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Aktualisiert am: 24.02.2026

Amazon – bewusst, öko, nachhaltig, frei: ein Beitrag über Widersprüche, Kompromisse und Transparenz

Regelmäßig sehen wir uns in E-Mails, Kommentaren und persönlichen Nachrichten mit dem Vorwurf konfrontiert, unser ökologischer, bewusster und freier Lebensstil vertrage sich nicht mit dem Setzen von Amazon-Links. Es ist an der Zeit, hierzu Stellung zu beziehen.

Kurzfassung für Eilige:

  • Ja: Amazon ist in vielerlei Hinsicht kritikwürdig. Wir blenden das nicht aus.
  • Ja: Unsere Amazon-Links sind Affiliate-Links. Ihr zahlt keinen Cent mehr, wir bekommen ggf. eine Provision.
  • Und auch ja: Wir sehen das als praktischen Kompromiss in einem System, das selten saubere Hände verteilt.
  • Wichtig: Wenn ihr Alternativen nutzt (regional, gebraucht, fair), freuen wir uns genauso. Wir verlinken sie weiter unten.

Amazon-Affiliate-Links: was das ist (und was nicht)

Bei den Amazon-Links (orangefarben) in unserem Blog und unter unseren Youtube-Videos handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Das heißt: Wenn ihr über diese Links bei Amazon bestellt, erhalten wir für den Einkauf eine Provision.

Ihr zahlt dadurch nicht mehr. Für euch bleibt der Preis gleich. Für uns ist es eine Möglichkeit, einen Teil der Kosten unserer Arbeit zu decken.

Warum wir unsere Arbeit überhaupt finanzieren müssen

Wir stellen die Informationen im Blog und auf Youtube kostenlos und frei von Bannerwerbung in den Beiträgen zur Verfügung. Das Schreiben hochwertiger Blogartikel und die Videoproduktion sind mit z.T. beträchtlichem Aufwand verbunden.

Auf der einen Seite haben wir Recherche, Schreiben, Aufnehmen, Schneiden, Vertonen, Bildbearbeitung, Überarbeitung unserer Texte. Hinzu kommen Interaktionen, Kommentare, E-Mails. Dass wir all das mit unserer Lebenszeit bezahlen, muss ich nicht in epischer Breite erläutern. Oder?

Auf der anderen Seite stehen konkrete Kosten: Technik (Kamera, Objektive, Mikrofone, Notebook, Festplatten), Software, Domain, Hosting, Strom und Internetanschluss. Nichts davon ist „einfach da“.

Unseren Bloglesern und Youtube-Abonnenten bieten wir verschiedene Möglichkeiten an, unsere Arbeit zu honorieren und so einen Teil unserer Aufwendungen zu tragen. Ihr könnt uns z.B. via Paypal einen Betrag eurer Wahl spenden oder alternativ über einen Affiliate-Link einkaufen.

Hinweis: Wir bauen unsere Empfehlungen inzwischen breiter auf. Eine Übersicht findet ihr hier: Empfehlungen.

„Warum ausgerechnet Amazon?“

Amazon ist für viele Menschen der Standard-Account, die Standard-Suche, der Standard-Klick. Wer ohnehin dort einkauft, kann mit einem Link von uns nebenbei unsere Arbeit unterstützen, ohne extra einen neuen Shop kennenzulernen, ein neues Konto zu erstellen oder den inneren Schweinehund auszutricksen.

Wenn wir ein Produkt empfehlen, dann weil wir es selbst für sinnvoll halten oder weil es thematisch passt. Sollte etwas nicht bei Amazon erhältlich sein (oder wir es dort bewusst nicht verlinken), verlinken wir auf Alternativen, auch wenn wir dafür keine Provision bekommen.

„Aber Amazon ist doch alles andere als nachhaltig!“

Diese Kritik ist nicht aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil: Sie ist oft gut begründet. Und genau deshalb versuchen wir, hier nicht geschniegelt zu wirken, sondern ehrlich.

Unsere Beobachtung: Viele Diskussionen drehen sich um das Wo. Wir finden das Was mindestens genauso entscheidend. Wer weniger kauft, gebraucht kauft, repariert, teilt oder ausleiht, verändert mehr als ein Shopwechsel im gleichen Konsummuster.

Und trotzdem: Das Wo ist nicht egal. Amazon ist groß, mächtig, effizient und in mehreren Bereichen problematisch. Das auszuhalten, ohne sich selbst zu belügen, ist die eigentliche Übung.

Kritikpunkt 1: Machtkonzentration und Marktmacht

Amazon steht seit Jahren wegen möglicher wettbewerbswidriger Praktiken in der Kritik. Die EU-Kommission hat dazu Verfahren geführt und 2022 Verpflichtungszusagen von Amazon akzeptiert, u.a. zur Nutzung von Marktplatz-Daten sowie zu Kriterien rund um „Buy Box“ und Prime. Das ist kein Freispruch aus dem Kosmos der Moral, aber ein offizieller Hinweis: Marktmacht ist hier kein Fantasieproblem.

Kritikpunkt 2: Arbeitsbedingungen

Über Arbeitsdruck, Überwachung, Gesundheitsschutz und Tarifkonflikte wird seit Jahren gestritten. Gewerkschaften wie ver.di fordern einen Tarifvertrag und kritisieren Arbeitsbedingungen in Logistikzentren. Auch wenn wir von außen nicht jede einzelne Situation bewerten können, wäre es bequem, so zu tun, als gäbe es das Thema nicht.

Kritikpunkt 3: Transport, Verpackung, Retouren

„Online ist immer schlimmer“ klingt griffig. Stimmt aber nicht automatisch. Studien zeigen: Die Klimawirkung hängt stark davon ab, wie ihr einkauft. Fahrt ihr mit dem Auto extra in die Stadt? Kauft ihr gebündelt? Wie hoch ist die Retourenquote? Wird „mal eben“ bestellt, weil es so leicht ist?

Ein Vergleich in Environmental Science & Technology kommt z.B. zu dem Ergebnis, dass bestimmte Online-Modelle unter realistischen Annahmen geringere Treibhausgas-Fußabdrücke haben können, während andere Faktoren (z.B. Retouren, Express, zusätzliche Käufe) das wieder kippen. Kurz: Es gibt keine Absolution per Klick.

Wenn ihr euren eigenen Fußabdruck besser einordnen wollt: Das Umweltbundesamt erklärt den Begriff „CO2-Fußabdruck“ verständlich und ohne Marketing-Geklingel.

Kritikpunkt 4: Sortiment und „Alles muss weg“-Logik

Ein Punkt aus euren Kommentaren hat bei uns festgehakt: Amazon verkauft eben nicht nur Bücher und Mixer, sondern auch Zeug, das wir selbst unerquicklich finden. Von „Fertigpizza bis…“ und darüber hinaus. Das Problem ist weniger, dass es das gibt. Das Problem ist die Reibungsarmut: Eine Plattform, ein Klick, keine Pause zum Denken.

Unsere Konsequenz daraus: Wir verlinken nicht „blind“, sondern so konkret wie möglich. Und wir möchten, dass ihr bei jedem Kauf kurz innehaltet: Brauchen wir das wirklich? Gibt es das gebraucht? Können wir es teilen? Können wir es reparieren?

Der Vorwurf „Doppelmoral“ trifft einen wunden Punkt

Wir verstehen, warum dieser Vorwurf kommt. Und wir tun nicht so, als wäre er komplett daneben. Wer über bewussten Konsum schreibt und dann ausgerechnet bei einem Giganten monetarisiert, wirkt schnell wie jemand, der Wasser predigt und Espresso trinkt.

Unsere Haltung dazu: Wir sind uns des Widerspruchs bewusst. Wir nennen ihn beim Namen. Wir sehen die Amazon-Links als Kompromiss, nicht als Ideal. Wir arbeiten daran, Alternativen sichtbarer zu machen, damit ihr (und wir) mehr echte Wahl habt.

Was ihr tun könnt (ohne euch zu verbiegen)

  • Regional & dezentral: Wenn ihr ein Buch im Laden um die Ecke kauft, stärkt ihr Menschen, die ihr im Zweifel wiederseht.
  • Gebraucht: Bücher, Technik, Kleidung: Secondhand ist oft die stillste Form von Nachhaltigkeit.
  • Leihen & teilen: Bibliothek, Freundeskreis, Nachbarschaft. Ein Gegenstand, viele Geschichten.
  • Online, aber bewusster: Bündelt Bestellungen, vermeidet Express, reduziert Retouren.

Unsere Alternativen (und ja: teilweise ebenfalls Affiliate)

Wir möchten euch nicht in eine Einbahnstraße verlinken. Wenn ihr Alternativen nutzen wollt, hier sind sinnvolle Startpunkte auf unserem Blog:

Ein kurzer Exkurs: Steuern, Politik, „legitim“

Im Originaltext stand ein Satz zur „Legitimität“ niedriger Steuerstandorte. Wir lassen das heute bewusster stehen: Das ist keine Tatsachenbehauptung, sondern eine Meinung über ein komplexes Feld.

Faktisch ist: Staaten finanzieren aus Steuern sehr Unterschiedliches, darunter auch Rüstungsexporte, die politisch und gesellschaftlich heftig diskutiert werden. Wer dazu Zahlen sucht, kann in offiziellen Berichten nachlesen.

FAQ

1) Verdienen wir uns an euren Amazon-Käufen „dumm und dämlich“?

Nein. Affiliate-Provisionen sind in der Regel klein und schwanken stark. Manchmal kommt etwas zusammen, oft auch nicht. Für uns ist es ein Baustein, kein Goldesel.

2) Werden Produkte für euch teurer, wenn wir über euren Link kaufen?

Nein. Für euch bleibt der Preis gleich. Amazon zahlt die Provision aus seinem Marketing-Budget.

3) Ist Online-Shopping immer schlechter fürs Klima als der Einkauf vor Ort?

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Studien zeigen: Es hängt stark von Fahrwegen, Bündelung, Versandart und Retouren ab. Wer mit dem Auto extra fährt und dann doch mehr kauft, kann schlechter abschneiden als eine gebündelte Lieferung. Wer häufig retourniert oder Express wählt, kann Vorteile wieder verspielen. (DOI: 10.1021/acs.est.9b06252, DOI: 10.1016/j.jtrangeo.2021.103058)

4) Warum setzt ihr nicht ausschließlich auf „saubere“ Alternativen?

Weil Reichweite, Gewohnheit und Umsetzbarkeit real sind. Wir bauen Alternativen aus, aber wir wollen auch nicht so tun, als ließe sich ein Familienleben komplett außerhalb großer Systeme finanzieren, ohne dass irgendwo Reibung entsteht.

5) Ist das nicht ein Glaubwürdigkeitsproblem?

Es kann eins werden, wenn man so tut, als gäbe es keinen Widerspruch. Wir halten Glaubwürdigkeit nicht für das Fehlen von Konflikten, sondern für den ehrlichen Umgang damit.

6) Welche Alternative empfehlt ihr für Bücher konkret?

Für neue Bücher verweisen wir gern auf Buch7. In Deutschland gilt außerdem Buchpreisbindung, d.h. der Preis ist (bei neuen Büchern) im Handel festgelegt. Quelle: § 5 BuchPrG.

7) Was ist die nachhaltigste Option beim Kaufen?

Oft: nicht kaufen. Danach: gebraucht, leihen, teilen, reparieren. Und wenn neu, dann möglichst langlebig, sinnvoll und mit möglichst wenig Retouren.

8) Wo findet man eure aktuellen Empfehlungs-Links gesammelt?

Hier: Empfehlungen. Dort bündeln wir Alternativen, damit nicht alles an Amazon hängt.

Buchtipps

Wenn wir in Beiträgen Bücher empfehlen, kann es vorkommen, dass wir auf verschiedene Bezugsquellen verlinken. Manchmal ist Amazon dabei, manchmal nicht. Wenn ihr bewusst ausweichen wollt, nutzt gern unsere Alternativen, z.B. Buch7 oder euren lokalen Buchladen.

Zum Schluss: unsere persönliche Einschätzung

Wir halten Amazon nicht für „harmlos“. Wir halten aber auch wenig davon, so zu tun, als gäbe es im Konsumkapitalismus moralisch reine Orte, an denen man nur die richtige Tür finden muss.

Unser Weg ist daher pragmatisch: Wir reduzieren Konsum, wo wir können. Wir werben nicht fürs Kaufen an sich. Wenn ihr ohnehin bestellt, könnt ihr uns unterstützen. Wenn ihr Alternativen nutzt, freuen wir uns genauso. Und wir bleiben ansprechbar für Kritik, die nicht nur empören will, sondern wirklich denkt.

CC BY-SA 4.0 Amazon und ein nachhaltiges, ökologisches Leben – ein Widerspruch? von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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