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Aktualisiert am 23.02.2026
Ihr habt uns gefragt, welche Produkte wir als Familie zur Körperpflege verwenden und was wir an unsere Kinder heranlassen. In diesem Beitrag nehmen wir euch mit in unser Badschränkchen. Nicht als perfektes Vorbild, sondern als ehrliche Momentaufnahme: Was hat sich für uns bewährt, was lassen wir weg und wo suchen wir selbst noch nach besseren Lösungen.
Inhalte
- 1 Minimalismus im Bad: was wir darunter verstehen
- 2 Unser Badschränkchen: die Basics
- 3 Für Kinder: meistens reicht Wasser
- 4 Haare: Roggenmehl, Salzseife und viel Pragmatismus
- 5 Zähne: DIY-Zahnpasta und Zahnputz als Spiel
- 6 Deo, das ewig hält: Kristall und sonst wenig
- 7 Monatshygiene: Menstruationstasse statt Wegwerfprodukte
- 8 Make-up: so wenig wie möglich, so viel wie nötig
- 9 Unperfekt und noch offen: Handcreme und Bürsten
- 10 Wenn ihr nach „besseren“ Bezugsquellen sucht
- 11 Produktliste aus dem Video
- 12 Fazit: Minimalismus ist eine Richtung, kein Siegel
- 13 Fragen an euch
- 14 Weiterlesen bei uns
Minimalismus im Bad: was wir darunter verstehen
Für uns bedeutet Minimalismus im Bad nicht „nie wieder irgendwas kaufen“. Es bedeutet: Wir reduzieren Entscheidungen, Verpackungsmüll und Reizüberflutung. Wir fragen bei jedem Produkt: Brauchen wir das wirklich, oder löst es ein Problem, das wir uns erst mit dem Produkt geschaffen haben?
- Weniger Produkte, dafür konsequent nutzen.
- Weniger Plastik, wo es realistisch geht.
- Weniger „Speziallösungen“ für Kinderhaut. Oft reicht Wasser.
Wichtig: Das hier ist vor allem Erfahrung. Haut ist individuell. Was für uns funktioniert, kann bei euch anders sein.
Unser Badschränkchen: die Basics
Hände und Gesicht: feste Seife statt Flüssigseife
Fürs Händewaschen sind wir von Flüssigseife im Plastikspender auf ein festes Seifenstück umgestiegen. Im Schrank liegt dazu ein Seifensäckchen. Fürs Gesicht nutzen wir je nach Bedarf ebenfalls Seife, bei mir manchmal eine Salzseife.
Salzseife ist bei uns kein „Wundermittel“. Ich habe nur beobachtet: In Phasen hormoneller Umstellung beruhigt sie mein Hautbild manchmal. Wenn eure Haut schnell spannt oder trocken reagiert, kann eine mildere, stark rückfettende Alternative sinnvoller sein.
Ein kurzer Fakten-Kasten zur Hautbarriere
Die Hautbarriere reagiert empfindlich auf häufiges, stark entfettendes Reinigen. Das ist gut belegt. Entscheidend sind aber Konzentration, Häufigkeit und individuelle Haut. Wenn ihr tiefer einsteigen wollt: Eine gut verständliche Übersicht zur Barrierefunktion liefert Proksch („The skin: an indispensable barrier“, DOI: 10.1111/j.1600-0625.2008.00786.x). Konkreter zur Rolle von Wasser, Detergenzien und Irritation im Kontext von Kontaktdermatitis ist Proksch („Skin barrier function, epidermal proliferation and differentiation in eczema“, DOI: 10.1016/j.jdermsci.2006.06.003). Diese Quellen erklären Mechanismen, ersetzen aber keine individuelle Hautberatung.
Rasur: möglichst langlebig
Ich rasiere (noch) mit einem Systemrasierer und versuche die Klingen länger zu nutzen, indem ich sie gelegentlich auf einem Jeansstoff „abziehe“. Patrick nutzt einen Rasierhobel als plastikärmere Variante. Das erfordert etwas Übung, weil der Kopf nicht flexibel ist.
Nach dem Duschen: Öl statt Lotion
Wenn ich meine Haut einölen will, nutze ich Kokosöl. Das ist simpel, preiswert und kommt bei uns ohne zusätzliche Duftstoffe aus. Manche Hauttypen lieben das, andere reagieren mit Unreinheiten. Wenn ihr unsicher seid, testet erst kleinflächig.
Für Kinder: meistens reicht Wasser
Unsere Kinder haben wir nie systematisch an Duschgel, Shampoo oder „Kinderwaschlotion“ gewöhnt. Meistens reicht Wasser und ein Waschlappen. Kinder „müssen“ nicht nach Parfum riechen, um sauber zu sein.
Was wir in der Babyzeit gelegentlich genutzt haben:
- Bäuchleinöl (z. B. Kümmelöl) als Ritual bei Unruhe.
- Wind- und Wetterbalsam in seltenen Phasen trockener Haut.
Haare: Roggenmehl, Salzseife und viel Pragmatismus
Zum Haarewaschen nutzen wir seit Jahren gern Roggenmehl. Das ist nicht für jede Haarstruktur ideal, aber für uns eine gute Mischung aus simpel, günstig und ohne Verpackungsberg.
Wenn es schnell gehen muss, funktioniert bei uns manchmal auch Salzseife direkt auf der Kopfhaut. Das ist kein Dogma, eher Werkzeugkasten. Wenn etwas nicht passt, lassen wir es wieder.
Passend dazu findet ihr bei uns auch den älteren Beitrag: Roggenmehl für die Haare: ein Selbstversuch (Video).
Zähne: DIY-Zahnpasta und Zahnputz als Spiel
Wir haben zeitweise Zahnpasta selbst gemacht, unter anderem mit Kokosöl. Das war für uns ein Experiment, kein Glaubenssatz. Für Kinder ist uns wichtiger als „perfekte“ Inhaltsstoff-Debatten: Zähneputzen soll nicht zur täglichen Machtdemonstration werden.
Bei uns hilft ein spielerischer Ansatz. Wir nutzen dafür auch mal Zahnbürsten mit Motiven, weil Kinder daran Freude haben. Das ist nicht maximal minimalistisch. Es ist alltagstauglich.
Wenn ihr das Rezept sucht: Ein Rezept für selbstgemachte Zahnpasta.
Deo, das ewig hält: Kristall und sonst wenig
Wenn wir Deo nutzen, dann oft einen Deo-Kristall. Der hält bei uns sehr lange. Auch hier gilt: Manche vertragen das super, andere bekommen Reizungen. Wenn eure Haut empfindlich ist, testet vorsichtig oder nutzt Alternativen.
Eine DIY-Alternative findet ihr hier: Deo selber machen: Natron als Deopuder.
Monatshygiene: Menstruationstasse statt Wegwerfprodukte
Bei uns liegt eine Menstruationstasse bereit. Das Thema ist simpel und groß zugleich: weniger Müll, weniger Nachkaufen, mehr Routine. Falls euch das interessiert: Menstruationstasse: Erfahrungen & Tipps.
Make-up: so wenig wie möglich, so viel wie nötig
Wenn ich Make-up verwende, dann selten und eher für „ich will mich heute anders sehen“. Abschminken klappt bei mir pragmatisch mit Öl und Wattepads. Nicht perfekt. Eher ehrlich.
Unperfekt und noch offen: Handcreme und Bürsten
Für Handcreme hatten wir lange keine Lösung, die uns wirklich gefällt. Zu viel Plastik, zu viele Kompromisse. Eine Phase lang wollte ich mit Sheabutter selbst rühren. Das Projekt steht sinnbildlich für viele Nachhaltigkeitspläne: gut gemeint, manchmal vom Alltag überholt.
Auch beim Thema Bürsten hatten wir einen Widerspruch: Eine Wildschweinborstenbürste kam als Geschenk zu uns. Wir würden sie heute als Veganer*innen nicht kaufen, nutzen sie aber auf, statt sie wegzuwerfen. Das ist kein Freifahrtschein. Es ist eine Entscheidung zwischen zwei Unschönheiten. Wenn ihr konsequent vegan einkaufen wollt, greift lieber zu Alternativen ohne tierische Bestandteile.
Wenn ihr nach „besseren“ Bezugsquellen sucht
Wenn ihr plastikärmere, vegane oder insgesamt nachhaltigere Pflegeprodukte sucht, schaut gern in unsere Empfehlungen. Dort bündeln wir Partner und Links, die inhaltlich zu uns passen:
- BINU Beauty: Naturseifen & feste Pflege
- BigGreenSmile: ökologische Drogerieprodukte
- Unsere Empfehlungen im Überblick
Transparenz: Einige der Links auf dieser Seite können Affiliate-Links sein. Wenn ihr darüber kauft, unterstützt ihr unsere Arbeit, ohne dass ihr mehr bezahlt. Wir verlinken nur, was wir inhaltlich vertreten.
Produktliste aus dem Video
Im Video kommen verschiedene Produkte vor. Wenn ihr die konkrete Liste braucht, findet ihr sie hier:
Sheabutter unraffiniert, 1000g von Dragonspice Naturwaren, 1000g*
Fazit: Minimalismus ist eine Richtung, kein Siegel
Unser Bad ist nicht leer. Es ist nur stiller geworden. Weniger Zeug, weniger Geruchskulisse, weniger „Du brauchst unbedingt …“. Dafür mehr Wasser, mehr Routinen, mehr Gelassenheit, wenn etwas nicht perfekt ist.
Fragen an euch
Was nutzt ihr als Familie wirklich? Welche Produkte sind für euch unverzichtbar und welche habt ihr gestrichen? Und habt ihr ein gutes Rezept für eine Handcreme, die nicht in der Plastikdose landet und trotzdem alltagstauglich bleibt?
Weiterlesen bei uns
- DIY: Zahnpasta selbst machen
- Haare waschen mit Roggenmehl
- DIY: Deo aus Natron
- Menstruationstasse: Erfahrungen
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