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Letzte Änderung: 05.08.2026

Noch bevor ich Kinder hatte, kam das Thema „Windelfrei“ in mein Leben. Die Geschichte ist kurios. Ich möchte sie euch trotzdem erzählen.

Eine Katze in Narkose

Zum Aufwachen nach einer Narkose hielt ich ein Katerchen stundenlang auf meinem Schoß und kuschelte ihn im Bett an meinen Körper. Ich streichelte ewig sein weiches Fell und sprach ihm zu, dass alles gut werden würde.

Irgendwann bewegte der Kater vorsichtig die Pfötchen, schnupperte und schnurrte allmählich lauter. Daran merkte ich, dass er zu sich kam.

Schon als Kind sah ich es als meine Pflicht, kranken Tieren besondere Zuwendung zu schenken. An diesem Abend schenkte ich dem Kater deshalb meine ganze Zeit und Aufmerksamkeit. Dabei beobachtete ich etwas, an das ich Jahre später wieder denken würde.

Hinweis: Diese Erinnerung beschreibt meine damalige Beobachtung. Die behandelnde Tierarztpraxis legt die Nachsorge nach einer Narkose für die einzelne Katze fest.[1]

Ausscheidungskommunikation

Ich saß am Tisch – den schneeweißen Kater auf dem Schoß. Die Zeit verging.

Plötzlich spürte ich eine Unruhe in dem kleinen Katzenkörper. Das hatte ich bei anderen Tieren nach dem Aufwachen aus einer Narkose so noch nicht beobachtet. Ich deutete die Unruhe damals als Zeichen, dass er sich lösen musste.

Da ich kein Handtuch untergelegt hatte, musste ich mir schnell etwas überlegen. Mein Blick fiel auf den Papierkorb. Ich hob den Kater vorsichtig darüber.

Ich flüsterte einen Zischlaut, und schon plätscherte es. Erfolgreich und geruchlos.

Als ich mich schlafen legen wollte, war der Kater immer noch benommen. Ich entschied mich, auch nachts für ihn da zu sein. Im Bett legte ich ihn ganz nah an meinen Körper. Sobald er wieder diese Unruhe zeigte, öffnete ich die Bettdecke, nahm ihn hoch und hielt ihn über eine bereitgestellte Schüssel.

Jahre später wiederholte sich die Situation mit einem jungen Katzenmädchen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit unserem großen Mädchen schwanger.

Wie ich auf Windelfrei kam

Die Erinnerung an den ersten Kater war sofort wieder da. Mit ihr kam die Frage: Zeigen Säuglinge ebenfalls Signale, bevor sie sich lösen?

Bei Windelfrei beobachten Sorgepersonen mögliche Signale und zeitliche Muster eines Säuglings. Sie halten ihn zum Ausscheiden über ein geeignetes Gefäß. Die Fachliteratur bezeichnet diese von Erwachsenen begleitete Praxis auch als Elimination Communication oder Assisted Infant Toilet Training.[2]

Ich begann, mich mit dem Thema zu beschäftigen, und bestellte mir das Buch „Es geht auch ohne Windeln!: Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege“ von Ingrid Bauer.

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Der Ton wirkt stellenweise etwas dogmatisch. Für mich war das Buch trotzdem ein hilfreicher Einstieg. Ich nahm daraus mit, was zu uns passte.

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Seitdem habe ich so viel dazugelernt und eigene Erfahrungen mit Windelfrei gemacht. Später habe ich zum Beispiel aufgeschrieben, wie Windelfrei nachts bei uns aussah und welche Erfahrungen wir mit einem Neugeborenen gemacht haben.

Die Katzengeschichte gab mir also eine Frage mit. Antworten sammelte ich erst später, mit unseren Kindern.

Weiterlesen: unsere Windelfrei-Erfahrungen

Quellen

  1. Tamara Grubb et al.: 2020 AAHA Anesthesia and Monitoring Guidelines for Dogs and Cats. Journal of the American Animal Hospital Association 56(2) (2020), S. 59–82; hier PDF-S. 2 und 20, Abschnitte zur individuellen Narkoseplanung und „Phase 3: Return Home“. DOI: 10.5326/JAAHA-MS-7055. ↩
  2. Celia Hindmarsh, Deborah Davis und Marjorie Atchan: Assisted Infant Toilet Training and Bladder and Bowel Health: A Global Integrative Review. Maternal and Child Health Journal 29 (2025), S. 1366–1367, Einleitung. ↩

CC BY-SA 4.0 Als ich noch keine Kinder hatte: erste Berührungen mit „Windelfrei“ von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.