Lesezeit: 6 Minuten
Aktualisiert am 11. August 2026
Wir finden Umsonstläden perfekt, um nach und nach alles loszuwerden, was wir nicht mehr brauchen. Schließlich dauert es nicht mehr lang, bis wir unseren Wohnsitz aufgeben.
Hallo ihr Lieben,
heute nehmen wir euch nochmal mit in diesen Umsonstladen. Beim letzten Mal hat das ja nicht so richtig geklappt. Diesmal machen wir vorher noch Halt in der Stadt. Patrick ist im Bücherladen, weil er mir noch ein Buch abholt, wir machen Frühstückspause im Auto und direkt neben uns ist eine Schlittschuhbahn. Wegen der beschlagenen Scheiben sieht man Patrick kaum, als er wieder angesaußt kommt.
So fängt das Video an. Und irgendwie passt das ziemlich gut zu dieser Zeit bei uns: Wir erledigen eine Sache nach der anderen und geben gleichzeitig nach und nach fast alles ab, was wir für unseren Aufbruch nicht mehr brauchen.
Zeithinweis: Der Beitrag erzählt von unserem Familienalltag 2019, als wir mitten in den Vorbereitungen auf unsere Langzeitreise und die Aufgabe unseres Wohnsitzes steckten.
Was ist ein Umsonstladen?
Das Prinzip eines Umsonstladens ist ziemlich einfach: Menschen geben brauchbare Dinge ab, die sie selbst nicht mehr brauchen, und andere können sie kostenlos mitnehmen. Bei diesem Umsonstladen wechselten Kleidung, Bücher und andere Alltagssachen auf diese Weise die Hände.
Für uns passte das damals sehr gut. Wir wollten unseren Besitz stark verkleinern und gaben nach und nach fast alles umsonst ab. Ein paar große Möbel konnten noch in der Wohnung bleiben.
Samstags warteten dort nach unserer Erinnerung häufig geflüchtete Menschen vor der Tür. Manche schauten schon draußen durch die abgegebenen Sachen und nahmen mit, was für sie passte. Einen Teil unserer Sachen konnten wir dadurch direkt weitergeben.
Warum wir damals so viel verschenkt haben
Bei uns ging es zu dieser Zeit um mehr als ein bisschen Ausmisten. Wir bereiteten uns darauf vor, unseren Wohnsitz aufzugeben und später loszureisen. Mit jeder Kiste, die weg war, wurde dieser Aufbruch ein Stück greifbarer.
Wir gaben vieles bewusst umsonst ab. Die Sachen waren schließlich noch brauchbar, nur für unser eigenes Leben brauchten wir sie nicht mehr. Der Umsonstladen war dafür für uns eine sehr einfache Lösung.
Diesmal sind wir dort unsere vielen Kisten losgeworden. Das war schon mal einiges.
Und dann komme ich mit Pullis zurück
Wir fahren also hin, um Sachen abzugeben, und natürlich schaue ich mich selbst ein bisschen um. Ich konnte ein paar Pullover gebrauchen und fand tatsächlich tolle schwarze Teile. Genau solche Sachen sind im Alltag mit Kindern ziemlich praktisch. Da sieht man Kinderdreck und Matschhände eben nicht sofort.
Die Mädchen suchten sich kleine Kinderbücher aus. Die hatten wir kurz darauf auch schon wieder alle durchgelesen. So gingen viele Sachen aus unserem Haushalt raus, und ein paar Dinge kamen mit uns zurück, die wir gerade gebrauchen konnten.
Vorher hatte ich bei solchen Läden irgendwie dieses alberne Bild im Kopf, dass gebrauchte Kleidung vielleicht muffig riecht oder sich unangenehm anfühlt. Bei diesem Besuch war davon nichts zu merken. Die Pullis waren in Ordnung, ich mochte sie, fertig.
Warum ich neue Kleidung immer weniger mochte
Ich kaufe inzwischen gar nicht mehr gern neue Klamotten. Früher bin ich als junge Erwachsene gern shoppen gegangen. Heute stört mich bei manchen neuen Sachen schon dieser chemische Geruch. Und bei sehr billiger Kleidung frage ich mich sofort, unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurde.
Im Sommer davor hatte ich mir doch einmal wieder ein Kleid in einem kleinen Klamottenladen gekauft – ich meine, es war NKD oder so. Das Kleid sah gut aus, aber es hat ewig abgefärbt. So etwas möchte ich dann eben auch nicht anziehen.
Im Umsonstladen fühlt sich das für mich anders an. Ich finde dort Sachen, die schon jemand getragen hat, kann schauen, ob sie für mich passen, und brauche dafür keine neue Kleidung.
Zahnspange, Kater Kasimir und sehr viel Schnee
Eigentlich wollte ich mich nach dem Besuch nochmal vor die Tür stellen und ein paar Worte zum Umsonstladen erzählen. Irgendwie hat das dann nicht mehr geklappt. Abends hatte ich auch keine Lust mehr, mich noch hinzusetzen, weil meine Zahnspange gerade neu eingestellt worden war und mir der ganze Mund wehtat. Ich konnte kaum noch vernünftig sprechen, auch mit den Kindern. Das ist manchmal einfach blöd.
Mitten im Video mischt sich auch unser Kater Kasimir ein. Er leckt sich im Januar immer ziemlich kahl. Eine Tierärztin konnte damals keine Erkrankung feststellen. Wir haben vermutet, dass er im tiefen Schnee weniger draußen unterwegs war. Ob das wirklich der Grund war, wussten wir nicht.
Und Schnee hatten wir reichlich. Es war gut, dass wir am Vortag im Umsonstladen gewesen waren, denn am nächsten Tag lag schon wieder so viel Schnee, dass der Schneepflug bis zum Nachmittag brauchte. Draußen war es danach immer noch total kalt.
Und dann kam noch Besuch aus Portugal
Für die nächsten Tage kündigte sich außerdem Besuch von Freunden aus Portugal an. Daraus wurde später tatsächlich ein eigener Beitrag: Besuch von deutschen Auswanderern aus Portugal.
So hing an diesem kleinen Ausflug in den Umsonstladen am Ende wieder unser ganzer Alltag mit dran: Frühstück im Auto, Buchladen, Schlittschuhbahn, Kinderbücher, schwarze Pullis, eine schmerzende Zahnspange, Kasimir und draußen jede Menge Schnee. Und zwischendrin wurde unser Besitz wieder ein Stück weniger.
Häufige Fragen zu Umsonstläden
Kann man in einem Umsonstladen einfach Dinge mitnehmen?
Das hängt von den Regeln des jeweiligen Ladens ab. Bei unserem Besuch lief vieles sehr unkompliziert: Menschen gaben brauchbare Sachen ab, andere nahmen kostenlos mit, was sie gebrauchen konnten.
Welche Sachen eignen sich zum Abgeben?
Bei unserem Umsonstladen konnten wir unter anderem Kisten und Kleidung abgeben. Kinderbücher gab es dort ebenfalls. Welche Dinge ein Laden annimmt, hängt von seinen Räumen und Regeln ab.
Kann man auch selbst etwas mitnehmen, wenn man Sachen abgibt?
Bei uns war beides möglich. Wir haben viele Kisten abgegeben, ich fand ein paar schwarze Pullover und die Mädchen nahmen Kinderbücher mit.
Ist ein Umsonstladen dasselbe wie eine Kleiderkammer?
Bei unserem Besuch lag der Unterschied für uns ganz praktisch darin, dass es im Umsonstladen neben Kleidung auch Bücher und andere Sachen gab und die Dinge kostenlos weitergegeben wurden. Wie ein einzelner Laden organisiert ist, entscheidet das jeweilige Projekt.
Lohnt sich ein Umsonstladen, wenn ihr minimalisieren möchtet?
Für uns hat das sehr gut gepasst. In dieser Phase wollten wir viele brauchbare Dinge verschenken, und dort konnten wir mit wenig Aufwand einiges weitergeben. Ob das für euch ähnlich gut passt, hängt vor allem davon ab, was euer Umsonstladen annimmt.
Weiterlesen
Wenn euch unsere damalige Phase aus Aussortieren, Reisevorbereitung und Wohnsitzaufgabe interessiert, findet ihr hier noch mehr davon:
Besuch von deutschen Auswanderern aus Portugal
Fragen & Antworten zu unserer Langzeitreise
Umsonstladen: minimalisieren und Gutes tun von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.