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World Wide Web Week

Aktualisiert am 9. August 2026: Dieser Beitrag gehört zu unserem früheren Format „World Wide Web Week“. Wir führen die Reihe heute nicht mehr regelmäßig fort. Im Archiv zeigt sie, was uns damals beschäftigt hat. Einige verlinkte Seiten sind inzwischen verschwunden; wo möglich, führen die Links deshalb zu Archiven oder stabilen Quellen.

Die World Wide Web Week. In jener Wochenrückschau teilen wir jeden Freitag Links, Erlebnisse, Videos, News, Blogposts und Ideen mit euch, die uns in der jeweiligen Woche begeisterten, beeindruckten, bewegten, schockierten, faszinierten, imponierten und inspirierten.

In unserer achtzehnten Ausgabe der World Wide Web Week geht es u.a. um Vater und Tochter, sichere Passwörter, kleine Heime, Nabelschnurblut, das Lernen & das Immunsystem im 1. Lebensjahr.

World Wide Web Week: Blogposts (Aus der Blogosphäre)

So wählt ihr sichere Passwörter für eure Accounts

Ich verwende seit jeher „12345“. 😉

Es ist blöd, in einer Welt zu leben, in der „Passwörter“ nötig sind! Weil die (berechtigte) Angst existiert, dass andere die Gelegenheit beim Schopfe packen, uns zu schaden. Ist das die menschliche Natur oder „anerzogen“? Meine Vision: Wir kommen in ferner Zukunft darüber hinweg.

Bis wir so weit sind, hilft Pragmatismus: für jeden Account ein eigenes starkes Passwort, ein Passwortmanager und, wo verfügbar, Zwei-Faktor-Authentisierung. Der t3n-Artikel stammt aus 2017; für den aktuellen Stand verlinken wir daneben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Zum Artikel „So wählt ihr sichere Passwörter für eure Accounts“ (t3n)

BSI: Sichere Passwörter erstellen

„7 Gründe, warum Du in einem kleineren Heim glücklicher sein wirst“

Gehe ich pragmatisch an das Thema heran: Wofür brauche ich eine Wohnung oder ein Haus? Fürs Schlafen, einen ungestörten Toilettengang, das Baden oder Duschen, fürs Be- und Entkleiden und für die Behaglichkeit bei miesem Wetter. Außerdem will all der Krempel, wie Bücher, Geschirr, Besteck, Kochutensilien, Gartengeräte und Technik (Laptop, Kamera usw.), wetterfest verstaut werden. Für die Nahrungszubereitung, das Essen, Lesen, Musizieren und für geselliges Beisammensein ist eine Unterkunft ebenfalls angenehm.

Wieviel Platz benötige ich dafür? Viele Menschen beweisen, dass all jene Annehmlichkeiten bei einem Leben im Wohnmobil realisierbar sind. Wir leben als bald fünfköpfige Familie in einer kleinen, charmanten Dachgeschosswohnung mit 46 qm und finden es mehr komfortabel. Wenn uns doch einmal die Decke auf den Kopf fällt, nutzen wir die Möglichkeit, hinauszugehen. In den Garten, den Wald, zu Freunden und Verwandten oder in den Urlaub.

Letzten Endes kann ich mich nur in einem einzigen Raum der Unterkunft zu einem definierten Zeitpunkt aufhalten. Ich stimme mit den im Artikel „7 Gründe, warum Du in einem kleineren Heim glücklicher sein wirst“ dargelegten Vorteilen eines kleinen Heims überein. 🙂

Mein Kind lässt sich nicht trösten oder nur Papa darf es trösten

Mich fasziniert an dem Beitrag bis heute vor allem die Ausgangsfrage: Was zeigt ein Kind, das Berührung oder Ansprache gerade abwehrt? Wessen Nähe sucht es? Welche Form von Trost nimmt es an? Genau hinzuschauen, statt eine bestimmte Reaktion einzufordern, finde ich daran wertvoll.

Zum Artikel „Mein Kind lässt sich nicht trösten oder nur Papa darf es trösten“

Dazu passt bei uns: Hochsensible Kinder im Alter von 3–6 Jahren

Nabelschnurblut: „Lebensversicherung“ fürs Kind?

Beim Nabelschnurblut liegen zwei Fragen dicht nebeneinander: Wann wird die Nabelschnur abgeklemmt? Und was passiert anschließend mit dem Nabelschnurblut – öffentliche Spende oder private Einlagerung?

Die WHO empfiehlt verzögertes Abnabeln frühestens nach einer Minute. Die US-Fachgesellschaft ACOG nennt für vitale termingerechte Neugeborene 30–60 Sekunden. Eine 2023 in The Lancet veröffentlichte Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Teilnehmer:innendaten fand bei Frühgeborenen für eine Verzögerung von mindestens 120 Sekunden gegenüber sofortigem Abklemmen eine geringere Sterblichkeit vor der Entlassung. Für Neugeborene, die unmittelbar reanimiert werden müssen, schränken die Autor:innen die Übertragbarkeit ein, sofern die Versorgung bei intakter Nabelschnur nicht möglich ist.

Bei der Einlagerung klingt die Idee einer „biologischen Versicherung“ verlockend. Die US-Fachgesellschaft ACOG sieht die routinemäßige private Lagerung dafür durch die verfügbare Evidenz nicht gestützt und empfiehlt öffentliche Nabelschnurblutbanken für medizinisch validierte Anwendungen. Anders sieht es aus, wenn bereits ein Familienmitglied eine maligne oder genetische Erkrankung hat, bei der eine Nabelschnurbluttransplantation helfen könnte: Für diesen Fall nennt ACOG die private Einlagerung als mögliche Option. Die Blutgewinnung soll nach ACOG die geburtshilfliche und neonatale Versorgung sowie das übliche verzögerte Abnabeln nicht verändern; als seltene Ausnahme nennt die Fachgesellschaft eine medizinisch begründete gerichtete Spende.

ACOG: Umbilical Cord Blood Banking

Zum Artikel „Nabelschnurblut: Die Lebensversicherung fürs Kind?“

Eine weitere Perspektive auf spätes Abnabeln und Stammzellspende findet ihr bei Birthtime Doula: „Stammzellspende versus physiologisches Abnabeln“. Für die medizinische Einordnung stützen wir uns oben auf WHO, ACOG und die Metaanalyse.

Man erstickt den Verstand der Kinder unter einem Ballast unnützer Kenntnisse – Und vergessen dabei, die jungen Menschen auf das Leben vorzubereiten

Mir ist wichtig, dass unsere Kinder lernen, was sie fürs Leben brauchen.

Für mich überschneidet sich das selten mit dem, was die „Wirtschaft“ erwartet. Unser Bildungssystem scheint zu meinem Bedauern hauptsächlich auf Letzteres ausgelegt zu sein.

Ich studierte auf einer staatlichen Hochschule. Dort veranschaulichte man uns den Lernstoff anhand „praktischer Beispiele“ – von Herstellern gesponsert und von potentiellen, zukünftigen Arbeitgebern gefördert. Mein Eindruck davon: Genau das ist das Ziel des konventionellen Bildungswegs: Arbeiter erschaffen, die ihre Aufgabe als Rädchen im System erfüllen.

Wünsche ich mir das für meine Kinder? Nein. Sie erlernen, was sich für sie als nützlich und richtig erweist. Wir Eltern wollen glückliche Kinder (ganz gleich, ob finanziell erfolgreich oder nicht – Geld macht nicht glücklich) und begleiten sie auf ihrem Weg.

Darauf setzen wir: Unser Vertrauen und ihre intrinsische Motivation werden es richten.

Zum Artikel „Man erstickt den Verstand der Kinder unter einem Ballast unnützer Kenntnisse – Und vergessen dabei, die jungen Menschen auf das Leben vorzubereiten“

World Wide Web Week: News (Aus den Nachrichten)

Einmal gelernt und niemals vergessen?

Wissenschaftler der Universität Regensburg untersuchten, wie einmal Gelerntes über Jahre stabil bleiben kann. In der veröffentlichten Studie trainierten Teilnehmende eine visuelle Aufgabe mit Bewegungsmustern. Drei Jahre später fanden die Forschenden bei dieser Aufgabe keine Anzeichen des Vergessens; auch die mit dem Lernen verbundenen Veränderungen der Gehirnaktivität waren weiter nachweisbar.

Das Ergebnis fasziniert mich. Es beantwortet allerdings eine viel kleinere Frage als die großen Alltagstheorien über unser Gedächtnis: Untersucht wurde eine konkrete visuelle Lernaufgabe.

Zum Archiv: „Einmal gelernt und niemals vergessen?“

Studie: Frank, Greenlee & Tse (2017), Cerebral Cortex

Babys und das „gedrosselte Immunsystem“

Die Sache ist interessanter als das Wort „gedrosselt“: Bestimmte angeborene Signalwege reagieren bei Neugeborenen vorübergehend zurückhaltender. In der 2017 in Nature Immunology veröffentlichten Arbeit begrenzte die S100A8/A9-Programmierung überschießende Entzündungsreaktionen, während die Erregerabwehr erhalten blieb. Die Forschenden verfolgten Veränderungen regulatorischer Genprogramme über das erste Lebensjahr. Impfungen untersuchte die Arbeit nicht.

Für die Frage nach Impfungen braucht es deshalb eigene Evidenz. Für Deutschland veröffentlicht die STIKO den aktuellen Impfkalender; die Ausgabe 2026 enthält die Standardimpfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche.

World Wide Web Week: Videos

Father and Daughter – Michaël Dudok de Wit

😥

Ein kurzer Film, der ohne viele Worte lange nachhallt.

„Father and Daughter“ bei Acme Filmworks

CC BY-SA 4.0 World Wide Web Week 18/2017 (Archiv): Passwörter, kleines Wohnen, Papa tröstet, Nabelschnurblut & Baby-Immunität von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.