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Aktualisiert am 14. August 2026

„Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt“ von Gerda Raidt ist ein Kinderbuch, das euch helfen wird, mit euren Kindern über die Entstehung, die Entsorgung und die Weiterverarbeitung von Müll zu reden und gemeinsam Wege zu finden, Müll zu vermeiden. In diesem Beitrag stelle ich euch das Buch vor. Und heute beginnen wir mal anders herum – mit dem Fazit. 😉

Wenn ihr vor allem wissen möchtet, ob sich das Buch für eure Familie lohnt: Für uns lautet die Antwort klar ja. Besonders gut passt es zu Kindern ab etwa sieben Jahren. Gerda Raidt erklärt, wo Müll entsteht, was nach dem Wegwerfen mit ihm passiert und warum Konsum, Verpackungen und Werbung schon viel früher eine Rolle spielen. Gerade darüber lässt sich mit Kindern erstaunlich gut ins Gespräch kommen.

Eine aktuelle PDF-Leseprobe findet ihr hier.

Die Kaufmöglichkeiten und den Transparenzhinweis findet ihr weiter unten.

Fazit zum Buch „Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt“

Ich finde „Müll“ von Gerda Raidt rundum gelungen. Wer denkt, es ist genauso langweilig wie die Sachkundehefte der deutschen Grundschulen, der täuscht sich: Das Buch ist aufschlussreich, nirgends langatmig und es gibt darin unglaublich viel zu entdecken. Es ist eines der besten Bücher über das Thema Müll, nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene.

Wenn ihr schon immer wissen wolltet, …

  • woher all der Müll kommt,
  • warum es ihn gibt,
  • was damit passiert, wenn wir ihn nicht mehr sehen und
  • was ihr gegen den Müll und für die Zukunft unserer Welt tun könnt, …

… so sei euch dieses Kinderbuch, das zum Nachdenken anregt und eine wertvolle Hilfe bei der Vermeidung von Müll ist, wärmstens ans Herz gelegt.

Das Thema Müll ist bei uns omnipräsent

„Waaas? Ihr wollt Müll vermeiden? Ihr seid solche Spinner! Eure armen Kinder, kauft denen doch wenigstens neues Spielzeug! Oder seid ihr dafür etwa zu geizig? Dabei gibt’s heute doch so viel schönes, buntes Zeug für die Kleinen! Ist doch auch spottbillig! Also, ihr wisst gar nicht, wie gut es euch geht! Ich hätte mich gefreut, wenn es früher sowas gegeben hätte!“, entgegnet man uns durchgeknallten Ökos gern und dann trennen sich nach den Weihnachtsfeiertagen wieder die Wege. Der eine rennt in seine Küche, um die Tupperdöschen nach Farbe in die übervollen Küchenschränke zu sortieren. Der andere sitzt wieder in seinem dunklen Tiny House, stopft mit zitternden Händen Löcher in Socken und überlegt, ob es zum Abendessen ausgekochte Kohlblätter oder Spargelschalen gibt.

Ihr Lieben, vor Weihnachten hatten wir angekündigt, in unserer Familie Zeit statt Zeug zu schenken. Es war nicht ganz so extrem wie oben beschrieben. Wir hatten es schön und die Kinder waren zufrieden. Sie freuten sich über unsere gemeinsamen Aktionen, aber auch über die Geschenke, die vom Rest der Familie kamen, und – bis auf ein Akkordeon – wurde unter den Gaben nichts vermisst. Im Gegenteil; vieles wollen sie weiterverschenken.

Und wieder stellen WIR fest: Es gibt einfach viel zu viel (Plastik-)Müll! Vielleicht erklärt das auch, warum mich dieses Buch so überzeugt. Es bleibt nicht bei Tonnen und Regeln stehen. Es macht sichtbar, was vorher schon schiefläuft.

Das Problem mit dem Müll

Der Planet versinkt im Dreck der Zivilisation. Wir sehen das nicht, denn zumindest in Deutschland ist meist alles schön sauber (in Montenegro sieht das anders aus). Wenn der Müll in der Tonne landet, ist er weg – aus den Augen, aus dem Sinn.

Das Thema wäre den meisten gar nicht bewusst, gäbe es nicht die eine oder andere aufrüttelnde Doku oder hin und wieder einen Artikel, über den wir zufällig stolpern.

Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt

Es gibt auch Bücher, die über das aufklären, was wir nicht sehen können oder wollen. Eines davon ist „Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt“, gestaltet und geschrieben von Gerda Raidt. Es erschien 2019 mit der ISBN 978-3-407-81215-5. Ich habe das Buch auf Herz und Nieren geprüft.

Gerda Raidt - Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt (Cover)

Das Cover des Buchs (Quelle: Beltz & Gelberg)

Aufmachung des Buchs

Wer das Buch von Gerda Raidt in die Hand nimmt, merkt sofort, dass sich der Verlag Beltz & Gelberg die größte Mühe gegeben hat, es – ganz im Sinne des Themas – umweltfreundlich zu produzieren: keine Folienkaschierung, mineralölfreie und Cradle-to-Cradle-zertifizierte Druckfarben auf 100 Prozent Recyclingpapier. Gedruckt und gebunden wurde es in Deutschland.

Zielgruppe

Mit knackigen Sätzen und anschaulichen Illustrationen ist das Sachbuch zwar vor allem für junge Menschen ab 7 Jahren gedacht. Ich finde aber, dass auch wir Erwachsenen aus dem 96-seitigen Buch einiges mitnehmen können – vor allem, wenn man sich mit dem Thema noch gar nicht so sehr beschäftigt hat. Das Buch packte übrigens nicht nur unsere „Öko-Kinder“, sondern auch eine ganze Schar jüngerer und älterer Nachbarskinder.

Wer eine reine Bastel- oder Mitmachsammlung erwartet, findet hier wenig. Gerda Raidt erklärt. Und sie macht das so lebendig, dass es sich für mich trotzdem nie nach Unterrichtsstunde anfühlt.

Wie das Buch erzählt und illustriert

Ich mag besonders, wie Text und Bild zusammenspielen. Auf den Seiten gibt es ständig etwas zu entdecken, ohne dass sie mit Infokästen vollgestopft wirken. In der Leseprobe wird aus der Frage „Was ist Müll?“ erst eine Alltagsszene und ein paar Seiten später eine kleine Reise in die Vergangenheit: Menschen suchen auf Feldern, neben alten Gebäuden, in alten Straßengräben und sogar in ehemaligen Plumpsklos nach altem Müll. So wird aus Abfall plötzlich eine Geschichte darüber, wie Menschen gelebt haben.

Nun zum Inhalt des Buchs …

Was ist Müll?

Zu Beginn versucht Gerda Raidt zu beschreiben, was Müll eigentlich ist. Das ist schwierig, denn das, was einer als Müll bezeichnet, kann für andere noch einen Wert haben. Manche erschaffen aus Müll richtige Kunstwerke. Und dann gibt’s Leute, denen fehlt der Sinn für diese Art Kunst, sodass schon so manches Exponat Putzlappen oder Besen zum Opfer fiel.

Entstehung und Entsorgung

Mit Hilfe ihrer Bilder erklärt die Autorin, welche Arten von Müll es gibt, wie sie entstehen und was damit passiert, nachdem wir sie entsorgt haben.

Ihr bekommt zum Beispiel einen Einblick in ein Klärwerk und erfahrt, wie aus Biomüll Kompost und Energie entsteht.

Gerda Raidt zeigt auch, dass sich Metall, Glas und Papier recyceln lassen und dass Kunststoffe nicht beliebig oft wiederzuverwenden sind. Und auch der Restmüll muss irgendwo hin: auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen.

Bei hochradioaktiven Abfällen reicht die Verantwortung weit über unser eigenes Leben hinaus. In Deutschland wird weiterhin ein Endlagerstandort gesucht. Das Standortauswahlgesetz verlangt einen Standort mit bestmöglicher Sicherheit für eine Million Jahre. Diese Zahl ist so absurd lang, dass ich sie immer noch schwer begreifen kann.

Müll im großen Kreislauf der Natur

Am meisten freut mich, dass in dem Buch gezeigt wird, wie alles miteinander verwoben ist: von der Idee über die Herstellung und Nutzung eines Produkts bis zu seinem Ende. Nichts geht verloren. Und doch sind die Dinge dem ständigen Wandel im großen Kreislauf der Natur unterworfen – was manchmal ziemlich lange dauern kann.

Konsum und Müll damals und heute

Bei einem Ausflug in die Vergangenheit erfahrt ihr, wie die Menschen damals lebten und mit ihrem Müll umgegangen sind. In alter Zeit blieb kaum etwas übrig, das man „Müll“ nennen konnte und man reparierte kaputte Dinge oder machte daraus etwas Neues, was man gut gebrauchen konnte.

Im Lauf der Geschichte kamen immer mehr Abfall und Unrat hinzu. Und nach dem letzten großen Krieg folgte das eigentliche Verhängnis für unseren Planeten: Der Konsum – ohne nachzudenken, welche Auswirkungen er hat.

Entzückend zeigt das Buch, wie es heute läuft:

  • kaufen,
  • wegschmeißen,
  • Überproduktion,
  • Werbung,
  • Sonderangebote,
  • Verpackungen,
  • Dinge, die man nur einmal verwendet,
  • minderwertige, billige Produkte,
  • geplante Obsoleszenz und
  • die Angst der Menschen, nicht up to date zu sein

All das führt zu immer mehr Müll in der Umwelt und zu Ärger. Wir besitzen nicht die Dinge, die Dinge besitzen uns. Überall sehen wir gestresste Menschen oder haben Streit, wenn’s bei den Kindern zum Beispiel ums Aufräumen geht.

Müll in der Umwelt

Das Buch nimmt uns mit in Länder, in denen Kinder in unserem Müll wühlen, um Verwertbares zu retten, und hin zu riesigen Müllansammlungen im Ozean. Es zeigt auch Fische und andere Meerestiere, die Kunststoff und Mikroplastik aufnehmen. Unser Abfall verschwindet für sie eben nicht mit der Müllabfuhr.

Ob am Meeresgrund oder auf den Gipfeln der Berge: Müll bedroht unsere Umwelt. Wir Menschen haben es sogar geschafft, unseren Kram im Weltall zu verteilen. Unser Müll ist überall.

Lösungen für das Müllproblem

Zum Glück gibt es Lösungen für das Müllproblem. Gerda Raidt gibt in ihrem Buch einige Tipps und Tricks, wie wir Müll vermeiden und alten Sachen einen neuen Sinn geben können. Ihr könnt zum Beispiel, wie wir das in unserem Blog propagieren, Leitungswasser trinken, anstatt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen.

Die Tipps aus dem Buch:

Gerda Raidt beschreibt zudem verschiedene Zeichen und Label auf Produkten. Das ist eine super Hilfe für den nächsten, bewussten Einkauf.

Außerdem stellt die Autorin euch Familie Johnson vor, deren Müll im Jahr 2016 in ein Einmachglas passte. Eine tolle Inspiration, wie ich finde, die zeigt, wie weit Menschen die Idee von „Zero Waste“ treiben können.

Teure Ausreden

Auch den üblichen Ausreden und Vorurteilen gibt sie in ihrem Buch Raum, denn sie könnten uns teuer zu stehen kommen, wenn wir nichts ändern.

Wer kennt sie nicht? Die Leute sagen zum Beispiel: „Man kann doch nicht bei allem, was man kauft, lange überlegen“. Ich verstehe den Einwand sogar: Kein Mensch möchte aus jedem Einkauf eine Wissenschaft machen. Die meisten Dinge kaufen wir aber immer wieder oder eben gar nicht. Oft reicht deshalb eine gründliche Entscheidung, auf die wir später zurückgreifen können.

Genau darin liegt für mich eine Stärke des Buchs. Es macht aus Müll kein Thema, bei dem Eltern die nächste perfekte Familienroutine erfüllen sollen. Es gibt uns Bilder, Fragen und Ideen, über die wir mit unseren Kindern sprechen können.

Gerda Raidt über ihr Buch

Zum krönenden Abschluss hier noch ein Video, in dem die Autorin ihr Buch selbst vorstellt.

Euch allen eine möglichst müllarme Zeit!

Euer Patrick

Häufige Fragen zum Buch „Müll“ von Gerda Raidt

Für welches Alter ist das Buch geeignet?

Beltz & Gelberg gibt ein Lesealter ab 7 Jahren an. Für Erwachsene funktioniert das Buch ebenfalls erstaunlich gut – zumindest ging es mir so.

Ist das Buch eher Sachbuch oder Bilderbuch?

Es ist ein Sachbuch mit vielen Illustrationen. Ihr könnt einzelne Seiten gemeinsam anschauen, an einer Frage hängenbleiben oder euch Stück für Stück durch das ganze Buch lesen. Für Gespräche mit Kindern finde ich gerade diese offene Form angenehm.

Eignet sich „Müll“ von Gerda Raidt für die Grundschule?

Aus meiner Sicht ja. Beltz führt das Buch auch in seiner Lektürensuchmaschine für die 1. bis 4. Klasse. Die vielen Bilder und kurzen Texte machen es leicht, einzelne Themen herauszugreifen.

Worum geht es außer Mülltrennung?

Um die Entstehung und Entsorgung von Müll, Recycling, Konsum, Werbung, Verpackungen, Überproduktion, die Geschichte unseres Umgangs mit Abfall und um Möglichkeiten, Müll zu vermeiden. Gerade diese Zusammenhänge machen das Buch für mich interessant.

Ist das Buch moralisch oder belehrend?

Ich empfinde es nicht so. Gerda Raidt hat eine klare Haltung und lässt viel Raum zum Schauen, Fragen und Weiterdenken. Mir ist diese Art deutlich lieber als ein Vortrag darüber, was alles falsch läuft.

Ist das Buch auch für Erwachsene interessant?

Ja. Wer sich mit Müll, Konsum und Umwelt bisher nur am Rand beschäftigt hat, bekommt eine zugängliche Einführung. Und wer längst tief im Thema steckt, entdeckt wahrscheinlich trotzdem die eine oder andere Illustration, über die sich mit Kindern gut sprechen lässt.

Was leistet das Buch eher nicht?

Wer ein Mitmach- oder Bastelbuch sucht, wird hier wenig finden. „Müll“ ist vor allem ein Erklärbuch. Genau darin ist es stark.

Quellen und weiterführende Links

Beltz & Gelberg: „Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt“

Beltz & Gelberg: PDF-Leseprobe

Umweltbundesamt: Abfallaufkommen in Deutschland

Umweltbundesamt: Fisch, Meeresfrüchte und Mikroplastik

Bundesgesellschaft für Endlagerung: Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle

Buchtipp und Kaufmöglichkeiten

Falls ihr das Buch kaufen möchtet, findet ihr es natürlich im lokalen Buchhandel. Online passen für uns Genialokal, Buch7 und Thalia.

Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt (Große Themen, einfach erklärt)*

Postskriptum zur Transparenz: Wir haben „Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt“ bei einem Gewinnspiel des Beltz-Verlags auf Instagram gewonnen. Sie schickten es uns nicht zu, damit wir darüber schreiben und wir werden für den Artikel auch nicht bezahlt. Das Buch fanden wir aber so gut, dass wir es euch hier einfach weiterempfehlen möchten. Die Links zum Buch sind Affiliate-Links. Wenn ihr hierüber kauft, erhalten wir eine Provision, ohne dass sich für euch etwas am Preis ändert. So finanziert ihr unsere Arbeit. Ihr könnt das Buch selbstverständlich auch beim Verlag kaufen oder im Buchhandel vor Ort. Bei Genialokal könnt ihr Bücher bestellen und dann bei eurem Buchhändler des Vertrauens abholen. Oder ihr gebt der örtlichen Bibliothek einen Tipp.

Zum Weiterlesen

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CC BY-SA 4.0 Rezension: „Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt“ von Gerda Raidt von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.