Duschen: Kokosöl statt vieler Lotionen

Wenn ich meine Haut einölen wollte, griff ich meist zu purem Kokosöl. Ein einzelnes Öl war für mich übersichtlich, ergiebig und ohne zusätzliche Parfümierung. Auch das beschreibt unsere damalige Routine und meine eigene Haut.

Körperpflege bei Kindern: bei uns oft Wasser und Waschlappen

Wasser und Waschlappen bildeten bei unseren Kindern lange die feste Routine. Duschgel, Shampoo und Kinderwaschlotion spielten nur eine kleine Rolle. So bestand unsere Körperpflege im Alltag aus wenigen Handgriffen, und der typische Parfümgeruch vieler Pflegeprodukte spielte bei uns kaum eine Rolle.

In der Babyzeit kamen gelegentlich ein Bäuchleinöl, zum Beispiel mit Kümmel, und bei trockener Haut ein Wind- und Wetterbalsam dazu. Wir haben solche Produkte als Teil unserer Pflege und unseres gemeinsamen Rituals verwendet. Im Beitrag steht das deshalb als Familienerfahrung, ohne Wirkversprechen.

Haare waschen mit Roggenmehl und Salzseife

Roggenmehl war für mich lange eine erstaunlich einfache Möglichkeit zum Haarewaschen: günstig, ergiebig und mit sehr wenig Verpackung. Wie das bei mir aussah und was ich dabei erlebt habe, findet ihr ausführlicher in unserem Beitrag „Roggenmehl statt Shampoo: Evelins Selbstversuch mit Haarwäsche“.

Manchmal habe ich auch Salzseife direkt für die Haare verwendet. Für mich war das einfach eine weitere Möglichkeit für Tage, an denen sie gut passte.

Zähneputzen, selbstgemachte Zahnpasta und Fluorid

2016 haben wir zeitweise Zahnpasta selbst gemacht, unter anderem mit Kokosöl, Natron und Xylit. Für unsere Kinder spielte zugleich eine andere Frage eine große Rolle: Wie kann Zahnpflege gelingen, ohne dass daraus jeden Abend ein Kampf um ihren Körper wird? Zahnbürsten mit Motiven, gemeinsame Rituale und spielerische Ideen haben uns dabei im Alltag geholfen.

Die zahnmedizinische Einordnung ist heute klarer als in unserem damaligen Experiment. Fluoridhaltige Zahnpasta gehört zu den gut belegten Maßnahmen zur Kariesprävention. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin nennt beim Zähneputzen für Kinder unter 24 Monaten eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid und von 24 Monaten bis unter sechs Jahren eine erbsengroße Menge mit ebenfalls 1.000 ppm. Für bleibende Zähne beschreibt die S3-Leitlinie von DGZ und DGZMK Zahnpasta mit mindestens 1.000 ppm Fluorid als wirksame kariespräventive Maßnahme.

Unser DIY-Rezept ist deshalb vor allem ein Stück Familien- und Bloggeschichte rund ums Selbermachen. Im aktualisierten Beitrag „Selbstgemachte Zahnpasta: Rezept mit Natron & Xylit“ findet ihr die heutige Einordnung dazu.

Deo und Menstruation: langlebige Dinge im Bad

Deo-Kristall und Natron-Deo

Als Deo hatten wir lange einen Deo-Kristall im Bad. So ein Stein hält sehr lange, was gut zu unserem Wunsch nach wenigen, langlebigen Dingen passte. Später kam bei uns noch eine selbstgemachte Variante mit Natron dazu. Unsere Erfahrungen damit stehen im Beitrag „Natron als Deo: Deopuder selber machen + Langzeit-Erfahrungen“.

Menstruationstasse statt ständig neuer Wegwerfprodukte

Auch eine Menstruationstasse gehörte zu den Dingen, die bei uns sehr lange verwendet werden konnten. Für uns bedeutete das weniger Wegwerfprodukte und weniger regelmäßiges Nachkaufen. Ausführlicher haben wir unsere Erfahrungen und die Grenzen der Methode im Beitrag „Menstruationstasse: Vorteile, Erfahrungen und Grenzen“ beschrieben.

Make-up, Handcreme und die Sache mit der Bürste

Make-up: selten und pragmatisch

Make-up spielte in meinem Alltag nur eine kleine Rolle. Wenn ich welches verwendet habe, ging es eher um Lust auf Veränderung als um eine tägliche Routine. Zum Abschminken habe ich meist Öl und Wattepads genommen. Fertig.

Handcreme, Sheabutter und die Sache mit der Bürste

Bei Handcreme suchten wir lange nach einer Lösung, die uns gefiel. Viele Produkte kamen in Plastikverpackungen, und gleichzeitig lag die Idee im Raum, aus Sheabutter selbst etwas anzurühren. Wie so manches Nachhaltigkeitsprojekt wartete auch dieses eine Weile auf den passenden Alltag.

Im Bad lag außerdem eine Bürste mit Wildschweinborsten, die wir geschenkt bekommen hatten. Wildschweinborsten sind Körperbestandteile eines Wildschweins; bei neuen Bürsten wählen wir heute vegane Materialien. Bei der bereits vorhandenen Bürste entschieden wir uns damals fürs Weiterverwenden. Darin treffen zwei unserer Maßstäbe aufeinander: möglichst wenige Ressourcen verbrauchen und neue Produkte tierlicher Herkunft vermeiden.

Vegane und nachhaltigere Körperpflege: unsere Bezugsquellen

Wenn bei uns etwas neu gebraucht wird, interessieren uns vor allem vegane Produkte, möglichst wenig Verpackung und Dinge, die lange nutzbar sind. Einige Shops und Marken, die zu diesen Kriterien passen, haben wir auf eigenen Empfehlungsseiten eingeordnet:

Transparenz: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Wenn ihr darüber etwas kauft, können wir eine Provision erhalten; für euch kostet der Einkauf dadurch üblicherweise dasselbe. Wir wählen solche Verlinkungen nach unseren inhaltlichen Kriterien aus.

Einige Produkte aus dem Video von 2016

Das Video zeigt unser damaliges Badschränkchen. Zu den dort vorgestellten Dingen gehörten unter anderem:

Was Minimalismus im Bad für uns am Ende heißt

Minimalismus zeigt sich bei uns an den Dingen, die wir tatsächlich verwenden. Ein leeres Bad ist dafür kein Ziel. Weniger Flaschen, weniger Geruchskulisse, weniger Spezialprodukte. Dafür mehr Wasser, ein paar vertraute Basics und die Freiheit, eine Lösung wieder loszulassen, sobald sie nicht mehr zu unserem Alltag passt.

Welche Produkte nutzt ihr als Familie wirklich gern? Was ist mit der Zeit aus eurem Bad verschwunden? Und falls ihr eine einfache vegane Handcreme ohne unnötige Verpackung gefunden habt, interessiert uns eure Erfahrung.

Quellen zur fachlichen Einordnung

  • Proksch E, Brandner JM, Jensen JM (2008): „The skin: an indispensable barrier“, Experimental Dermatology 17(12), 1063–1072. DOI: 10.1111/j.1600-0625.2008.00786.x. Verwendete Stelle: Abstract zur Struktur und Funktion der Hautbarriere.
  • Wright BL et al. (2023): „Allergies come clean: The role of detergents in epithelial barrier dysfunction“, Current Allergy and Asthma Reports 23(8), 443–451. DOI: 10.1007/s11882-023-01094-x. Verwendete Stellen: „Effects on Barrier Function“ und „Skin“.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ): „Statement der DGKiZ zur Sicherheit fluoridhaltiger Kinderzahnpasten“. Verwendete Stelle: Mengen und Fluoridkonzentration für Kinder unter 24 Monaten sowie von 24 Monaten bis unter sechs Jahren; abgerufen am 7. August 2026.
  • Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) / Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) (2025): S3-Leitlinie „Kariesprävention bei bleibenden Zähnen – grundlegende Empfehlungen“, AWMF-Registernummer 083-021, Version 2.0. Verwendete Stelle: S. 22, evidenzbasierte Empfehlung 8.

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