Amazon und ein nachhaltiges, ökologisches Leben – ein Widerspruch?

Amazon - bewusst, öko, nachhaltig, freiRegelmäßig sehen wir uns in E-Mails, Kommentaren und persönlichen Nachrichten mit dem Vorwurf konfrontiert, unser ökologischer, bewusster und freier Lebensstil vertrage sich nicht mit dem Setzen von Amazon-Links. Es ist an der Zeit, hierzu Stellung zu beziehen.

Amazon-Affiliate-Links

Bei den Amazon-Links (orangefarben) in unserem Blog und unter unseren Youtube-Videos handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Das heißt, wenn Du über jene Links bei Amazon bestellst, erhalten wir für den Einkauf eine Provision.

Die Finanzierung unserer Arbeit

Wir stellen die Informationen im Blog und auf Youtube kostenlos und frei von Bannerwerbung in den Beiträgen zur Verfügung. Das Schreiben hochwertiger Blogartikel und die Videoproduktion sind mit z.T. beträchtlichem Aufwand verbunden.

Auf der einen Seite haben wir die Recherche zu unseren Inhalten, das Schreiben selbst, das Aufnehmen, Schneiden und Vertonen unserer Videos, Bildbearbeitung, die Überarbeitung unserer Texte, etc. Hinzu kommen die Interaktionen mit den Nutzern in den „Sozialen Netzwerken“, die Beantwortung von Kommentaren und E-Mails. Dass wir all das mit unserer Lebenszeit bezahlen, muss ich nicht in epischer Breite erläutern. Oder?

Auf der anderen Seite stehen konkete Kosten für die Technik, z.B. Foto- und Filmkameras, Objektive, Notebook, Festplatten, Mikrofone, externe Soundkarte und Scanner. Selbst Software, Domain, Hosting, Strom- und Internetanschluss gibt es nicht für lau.

Unseren Bloglesern und Youtube-Abonnenten bieten wir verschiedene Möglichkeiten an, unsere Arbeit zu honorieren und so einen Teil unserer Aufwendungen zu tragen. Sie können uns z.B. via Paypal einen Betrag ihrer Wahl spenden oder alternativ einen unserer Amazon-Affiliate-Links anklicken und darüber bei Amazon bestellen. Nachtrag vom 21.10.2017: Zusätzlich sind wir nun Affiliate-Partner von Boutique Vegan und Upcycling Deluxe.

„Warum ausgerechnet Amazon?“

Amazon ist der weltgrößte Onlinehändler. Unzählige Menschen kaufen dort ein und besitzen demzufolge ein Amazon-Konto. Es ist naheliegend, jenen Umstand zu nutzen, und als „Affiliate“ Geld mit Amazon zu verdienen.

In der Regel findet man dort alle Waren, die das Käuferherz begehrt. Sollte eines der von uns empfohlenen Produkte dort nicht erhältlich sein, verlinken wir auf einen anderen Shop oder den Hersteller, auch wenn wir hierfür keine Provision bekommen.

Wir haben uns dafür entschieden, Produkte und Bücher, die wir selbst guten Gewissens weiterempfehlen können, mittels Amazon-Affiliate-Links anzupreisen. Davon profitieren nicht nur wir, sondern in gleicher Weise die Hersteller der Waren bzw. die Verlage und Buchautoren.

„Aber Amazon ist doch alles andere als nachhaltig!“

Wir denken, dass wir eine Leserschaft haben, die bewusst eigene Entscheidungen trifft. Jedem steht es frei, über die Amazon-Links zu bestellen, und uns damit finanziell zu unterstützen. Wir befürworten auch, wenn jemand seine Waren woanders z.B. gebraucht erwirbt oder sie ausleiht, um den eigenen ökologischen Fußabdruck klein zu halten.

Wenn man den Onlinehändler Amazon kritisch betrachtet, muss man sich auch mit anderen Unternehmen und Händlern kritisch auseinandersetzen. Wenn jemand ein Produkt kauft,

  • muss es ein anderer produzieren, der damit einen zeitlichen und finanziellen Aufwand hat, und i.d.R. darauf achtet, seine Kosten gering zu halten,
  • muss es immer den Weg vom Hersteller zum Käufer finden, d.h. es werden weite Wege zurückgelegt und es sind Leute angestellt, die sich um die Logistik kümmern müssen,
  • wird möglicherweise in der Lieferkette jemand miserabel bezahlt oder schlecht behandelt und
  • sind Unternehmen beteiligt, die den Regeln des Marktes folgen müssen und daher z.B. steuerliche Schlupflöcher ausnutzen.

Sich ein Land mit geringer steuerlicher Belastung für das eigene Unternehmen zu suchen, finde ich im Übrigen völlig legitim, solange Staaten mit Steuergeldern Waffen, Militär, Kriege und anderen Unfug finanzieren.

Viel bedeutungsvoller als die Frage, wo etwas gekauft wird, ist die Frage, was gekauft wird.

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CC BY-SA 4.0 Amazon und ein nachhaltiges, ökologisches Leben – ein Widerspruch? von Free Your Family ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Comments 8

  • Ich liebe es bei Amazon zu bestellen und es ist mir völlig egal, ob die Ihren Sitz in Lux. bei mir um die Ecke haben, oder in Vanneickel. Wer auf Euch rum hackt hat sonst krine anderen Probleme. ICH FINDE EUCH KLASSE.

    • Liebe Chrissie,

      danke für Deinen Kommentar! So sind viele Menschen eben. Sie lassen sich ihre Meinung von den Medien bilden, ohne ein Thema „fertigzudenken“. 😉

      Herzliche Grüße
      Patrick

  • Ein toller Post! Ich finde nämlich auch, dass Amazon nicht schlimmer ist als andere Online-Versandgeschäfte. Denn eigentlich macht Amazon ja eher weniger Müll, als wenn man in drei verschiedenen Shops einkaufen müsste…
    Außerdem kaufen die meisten eben eh bei Amazon – dann können sie damit euch ja auch unterstützen 😉

    • Danke Tabea!

      Selbstverständlich ist es super, wenn jemand z.B. ein Buch im Laden um die Ecke erwirbt und damit das Leben von jemandem finanziert, den er kennt. Manche Waren (gerade solche, die wir ab und zu „promoten“) gibt es jedoch nicht im regionalen Gemischtwarenladen. 😉 Sowas bestellt man dann eben online.

      Das Internet hat das Einkaufen revolutioniert, und Amazon den Handel; Bietet es doch Händlern, Herstellern und kreativen Menschen eine Plattform, ihre Produkte zu vertreiben. Diese „Diensteistung“ seitens Amazon ist zwar nicht kostenlos, aber man erschließt sich dadurch einen großen Kundenkreis.

      Liebe Grüße
      Patrick

  • nun, es gibt ja den versuch eine „faire alternative zu den online riesen“ zu erschaffen, kennt ihr ja bestimmt schon? fairmondo.

  • Hallo! Ich glaube, der Vorwurf, weshalb Amazon und euer Lebensstil eigentlich

    nicht zusammenpassen dürften, ist jener, dass Amazon (nachgewiesenermaßen) in der Kritik steht, seine Mitarbeiter auszubeuten und durch seine Monopolstellung die Produktpreise in die Höhe zu treiben. . .
    Ich fände es auch nicht gut, wenn ihr bei H&M einkaufen würdet…dass wäre ähnlich unpassend. VG

    • Hallo Steffi!

      Ja, den Aspekt der Mitarbeiterausnutzung habe ich im Beitrag angeschnitten.

      Ich sehe Amazon nicht in einer Monopolstellung. Die Waren, die es dort gibt, kann ich schließlich problemlos woanders kaufen, z.B. bei H&M. 😉

      Aber mal ernsthaft: Wenn ich im Secondhandgeschäft hochwertige, passende Designerkleidung für einen Bruchteil des Preises der Stangenware von H&M erhalte, muss ich nicht lange überlegen, was und wo ich einkaufe. 🙂

      Liebe Grüße
      Patrick

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