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Montenegro im November

Zuletzt aktualisiert: 21.02.2026

Liebe Reise-Freunde, hier fehlt noch ein Stück aus unserem November 2019: ein Monat Montenegro, ein Land zwischen Hochgebirge und Meer, zwischen großem Versprechen und kleiner Ernüchterung. Wir erzählen euch, was uns begeistert hat, was uns geärgert hat, und warum Montenegro bei uns ein zwiespältiges Echo hinterließ. Bilder gibt es natürlich auch.

Vorweg, damit niemand falsche Erwartungen mitnimmt: Wir schreiben hier einen Erfahrungsbericht. Wo wir Zahlen nennen oder „allgemeine Wahrheiten“ streifen, verlinken wir euch Quellen. Alles andere ist unser Blick, aus unserem Auto, unserer Ferienwohnung, unserem Alltag mit Kindern.

Von Kroatien durch Bosnien und Herzegowina nach Montenegro

Wir wollten den Winter einmal nicht im Graubraun verbringen. Also zogen wir nach drei Monaten Kroatien weiter ins Nachbarland. Unsere Kroatien-Reiseberichte findet ihr hier und hier.

Kirche und Friedhof von Kladnjice (Kroatien)

Kirche und Friedhof von Kladnjice (Kroatien)

Obwohl wir nicht als Halter unseres VW-Busses in den Papieren stehen, gab es beim Grenzübertritt nach Bosnien-Herzegowina in Donji Vinjani keine Probleme. Manchmal wird eine Vollmacht des Halters verlangt.

Ein Grenzbeamter sprach fabelhaftes Deutsch. Er plauderte mit uns und schrieb uns die „günstigste Route“ durch Bosnien und Herzegowina nach Montenegro auf ein Blatt Papier. Hinter uns staute es bereits.

Die Landschaft auf dem empfohlenen Weg war tatsächlich großartig. Wir fuhren durch Täler, vorbei an Felsen, Ebenen, Flüssen und alten Mauern. In solchen Momenten wirkt eine Grenze wie eine Fußnote, nicht wie eine Linie.

Es gibt viele freilaufende Rinder in Bosnien

Es gibt viele freilaufende Rinder in Bosnien. Das heißt: vorsichtig fahren!

Kurz vor dem Grenzübergang nach Montenegro, am Bileća-See, schossen wir noch diese beiden Bilder.

Eine alte Frau sucht auf der Mülldeponie am Bilećko jezero nach Verwertbarem

Eine alte Frau sucht auf der Mülldeponie am Bilećko jezero nach Verwertbarem

Kurz vor Montenegro: Müllhalde am Bilećko jezero

Das sieht nicht gesund aus.

Einreise nach Montenegro

Bei der Einreise nach Montenegro, am Grenzübergang bei Deleuša, sahen wir, wie zwei junge Männer mit deutschem Kennzeichen deutlich strenger kontrolliert wurden. Um Probleme zu vermeiden, legte Patrick die grüne Versicherungskarte bereit und überreichte sie dem Beamten.

Wer neugierig ist: Die Bewertungen der Grenzübergänge sind bei Google Maps teils unerquicklich. Hier die Orte direkt, ohne Shortlinks:
Deleuša
und
Vraćenovići.

Nachtrag vom 16.02.2023: Wir haben die Grenzen später noch ein paar Mal passiert. Ja, an großen Übergängen braucht ihr Geduld. Im Grunde war aber alles okay.

Dann waren wir also in Montenegro. Unser Jüngster saß ausnahmsweise vorn und kommentierte jede Kurve und jeden Tunnel begeistert. Wir staunten während der Berg- und Talfahrten und merkten, wie schnell Landschaft den Ton einer Reise verändert.

Straßenhunde in Montenegro

Während einer kurzen Rast treffen wir auf die ersten Straßenhunde in Montenegro.

Montenegro wirkte auf uns schroffer als Bosnien und Herzegowina. Zerklüftetes Gestein, massive Berge, wenig „weiche“ Übergänge. Und dann, plötzlich, die Bucht von Kotor. Uns stockte der Atem.

Bucht von Kotor (Montenegro)

Bucht von Kotor

Als wir aus dem Hochgebirge hinunterfuhren und uns um die Bucht schlängelten, standen wir dann allerdings mitten im Massen-Tourismus. Reisebusse, Stau, Gedränge. Es wurde schnell dunkel, und den Rest der Küste bis Bar fuhren wir im Schatten. Eine Landschaft kann groß sein und trotzdem keine Ruhe geben.

Unser Ferienhaus in Bar

Bar liegt im Süden Montenegros direkt an der Küste. Unser „Zuhause“ fanden wir über Airbnb. Der Host bat uns, nicht über das Portal zu buchen, wegen Steuern in mehreren Ländern. Wir gingen darauf ein, weil wir vor Ort zahlen konnten und das Haus bei Street View plausibel wirkte. Das war eine Abwägung, keine Empfehlung.

Das Vermieter-Ehepaar wartete bereits. Alle Fenster standen offen, es roch frisch, nach Raumduftspray. In diesem Video zeigen wir euch die Wohnung:

Wir zahlten 300 Euro Miete, dazu ein Euro pro Tag fürs Wasser. Strom berechneten sie mit 12 Cent pro Kilowattstunde.

Beim Bettenbeziehen fanden wir: zwei Kopfkissen mit klaren Schimmelspuren. Zum Glück hatten wir zwei Babykissen dabei.

Der erste Tag: Schimmel, Spray und eine „Bettensteuer“

Am nächsten Tag wurde klar, warum so gründlich gelüftet wurde. An einigen Stellen waren die Wände frisch überstrichen. Der Schimmel drückte durch. Der Raumduft war weg, übrig blieb Muff. Wie pfiffig von den beiden, dass wir die Wohnung nicht auf Airbnb bewerten konnten.

Dann klopfte es. Der Vermieter bestand darauf, dass noch eine Art „Bettensteuer“ fällig sei, etwa 30 Euro pro Erwachsenem. Die entrichteten wir treudoof in der Touristenagentur. Angeblich würde das bei der Ausreise kontrolliert. Bestätigen konnten wir das später nicht.

Montenegro? Pfft… Willkommen in „MonteRegno“!

Kurz transparent: Dieser Blog ist werbefrei. Wenn euch unsere Texte helfen oder euch begleiten, könnt ihr uns freiwillig unterstützen. Ohne Druck, ohne schlechtes Gewissen. Danke. 😊

Wir waren außerhalb der Saison dort. An der Küste ist es im November mild, aber der Monat kann sehr regenreich sein. Für die Region Bar wird November in Klimadaten häufig als nassester Monat geführt. (Weather & Climate: Bar County November Precipitation)

Montenegro bekommt von uns den lieblichen Spitznamen „MonteRegno“.

Nachtrag vom 16.02.2023: Einige Leserinnen und Leser meinten, wir würden uns übers Wetter beschweren. Wir fanden es eher bemerkenswert, wie konstant der Regen war.

Wenn ihr auf Badeurlaub aus seid, ist der Sommer die naheliegendere Reisezeit. Wenn ihr lieber leerere Orte mögt, kann die Nebensaison reizvoll sein, nur eben mit Wetterlotterie.

Montenegro mit Kindern: Verkehr, der Stress macht

Unsere Ferienwohnung lag etwas außerhalb des Zentrums von Bar. Mit dem Auto waren es wenige Minuten, zu Fuß mit Kindern eher eine halbe Stunde bis zum nächsten großen Supermarkt.

Es gab wenig angenehme Wege. Nicht nur wegen der Straßenhunde, die unsere Kinder natürlich immer anziehen. Vor allem wegen des Verkehrs. Viele Autos fuhren schnell, Tempolimits wirkten eher dekorativ. Es verwunderte mich nicht, dass die Eltern hier auch große Kinder im Buggy schieben. An den Hauptverkehrsstraßen wurden die Kinder von den dicken Brummis mit drohender Faust angehupt, wenn sie den „Sicherheitsabstand“ von einem Meter zum Straßenrand nicht einhielten.

Ein Nachbar, Radfahrer, warnte uns freundlich auf Deutsch: „Hier in Montenegro muss man sich gut in Acht nehmen, besonders mit Kindern. Autofahrer nehmen keine Rücksicht und fahren auch mal jemanden an.“

Nachtrag vom 16.02.2023: Das ist keine Kulturkritik. Rücksichtsloses Fahren gibt es überall. Nur: mit Kindern spürt man es härter.

Internet in Montenegro

Wir nutzten damals Google Fi. Für Reisende aus der EU kann Roaming in Montenegro teuer sein, weil Montenegro nicht zur EU gehört. Wer so etwas wie Google Fi nutzt, findet die offiziellen Infos zu internationaler Nutzung hier: Google Fi: Nutzung im Ausland und International Rates.

Patrick kaufte zusätzlich eine lokale Daten-SIM. Das war preislich überraschend gut, und es machte uns unabhängiger von Funklöchern und Launen.

Essen und Einkaufen: vegan geht, aber nicht bequem

Ihr könnt in Montenegro mit Euro zahlen, obwohl das Land nicht Teil der EU ist. Das spart Umrechnerei. Viele Lebensmittel waren günstig.

Für Veganerinnen und Veganer war es… speziell. Texturiertes Sojaprotein (TVP) gab es günstig. Pflanzendrinks waren teuer, Tofu fanden wir damals nicht. Und wer Palmöl meiden will, sollte bei Margarine, Süßem und Snacks genauer hinschauen.

Lebensmittel ohne Plastikverpackungen in Montenegro

Obst und Gemüse gab es oft unverpackt. Das fühlte sich erst einmal gut an.

Das kommt (nicht) in die Tüte

Die Freude über unverpacktes Obst und Gemüse hielt bei uns nicht lange. Oft nahm eine Verkäuferin die einzelne Gurke oder Mango und steckte sie automatisch in eine Plastiktüte. Erst dann durfte sie auf die Waage.

Ohne Tüte zu kaufen, brauchte Erklärungen. Manchmal klappte es. Manchmal wurde es mühsam. Also nahmen wir benutzte Tüten mit, um nicht jeden Tag zu diskutieren. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Die weißen Tüten waren nicht dieselben wie die orangefarbenen aus dem Laden, in dem ich gerade stand. Und nur DIESE dürfe ich verwenden.

Plastic Planet: Die Tüten sind hier so angesagt wie Alditüten nach der Wende in Ostdeutschland.

Plastiktüten sind in Montenegro allgegenwärtig

Plastiktüten waren gefühlt überall.

Süßigkeiten werden aus Tüten in Plastikbecher umgefüllt

Süßigkeiten aus Tüten in Plastikbecher umfüllen …

Umgefüllte Süßigkeiten werden verkauft

… und dann verkauft.

Am Strand: Müll, der bleibt

Bei einem Bummel an der Strandpromenade merkten wir schnell, dass sich hier etwas ändern müsste. Spielplätze gab es, manche modern, manche müde. Der Strand selbst war an vielen Stellen stark vermüllt.

Nachtrag vom 16.02.2023: Ein Teil des Mülls wird von Strömungen angespült. Er stammt nicht zwingend nur aus Montenegro. Uns ging es um Sichtbarkeit, nicht um Schuldzuweisung.

Müll am Strand in Montenegro

Strandgut: Müll am Strand in Montenegro

Wir trafen eine Gruppe junger Leute, die Säcke voll Plastik gesammelt hatten. Sie arbeiteten im Rahmen der NGO „Marine Mammals Research Association“ (DMAD) und des Projekts „Montenegro Dolphin Research“. Hier findet ihr Infos zum Projekt: Montenegro Dolphin Research und zur Projektbeschreibung bei DMAD: Montenegro Dolphin Research (DMAD).

Patrick nahm die Zustände so mit, dass er anfing, Müll in unseren Bollerwagen zu packen und später in Container zu werfen. Die Kinder halfen. Wir haben so etwas schon öfter gemacht, zum Beispiel in Polen.

Keine Kuscheldecke fürs Baby

Mit anderen Familien aus Deutschland trafen wir uns in unserer Ferienwohnung. Wir tauschten uns aus, die Kinder spielten vergnügt zusammen, dann kochten und aßen wir gemeinsam. Es ist schön, wie leicht auf Reisen neue Freundschaften entstehen.

Als die Vermieterin die Tagesdecke fürs Bett auf den Fliesen liegen sah, wurde sie zur Furie. Dem Baby der anderen Familie wollte ich nun wirklich nicht den kalten, harten Fußboden anbieten. „Ob wir das zuhause auch so machen würden“, übersetzte unser neuer Freund, der sehr gut Russisch spricht. Und ich dachte mir so: „Also wirklich! Was fällt mir ein, eine Wolldecke auf dem Boden auszubreiten? Und dann auch noch für ein Baby!“

Die Brüllfrau

Wir hatten ein Stückchen Grasweg entdeckt. Ich ließ die Kinder die 20 Meter mit ihren Rädern vor- und zurückfahren. Immer nur zwischen den anliegenden Gärten. Privatgrundstücke betraten wir nicht.

Hinter einem Zaun lebte ein Hund in einem winzigen Stacheldrahtgehege. Er wedelte mit dem Schwanz und freute sich über meine Kinder.

Vom Bellen aufgescheucht, kam die Herrin des Hundes hinzu. Anstatt sich mit mir zu unterhalten, schimpfte sie mich in ihrer Sprache voll. Ich erklärte ihr auf Englisch, dass wir nur etwas hin- und herfahren wollten — auf dem Weg, nicht auf ihrem Grundstück. Viele Menschen in Montenegro verstehen keine andere Fremdsprache außer Russisch.

Die Frau schimpfte und wütete. Ich fragte, wo das Problem sei. Eine Antwort fand sie nicht. Stattdessen drohte sie, den Hund loszulassen. Hm, vielleicht war das seine Chance auf Freiheit? Ich entgegnete, dass wir Hunde mögen und keine Angst hätten. Mit verbissenem Mund riss die Dame die Zwingertür auf. Der Hund sprang heraus und … rannte fröhlich in den Garten seines Frauchens. Er genoss die Bewegung sichtlich.

Nachdem das nicht so lief wie geplant, brüllte sie lauter als zuvor. „Policia, Policia!“, dröhnte es aus ihr heraus, und sie griff zum Handy, das sie dann aber doch wieder wegLegte. Ich ging mit den Kindern den Weg zurück.

Dann bog der Mann der Frau in den Grasweg ein. Er düste uns mit seinem Auto entgegen. Ob er uns überfahren wollte? Oder hatte er es eilig, weil er seine Frau beruhigen musste? Wir verzichteten danach auf Spaziergänge dort.

Wo Kinder frei spielen dürfen

Zum Glück konnten die Kinder rund ums Haus unserer Vermieter fahren. Im Garten standen Kiwi-, Mandarinen- und Apfelsinenbäume. Die Früchte waren schwarz vom Straßenruß, aber der Garten gab Luft — also weniger nach Schimmel, nassem Wischmop und Müll. Die Vermieter stellten uns oft Obst vor die Tür. Das war großzügig.

Die Erfahrungen decken sich

Ich legte einen Arbeitstag am Strand ein und saß mit meinem Laptop im Auto, während Patrick mit den Kindern einen Spaziergang machte. Eine ältere Dame sah unser Auto und sprach mich auf Deutsch an. Sie war Serbin, der Mann Montenegriner. Kennengelernt hatten sie sich in Bayern, wo sie 40 Jahre lang lebten. Nun reisten beide als Rentner zwischen „ihren“ Ländern hin und her. Die fröhliche Frau pflichtet mir bei, dass Freundlichkeit nicht zur Stärke der Montenegriner zähle. „Doch in Albanien ist es besser“, tröstete sie.

Sehenswürdigkeiten: schmaler Asphalt, großer Abgrund

An einem sonnigen Tag fuhren wir zu einem serbisch-orthodoxen Kloster in die Berge. Der Ausflug war ein Highlight, wegen der Strecke. Serpentinen, steile Hänge, kaum Platz zum Ausweichen. Es war wunderschön, und es verlangte volle Aufmerksamkeit. Wie klein die Stadt Bar von hier oben wirkte! Und trotzdem blieb sie hässlich grau und voller dreckigem Beton. Wir genossen es, davon Abstand zu gewinnen.

Serpentinen im Rumija-Gebirge

Serpentinen im Rumija-Gebirge

Aussicht über die Berge

Aussicht über die Berge

Straße zum Kloster

Links: die Straße zum Kloster

Mit dem VW T4 durchs Nadelöhr

Mit dem T4 durchs Nadelöhr

Wir kamen am serbisch-orthodoxen Kloster Manastir Sergija Radonjeskog an. Durch das Läuten der Glocke am Eingang durchbrachen wir die eindrückliche Stille und meldeten unseren Besuch an. Eine freundliche Nonne bat uns hinein. In der kleinen Kapelle sahen wir mehrere Bilder mit Maria und dem Jesuskind. Es duftete nach Weihrauch und Bienenwachs. Nachdem wir uns umgesehen hatten, spendeten wir am Ausgang einige Euros. Die Kinder erhielten getrocknete Apfelringe, Patrick suchte sich etwas Räucherware aus. Bevor wir gingen, streichelten wir noch die wohlgenährten, zutraulichen Katzen im Klostergarten.

Nachtrag vom 16.02.2023: Wir sind allgemein keine großen Fans von Städten. Das ist Geschmack, keine Diagnose.

In der Nähe des Klosters erfrischte uns eine Quelle. Obwohl das Leitungswasser in unserer Unterkunft trinkbar war, schmeckt Quellwasser für uns immer nach Pause.

Stara Maslina: ein sehr alter Olivenbaum

Bei Bar steht „Stara Maslina“, ein Olivenbaum, der oft mit „über 2.000 Jahre“ angegeben wird. Das ist eine Angabe, die ihr in vielen Quellen findet, auch in journalistischen Berichten. (RFE/RL: Can Montenegro’s 2,200-Year-Old Olive Tree Be Saved?)

Für ein kleines Eintrittsgeld gelangten wir in einen winzigen Park. Die Kinder spielten, kletterten, entdeckten Schildkröten. Für sie war das kein „Naturdenkmal“, sondern ein Abenteuerspielplatz mit sehr ruhigem Schatten.

Stara Maslina, alter Olivenbaum bei Bar

Stara Maslina

Schildkröten im Park

Schildkröten im Park

Die geheime Bucht Bigovica

An den selten sonnigen Tagen wollten wir raus. Patrick wanderte mit unserer ältesten Tochter zu einer einsamen Bucht namens Bigovica. Der Weg war wild, mit verlassenen Häusern, Tieren, rostigen Autos und kleinen Fundstücken. Und auch dort tauchten wieder Müllstellen auf.

Blick auf Rumija

Blick auf Rumija

Die Bucht Bigovica

Die Bucht Bigovica

Müll in der Bucht

Selbst die kleine Bucht war nicht frei von Müll.

Die Altstadt von Bar

Nach einer Nacht, in der uns das schwere Erdbeben in Albanien aus dem Schlaf riss (hier berichten wir), wollten wir die Altstadt von Bar anschauen.

Wir parkten erst an einem Bolzplatz. Kurz darauf wollte jemand zwei Euro „Parkgebühr“. Wir lehnten ab und fuhren weiter. Vor den Mauern von Stari Bar, einer alten Stadt, von der heute vor allem Ruinen übrig sind, fanden wir einen kostenlosen Platz.

Vor den Mauern von Stari Bar

Vor den Mauern von Stari Bar

Kleine Läden in der Altstadt

Kleine Läden in der Altstadt

Ein Bach voller Plastik

Ein Bach voller Plastik

Weil es spät war, schauten wir uns das Gelände innerhalb der Stadtmauern nicht mehr an. Wenn ihr Stari Bar besuchen wollt: Der Eintritt lag damals bei zwei Euro für Erwachsene und einem Euro für Kinder.

Ulcinj: freundlich, lebendig, nah an Albanien

In Bar fühlten wir uns nicht richtig wohl. Nahe der albanischen Grenze gefiel es uns besser. Wir besuchten die Altstadt von Ulcinj, die südlichste Stadt Montenegros. Der Einfluss der muslimischen Kultur war dort stärker spürbar, und die Atmosphäre wirkte auf uns entspannter. Die Menschen boten ihre Hilfe an und erfreuten sich an unseren Kindern.

Blick über Ulcinj

Blick über Ulcinj

Freilernen in Montenegro

Freilernen in Montenegro

Strandgut in Ulcinj

Strandgut in Ulcinj

Und dann gab es noch diese kleine Szene, die uns hängen blieb: Wir hörten ein Katzenbaby maunzen, eingeschlossen in einer Bar. Patrick bat im Restaurant um Hilfe. Ein Mann organisierte den Schlüssel, holte das Tier heraus, und seine Tochter nahm es mit. Manchmal ist Rettung keine große Geste, sondern einfach ein Schlüssel.

Gerettetes Kätzchen

Das gerettete Kätzchen

Fazit: Montenegro, viel Schönheit und viel Reibung

Wir zählten die Tage in Montenegro — einige davon mit Fieber und Erkältung — bis wir nach Albanien weiterziehen konnten. Regen, wenig kindgerechte Wege, Schimmel, Stress im Verkehr. Die elektrischen Radiatoren fraßen Energie und schafften es trotzdem nicht, die Räume wirklich gemütlich zu machen.

Gleichzeitig hatte Montenegro Momente, die wir nicht vergessen. Berge, die wie eine andere Welt wirken. Diese kurze Stille am Kloster. Die Bucht von Kotor. Begegnungen mit Menschen, die einfach helfen. Obwohl Montenegro mit einer fantastischen Landschaft glänzt, kommt dieses Land nicht auf die Liste der Länder, die wir gerne wieder bereisen wollen.

Montenegro bezeichnet sich in seiner Verfassung als „ökologischer Staat“. Das ist ein großer Anspruch. Wir haben vor Ort vieles gesehen, das damit kollidiert, vor allem beim Müll und beim Umgang mit öffentlichem Raum. Den Widerspruch fanden wir nicht moralisch interessant, sondern praktisch. (Constitution of Montenegro (PDF))

Wenn ihr Fragen habt oder eigene Erfahrungen teilen wollt: Wir freuen uns über Kommentare.

Mit vielen Grüßen
Eure immer noch reisebegeisterte Evelin =)

Weiterlesen:
Erdbeben in Albanien: wie es mich aus dem Schlaf riss
Worldschooling: Freilernen und Reisen
Wasserquellen mit frischem Quellwasser in eurer Umgebung

Quellen zum Nachlesen (für die überprüfbaren Aussagen)

PS: Tom von Explorertom war auch in Montenegro unterwegs und hatte ebenfalls eine kritische Sicht auf den Hype. Sein Artikel zu Budva ist hier: Budva, Montenegro.

CC BY-SA 4.0 Montenegro: Weder Perle noch Juwel an der Adria von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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