Lesezeit: 8 Minuten

Aktualisiert am 6. März 2026

Wir finden Umsonstläden perfekt, um nach und nach alles loszuwerden, was wir nicht mehr brauchen. Schließlich dauert es nicht mehr lang, bis wir unseren Wohnsitz aufgeben.

Heute nehmen wir euch nochmal mit in diesen Umsonstladen. Beim letzten Mal hat das nicht so richtig geklappt. Diesmal wurde daraus nicht nur ein kleiner Vlog, sondern auch ein ziemlich typischer Ausschnitt aus unserem damaligen Alltag: Halt in der Stadt, Frühstückspause im Auto, Patrick im Buchladen, die Kinder mit Blick auf die Schlittschuhbahn und wir mittendrin in einer Phase, in der immer mehr Dinge gehen durften.

Wenn ihr euch fragt, was ein Umsonstladen eigentlich ist, warum so ein Ort beim Aussortieren helfen kann und weshalb sich das für uns damals viel stimmiger anfühlte als Wegwerfen oder Neukaufen, dann seid ihr hier richtig. Es geht nicht um große Theorie, sondern um Erfahrung, Beobachtung und um einen Familienalltag, in dem Kisten, Kleidung und Kinderbücher plötzlich nicht mehr einfach Besitz waren, sondern Ballast oder Bereicherung.

Wichtiger Zeithinweis: Dieser Beitrag ist ein Zeitdokument aus dem Jahr 2019. Unsere Wohnsitzaufgabe, unsere Reisevorbereitung und auch einige Alltagsumstände gehören genau in diese Phase unseres Familienlebens.

Was ist ein Umsonstladen?

Ein Umsonstladen ist ein Ort, an dem Dinge kostenlos abgegeben und kostenlos mitgenommen werden können. Brauchbare Sachen landen also nicht automatisch im Müll, sondern bekommen die Chance, anderswo noch nützlich zu sein.

Für uns war das damals eine sehr praktische Lösung. Wir wollten viel Besitz abbauen, ohne alles zu verkaufen oder ewig zu lagern. Ein Umsonstladen ist dabei nicht ganz dasselbe wie eine Kleiderkammer, die oft stärker auf Kleidung fokussiert ist. Und er ist auch kein Sozialkaufhaus, in dem Dinge verkauft werden. Hier geht es ums kostenlose Weitergeben und Mitnehmen.

Ein Halt in der Stadt, ein Buchladen, eine Schlittschuhbahn

Eigentlich wollten wir euch einfach nochmal dorthin mitnehmen. Vorher haben wir in der Stadt noch Halt gemacht, weil ich Patrick in den Buchladen geschickt hatte. Ich musste noch ein Buch abholen. Währenddessen haben wir im Auto gefrühstückt. Direkt dort war auch eine Schlittschuhbahn, und natürlich war sofort klar, dass wir da eigentlich auch unbedingt mal draufmüssten.

Genau diese Mischung aus kleinen Erledigungen, Familienchaos und spontanen Nebengedanken macht solche Tage bei uns aus. Nichts daran war geschniegelt. Es war einfach ein Tag, an dem nebenbei wieder ein Stück Besitz weniger wurde.

Warum der Umsonstladen für uns damals so gut passte

Wir wollten einiges abgeben. Eigentlich gaben wir zu dieser Zeit nach und nach fast alles umsonst ab, was wir nicht mehr brauchten. Nur ein paar große Möbel konnten noch bleiben. Wenn man auf eine Wohnsitzaufgabe zusteuert, merkt man ziemlich schnell, wie viel Zeug sich ansammelt, obwohl man es längst nicht mehr wirklich braucht.

Der Umsonstladen passte für uns deshalb so gut, weil er zwei Dinge zusammenbrachte, die uns wichtig waren. Wir konnten uns ehrlich erleichtern. Und brauchbare Dinge mussten nicht einfach entsorgt werden, sondern konnten weiterwandern.

Im Video wird auch deutlich, wie unkompliziert das dort teilweise lief. Man musste gar nicht immer erst lange hinein, weil schon vor der Tür geschaut wurde, was direkt gebraucht werden konnte. Gerade samstags standen dort oft schon Menschen, die gezielt nach bestimmten Sachen Ausschau hielten.

Was wir dort abgegeben haben

Diesmal haben wir unsere vielen Kisten dort losbekommen. Allein das war schon ein gutes Gefühl. Wer schon einmal angefangen hat, einen Haushalt ernsthaft zu verkleinern, kennt diesen Moment: Da stehen Dinge herum, die völlig in Ordnung sind, aber einfach nicht mehr ins eigene Leben passen.

Für uns ging es dabei nicht nur um Platz. Je weniger herumstand, desto klarer wurde, dass der Aufbruch wirklich näher rückte.

Was wir selbst gefunden haben

Und wie so oft bei solchen Orten ging es nicht nur ums Weggeben. Ich habe dort tatsächlich tolle schwarze Teile für mich gefunden. Genau solche Sachen mag ich im Familienalltag, weil sie unempfindlich sind gegen Kinderdreck und kleine Kindermatschhände.

Außerdem haben unsere Mädchen sich kleine Kinderbücher mitgenommen, die wir inzwischen schon wieder alle durchgelesen hatten. So war dieser Besuch nicht einfach nur ein Ausmisten, sondern auch ein Umlenken. Ein paar Dinge gingen. Ein paar andere kamen mit, aber sinnvoll und ohne Einkaufszirkus.

Warum ich ungern neue Kleidung kaufe

Ich kaufe gar nicht mehr gerne neu ein. Früher bin ich als junge Erwachsene gerne shoppen gegangen. Inzwischen ekelt mich dieser Geruch vieler neuer Klamotten eher an. Dieses Chemische. Dieses Gefühl, dass etwas zwar neu ist, sich aber gar nicht gut anfühlt.

Dazu kommt noch etwas anderes: Ich mag auch nicht mehr gern Klamotten anziehen, die von Kinderhänden aus China, Bangladesch oder sonst wo herkamen. Das ist meine persönliche Haltung und keine vollständige Analyse der Textilindustrie. Aber genau dieses Unbehagen war für mich stark genug, um Secondhand und Weitergabe viel lieber zu mögen als Neukauf.

Als ich mir im Sommer davor doch mal wieder etwas in einem kleinen Klamottenladen gekauft hatte, ich meine, es war NKD oder so, sah das Kleid zwar gut aus, aber es färbte ewig lange ab. Danach war meine Lust auf solche Einkäufe endgültig überschaubar.

Im Umsonstladen war das Gefühl jedenfalls ein anderes. Und nein, es war dort auch überhaupt nicht eklig. Es roch gar nicht so, wie man vielleicht vorschnell denkt, wenn man an eine Kleiderkammer oder an abgelegte Sachen denkt.

Zwischen Umsonstladen, Zahnspange und Familienalltag

Eigentlich wollte ich mich nach dem Besuch noch vor die Tür stellen und ein paar Worte dazu erzählen. Irgendwie hat das aber nicht mehr geklappt. Abends hatte ich dann erst recht keine Lust mehr, mich noch hinzusetzen und daraus etwas zu machen, weil ich totale Zungenbehinderung hatte. Meine Zahnspange war neu eingestellt worden, und danach tat mir einfach alles im Mund weh.

Ich konnte abends kaum noch mit meinen Kindern sprechen. Das ist manchmal sehr blöd. Solche Kleinigkeiten sieht man fertigen Beiträgen oft nicht an, aber sie gehören eben dazu. Nicht jeder Text oder jedes Video scheitert an fehlender Idee. Manchmal scheitert es schlicht daran, dass der Mund wehtut.

Unser Kasimir und der viele Schnee

Mitten in all dem taucht auch wieder unser Kater Kasimir auf. Er leckt sich im Januar immer total kahl. Der Tierarzt konnte keine Erkrankung feststellen. Wahrscheinlich lag es eher daran, dass er zu wenig Auslauf bekam, weil der Schnee so hoch lag und selbst im Garten kaum noch ein Durchkommen war.

Überhaupt war es gut, dass wir an diesem Tag nochmal im Umsonstladen waren. Schon am nächsten Tag lag wieder total viel Schnee. Der Schneepflug hatte bis zum Nachmittag gebraucht, bis er hier durch war. Danach war alles ganz leise. Aber eben auch total kalt.

Warum sich Weitergeben für uns richtig anfühlte

Wir hätten manches sicher auch entsorgen können. Aber zwischen unseren Kisten, den schwarzen Pullis und den Kinderbüchern wurde an diesem Tag nochmal sehr greifbar, warum uns das nicht lag. Der Umsonstladen war für uns eine direkte Form von Weitergabe. Praktisch, unspektakulär und passend zu dieser Phase, in der wir ohnehin immer mehr losließen.

Und dann kamen noch Freunde aus Portugal

Als wäre an solchen Tagen nicht ohnehin schon genug los, bekamen wir in den nächsten Tagen auch noch Besuch aus Portugal, oder genauer gesagt von Freunden aus Portugal. Mal sehen, dachten wir damals, ob es dazu auch wieder ein kleines Video oder ein kleines Feedback geben würde.

So blieb von diesem Tag am Ende eine ziemlich typische Mischung zurück: Buchladen, Frühstück im Auto, Schlittschuhbahn, Umsonstladen, schwarze Pullis, Kinderbücher, Zahnspangenfrust, Kater Kasimir mit kahlen Stellen und draußen ein Haufen Schnee. Unser Alltag war selten geschniegelt, aber meistens ziemlich echt.

Häufige Fragen zu Umsonstläden

Für wen ist ein Umsonstladen gedacht?

Nach unserem Eindruck nicht nur für eine einzige Gruppe. Solche Läden können für Menschen mit wenig Geld hilfreich sein, aber genauso für Familien, die Dinge weitergeben oder selbst brauchbare Sachen finden möchten.

Kann man dort einfach Dinge mitnehmen?

Das hängt immer vom jeweiligen Laden ab. Unser Eindruck bei diesem Besuch war: Vieles lief unkompliziert. Trotzdem würden wir immer schauen, welche Regeln der konkrete Ort hat.

Welche Sachen eignen sich zum Abgeben?

Vor allem Dinge, die noch brauchbar, sauber und alltagstauglich sind. Bei uns waren das unter anderem Kisten und Kleidung. Kinderbücher waren dort ebenfalls ein naheliegendes Thema.

Ist ein Umsonstladen dasselbe wie eine Kleiderkammer?

Nicht unbedingt. Beides kann sich überschneiden, aber ein Umsonstladen ist oft breiter angelegt. Dort geht es nicht nur um Kleidung, sondern allgemein um das kostenlose Weitergeben und Mitnehmen von brauchbaren Dingen.

Lohnt sich ein Umsonstladen, wenn ihr minimalisieren möchtet?

Für uns ganz klar ja. Gerade wenn ihr nicht alles verkaufen möchtet und brauchbare Dinge nicht wegwerfen wollt, kann das eine sehr praktische Lösung sein.

Habt ihr dort nur abgegeben oder auch selbst etwas mitgenommen?

Beides. Wir haben viele Kisten losbekommen. Gleichzeitig habe ich schwarze Oberteile gefunden, und die Mädchen haben Kinderbücher mitgenommen.

Weiterlesen

Wenn ihr tiefer in unsere damalige Phase aus Umbruch, Aussortieren und Reisevorbereitung eintauchen möchtet, dann passen diese Beiträge gut dazu:

Vlog: Umsonstladen, doofe Schule und Reisegequatsche

Besuch von deutschen Auswanderern aus Portugal

Fragen und Antworten zu unserer Langzeitreise

Wohnsitz abmelden: So geht’s

CC BY-SA 4.0 Umsonstladen: minimalisieren und Gutes tun von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

0
Was denkt ihr dazu? Wir sind gespannt auf eure Kommentare.x