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Aktualisiert am 14. August 2026

Liebe Leser:innen, wie schaffen wir den Spagat zwischen der Dauernutzung digitaler Medien und friedlicher Familienzeit zu Weihnachten? Das nun folgende Märchen über eine altmodisch-moderne Familie wagt den Blick auf die Probleme und Lösungen, die unsere Medien mit sich bringen. Es ist eine Geschichte für Kinder UND für Eltern.

Alice und die verzaubernden Geschenke

Es war einmal eine Frau, die hieß Alice. Alice wünschte sich nichts sehnlicher als drei Kinder. Leider klappte das mit dem Kinderkriegen nicht so richtig, denn sie bekam weder eins, noch zwei und schon gar nicht drei.

Jedes Jahr in der Weihnachtszeit bewunderte Alice die Schneemänner in den Vorgärten und die festlich geschmückten Häuser mit ihren Weihnachtslichtern. Sie staunte über all die Geschenke, die es in den Geschäften zu kaufen gab.

„All das Schöne gibt es Jahr für Jahr nur, weil es Kinder gibt.“, ging es ihr durch den Kopf. Alice sah traurig aus.

Alice macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt

Doch dann, mit einem Male, funkelten ihre Augen. „Dieses Weihnachtsfest werde ich es genauso machen wie die Familien mit Kindern!“, sagte sie zu sich selbst.

Alice schmückte ihr Haus mit Tannenzweigen, kleinen Zapfen und Beerenzweigen. In die Fenster platzierte sie Schwibbögen. Und im Vorgarten stellte sie einen Laser-Projektor auf, der Sterne, kleine Weihnachtsbäume und Engelchen an die Fassade zauberte.

Dem Schneemann, den sie gleich daneben baute, band sie einen alten, gestrickten Schal um den Hals. Auf den Kopf setzte sie ihm eine blinkende Weihnachtsmannmütze und in seine Ohren steckte sie die Kopfhörer eines MP3-Players.

Unter den Tannenbaum im Haus legte sie drei Geschenkpäckchen: Im ersten Geschenk befanden sich Stricknadeln, Wolle und ein Buch. In einer zweiten Schachtel lagen Papier, ein Füller und ein Kassettenradio mit Hörgeschichten. Das dritte Päckchen war flach und klein. Darin war ein Tablet eingewickelt.

Medien als Geschenke zu Weihnachten - damals und heute

Medien: damals und heute

Müde, aber zufrieden, legte sich Alice abends in ihr Bett und schlummerte tief und fest ein …

Plötzlich Mutter

Am Morgen, es war der erste Weihnachtsfeiertag, wurde sie von seltsamen Geräuschen geweckt. Es klang, als wären Menschen in ihrem Haus.

Mit einem Satz sprang Alice aus ihrem Bett und lief auf Zehenspitzen zur Wohnzimmertür. Sie lauschte. Hörte sie ein Kinderlachen?

Jetzt schaute sie durch das Schlüsselloch. Sie traute ihren Augen nicht: Drei Kinder rannten um den geschmückten Weihnachtsbaum. Alices Herz begann heftig zu schlagen, so sehr freute sie sich über diesen fröhlichen Besuch. Vielleicht hatte sie vergessen, die Haustür abzuschließen und nun wollten sich ein paar Nachbarskinder das festlich dekorierte Haus mit dem lustigen Schneemann einmal aus der Nähe betrachten?

Alice lächelte und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Sofort schauten die drei Kinder sie an.

Das erste Kind machte einen leichten Knicks und sprach: „Gesegnete Weihnacht, Frau Mutter!“

Das zweite Kind grinste breit und sagte: „Frohe Weihnachten, Mutti!“

Und das dritte Kind summte: „Merry Christmas, Mummy!“

Jede Generation hat ihre Medien

Alice war verblüfft, weil die drei Kinder sie als ihre Mutter ansahen. Doch weil sie an den Zauber der Weihnacht glaubte, freute sie sich über alle drei Kinder. Jedem übergab sie ein Päckchen. Und ein jedes hatte eine solche Freude an seinem Geschenk, dass es den ganzen Tag damit spielte.

Das erste Kind las gespannt in seinem Buch.

Das zweite Kind lehnte am Kassettenrekorder und hörte spannende Geschichten rauf und runter.

Und das dritte Kind schaute auf seinem Tablet einen Film nach dem anderen.

Medien zur Unterhaltung: wenn die Kinder nicht davon wegkommen

Es wurde Abend und Alice fiel ein, dass Kinder doch Schlaf bräuchten.

Dem ersten Kind zeigte sie ein Bett und sagte ihm, hier könnte es sich zur Ruhe legen. Alice wünschte eine gute Nacht und löschte das Licht. Schlafen wollte das Kind natürlich nicht, denn in seinem Buch gab es noch viele spannende Seiten, die es lesen wollte. Schlau, wie es war, nahm es seine Stricknadeln und begann zu stricken, bis die Stricknadeln glühten. So wurde es hell genug, damit es heimlich unter der Bettdecke weiterlesen konnte.

Alice meinte bald, das zweite Kind hätte für heute reichlich Hörbücher gehört und schickte es ins Bett. Auch das zweite Kind hielt nichts vom Schlafen. Es stellte den Kassettenrekorder ganz, ganz leise und legte sein Ohr daran. So konnte es, versteckt unter der Bettdecke, weiteren Geschichten lauschen. Um die richtigen Tasten am Rekorder zu drücken, brauchte das Kind aber doch etwas Licht. Also hob das Kind die Decke, wünschte sich das Mondlicht herbei und konnte die Kassette noch viele Male zurückspulen und von vorn anhören. Das tat es, bis ihm die Augen zufielen.

Alice zeigte in gleicher Weise dem dritten Kind das Bett, in dem es schlafen sollte. Auch dieses Kind schaute noch einige bewusstseinserweiternde Filme mit seinem Geschenk, dem Tablet – unter seiner Decke. Das tat es so lange, bis die bewegten Bilder schließlich keinen Zuschauer mehr hatten.

„Zu viel“ für Kinder – die Folgen des Medienkonsums

Am nächsten Morgen, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, lümmelten sich die drei Kinder müde auf dem Sofa vorm Weihnachtsbaum. Das erste Kind war etwas brummig und gähnte ständig. Zudem hatte es schmerzende Brandblasen an den Händen, weil es die Stricknadeln doch zum Glühen gebracht hatte.

Auch dem zweiten Kind sah man an, dass irgendetwas nicht stimmte. Es beschwerte sich über jedes kleinste Geräusch und klagte, dass seine Ohren ganz heiß wären.

Natürlich ging es dem dritten Kind nicht besser. Seine Laune war mindestens genauso schlecht. Und seine Augen, die sahen sogar schon ein wenig viereckig aus. Kein Wunder; denn ein Bildschirm ist schließlich viereckig.

Wenn sich Kinder zu Weihnachten „Vernünftigem“ widmen sollen

Alice überlegte und überlegte, was ihren drei Kindern bei ihrer miesen Feiertagslaune helfen könnte. Sie hatte gehört, dass Kinder in den Weihnachtsferien auch mal etwas lernen sollten.

Jedem Kind schlug sie Kleinigkeiten vor:

Alice bat das erste Kind, aus der Wolle was Schönes zu stricken. Doch dieses hatte überhaupt keine Lust darauf. Den Vorschlag der Mutter fand es blöd und gemein, und das auch noch an einem Weihnachtstag – das geht nun wirklich nicht!

Dem zweiten Kind sagte Alice, es könnte ein paar Schreibübungen machen. Vielleicht könnt ihr euch das kaum vorstellen, aber das zweite Kind hatte absolut keine Lust auf Schreibübungen. Und weil es keine Lust hatte, bekam es nun auch richtig schlechte Laune.

Beim dritten Kind hoffte Alice, es könnte auf seinem Tablet doch etwas lesen oder lernen. Schließlich gibt es Lese- und Lernapps. Aber denkt ihr, dem dritten Kind erging es anders als seinen Geschwistern? Genau: Das war nicht so.

Digitale Geräte besser nicht mit ins Schlafzimmer

Statt Gefallen an den Vorschlägen der Mutter zu finden, maulten und stritten und zankten sie, denn das kommt in den besten Familien vor. Selbst dann, wenn gerade Weihnachten ist.

Am Ende des Tages waren alle Stricknadeln krumm gebogen, die Bänder der Kassetten waren dreimal um den Weihnachtsbaum gezogen und das Tablet machte zu allem Unglück nichts anderes mehr als Updates. An diesem Abend legten sich die Kinder ohne ihre Geschenke in die Betten. Erstaunlicherweise schliefen die Kleinen schnell ein.

„Es ist wohl nicht verkehrt“, dachte Alice, „Kinder ohne ihre Weihnachtsgeschenke ins Bett zu schicken. Es sei denn, die Geschenke wären Kuschelgeschenke wie Teddybären oder Puppen oder kleine Autos ohne Kanten oder Kakteen ohne Stacheln oder Schokoladenweihnachtsmänner oder Ostereier. Aber das sind sie ja nun mal nicht.“

Sind Kinder undankbar, kooperativ oder wollen sie einfach nur an der Welt der Erwachsenen teilhaben?

Am dritten Weihnachtsfeiertag hüpften die Kinder nicht mit dem falschen Bein aus ihren Betten. Die drei ließen sich frühs aufs Sofa plumpsen. Ihr Blick fiel sofort auf den Weihnachtsbaum. Er glitzerte und funkelte.

Festlich geschmückter Weihnachtsbaum - Weihnachtsdeko, Christbaum

So festlich hat Alice den Baum geschmückt.

Eigentlich sah der Baum sehr prächtig aus.

Aber irgendetwas stimmte nicht mit ihm! Er sah irgendwie komisch aus. Die Kinder überlegten, was an dem Weihnachtsbaum falsch war. War die Spitze abgeknickt? Nein, die stand wie eine Eins und zeigte stolz ihren goldenen Stern. Verloren die Äste vielleicht schon ihre Nadeln? Auch das war nicht der Fall. Hatten irgendwelche Tiere am Baumstamm geknabbert? Der Stamm sah heil aus. Nicht mal ein klitzekleiner Mäusebiss war zu erkennen. Was also stimmte mit dem Tannenbaum nicht mehr? Mit einem Male blieben allen drei Kindern die Münder offen stehen. Sie erblickten die verbogenen Stricknadeln und die herausgezogenen Kassettenbänder.

Das Tablet, das neben dem Schreibpapier und dem Füller, dem Buch und der Wolle lag, war zum Glück wieder einsatzbereit. Die Updates waren beendet.

Den Kindern fiel ein, wie sehr sie sich über ihre Geschenke gefreut hatten. Der Streit am Tag zuvor war hingegen nicht so toll gewesen. Das fand die Mutter bestimmt auch. Schließlich hatte sich Alice solche Mühe gemacht, ihr Haus und den Garten zu dekorieren und Geschenke zu besorgen. Und all das, weil sie es für die Kinder tun wollte, die sie sich doch so sehnlichst gewünscht hatte.

Und außerdem, das wissen ja alle Kinder, mögen Mütter nun mal keinen Streit. Die wollen lieber Harmonie und Kinderlachen und Abdrücke von Schoko-Keksen an Tischdecken und Fensterscheiben – das weiß jeder!

Bildschirmzeit für Kinder – abseits von Netflix, YouTube und Instagram

Wie die ersten beiden Kinder noch darüber nachdachten, was Mütter so mögen, griff das dritte Kind nach seinem Tablet. Es googelte: „Wie biegt man Stricknadeln gerade?“. Es las allerlei Tricks, entschied sich dann für die Bügeleisenmethode und hatte in Nullkommanichts alle Stricknadeln schön gerade geschlagen.

„Das ist genial!“, staunten die beiden Geschwister. Sie schnappten sich die abgespulten Kassetten, steckten die Stricknadeln in die Spulen und drehten die Bänder sorgfältig wieder in ihre Gehäuse.

Schon am Nachmittag war alles geschafft. Das wurde auch Zeit! Denn letztlich will jedes Kind nach dem Weihnachtsfest erfahren, welche Geschenke seine Freund:innen erhielten – und die wollen natürlich genauso wissen, was man selbst geschenkt bekam.

Medien zur Kommunikation

Nun wollt ihr sicher wissen, wie das die drei Kinder anstellen! Na, bestimmt könnt ihr euch das schon denken:

Das erste Kind nahm dafür den Rest seines Wollknäuels, also noch ungefähr 300 Meter, und band an jedes Ende einen Becher. Das eine Ende schoss es durch das Fenster bis hinüber zum nächsten Haus. Was für ein Glück, dass dort gerade ein Fenster offen stand!

Das Nachbarskind jedenfalls war der Freund unseres ersten Kindes. Nun konnte der mit dem Becher am Ohr am Fenster stehen und erfahren, wie spannend das Buch ist, das Alices erstes Kind zusammen mit der Telefonschnur-Wolle und den Stricknadeln geschenkt bekam.

Das zweite Kind musste die Nachricht an seinen Freund zwar nicht 300 Meter weit schießen, aber ungefähr doppelt so weit bis zum Briefkasten der Post tragen. Mit Füller hatte es auf dem neuen Schreibpapier verfasst: „Lieber Freund, Mutti schenkte mir einen modernen Kassettenrecorder mit Hörgeschichten. Brachte dir der Weihnachtsmann neue Disketten, wie du sie dir gewünscht hattest? Viele Grüße, dein Freund.“

Das dritte Kind brauchte keinen einzigen Schritt machen, um seinem Freund eine Nachricht zukommen zu lassen. Es ließ seine Finger über die glatte Oberfläche des Tablets gleiten und schwuppdiwupp, bekam es seinen Freund über Skype zu sehen und mit ihm die neue Playstation 5 im Hintergrund.

Medienkompetenz entwickelt sich nicht durch Distanz zu Medien

Die Kinder hatten bald alle Neuigkeiten mit ihren Freund:innen ausgetauscht. Sie waren zufrieden. Ob es Alice auch war? Bestimmt würde sie es gleich werden. Denn das erste Kind holte einen Schal aus seinem Bett, den es ja in der ersten Weihnachtsnacht gestrickt hatte, damit die Nadeln genug glühten. Den Schal schenkte es der Mutter und die freute sich, wie sich alle Mütter freuen, wenn sie etwas Selbstgemachtes von ihren Kindern bekommen:

Jubelnd rannte Alice dreimal um den Tannenbaum. Im Vorgarten umarmte sie den Schneemann, dass der fast anfing zu schmelzen. Sie stolperte über ihren langen Schal ins Haus und rollte dann Keksteig aus, für eine Pizza, in den sie ganz oft mit den Stricknadeln pikste.

Das zweite Kind schenkte Alice ein Blatt Papier mit einem Weihnachtsgedicht. Das hatte es vorher vom Tablet abgeschrieben. Bei der Suche nach den Versen hatte es natürlich Hilfe – ihr könnt euch denken, von wem: vom dritten Kind. Alice freute sich jedenfalls großartig über dieses Geschenk. Sie hüpfte auf und ab und überschüttete das Kind mit Küssen.

Meint ihr, das dritte Kind wollte seiner Mum auch eine Freude machen? Aber sicher! Ihr hättet mal sehen sollen, wie entzückt Alice war! Beim Weihnachtsfotoshooting ihres Tablet-Kindes vor ihrem geschmückten Haus kicherte sie immerzu!

Digitale Medien gemeinsam nutzen

Danach malten sie zusammen Bilder mit einer Fingermal-App am Tablet und lösten zu späterer Stunde Weihnachtsrätsel im Netz. Alice stöberte mit ihren Kindern durch all die Online-Rezepte und fand die leckersten Pizzabeläge für den Keksteig.

Alice hatte viele tolle Ideen, was sie zusammen mit ihren Kindern machen konnte – so ganz ohne Strickzeug, Kassetten und Tablet. Trotzdem war ein frohes, heiteres Leben in der Bude!

Am Abend war das Sofa endlich mit Kekskrümeln und Schokoladenklecksen verziert. Gemütlich entspannte Alice mit ihren Kindern bei Kaminfeuer-Videos. Neben dem Knistern des Feuers war leise das Klappern der Stricknadeln und das Summen des Kassettenrekorders zu hören. „Medien sind gar nicht so übel. Mit ihnen kann es friedlich und schön sein.“, dachte Alice, „Medienkompetenz braucht wohl einfach Zeit und eigene Erfahrungen“.

Und wenn sie nicht gestorben sind, verbringen sie zusammen noch immer eine vergnügte Weihnachtszeit – mit und ohne Bildschirm.

ENDE

Epilog

Liebe Eltern,

manchmal schauen wir auf den Medienwunsch unserer Kinder und denken: Muss das jetzt wirklich sein? Ein Tablet unterm Weihnachtsbaum, noch ein Spiel, noch ein Video, noch eine Nachricht. Gleichzeitig liegt unser eigenes Smartphone oft nur eine Armlänge entfernt.

Die Klage über „die Jugend von heute“ ist uralt. Der Satz, der im Netz gern Sokrates zugeschrieben wird, stammt in dieser Form nicht von ihm. Kenneth J. Freeman fasste 1907 in „Schools of Hellas“ verschiedene antike Beschwerden über junge Menschen zusammen: Luxus, schlechte Manieren, mangelnder Respekt vor Älteren. Erwachsene wunderten sich also schon lange vor der Playstation über die Jüngeren.

Ja, auf Wunschzetteln stehen heute iPhones, Tablets, Playstations und vieles mehr. Aber diese Geräte gehören auch zu unserer Erwachsenenwelt. Wir schreiben Nachrichten, arbeiten am Laptop, schauen Serien, suchen Rezepte, telefonieren per Video und lesen Nachrichten. Kinder erleben all das mit.

Für mich steckt darin eine ziemlich einfache Fairnessfrage: Wieso ist es das Sonderrecht der Erwachsenen, zu jeder Zeit aufs Smartphone zu schauen? Weshalb dürfen wir unsere Lieblingsserie sehen, wann immer wir wollen – und sie nicht? Diese Fragen liefern keine Minutenangabe für Bildschirmzeit. Für mich gehört unsere eigene Nutzung deshalb in dieselbe Betrachtung.

Spannend finde ich, dass die aktuelle deutsche S2k-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend zwei Dinge mitdenkt, die im Familienalltag leicht untergehen: die digitalen Aktivitäten der Kinder und unsere eigene Vorbildfunktion als Erwachsene. Für den Schlaf empfiehlt die Leitliniengruppe, mobile Bildschirmmedien während des Schlafens aus dem Zimmer zu lassen und in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirmmedien zu verzichten.

Das Märchen übertreibt natürlich. Glühende Stricknadeln und heiße Ohren gehören zur Märchenlogik. Der Gedanke dahinter gefällt mir trotzdem: Ob uns ein Medium gerade guttut, hängt auch davon ab, was wir damit tun, wann wir es nutzen und ob wir dabei miteinander im Kontakt bleiben.

Medienkompetenz wächst für mich mitten im Leben: beim gemeinsamen Anschauen, beim Fragenstellen, beim Suchen, beim Ausprobieren, beim Ausschalten und auch beim Aushalten, dass ein Kind gerade noch weitermachen möchte. Manchmal braucht es Schutz und eine klare Entscheidung von uns Erwachsenen. Manchmal reicht ein Gespräch. Und manchmal sitzen wir zusammen auf dem Sofa und haben schlicht Spaß.

Gemeinsame Zeit ohne Bildschirm hat daneben ihren eigenen Wert. Spielen, reden, backen, rausgehen, herumalbern – all das gehört genauso zu unserem Familienleben.

Eine schöne Adventszeit wünscht
Eure Evelin

Dieser Blogbeitrag ist das 15. Türchen der Adventsparade 2020 des Elternratgebers „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Familien bei der Medienerziehung unterstützt.

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Wenn ihr das Thema vertiefen möchtet, passen diese Beiträge dazu:

Digitale Revolution: So bereiten wir unsere Kinder auf die Zukunft vor

Medienkonsum bei Kindern: Freiheit, Grenzen & Verantwortung im Alltag

Minimalismus und digitale Medien in unserer Familie

Bildschirmzeit reduzieren bei Kindern: 10 Tipps für den Alltag

FAQ: Bildschirmzeit, Mediengeschenke und Weihnachten

Worum geht es in diesem Weihnachtsmärchen eigentlich?

Um drei Kinder, drei Mediengenerationen und ziemlich viel Weihnachtschaos. Erst hängen alle drei an ihrem jeweiligen Geschenk. Später reparieren sie damit etwas, erzählen Freund:innen davon und machen Alice eine Freude. Dieselben Medien bekommen plötzlich eine ganz andere Rolle.

Ist das eine Anleitung, digitale Medien zu verbieten?

Der Beitrag setzt auf Begleitung, Vorbild, Schutz und gemeinsame Nutzung. Alice erlebt im Märchen, dass die Frage größer ist als „Tablet ja oder nein“. Entscheidend wird, wie die Kinder ihre Medien nutzen und wie sie miteinander und mit Alice damit umgehen.

Warum eskaliert es im Märchen ausgerechnet im Schlafzimmer?

Weil alle drei Kinder ihre spannende Beschäftigung unter der Bettdecke verlängern. Bei Bildschirmmedien kommt ein sachlicher Punkt dazu: Die deutsche S2k-Leitlinie empfiehlt, mobile Bildschirmmedien während des Schlafens aus dem Zimmer zu lassen und in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirmmedien zu verzichten.

Was meint ihr mit „Medienkompetenz“ in diesem Beitrag?

Für uns heißt Medienkompetenz hier: Medien verstehen und einordnen, über Inhalte und Risiken sprechen, selbst etwas damit machen, sie zur Kommunikation nutzen, Pausen finden und als Erwachsene das eigene Medienverhalten mitdenken.

Sind Kinder „undankbar“, wenn sie nur ans Tablet denken?

Das Märchen spielt bewusst mit dieser Zuschreibung. Die Kinder beschäftigen sich intensiv mit ihren Geschenken, reparieren später die Schäden, tauschen sich mit Freund:innen aus und machen Alice selbst Geschenke. Ihr Handeln erzählt mehr als das Etikett „undankbar“.

Was kann ich an Weihnachten aus dem Beitrag mitnehmen?

Für manche Familien passt ein Weihnachtsfest mit neuen Medien, für andere eines mit möglichst wenig Bildschirm. Der Beitrag legt den Blick auf das Dazwischen: gemeinsame Zeit, Schlaf, Schutz, eigenes Vorbild und die Frage, was die Beteiligten mit einem Medium eigentlich machen möchten.

Zum Weiterlesen: Buchtipps

Was schenken wir unseren Kindern?: Eine Entscheidungshilfe von André Stern und Gerald Hüther

Heute mal bildschirmfrei: Das Alternativprogramm für ein entspanntes Familienleben von Prof. Dr. Paula Bleckmann und Ingo Leipner

Wenn ihr Bücher über einen sozialen Buchhandel bestellen möchtet, findet ihr hier unsere Erfahrungen mit Buch7.

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