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Letzte Änderung: 22.02.2026

Noch bevor wir Kinder hatten, trat das Thema „Windelfrei“ in unser Leben. Nicht als Methode, die wir uns vorgenommen hätten, sondern als Beobachtung. Ich erzähle euch diese kleine, kuriose Geschichte, weil sie mir gezeigt hat, wie fein Lebewesen manchmal signalisieren, was sie brauchen. Und weil daraus später echte Praxis für unseren Familienalltag geworden ist.

Eine Katze in Narkose

Zum Aufwachen nach einer Narkose hielt ich ein Katerchen stundenlang auf meinem Schoß. Im Bett kuschelte ich ihn an meinen Körper, streichelte sein weiches Fell und sprach leise mit ihm, bis die Anspannung nachließ.

Dass der Kater langsam zu sich kam, merkte ich an den Pfötchen, die sich vorsichtig bewegten, am schnuppernden Näschen und am lauter werdenden Schnurren.

Schon als Kind sah ich es als meine Pflicht, kranken Tieren besondere Zuwendung zu schenken. Für mich war dieser Abend deshalb nicht nur Fürsorge. Er war auch eine Lektion im genauen Hinsehen.

Ausscheidungskommunikation

Ich saß am Tisch, der schneeweiße Kater auf meinem Schoß. Die Zeit verging.

Plötzlich spürte ich Unruhe in dem kleinen Katzenkörper. Das hatte ich bei anderen Tieren nach dem Aufwachen aus einer Narkose so noch nicht beobachtet. Irgendetwas wollte raus, und zwar bald.

Da ich kein Handtuch untergelegt hatte, brauchte ich schnell eine Lösung. Mein Blick fiel auf den Papierkorb. Ich hob den Vierbeiner behutsam darüber.

Ich flüsterte einen Zischlaut. Dann plätscherte es. Es klappte, und es war erstaunlich unspektakulär.

Als ich mich schlafen legen wollte, der Kater aber noch immer benommen war, blieb ich auch nachts bei ihm. Ich legte ihn im Bett ganz nah an meinen Körper. Sobald er wieder diese Unruhe zeigte, öffnete ich die Bettdecke, nahm ihn hoch und hielt ihn über eine bereitgestellte Schüssel.

Nach Jahren wiederholte sich die Situation mit einem jungen Katzenmädchen. Zu dem Zeitpunkt war ich mit unserem großen Mädchen schwanger. Und mir fiel wieder ein, wie viel „Kommunikation“ in so einem kleinen Körper steckt, wenn wir sie nicht übersehen.

Von Katzen auf den Menschen übertragen

Diese Erfahrung hat bei mir einen Gedanken angestoßen. Wenn Tiere so deutlich signalisieren, wann sie müssen, wie ist das dann bei Menschenbabys?

Ich begann, mich mit „Windelfrei“ zu beschäftigen, also mit Ausscheidungskommunikation. Das ist keine „Sauberkeitserziehung“ und auch kein Wettbewerb. Es ist ein Weg, Signale wahrzunehmen und dem Kind eine Möglichkeit zu geben, sich nicht dauerhaft in nassen Ausscheidungen zu erleben.

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Seitdem habe ich viel dazugelernt und eigene Erfahrungen gesammelt. Unter anderem dazu, wie Windelfrei nachts funktionieren kann und dass das auch bei Neugeborenen schon klappen kann.

Eine kleine Einordnung zum Schluss

Vielleicht ist das Wichtigste an dieser Geschichte gar nicht der „Trick“ mit dem Papierkorb oder dem Zischlaut. Vielleicht ist es die Erinnerung, dass Verbindung oft mit Aufmerksamkeit beginnt.

Windelfrei muss nicht perfekt sein, und es muss auch nicht „ganz oder gar nicht“ sein. Manche Familien nutzen es nur zuhause, andere nur tagsüber, manche gar nicht. Alles kann stimmig sein, solange der Druck draußen bleibt und ihr euch im Alltag nicht überfordert.

Weiterlesen: unsere Windelfrei-Erfahrungen

CC BY-SA 4.0 Als ich noch keine Kinder hatte: erste Berührungen mit „Windelfrei“ von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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