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Zuletzt aktualisiert: 22.02.2026

Puppenfamilienbett als Symbolbild für ein Familienbett

Unser erstes Familienbett war vor allem praktisch. Zum Stillen und Abhalten mussten wir seltener aufstehen, die Kinder lagen nah bei uns, und Wasserflasche oder Töpfchen waren mit einem müden Griff erreichbar. Auf zwei Matratzen spielte sich ziemlich viel Leben ab.

Elf Dinge hatten darin ihren festen Platz: vom Toilettenpapier bis zu einem mechanischen Wecker, den man nur neben sich legt, wenn man den nächsten Morgen wirklich ernst meint.

Unser Bett von 2016 und unser heutiger Blick darauf

Die Fotos stammen aus dem Jahr 2016. Kopfkissen, Stillkissen, gemeinsame Bettdecken und zeitweise auch Katzen gehörten damals zu unserem Familienbett. Mit einem Säugling würden wir es heute an mehreren Stellen anders einrichten.

Die aktuelle S1-Leitlinie zur Prävention des Plötzlichen Säuglingstods beschreibt als günstige Schlafumgebung unter anderem eine feste, waagerechte Unterlage, Rückenlage, einen Schlafsack und eine Schlafzone ohne Kopfkissen oder andere weiche Gegenstände. Für die ersten sechs Lebensmonate nennt sie ein eigenes Kinderbett im Zimmer der Eltern.1

Für Familien, die ein Bett teilen, beschreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weitere Bedingungen. Dazu gehören eine unmittelbare Schlafzone ohne Haustiere und größere Kinder, eine Umgebung ohne Spalten oder Absturzstellen sowie Kissen und Decken außerhalb der Reichweite des Babys. Alkohol, Drogen, stark müde machende Medikamente und außergewöhnliche Erschöpfung nennt das Institut als Situationen mit zusätzlichem Risiko.2

So war unser Matratzenlager aufgebaut

Solange ein Kind krabbelte und auf den eigenen Beinen noch wacklig unterwegs war, schliefen wir auf einem 1,80 m x 2,00 m großen Matratzenlager ohne Bettgestell. Die Fallhöhe war gering. Für Patrick hatte der Aufbau einen zweiten Vorteil: Er konnte die Nachttöpfchen direkt vom Boden reichen.

Seit der Geburt unseres zweiten Kindes lagen wir quer. Diese zusätzlichen 20 cm machten überraschend viel aus. Solange die Kinder klein waren, passten zwei Erwachsene, zwei Kinder und zeitweise bis zu vier Katzen hinein. Patricks Füße ragten zwar über das Ende hinaus, doch in den Tiefschlaf fand er trotzdem. In unserer heutigen Praxis hätten die Katzen einen anderen Schlafplatz, solange ein Säugling im Bett läge.

Elf Dinge, die nachts ihren Platz hatten

Auf dem folgenden Bild markieren elf Klickpunkte die einzelnen Dinge. Auf kleinen Displays führen die Überschriften zu den jeweiligen Abschnitten.

1. Stillen macht durstig 2. Toilettenpapier 3. Mobile Babytoiletten 4. Nässeschutz 5. Stillkissen an der Wand 6. Entspannt liegen beim Stillen 7. Satinbezug 8. Eine Decke für mehrere Personen 9. Patricks eigene Decke 10. Lektüre und Einschlafrituale 11. Mechanischer Wecker
Unser damaliges Familienbett mit markierten Klickpunkten zu elf Details

1. Stillen macht durstig

Beim Tandemstillen wurde Evelin nachts ungeheuer durstig. Eine Glasflasche mit Sportverschluss ersparte ihr das Auf- und Zuschrauben im Halbschlaf. Bei manchen Flaschen passte sogar der Verschluss einer Einweg-Getränkeflasche. Ein alter Strumpf schützte die Glasflasche unterwegs vor Stößen.

Eine fertige Alternative war für uns „Emil – die Flasche“:
Emil – die Flasche*

Unsere Erfahrungen mit zwei gleichzeitig gestillten Kindern stehen im Beitrag
Wieso die Frau zwei Brüste hat – Tandemstillen.

2. Toilettenpapier am festen Platz

Das Toilettenpapier lag jede Nacht an derselben Stelle. Nur für das Foto hatten wir es umgelegt. Im Alltag ersparte uns der feste Platz die nächtliche Suchaktion.

3. Mobile Babytoiletten

Ausgediente Schüsseln bekamen bei uns ein zweites Leben als Nachttöpfchen. Evelin wachte bei der Unruhe eines Kindes auf, hielt ab und stillte anschließend weiter. Patrick reichte auf „Töpfchen, bitte!“ die passende Schüssel. Nach einiger Zeit klappte das sogar im Halbschlaf.

Weitere Erfahrungen stehen in
Windelfrei mit Neugeborenen: unsere Erfahrungen
und
Windelfrei nachts: nichts leichter als das.

4. Nässeschutz unter dem Kind

In unseren Windelfrei-Nächten lag eine wasserdichte Betteinlage unter dem Babypo. Uns war wichtig, dass sich ihre Oberfläche auch auf nackter Haut angenehm anfühlte. Für Säuglinge nennt die Leitlinie eine feste, waagerechte Schlafunterlage.

Unser damaliges Beispiel:
Wasserdichte Molton-Betteinlage*

5. Das Stillkissen an der Wand

Ein Stillkissen reiste bei uns mit. Im damaligen Matratzenlager lag es nachts als Puffer vor der harten Wand. Die Leitlinie beschreibt die Schlafzone eines Säuglings mit fester Unterlage und ohne Stillkissen oder andere weiche Gegenstände.

Unser damaliges Modell:
Stillkissen von Julius Zöllner*

6. Entspannt liegen beim Stillen

Fast alle hatten ein großes Kopfkissen. Evelin bildete die Ausnahme. Beim Stillen auf der Seite lag sie mit einem kleinen Kissen bequemer, das nur ihren Kopf stützte. Für Säuglinge beschreibt die Leitlinie eine Schlafzone ohne Kopfkissen.

7. Satinbezug gegen verfilzte Haare

Bei langen Haaren testeten wir einen Kissenbezug aus Satin. Ob er wirklich half, war damals noch offen. Der Testbetrieb lief.

8. Eine Decke für mehrere Personen

Aus unserer 220 x 240 cm großen Paar-Decke wurde eine Mutter-Kind-Decke. In kalten Nächten bekamen die Kinder zusätzlich ihre eigenen Decken. Für Säuglinge nennt die Leitlinie einen passenden Schlafsack als Schlafbekleidung.1

9. Der integrierte Außenseiter

Patrick hielt an seiner eigenen 135 x 200 cm großen Decke fest. Wenigstens dieser Teil des Bettes gehörte ihm allein.

10. Unsere Chill-out-Area

Irgendwo im Bett lag fast immer etwas zu lesen. Die Lektüre begleitete lange Stillphasen und kurze Pausen. Kinderbücher lasen wir nachts selten vor. Meist sangen wir oder erzählten eine Geschichte, bis wieder Ruhe einkehrte.

Gedanken zur beziehungsorientierten Begleitung stehen in unserem Grundlagenbeitrag
Attachment Parenting und beziehungsorientierte Elternschaft.

11. Die tickende Uhr und unser WLAN-Versuch

Wenn wir morgens zuverlässig aus dem Schlaf gerissen werden wollten, lag ein mechanischer Wecker neben uns. Er erledigte diese Aufgabe gewissenhaft.

Unser zweites Kind fand zeitweise schwer in den Schlaf. Wir beobachteten damals mehr Unruhe, wenn ein Gerät mit aktiver WLAN-Verbindung im Zimmer lag, und entfernten die Geräte probeweise. Danach empfanden wir die Nächte als ruhiger. Die Ursache blieb offen.

Diese Beobachtung beschreibt nur diese Zeit in unserer Familie. Zwei systematische Übersichten aus dem Jahr 2024 untersuchten Beschwerden unter Hochfrequenz-Exposition. Die Übersicht zu Beobachtungsstudien fand bei Expositionen unterhalb der Richtwerte keinen Hinweis auf verursachte Beschwerden, darunter Schlafstörungen; die Autor:innen bewerteten die Evidenz jedoch als sehr unsicher.3 Die Übersicht zu verblindeten experimentellen Studien fand für selbstberichtete Schlafstörungen kleine, statistisch unauffällige Effekte; die untersuchten Personen waren überwiegend Erwachsene oder Jugendliche.4

Das Entfernen der Geräte war unser damaliger Versuch. Seine Aussagekraft beschränkt sich auf unsere damalige Beobachtung.

Mehr als ein Matratzenlager

Unser erstes Familienbett war niedrig, ziemlich voll und genau auf unsere damaligen Nächte zugeschnitten. Wasserflasche, Nachttöpfchen, Lektüre und Wecker hatten ihren festen Platz. Rund um den sicheren Säuglingsschlaf würden wir heute einige Details anders lösen. Für uns waren diese zwei Matratzen trotzdem weit mehr als ein Schlafplatz.

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Wie sieht es bei euch aus?

Welche Dinge erleichtern euch die Nächte im Familienbett? Was hat sich bewährt, und was ist wieder hinausgeflogen? Wir lesen gern in den Kommentaren, was euch wirklich hilft.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin u. a.: Prävention des Plötzlichen Säuglingstods, S1-Leitlinie, AWMF-Registernummer 063-002, Stand 06.11.2022, S. 4–5, gültig bis 05.11.2027.
    AWMF-Leitlinie
    ↩
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Die richtige Schlafumgebung für das Baby, Abschnitt „Schlafen im Familienbett – nur mit sicheren Regeln“, aktualisiert am 26.09.2025.
    Informationsseite des BIÖG
    ↩
  3. Röösli, Martin u. a. (2024): The effects of radiofrequency electromagnetic fields exposure on tinnitus, migraine and non-specific symptoms in the general and working population. Environment International 183, 108338. Tragende Stelle: Abstract, Results und Interpretation.
    DOI der Studie
    ↩
  4. Bosch-Capblanch, Xavier u. a. (2024): The effects of radiofrequency electromagnetic fields exposure on human self-reported symptoms. Environment International 187, 108612; Einordnung durch das Bundesamt für Strahlenschutz, Spotlight – Oct/2024 no. 1, S. 2–5.
    DOI der Studie
    BfS-Einordnung
    ↩

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