Lesezeit: 23 Minuten
Aktualisiert am 14.08.2026

Der Zustand unserer Umwelt begegnet uns längst im Alltag. Der IPCC beschreibt im Sechsten Sachstandsbericht, wie der menschengemachte Klimawandel Häufigkeit und Intensität verschiedener Wetter- und Klimaextreme verändert hat: IPCC AR6, Working Group I.
In diesem Beitrag sammle ich Wege, mit denen ihr die Umwelt schützen könnt. Manche passen fast nebenbei in den Alltag, andere brauchen Zeit, Geld oder eine passende Lebenssituation. Für mich zählt dabei die Richtung. Ein ökologisches Leben verträgt unterschiedliche Wege und Tempi.
Und wenn ich hier von „Umwelt“ schreibe, meine ich unsere Mitwelt: Luft, Wasser, Böden und Pflanzen ebenso wie die Menschen und die anderen Tiere, die mit uns auf diesem Planeten leben.
Die 7 großen Hebel in diesem Beitrag
- Ernährung: Eine stärker pflanzliche Ernährung und weniger Lebensmittelverschwendung können Klima, Flächen und Ökosysteme entlasten.
- Wohnen & Wärme: Dämmung, Gebäudedichtheit, passende Raumtemperaturen und eine gute Anlagentechnik senken den Energiebedarf.
- Mobilität: Kürzere Wege, Rad, Bahn und Bus sowie weniger Flüge und Auto-Kilometer sparen Energie und Emissionen.
- Konsum: Dinge länger zu nutzen, gebraucht zu kaufen und zu reparieren spart neue Herstellung und Rohstoffe.
- Abfall & Mehrweg: Weniger Einweg, weniger Verpackung und eine saubere Trennung halten Materialien länger im Kreislauf.
- Strom: Weniger Verbrauch und erneuerbare Energien wirken zusammen.
- Mitwelt: Natur braucht Platz. Für uns gehört dazu auch, die Interessen nichtmenschlicher Tiere mitzudenken.
Warum sollte man die Umwelt schützen?
Weil die Umwelt unser Lebensraum ist. Luft, Wasser, Böden, Wälder, Tiere, Pflanzen. Wenn wir diese Grundlagen beschädigen, verändern wir die Bedingungen, unter denen unsere Kinder und wir leben.
Alles hängt zusammen. Ich mag dafür das Bild vom „Raumschiff Erde“: Wir sind gemeinsam unterwegs durch Raum und Zeit, und die Lebenserhaltungssysteme dieses ziemlich besonderen Gefährts verdienen unsere Aufmerksamkeit.
Was ist wichtig für die Umwelt?
Wichtig ist für mich, den Schaden durch unseren Lebensstil möglichst klein zu halten und dort anzusetzen, wo wir tatsächlich etwas verändern können. Möglichkeiten und Lebenssituationen unterscheiden sich. Deshalb interessieren mich vor allem Wege, die sich begründen lassen und in den Alltag passen.
Was kann jede:r Einzelne für die Umwelt tun?
In diesem Beitrag stelle ich nun die Wege und Maßnahmen vor, mit denen ihr etwas für eure Umwelt und die Natur tun könnt. Vieles ist ohne großen Aufwand umzusetzen, anderes ist schwierig, kostet Zeit und/oder Geld. Manchmal genügt es jedoch schon, einfach nichts zu tun.
Die Liste ist offen. Manche Maßnahmen wirken stärker als andere, und manches hängt von Wohnung, Region, Geld, Gesundheit oder schlicht eurem Alltag ab.
Ernährung und Einkauf
1. Pflanzlich(er) essen und einkaufen
Bei Ernährung lohnt sich der Blick auf die großen Unterschiede zwischen Lebensmitteln. Poore & Nemecek werteten Daten aus rund 38.000 landwirtschaftlichen Betrieben aus; tierische Produkte verursachten in ihrer Analyse im Durchschnitt hohe Umweltwirkungen, besonders bei Treibhausgasen und Landnutzung. Die Spannweite zwischen einzelnen Betrieben ist groß. Einstieg: Science, 2018; DOI: 10.1126/science.aaq0216. Auch der IPCC behandelt Ernährungsweisen im Zusammenhang mit Landnutzung und Klimaschutz: SRCCL, Kapitel 5.
Für uns gehört außerdem die Perspektive der betroffenen Individuen dazu. Ihre Interessen zählen auch dann, wenn sich eine Nutzung ökologisch günstig rechnen ließe. Deshalb ist Veganismus für uns eine ethische Entscheidung, die zugleich große Umweltwirkungen der Ernährung vermeiden kann.
Mich selbst hat der Dokumentarfilm „Earthlings“ vor vielen Jahren auf diesen Weg gebracht. Wer heute erst anfängt, kann die eigene Ernährung Schritt für Schritt verändern und dabei die Richtung im Blick behalten.
Passend dazu: rein vegane Online-Shops und unsere Erfahrungen mit Velivery.
2. Intervallfasten
Intervallfasten gehört für mich eher in die Kategorie „kann nebenbei wirken“. Für die Umwelt zählt, ob dadurch insgesamt weniger Lebensmittel gekauft und verbraucht werden. Wer die Energie später einfach nachholt, verändert an diesem Punkt wenig.
3. Ernährung aus der Natur
In vielen Regionen findet ihr Obstbäume und Sträucher an Orten, an denen Ernten erlaubt ist. Mundraub sammelt solche Fundorte und erinnert auf seiner Seite zugleich an Eigentumsrechte, Naturschutz und einen behutsamen Umgang mit den Pflanzen.
Auch Löwenzahn, Giersch und andere essbare Wildpflanzen können in der Küche landen. Für mich gehört dabei zur Freude am Sammeln immer die sichere Bestimmung und die Frage, ob der Ort zum Ernten geeignet ist.
4. Selbstversorgung mit (Schreber-)Garten
Beim Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten wisst ihr, was ihr auf dem Teller habt. Nebenbei lernt man eine Menge über Natur, Kreisläufe und den Anbau von Lebensmitteln. Für mich wirkt Gärtnern außerdem oft wie Meditation und als schöner Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch.

Äpfel aus dem eigenen Garten: frisch und saisonal
5. Wochenmarkt: regional und saisonal einkaufen
Wochenmärkte mag ich auch deshalb, weil dort Menschen hinter den Lebensmitteln sichtbar werden. „Unser“ Lieblingsgärtner baut sein Obst und Gemüse ohne „Chemie“ und mit Hilfe von „Nützlingen“ an – klassisch „bio“, aber ohne Siegel. Seine Gurken wachsen in Erde. Das ist Qualität, die man schmeckt.
Wenn Herkunft und Anbauweise am Stand unklar sind, bringt eine kurze Nachfrage meist mehr als die romantische Vorstellung, auf dem Wochenmarkt stamme alles vom Feld nebenan.
6. Biologisch angebaute Lebensmittel bevorzugen
Pestizide, Herbizide, Fungizide …
Das Umweltbundesamt beschreibt chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel als Belastung für Biodiversität, Böden und Gewässer und bewertet den Ökolandbau in diesen Punkten günstiger. Bio löst damit längst nicht jedes Umweltproblem, kann beim Einkauf aber ein brauchbares Kriterium sein. Mehr dazu beim Umweltbundesamt.
7. Palmöl vom Speiseplan streichen
Palmöl ist billig und technisch vielseitig, deshalb steckt es in erstaunlich vielen Produkten. Ökologisch wird es dort besonders problematisch, wo für Ölpalmen Wälder oder andere artenreiche Lebensräume weichen. Fitzherbert et al. beschrieben 2008 deutlich geringere Artenvielfalt in Ölpalmenplantagen als in Wäldern; der IUCN-Bericht von 2018 ordnet zugleich die Zielkonflikte rund um einen Ersatz durch andere Pflanzenöle ein. DOI: 10.1016/j.tree.2008.06.012 und 10.2305/IUCN.CH.2018.11.en.
Wenn ihr tiefer einsteigen wollt: 10 Gründe, warum wir Palmöl vermeiden – und wie wir das umsetzen.
8. Mehrweg statt Einweg
Dazu muss ich nicht viel schreiben, oder? Man kennt’s von Getränkeflaschen. Den Gedanken kann man natürlich noch weiterdenken. Beim Konsum um die Ecke lasse ich uns zum Beispiel das Sauerkraut stets direkt in ein großes Glas abfüllen, das ich immer wieder dafür benutze.
9. Leitungs- und Quellwasser statt Wasser in Flaschen
Leitungswasser ist in Deutschland sehr gut kontrolliert. Das Umweltbundesamt bezeichnet die Qualität als konstant hoch und weist zugleich darauf hin, dass die Umweltbelastungen von Leitungswasser deutlich unter denen von Mineralwasser liegen: UBA. Unterschiede zwischen Leitungs-, Mineral-, Quell- und Tafelwasser erklärt das BfR.
Mehr dazu: Leitungswasser trinken und Wasserquellen finden.
10. Ressourcen schonen durch Minimalismus
Was nicht gebraucht wird, muss nicht produziert werden. Oft schaffen wir etwas nur aus einer Laune heraus an – und dann liegt es unbenutzt herum.
Passend: Minimalismus, Medien, Familie.
11. Lebensmittelverschwendung reduzieren
Weggeworfenes Essen hat schon eine lange Reise hinter sich: Anbau, Ernte, Verarbeitung, Transport, Kühlung und manchmal Kochen. Der IPCC ordnete Lebensmittelverluste und -abfälle für 2010 bis 2016 mit rund 8–10 % der weltweiten menschengemachten Treibhausgasemissionen ein. Der UNEP Food Waste Index Report 2024 beschreibt Lebensmittelverschwendung weiterhin als großes globales Problem.
Im Familienalltag helfen uns vor allem schlichte Dinge: realistisch einkaufen, Reste einplanen, einfrieren und bei einem überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatum erst prüfen, was tatsächlich vor uns steht.
Kleidung und Dinge
12. Kleidung weitergeben und tauschen
Zieht ihr all die Klamotten in euren Kommoden noch an? Wenn nicht, findet sich bestimmt jemand, der sich darüber freut. Kleidung, die weitergetragen wird, braucht für diese weitere Nutzung keine neue Herstellung.
13. Second Hand und Umsonstläden
Ich bin ein großer Fan von Second-Hand-Geschäften. Gerade bei Kinderkleidung, die manchmal gefühlt nur drei Wochen passt, liegt der Gedanke ziemlich nahe. Online ist Vinted eine bekannte Plattform.
Noch schöner sind die Umsonstläden. Dort bringen die Menschen Dinge hin, die sie nicht mehr brauchen und können nach Herzenslust durch das Angebot stöbern. Und all das für lau.
14. Umweltfreundlich und fair produzierte Kleidung
Wenn ihr neu kauft, helfen Fragen wie diese:
- Welche Stoffe werden verwendet? Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Hanf können sinnvoll sein.
- Wie werden Rohstoffe und Kleidung produziert? Unter welchen Arbeitsbedingungen entsteht das Produkt?
- Womit ist die Kleidung gefärbt? Sind Farben und Aufdrucke für Umwelt und Haut verträglich?
Passende Alternative: Avocadostore.
15. Upcycling
Ausgediente T-Shirts können noch Tragetaschen oder Putzlappen werden, aus Kisten entstehen Regale, und manchmal liegt die nächste Verwendung direkt vor der Nase. Wir haben zum Beispiel aus einem alten Stuhl einen Waschtisch für Kinder gebaut.
16. Zweckentfremdung und Weiterverwendung zum Basteln und Malen
Das ist die leichte Form des Upcyclings. Meine Evi bastelt ja gern – ich denke beim Blick in ihren Bastelschrank immer: „Hier wohnen Messis.“ 😉
Sie hebt auf, was sich irgendwo und irgendwann einmal zum Basteln als nützlich erweisen könnte. Und die Rückseiten von bedrucktem Papier lassen sich mindestens zum Bemalen für unsere Kinder nutzen.
17. Geschenke umweltfreundlich verpacken
Bei meinen Eltern war es üblich, Geschenkpapier und Bänder aufzuheben. Die kamen dann bei der nächsten Gelegenheit wieder zum Einsatz. Ich glaube, das existiert sogar heute alles noch. Genauso könnt ihr Geschenke in Stofftücher und -bänder binden, die man erneut verwenden kann. Wer gern Papier benutzen will, der kann Zeitungspapier nehmen.
18. Refurbished statt neu kaufen (Elektronik)
Bei Smartphones steckt ein großer Teil der Klimawirkung bereits in Rohstoffen und Herstellung. Eine Lebenszyklusanalyse von Cordella et al. zeigt deshalb einen deutlichen Vorteil längerer Nutzungsdauer und von Gebrauchtgeräten, sofern sie tatsächlich einen Neukauf verdrängen. Journal of Industrial Ecology, 2021; DOI: 10.1111/jiec.13119.
Wenn ihr refurbished mögt: GreenPanda.
Papier, Wohnen, Alltag
19. Papierloses Büro
Zahllose Ordner, gefüllt mit Unmengen von Papier. Wo digitale Ablage sinnvoll und sicher möglich ist, spart sie Papier und oft auch Sucherei. Ein Dokumentenmanagement kann dabei Ordnung schaffen.
20. Recyclingpapier verwenden
Recyclingpapier hält Papierfasern im Kreislauf und ersetzt Frischfasern. Das Umweltbundesamt empfiehlt besonders Recyclingpapier mit dem Blauen Engel; bei entsprechend gekennzeichnetem Papier stammen die Fasern zu 100 % aus Altpapier. Hintergrund: Umweltbundesamt.
21. Vorhandene Wohn- und Geschäftsräume nutzen
Wer Wohnraum sucht oder etwas gründet, kann zuerst schauen, was bereits existiert. Neubau kostet Ressourcen, Bestand oft „nur“ Geduld und Kompromisse.
22. „Keine Werbung“
Ein „Keine Werbung“-Aufkleber hält euren Briefkasten ruhiger. Weniger gedruckte Werbung bedeutet weniger Papier und weniger Transport. Solche Aufkleber gibt es oft im Schreibwarenladen, Baumarkt oder lokal beim Schlüsseldienst.
Natur fördern
23. Bäume pflanzen

Bäume pflanzen: kleine Eichen setzen
Ein Baum spendet Schatten. Er gibt Sauerstoff an die Atmosphäre ab – und Wasser. Damit kühlt seine direkte Umgebung. Das Bundesamt für Naturschutz nennt für Stadtbäume unter anderem Kühlung durch Verdunstung und Beschattung, CO₂- und Wasserspeicherung sowie strukturreichere Lebensräume.
Man kann ihn umarmen, um ihn herumtanzen, mit ihm reden, sich in seinem Schatten ausruhen und dem Rauschen und dem Zwitschern der Vögel in seiner Krone lauschen. So ein Baum ist der Inbegriff des Lebens.
Ein einzelner Baum ersetzt keinen Wald. Trotzdem mag ich an Bäumen, dass eine Handlung sichtbar weiterwächst, lange nachdem die Schaufel wieder im Schuppen steht.
Pardon, dass ich hier so viel geschrieben habe. Zugegeben liegt mir das Thema besonders am Herzen.
Wenn ihr euch für Wald und Forst interessiert, findet ihr bei Peter Wohlleben viele Gedanken dazu.
24. Der Natur Raum geben
Ihr könnt auch im Kleinen der Natur Raum geben. Muss es denn immer der Betongarten oder der perfekt getrimmte Rasen sein? Ist eine Blumenwiese nicht viel schöner und interessanter?
25. Lebensräume und Biotope anlegen
Es gibt so viele schöne Ideen, um Pflanzen und Tieren eine Heimat zu bieten. Ihr könnt beispielsweise Teiche anlegen, Insektenhotels bauen oder Fassaden und Dächer begrünen.
26. Stadtbegrünung
Unsere Städte können grüne Oasen werden. Urban Gardening und Guerilla Gardening sind nur zwei Wege, wie die Stadt grüner gestaltet werden kann.
27. Erde mit Torf meiden
Torf gehört für mich dorthin, wo er entstanden ist: ins Moor. Für den Torfabbau werden Moore entwässert; dabei gehen Lebensräume verloren und gespeicherter Kohlenstoff wird als CO₂ freigesetzt. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb torffreie Blumenerde.
Kinder, Werte und Vorbild
28. Kindern Umweltschutz vorleben
Junge Menschen erleben unseren Alltag direkt mit: wie wir einkaufen, fahren, reparieren, wegwerfen, kochen und über andere Lebewesen sprechen. Für mich ist das der ehrlichste Teil von Umweltbildung. Unsere Entscheidungen sind sichtbar.
29. Kindern vorlesen und Zusammenhänge erklären
Junge Menschen bringen ihre eigenen Fragen mit. Bei uns entstehen daraus Gespräche über Wasser, Müll, Tiere, Energie oder darüber, warum ein kaputtes Ding manchmal noch lange nicht am Ende ist. Bücher können solche Gespräche wunderbar ergänzen.
Passend: Kinderbücher und als Buchhandels-Alternative: buch7.
30. Umweltfreundliches Spielzeug
Spielzeug darf lange leben. Wir mögen Dinge, die robust, reparierbar und nah an echten Tätigkeiten sind und später weitergegeben werden können. Warum wir das so sehen, steht in unserem Beitrag über pädagogisch wertvolles Spielzeug.
31. Windelfrei
Wenn ein Baby deutlich weniger Einwegwindeln braucht, fällt entsprechend weniger Windelmüll an. Wie leicht sich Windelfrei in den Familienalltag einfügt, ist sehr unterschiedlich. Unsere Erfahrungen stehen hier: Windelfrei mit Neugeborenen.
Plastik, Reparatur, Pflege
32. Plastikmüll vermeiden
Viele Kunststoffe werden aus fossilen Rohstoffen hergestellt und bleiben sehr lange in der Umwelt. Wo weniger Verpackung und langlebigere Alternativen praktikabel sind, sinkt der Materialdurchsatz. Recycling gehört dazu, erreicht aber längst nicht jedes Kunststoffprodukt.
Plastik ruft große Umweltprobleme hervor. Trotz Recycling landet noch viel zu viel Müll in der Natur und in den Meeren. Wir haben das auf unserer Reise selbst erlebt. Hier im Bericht über Montenegro könnt ihr euch ein Bild davon machen.
33. Langlebige Produkte kaufen
Gibt’s das noch – Dinge, die einfach viele Jahre ihren Job machen? Für mich ist Langlebigkeit eines der angenehmsten Nachhaltigkeitskriterien, weil sie ohne großes Etikett auskommt.
Wir mögen zum Beispiel robuste Eisenpfannen.
34. Reparieren statt wegwerfen
Reparieren verlängert die Nutzungsdauer und kann damit eine Neuanschaffung vermeiden. Im Alltag scheitert das leider oft an hohen Reparaturpreisen, fehlenden Ersatzteilen oder Geräten, die sich kaum öffnen lassen. Umso mehr freue ich mich über Dinge, bei denen Schrauben noch Schrauben sein dürfen.
35. Umweltfreundliche Körperpflege und Kosmetik
Für die tägliche Pflege braucht es echt nicht viel. Ich selbst begnüge mich als Mann gern mit einem Stück rein pflanzlicher Aleppo-Seife zum Waschen und etwas Natron gegen die Gerüche unter den Armen.
Evelin nutzte für ihre Haare eine Zeit lang Roggenmehl zum Waschen und war damit sehr zufrieden. Und auch unsere Kinder lieben ihre selbst gemachte Zahncreme.
Wenn ihr kaufen wollt: Big Green Smile.
Mobilität und Energie
36. Umweltverträglich reisen
Bei Reisen machen Entfernung und Verkehrsmittel einen großen Unterschied. Das Umweltbundesamt weist für Bus und Bahn im Personenverkehr deutlich geringere Treibhausgasemissionen pro Personenkilometer aus als für einen durchschnittlich ausgelasteten Pkw; Flugreisen liegen besonders hoch. Aktuelle Vergleichsdaten: Umweltbundesamt.
Wer ans Meer will, findet zum Beispiel an Nord- und Ostsee schöne Strände. Und wer krasse Felsformationen liebt, kann zum Beispiel im Elbsandsteingebirge glücklich werden. Ich denke nicht, dass man unbedingt möglichst weit weg muss, um Erholung zu finden. Kennt ihr das, wenn ihr von solch einer von vorn bis hinten durchgeplanten Fernreise gestresst und ausgelaugt nach Hause kommt?
37. Radfahren und Laufen
Gerade kurze Wege sind oft gute Kandidaten für die eigenen Beine oder das Rad. Neben dem Energieverbrauch verändert sich dabei noch etwas: Man bekommt wieder mit, was zwischen Haustür und Ziel eigentlich alles liegt.
38. Öffentliche Verkehrsmittel nutzen
Bus und Bahn teilen Fahrzeug, Energie und Infrastruktur auf viele Menschen. Wie attraktiv das im Alltag ist, hängt stark von Takt, Anschlüssen, Preis und Wohnort ab. Diese Rahmenbedingungen sind politische Entscheidungen und für Familien ziemlich praktisch spürbar.
39. Fahrgemeinschaften bilden
Wenn mehrere Menschen ohnehin dieselbe Strecke fahren, verteilt eine Fahrgemeinschaft den Aufwand auf mehr Köpfe und Plätze. Manchmal entstehen dabei sogar Gespräche, die in einem leeren Auto nie stattgefunden hätten.
40. Regenerative Energien nutzen
Ökostrom aus erneuerbaren Quellen und eigener Solarstrom gehören zu den naheliegenden Möglichkeiten. Welche Technik passt, hängt vom Gebäude und vom Standort ab. Bei Biomasse kommen Flächenbedarf, Emissionen und Nutzungskonkurrenzen hinzu; die Bezeichnung „erneuerbar“ beantwortet also noch lange nicht jede Umweltfrage.
41. Richtig heizen und lüften, Gebäude sanieren
Beim Gebäude steckt oft viel mehr Potenzial in der Hülle und der Anlagentechnik als in kleinen Alltagstricks. Weniger Leckagen, passende Dämmung und geringere Wärmeverluste wirken über viele Jahre. Beim Lüften hilft im Winter ein kurzer, gezielter Luftwechsel dabei, unnötige Dauerverluste durch ständig gekippte Fenster zu vermeiden.
42. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Bei einer Lüftungsanlage wird es technischer, der Gedanke dahinter ist aber einfach: Die verbrauchte Raumluft gibt einen Teil ihrer Wärme an die frische Zuluft ab. In ausreichend dichten Gebäuden kann eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung dadurch Lüftungswärmeverluste deutlich senken und zugleich für einen kontinuierlichen Luftwechsel sorgen.
Der Nettoeffekt hängt vom System, vom Strombedarf der Ventilatoren, von der Gebäudedichtheit und von der Wärmeversorgung ab. Genau diese Wechselwirkungen untersucht Dodoo et al. in Energy and Buildings (2011; DOI: 10.1016/j.enbuild.2011.02.019).
43. Temperatur-Setpoints klug setzen
Auch Solltemperaturen gehören zum Energiebedarf eines Gebäudes. Simulationsstudien für Bürogebäude zeigen, dass breitere Temperaturbänder und an Nutzung angepasste Setpoints Heiz- und Kühlenergie sparen können. Wie viel, hängt unter anderem von Klima, Gebäude und Belegung ab. Einstieg: Hoyt et al. (Building and Environment, 2015; DOI: 10.1016/j.buildenv.2014.09.010) und Talami et al. (Buildings, 2023; DOI: 10.3390/buildings13122998).
44. Akkus statt Batterien
Wo ein Gerät mit wiederaufladbaren Akkus sinnvoll funktioniert, fallen weniger Einwegzellen an. Am Ende ihres Lebens gehören Akkus und Batterien in die dafür vorgesehenen Rücknahmesysteme.
45. Trockner seltener nutzen
Ein Wäschetrockner nimmt Arbeit ab und braucht dafür Strom. Wenn Wäsche bei euch gut an der Luft trocknen kann, fällt dieser Verbrauch weg. Wie groß der Unterschied ist, hängt vom Gerät, Programm und davon ab, wie trocken die Wäsche aus der Waschmaschine kommt.
46. Spielen statt Glotzen
Manche Familienmomente brauchen ziemlich wenig Technik. Ein Puppentheater, ein Buch oder gemeinsames Spielen kommen ohne laufenden Bildschirm aus und können genau deshalb angenehm sein.
Müll, Wasser, Kreisläufe
47. Müll sammeln
Müllsammel-Aktionen sind ziemlich direkt: Danach liegt weniger Zeug in Wald, Wiese oder am Strand. Was dabei zusammenkommt, lässt sich über die örtlich vorgesehenen Entsorgungswege abgeben.
48. Müll richtig trennen
Saubere Mülltrennung hilft dabei, Wertstoffe zurückzugewinnen und problematische Abfälle getrennt zu behandeln. Batterien und Elektrogeräte gehören deshalb in die jeweiligen Rückgabe- und Sammelsysteme.
49. Wertstoffhöfe nutzen
CDs, DVDs, Batterien, Leuchtmittel, Elektrogeräte, Metalle: Wertstoffhöfe sind dafür da.
50. Kompost nutzen
Wer den Platz hat, kann einen Kompost anlegen und einen Teil der organischen Küchen- und Gartenabfälle dort verwerten. Das Leben darin verwandelt die organischen Abfälle nach und nach in Humus. Den kann man im Garten wieder gebrauchen.
51. Wasser und Lappen statt Feuchttücher und Küchenrolle
Für erstaunlich viele Kleckereien reicht ein feuchter, waschbarer Lappen. Bei uns spart das jede Menge Küchenrolle und Feuchttücher.
52. Wasser sauber halten
Was im Abfluss landet, gelangt in die Abwasserbehandlung und teilweise weiter in die Umwelt. Für viele Reinigungsaufgaben im Haushalt kommen wir mit wenigen Mitteln wie Natron, Soda und Zitronensäure ziemlich weit.
53. „Ökoprogramme“ nutzen
Bei Wasch- und Spülmaschinen sind die Eco-Programme auf einen niedrigen Energie- und Wasserverbrauch ausgelegt und laufen dafür häufig länger. Die EU-Energielabels beziehen ihre Verbrauchsangaben bei Waschmaschinen und Geschirrspülern auf genau diese Programme. Wie viel ihr gegenüber einem anderen Programm spart, hängt vom Gerät und von der Nutzung ab. Hintergrund: EU-Kommission zu Waschmaschinen und Geschirrspülern.
54. Regenwassernutzung
Regenwasser eignet sich sehr gut zum Gießen. Mit einer entsprechend geplanten, vom Trinkwassernetz getrennten Anlage kann es außerdem beispielsweise für die Toilettenspülung genutzt werden. § 13 der Trinkwasserverordnung verlangt für Nichttrinkwasseranlagen unter anderem eine dauerhafte Kennzeichnung der Leitungen und Entnahmestellen: TrinkwV § 13.
Siegel, Jobs, Spenden
55. Siegel und Produktanfragen
Siegel können beim Einkauf Orientierung geben, wenn klar ist, wofür sie stehen: Biosiegel, Veganblume, Blauer Engel oder PEFC stehen jeweils für unterschiedliche Kriterien. Wo Informationen fehlen, kann eine Produktanfrage per Mail oder Kontaktformular erstaunlich viel klären.
Bei Wörtern wie „zertifiziert“, „klimaneutral“, „natürlich“ oder „nachhaltig“ interessiert mich deshalb immer die nächste Frage: nach welchem Standard, für welchen Teil des Produkts und nach welchen Kriterien?
56. Job im Umweltschutz annehmen
Umweltschutz kann auch Beruf sein. Wer gerade nach einer Stelle sucht, findet auf diesen derzeit erreichbaren Jobbörsen unterschiedliche Schwerpunkte:
- https://www.nachhaltigejobs.de/
- https://www.jobverde.de/
- https://gruenejobs.de/
- https://www.greenjobs.de/

Mitarbeiter:innen einer NGO sammeln Müll an einem Strandabschnitt in Montenegro
57. Spenden für den Umweltschutz
Wer Geld dafür übrig hat, kann Organisationen und Menschen unterstützen, deren Arbeit zur eigenen Haltung passt. Ich finde zum Beispiel Sea Shepherd wichtig. Auch Lebenshöfe und Menschen, die Individuen aus Tierhaltungsbetrieben aufnehmen, brauchen Geld für Futter, medizinische Versorgung und Unterbringung.
Und wenn ihr unsere unabhängige Arbeit an unserem Blog unterstützen möchtet, geht das ebenfalls freiwillig über PayPal.
Vertiefungen: Weitere Hebel je nach Lebenssituation
57 Punkte sind schon eine Menge. Einige Themen verdienen trotzdem mehr Platz, als sie hier bekommen können. Deshalb führen diese Vertiefungen zu Beiträgen, in denen wir einzelne Fragen ausführlicher behandeln.
Antispeziesismus: wenn ihr den ethischen Kern klarer fassen wollt
Warum wir Umweltschutz auch aus der Perspektive der betroffenen Individuen betrachten, erklären wir ausführlicher in Antispeziesismus: Definition & Ethik.
Pflanzlich und vegan: Wo der Unterschied liegt
„Pflanzlich“ beschreibt erst einmal die Zutaten oder Bestandteile. Für unsere ethische Einordnung kommen Herkunft, Herstellung und die betroffenen Individuen dazu. Mehr dazu: Rein pflanzlich ist nicht immer vegan.
Medienkultur und Konsumdruck: wenn ihr spürt, dass „weniger“ schon hilft
Konsum beginnt oft lange vor dem Einkauf. Werbung, Medien und Gewohnheiten beeinflussen, was uns plötzlich dringend fehlt. Dazu passen unsere Beiträge Minimalismus, Medien, Familie und Digitale Revolution: Kinder kompetent durch Medien begleiten.
Refurbished und Reparatur: wenn Geräte fällig sind
Wenn ein Gerät wirklich ersetzt werden muss, kann ein generalüberholtes Gerät eine sinnvolle Zwischenstation zwischen Reparatur und Neukauf sein. Unsere Erfahrungen: GreenPanda.
Pflege ohne Plastikflut: wenn Badregal und Mülltonne überlaufen
Im Bad haben wir mit der Zeit gemerkt, wie viele Produkte aus Gewohnheit herumstehen. Weniger davon bedeutet bei uns weniger Verpackung und ein ruhigeres Regal. Dazu: Minimalismus im Bad.
Reisen mit leichtem Gepäck: wenn ihr viel unterwegs seid
Unterwegs merkt man besonders schnell, wie viel Zeug man wirklich benutzen möchte. Unsere Erfahrungen dazu stehen in Minimalistisch reisen als Familie.
Entsorgung im Detail: Sondermüll, Elektronik, lokale Regeln
Bei Batterien, Leuchtmitteln, Elektroschrott, Farben oder Ölen entscheidet die örtliche Entsorgung darüber, welcher Sammelweg passt. Kommunale Abfallberatung und Wertstoffhof sind dafür meist die verlässlichsten Anlaufstellen.
Reparatur und „geplante“ Kurzatmigkeit: wenn ihr merkt, dass Dinge zu früh kaputt gehen
Wenn Ersatzteile fehlen, Gehäuse verklebt sind oder eine Reparatur fast so viel kostet wie ein neues Gerät, wird Wegwerfen zur bequemeren Option. Genau deshalb achte ich bei Neuanschaffungen gern darauf, ob sich ein Produkt öffnen, warten und reparieren lässt.
Bücher ohne Amazon: wenn ihr oft bestellt
Bei Büchern mögen wir Alternativen zum großen Standard-Warenkorb. Unsere Erfahrungen mit buch7 – sozialer Buchhandel haben wir separat aufgeschrieben.
Transparenz zu Links und Haltung
Einige unserer Empfehlungsbeiträge können Partnerlinks enthalten. Dort kennzeichnen wir das transparent. Für euch ändert sich der Preis dadurch nicht; wir können eine Provision erhalten. Zu den derzeit gepflegten Empfehlungen gehören unter anderem buch7, Avocadostore, Big Green Smile und GreenPanda.
Mit Amazon setzen wir uns in einem eigenen Beitrag kritisch auseinander: Amazon und ein nachhaltiges, ökologisches Leben – ein Widerspruch?
Fazit: Viele Wege, eure Entscheidung
Der Artikel ist länger geworden als ich dachte. Wie ihr seht, gibt es viele Wege, die Umwelt zu schützen. Die ganze Liste auf einmal wäre für die meisten Menschen weder nötig noch realistisch. Spannender finde ich die Frage, welche Auswirkungen unser Tun und unser Lassen haben – und an welchen Stellen wir mit vertretbarem Aufwand wirklich etwas verändern können.
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Alle Liebe
Patrick
FAQ: Umwelt schützen im Alltag
Was bringt am meisten, wenn ich nur wenig Zeit habe?
Am meisten lohnt sich der Blick dorthin, wo bei euch viel Verbrauch entsteht: Ernährung, Heizen, Mobilität, Neuanschaffungen und Lebensmittelverschwendung. Welcher Punkt vorne liegt, hängt von eurem Ausgangspunkt ab. Wer kaum Auto fährt, findet dort naturgemäß weniger Einsparpotenzial als eine Familie mit täglichen langen Fahrstrecken.
Muss ich vegan leben, um die Umwelt zu schützen?
Eine stärker pflanzliche Ernährung kann Umweltwirkungen deutlich senken; die Größenordnung hängt von den ersetzten Lebensmitteln und dem bisherigen Speiseplan ab. Für uns kommt die ethische Frage dazu: Nichtmenschliche Tiere haben eigene Interessen, und diese Interessen gehören in unsere Entscheidungen. Wer noch nicht vegan lebt, kann mit einzelnen Mahlzeiten oder Produktgruppen anfangen und von dort weitergehen.
Warum gilt Lebensmittelverschwendung als relevanter Klimahebel?
Weil Anbau, Verarbeitung, Transport, Kühlung und Zubereitung Ressourcen verbrauchen, auch wenn das Lebensmittel am Ende im Müll landet. Der IPCC ordnete Lebensmittelverluste und -abfälle für 2010 bis 2016 mit rund 8–10 % der weltweiten menschengemachten Treibhausgasemissionen ein.
Ist Leitungswasser wirklich eine gute Alternative zu Flaschenwasser?
In Deutschland ist Leitungswasser sehr gut kontrolliert. Die Qualität am Wasserwerk und die Qualität am Hahn können sich unterscheiden, wenn eine Hausinstallation problematisch ist. Bei einem konkreten Verdacht lässt sich die Ursache gezielt prüfen; ein Filter passt deshalb nur dann, wenn er zum tatsächlichen Problem passt.
Wie erkläre ich Kindern Umweltschutz, ohne Angst zu machen?
Wir sprechen lieber über Dinge, die junge Menschen sehen und mitgestalten können: warum wir etwas reparieren, weshalb wir Lebensmittel aufheben, was im Kompost passiert oder warum wir einen bestimmten Weg mit dem Rad fahren. Ihre Fragen geben dabei die Richtung vor. Angst braucht keine zusätzliche Dramaturgie.
Wie erkenne ich Greenwashing im Alltag?
Hilfreich sind überprüfbare Angaben: Welche Eigenschaft wird versprochen? Wer prüft sie? Für welchen Teil des Produkts gilt sie? Dazu kommen Herkunft, Material, Haltbarkeit und Reparierbarkeit. Je größer das grüne Versprechen und je kleiner die nachprüfbaren Details, desto vorsichtiger werde ich.
Welche Dinge sollte ich gebraucht kaufen?
Kleidung, Kindersachen, Möbel, Bücher und viele Werkzeuge eignen sich häufig sehr gut für Second Hand. Bei Technik schaue ich zusätzlich auf Zustand, Akku, Reparierbarkeit und Garantie. Entscheidend ist immer, ob der gebrauchte Gegenstand den Neukauf wirklich ersetzt.
Wie kann man die Umwelt schützen? – Mehr als 50 Wege zur Rettung der Erde von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
Jetzt mal eine sehr gewagte Frage, ich stell sie denoch: glaubt ihr, der Klimawandel ist so menschengemacht wie es in den Medien verbreitet wird? Bzw. man kann überhaupt von einer Klima“krise“ sprechen? Bin gespannt von euch zu lesen.
Liebe Sina,
das ist ein komplexes Thema, welches ich hier im Kommentar nur unzulänglich beantworten kann. Wenn ich aber verfolge, was so aus aller Welt berichtet wird, so scheint es mit den Naturkatastrophen von Jahr zu Jahr schlimmer zu werden:
– extreme Hitze, Dürren, Waldbrände
– Unwetter, Überschwemmungen, Tornados
– schmelzende Polkappen und der Anstieg des Meeresspiegels
– Insekten- und Artensterben, Korallenbleiche usw.
– Krankheiten, Seuchen und „Pandemien“ in Flora und Fauna
Wir, die wir schon ein paar Jahre auf diesem Planeten auf dem Buckel haben, brauchen doch nur „hinzusehen“. Wenn wir das tun, stellen wir fest, dass die Menschheit geradewegs auf den Abgrund zusteuert. Leider scheinen vielen Menschen die Zusammenhänge in der Natur nicht bewusst zu sein. Mit der Folge, dass einfach alle so weitermachen wie bisher – ohne an die Auswirkungen auf die Umwelt zu denken.
Natürlich ist das Klima in der Erdgeschichte stets Schwankungen unterworfen gewesen und hat sich über die Äonen immer wieder „gewandelt“ – selbst ohne uns Menschen. Doch ich bin mir sicher: Die gegenwärtigen Veränderungen des Klimas gehen zu großen Teilen auf den Homo sapiens zurück. Nicht nur, weil in Größenordnungen CO2 (aus der Energiegewinnung) und Methan (aus der Tierhaltung) in die Atmosphäre geblasen werden, sondern auch, weil wir die Erde so behandeln als hätten wir eine zweite.
Es gibt kaum noch echte, naturbelassene Urwälder, die das CO2 aufnehmen und umwandeln. Und die, die wir haben, sind von Rodung bedroht. Dabei sind bewaldete Flächen kühler und feuchter als „kahle“ Orte. Neue Wälder entstehen von ganz allein, wenn wir die Natur nur „machen lassen“ würden. Das sehe ich bei uns im Garten, wo sich jedes Jahr wieder Laubbäume ansiedeln wollen (aber nicht „dürfen“, weil der Garten nicht uns gehört). Die Umwelt würde sich recht schnell regenerieren und könnte sich dem Klima anpassen, stünden wir ihr nicht ständig im Wege.
Die größte Kohlenstoffsenke der Erde sind jedoch die Ozeane mit ihrem Phytoplankton. Doch mit der Fischerei greift der Mensch massiv in biologische Abläufe ein, wie die Doku Seaspiracy eindrucksvoll zeigt.
Wir leben jetzt und brauchen, auch im Hinblick auf eine wachsende Weltbevölkerung, das Klima so, wie wir es „gewohnt“ sind. So, wie es für uns und unsere Nachkommen angenehm ist – ohne all die Extreme, die wir zur Zeit überall auf der Welt sehen und in Zukunft sicher noch sehen werden.
Liebe Grüße
Patrick
Lesenswerte und meiner Meinung nach hervorragend ausgearbeitete Wikipedia-Artikel zum Thema:
Klimageschichte
Globale Erwärmung
Lieber Patrick,
danke für deine schnelle und so umfangreiche Antwort.
Ich mag auch noch was dazu schreiben. Ich habe bis vor ca. zwei Wochen niemals hinterfragt, dass die starken Klimaveränderungen nicht nur menschengemacht sein könnten. Die Themen Insektensterben, Überfischung usw. hinterfrage ich im Moment auch gar nicht. Ich habe durch die Corona-Situation feststellen dürfen, wie viel falsche Informationen verbreitet werden, wie Fachwissen, das auf Studien basiert und von hochkarätigen Fachleuten zusammengetragen wird in den öffentlichen Medien als nur falsch, Fake-News etc. verbreitet wird, unterschlagen wird, gelöscht wird, um die große Masse zu manipulieren (und wie auch Wikipedia-Artikel manipuliert werden zugunsten der gängigen Meinung und zum Nachteil der betroffenen Personen in den Artikeln). Das hat mich aufwachen lassen bzw. ich frage mich, wenn wir jetzt so sehr manipuliert werden sollen, dann war das womöglich oder wahrscheinlich auch schon vorher so bei anderen Themen? Wie selbstverständlich gehe ich davon aus, dass alles, was in den großen Medien beispielsweise über das Klima gesagt wird, als wahr gilt? Was ist mit dem Hype um Greta?
Ich stelle nur Fragen und bin eigentlich bisher oder auch irgendwie immer noch auf dem gleichen Dampfer wie du, Patrick. Ich dachte mir, da ihr so viel hinterfragt, alternativ lebt könnte es interessant sein, deine/eure Meinung dazu zu hören.
Es gibt ja einiges zu zu lesen, dass CO2 gar nicht den Einfluss auf den Temperaturanstieg habe. Bitte verstehe mich nicht falsch, Patrick. Ich habe wie gesagt bisher immer, wenn ich von bestimmten Parteien oder so gehört habe, sie leugnen den (menschengemachten) Klimawandel direkt gedacht, wie kann man nur. Nun bin ich in einer Phase der Hinterfragung und möchte verstehen, das Menschen dazu bewegt, dass sie zu so einer Meinung kommen. Ich habe von verschiedenen Seiten nun davon gelesen oder gehört- von Menschen aus dem „spirituellen“ Bereich sowie auch von anderen Fachleuten. bspw. bin ich diesem Buch begegnet, hab es aber nicht gelesen und nun nicht recherchiert, wer dahinter steckt. ich teile es hier trotzdem mal (darf man das hier??) „Unerwünschte Wahrheiten- Was sie über den Klimawandel wissen sollten“. Bin sehr gespannt was du zu so etwas sagst, würde mich sehr freuen deine Meinung dazu zu lesen 🙂 Wenn du denn noch was dazu schreiben magst.
Viele Grüße!!
Sina
PS: was mir gerade noch kommt, es wird von einigen ja sogar angenommen, dass Wetter kontrolliert wird, (Stichworte dazu Geoengineering, Chemtrails, SRM & HAARP) Das spricht für die Beeinflussung des Klima, aber aus einer ganz anderen Perspektive. Bin aber noch gar nicht in dem Thema drin. Wird ja eh wie so vieles in die Verschwörungsecke gesteckt.
Kurzer Nachtrag: Also dass wir die Umwelt schützen müssen, einen anderen Zugang wieder zur Natur, alles was um uns lebt, brauchen, dass wir die Natur momentan ausbeuten, verschmutzen usw, das steht außer Frage!!! Mir geht es gerade wirklich „nur“ um die Klimaerwärmung. Und sollte es jemals so sein, dass da was dran ist, dass die nicht in dem maße menschengemacht ist wie ich bisher annahm, wäre die Konsequenz ja nicht, dass man dann weiter so leben soll wie wir es auf der Erde tun. Durch bspw. Autofahren pumpt man ja noch mehr in die Luft als CO2… das nur noch kurz hinterher.
Grüße
Hallo Sina,
ich bin bei sowas sehr vorsichtig und hinterfrage auch die Argumente gegen den „menschengemachten Klimawandel“ (andere tun das auch, zum Beispiel hier und hier). Man darf auf keinen Fall alles glauben, was im Fernsehen kommt. Das heißt aber nicht, dass man unkritisch alles hinnehmen sollte, was vor allem auf Youtube, Telegram und Facebook durch das Internet geistert.
Im Grunde ist es für mich eindeutig und offensichtlich, dass der Mensch die globale Erwärmung seit der Industrialisierung massiv angetrieben hat. Nicht nur durch die Massentierhaltung und den Ausstoß von CO2, sondern auch durch die Störung der natürlichen Balance – indem er die Kohlenstoffsenken immer mehr auslöscht.
Dass CO2 einen Einfluss auf die Temperatur hat, ist belegt. Dazu muss man nur mal zu unserem Nachbarplaneten Venus schauen. Die Atmosphäre dort besteht hauptsächlich aus Kohlenstoffdioxid und auf der Oberfläche sind es über 400 °C. Die Venus ist das beste Beispiel für den Treibhauseffekt durch CO2.
Zu Corona werden so viele „Infos“ und Meinungen publiziert, dass ich selbst schon lange abgeschaltet habe. Das gehört hier aber nicht her, da es mit der Umwelt nichts zu tun hat. Vielleicht kommt dazu noch mal ein Artikel, aber Lust habe ich dazu nicht. Das ist nicht meine / unsere Mission. Das kann meiner Meinung nach jeder halten, wie er lustig ist. Wenn man die „Informationen“ aus seinem Leben herauslässt, wird es ruhiger, friedlicher und ausgeglichener. Dann kann man sich wieder ganz aufs Mitgefühl und die Freude konzentrieren. Viele Leute fangen aber einmal damit an, den ganzen Nachrichten und Meinungen – egal, aus welcher Richtung sie kommen – zu folgen und können dann nicht mehr damit aufhören.
Wenn man zu tief in den „Verschwörungssumpf“ hineinwatet, steckt man irgendwann fest und kommt nicht mehr heraus. Dann fängt man an, an die flache Erde, Echsenmenschen, bluttrinkende Eliten, Chemtrails, usw. zu glauben und Feindbilder zu erschaffen.
Wir müssen uns bewusstwerden, dass alles miteinander zusammenhängt und das eine ohne das andere nicht existieren kann. Alles, was wir tun, hat eine Auswirkung auf etwas anderes. Viele Arten auf der Erde können sich nicht so schnell an ein derart rasant wandelndes Klima anpassen. Ich bin mir sicher, dass wir zu unseren Lebzeiten noch viele Arten aussterben sehen, die in unserer Kindheit noch wie selbstverständlich über den Planeten wandelten.
Viele Grüße
Patrick
Vielen Dank, lieber Patrick.
Ja, das hat mir in dem Moment tatsächlich gut getan, was du geschrieben hast. Wo man den Fokus hinlegt, das ist so wichtig. Und das Rechercieren zu vieler Themen und Infos bringen mich auch meistens eher ganz aus meiner Mitte und beunruhigen mich.
Danke auch für die weiterführenden Links.
Viele Grüße!