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Strato + Cloudflare = Serverumzug

Aktualisiert am: 11.08.2026

Ihr habt es vielleicht gemerkt: In der letzten Zeit war unser Blog zeitweise nicht zu erreichen. Ich möchte kurz erzählen, was los war.

Das Content Delivery Network

Warum sind viele der „großen“ Internetseiten wie Yahoo oder Microsoft so schnell? Das Geheimnis lautet „Content Delivery Network“ (kurz CDN). „Das ist eine gute Idee! Es wird die Ladezeit des Blogs verkürzen und die Sicherheit massiv erhöhen“, sprach ich in Gedanken zu mir.

Ich las mich in das Thema ein und musste die Entscheidung für einen Anbieter fällen. Die Wahl fiel auf Cloudflare. Sie fiel mir nicht schwer, da ich erst mal ein wenig „herumprobieren“ wollte und dieses CDN in der Basisversion nichts kostet.

Die Anmeldung und Einrichtung verlief idiotensicher. Nachdem das geschafft war, sollte ich noch die Namenserver bei meinem Domain-Anbieter Strato anpassen. Kein Problem, hab ich erledigt.

Cloudflares Nameserver bei Strato eintragen

Cloudflares Nameserver bei Strato eintragen

Es dauerte eine ganze Weile, bis die Einstellungen weltweit übernommen worden sind. Bei whatsmydns und bei dnsdumpster konnte ich die Änderungen verfolgen.

ERROR 404

Als es dann endlich so weit war, tippte ich in den Browser: w w w . f r e e y o u r f a m i l y . n e t. Daraufhin entschwand die Freude aus meinem bärtigen Gesicht und die Miene verfinsterte sich. „Wie bitte? Was steht da?!“

„Error 404. Not found.“ – „Hä?“ Ich prüfte alle Einstellungen. Alles korrekt. Ich warf die Suchmaschine an und stieß auf einige Leidensgenoss:innen, die im englischsprachigen Forum von Cloudflare dasselbe Problem schilderten.

Im Faden – neben „Thread“ eine der geläufigsten Bezeichnungen für Gesprächsverläufe in Internetforen – schrieb man, die betroffene Person möge sich an Strato wenden. Auch Cloudflare beschreibt einen 404 heute recht eindeutig: Bei einer über Cloudflare laufenden Website kommt diese Antwort vom Origin-Server. Cloudflare reicht sie weiter. Die ausführliche Erklärung findet ihr in der aktuellen Dokumentation zu 404-Fehlern.

Hilfloser Kundenservice

Ich greife zum Telefon, wähle die Nummer des Strato-Kundendienstes, lausche den endlosen Bandansagen, drücke Zahlen auf dem Telefon, um mich durchs Menü zu kämpfen, und übe mich in Geduld. Nach gefühlten fünf Minuten meldete sich eine Dame, der ich mein Problem schilderte. Noch während ich mit ihr sprach, tutete es verdächtig.

Mein Hirn stellte Vermutungen an: „Hat sie mit Absicht aufgelegt oder ist sie nur aus Versehen auf den falschen Knopf gekommen?“ Ich drückte auf Wahlwiederholung. Erneut wühlte ich mich durch Ansagen und Menüs, bis sich ein junger Mann meldete. Ich wiederholte mein Anliegen. Und jetzt kommt’s: Der Fehler liege an Cloudflare, ich solle mich mit deren Support in Verbindung setzen. Mehr könne man nicht tun.

Damals war im kostenlosen Angebot von Cloudflare kein persönlicher technischer Support integriert. Etwas ratlos starrte ich auf die Fehlerseite in meinem Browser.

WordPress auf einen anderen Server umziehen

Ich ärgerte mich sehr, doch eine Lösung musste her. Die einzige, die ich sah: Die komplette Website umziehen. Weg von Stratos „Shared Hosting“ auf den eigenen Server.

Hierfür gibt’s das WordPress-Plugin „Duplicator“. Und ich stand vor dem nächsten Problem: DAS Tool, mit dem man eine WordPress-Seite spielend einfach umziehen kann, wurde von Stratos Hosting-Einstellungen in die Knie gezwungen. Das Archiv, in dem Website und Datenbank untergebracht werden sollten, war zu groß. Es gab einen Timeout und der Server brach die Erstellung ab.

Ich musste Daten aussortieren und schauen, was ich auf dem neuen Server nicht unbedingt brauche. Nach einigem Suchen und diversen Löschaktionen konnte Duplicator das Archiv schließlich erstellen. Anschließend kopierte ich es an seinen Bestimmungsort.

Ich erstellte ein Verzeichnis, legte eine Website an, vergab die Bindungen und stellte den A-Record für die Domain bei Strato auf die IP-Adresse unseres Servers. Danach musste ich das Installationsprogramm für das WordPress-Archiv durchlaufen lassen.

Bindungen im IIS

Bindungen im IIS

Mein Herz wurde weit, als ich unser Weblog aufrief. Es funktionierte. Nun konnte ich auch die anderen Domains und Subdomains auf freeyourfamily.net verweisen lassen.

Erneuter Versuch mit Cloudflare

Schließlich wollte ich es noch einmal mit Cloudflare versuchen. Ich trug die Namenserver ein und wartete. Nachdem die neuen Nameserver-Daten im World Wide Web bekannt gemacht worden sind, aktualisierte ich voller Erwartungen die Website im Browser.

Cloudflare ist aktiv

Cloudflare ist aktiv

Es funktionierte! Hurra!

Sicher ist sicher!

Das SSL-Zertifikat von Strato musste ich dann noch durch eines von Cloudflare ersetzen. Die Browserzeile spuckte mir jedoch Meldungen aus, dass es Probleme mit Mixed Content gäbe. Einige Inhalte waren unverschlüsselt übertragen worden.

Die Lösung hierfür war das Plugin „Better Search Replace“. Damit konnte ich die betreffenden URL-Einträge in der Datenbank auf HTTPS umstellen. Für ganz verzwickte Fälle kann ich das Plugin SSL Insecure Content Fixer empfehlen.

Feinschliff

Das Cloudflare-Plugin für WordPress (den API-Key hierfür gibt es bei Cloudflare) machte die Auslieferung des Blogs an die Browser der Leser:innen perfekt.

Das Content Delivery Network schützt nun unser Blog vor Angriffen und sorgt für fixe Ladezeiten.

Update August 2026: Der damalige WeTest-Screenshot hilft bei der heutigen Fehlersuche kaum noch weiter. Für aktuelle Performance-Checks bieten sich WebPageTest und PageSpeed Insights an. WebPageTest erlaubt Messungen unter verschiedenen Testbedingungen. PageSpeed Insights verbindet Labordaten mit Nutzungsdaten, sofern für die untersuchte Seite genügend davon vorliegen, und zeigt unter anderem die Core Web Vitals.

Einordnung: Warum ein 404 nach dem Nameserver-Wechsel passieren kann

Ein „404“ wirkt erst einmal wie eine Tür, die man vor der Nase zugeschlagen bekommt. Technisch antwortet jedoch bereits ein Webserver: Er findet die angeforderte Ressource nicht. Cloudflare schreibt ausdrücklich, dass es bei Websites seiner Kund:innen diese 404-Antworten nicht selbst erzeugt, sondern vom Origin-Server weiterreicht. Direkt nach einem Nameserver-Wechsel kann deshalb zum Beispiel ein DNS-Eintrag auf einen erreichbaren Server zeigen, auf dem die betreffende Domain oder Website nicht passend eingerichtet ist.

Ein vollständig fehlender oder nicht auflösbarer DNS-Eintrag sieht anders aus: Dann kommt normalerweise gar keine HTTP-Antwort wie „404“ zustande. Für die Fehlersuche hilft diese Unterscheidung schon erstaunlich viel.

Auch beim Support hat sich seit unserem damaligen Umzug einiges verändert. Cloudflare empfiehlt Nutzer:innen des Free-Tarifs für technische Fragen vor allem die Community. Reguläre Supportfälle können sie laut der aktuellen Übersicht nur zu Abrechnung, Konto und Registrar eröffnen. Die Einzelheiten stehen unter Contacting Cloudflare Support.

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FAQ: Strato, Cloudflare und Serverumzug

Warum zeigt meine Website nach dem Wechsel zu Cloudflare-Nameservern „404 Not Found“?

Bei einem 404 hat ein Webserver geantwortet, aber die angeforderte Ressource nicht gefunden. Cloudflare reicht einen solchen 404 bei Kund:innen-Websites nach eigener Dokumentation vom Origin-Server weiter. Taucht der Fehler direkt nach einem Nameserver-Wechsel auf, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, auf welchen Origin der DNS-Eintrag zeigt und ob dieser Server die Domain und den aufgerufenen Pfad kennt.

Wie lange dauert es, bis ein Nameserver-Wechsel überall greift?

Cloudflare nennt für die Aktualisierung der Nameserver beim Registrar bis zu 24 Stunden. Zwischengespeicherte DNS-Antworten können außerdem dazu führen, dass verschiedene Resolver vorübergehend unterschiedliche Stände zeigen. Bei whatsmydns lässt sich gut beobachten, welche Nameserver verschiedene Standorte gerade zurückliefern.

Was ist ein CDN, ganz praktisch für Blogs?

Ein CDN hält geeignete Inhalte näher bei den Menschen bereit, die eine Website aufrufen. Cloudflare arbeitet dabei als Reverse Proxy vor dem eigentlichen Webserver und kann Inhalte zwischenspeichern sowie Sicherheitsfunktionen wie DDoS-Schutz übernehmen. Wie viel schneller ein Blog dadurch wird, hängt allerdings davon ab, welche Inhalte gecacht werden, wo der Origin-Server steht und was die Website sonst noch laden muss.

Warum kann Shared Hosting beim Umzug Probleme machen?

Bei meinem Umzug scheiterte Duplicator zunächst beim Erstellen des großen Archivs. Auf Shared-Hosting-Paketen können unter anderem begrenzte Laufzeiten, Speicher- oder Dateigrößen eine solche Aufgabe ausbremsen. Welche Grenze tatsächlich greift, hängt vom jeweiligen Hosting-Paket und seiner Serverkonfiguration ab.

Was bedeutet „Mixed Content“ nach dem Umstieg auf HTTPS?

Mixed Content entsteht, wenn eine per HTTPS geladene Seite einzelne Bilder, Skripte, Stylesheets oder andere Ressourcen noch über HTTP anfordert. Moderne Browser warnen davor oder blockieren solche Anfragen teilweise. Bei WordPress können alte HTTP-Adressen in der Datenbank eine Ursache sein. Cloudflare nennt außerdem seine „Automatic HTTPS Rewrites“ als mögliche Hilfe bei solchen Fällen.

Welche Tools eignen sich heute für einen schnellen Performance-Check?

WebPageTest eignet sich gut, wenn ihr Ladeabläufe unter unterschiedlichen Testbedingungen genauer ansehen möchtet. PageSpeed Insights zeigt Lighthouse-Labordaten und – sofern genügend reale Nutzungsdaten vorhanden sind – auch Felddaten mit den Core Web Vitals. Zusammen liefern beide deutlich mehr als ein einzelner Wert für „schnell“ oder „langsam“.

Woran erkenne ich, ob das Problem eher DNS oder eher Server ist?

Bei einem DNS-Problem scheitert häufig schon die Auflösung des Domainnamens oder sie führt zum falschen Ziel. Ein HTTP-Statuscode wie 404 zeigt dagegen, dass die Anfrage bereits einen Webserver erreicht hat. Für die Eingrenzung sind deshalb DNS-Einträge und die Antwort des tatsächlich erreichten Servers zwei getrennte Spuren.

CC BY-SA 4.0 Strato + Cloudflare = Serverumzug von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.