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Aktualisiert am 27.02.2026

Kennt ihr das? Ihr lebt vegan und wollt Plastik und Palmöl vermeiden, um die Umwelt zu schützen. Und statt Butter oder Margarine würdet ihr lieber Aufstriche oder ein Öl auf Brot, Brötchen oder Maiswaffeln streichen. Aber eure Kinder verziehen beim Essen angewidert das Gesicht?

Dann ist dieses Rezept für eine neutral schmeckende, vegane Mayonnaise vielleicht genau die Sorte „Streichfett“, die bei kleinen (und großen) Jung-Veganer:innen weniger Diskussionen auslöst. Sie ist schnell gemacht, kommt ohne Ei aus und lässt sich je nach Öl ziemlich „geschmacksarm“ halten.

Vegane Mayonnaise ohne Ei, Senf, Zucker: das neutrale Grundrezept

Klassische Mayonnaise lebt von Zutaten, die sie nach „Mayo“ schmecken lassen. Hier ist die Idee eine andere: eine neutrale, cremige Grundlage, die nicht wegfließt, damit der Tofu nicht vom Brötchen rutscht.

Im Grundrezept lassen wir deshalb alles weg, was typischerweise Würze bringt: Senf, Salz, Pfeffer, Zucker. Übrig bleibt eine Öl-in-Wasser-Emulsion: cremig, streichbar, und im besten Fall geschmacklich so unaufgeregt, dass niemand „Igitt!“ ruft.

Vegane Mayonnaise als neutraler Brotaufstrich (ohne Ei) im Glas

Und so sieht sie aus: vegane Mayonnaise „ohne großen Eigengeschmack“ als Brotaufstrich.

Geschmack und Akzeptanz: Warum das Öl entscheidend ist

Der eigentliche Hebel ist das verwendete Öl. Kaltgepresste Öle sind oft aromatisch. Das kann wunderbar sein, kann aber auch genau der Moment sein, an dem Kinder sehr grundsätzlich über das Leben nachdenken und dabei „Bäh!“ sagen.

Kaltgepresstes Sonnenblumenöl in der veganen Mayonnaise ist eklig. Und mit Olivenöl schmeckt sie bitter. Auch mit Leinöl macht ihr euren Kindern keine Freude — davon darf höchstens ein Teelöffel in die fertige Mayo. Probiert das lieber erst aus, bevor ihr die Menge für eine ganze Schulklasse zubereitet. 😉

Für ein möglichst neutrales Ergebnis eignen sich häufig raffinierte Öle, weil sie geschmacklich zurückhaltender sind. Das ist dann keine Gesundheitsmetapher, sondern ein Küchenkompromiss: weniger Aroma, dafür mehr „geht durch“.

Wenn ihr mit Walnussöl oder Sesamöl experimentiert habt, schreibt gern in die Kommentare, wie das bei euch (und euren Kindern) ankommt. Dann wissen wir alle mehr, ohne dass jemand eine ganze Schüssel opfert.

Kurz erklärt: Was hier chemisch passiert (ohne Laborbrille)

Mayonnaise ist eine Öl-in-Wasser-Emulsion: winzige Öltröpfchen verteilen sich stabil in einer wässrigen Phase. In klassischer Mayo stabilisieren Bestandteile aus Eigelb die Tröpfchen. Bei veganen Varianten übernehmen das unter anderem Phospholipide (zum Beispiel aus Soja-Lecithin) oder andere emulgierende Bestandteile. Wer tiefer einsteigen will, findet gute Einstiege in der Fachliteratur: Depree & Savage (2001) sowie zu Soja-Lecithin und Emulsionswirkung Rydhag (1981) und zur Zusammensetzung Scholfield (1981).

Mayo mit Mandel-Drink oder anderen Pflanzendrinks: geht das?

Sojadrink ist eine häufige Basis, weil er in der Praxis oft stabil emulgiert. Trotzdem kommt die Frage regelmäßig: „Geht das auch mit Mandel-Drink?“

  • Entscheidend ist nicht die Marke, sondern die Emulsionshilfe: Für eine stabile Emulsion braucht es Bestandteile, die Öl und Wasser „zusammenhalten“. In vielen veganen Rezepten ist das (direkt oder indirekt) Lecithin oder eine andere emulgierende Komponente.
  • Justine vom Blog „Justine kept calm and went vegan“ verwendet in ihrem Rezept für Mayo aus Mandelmilch zum Beispiel Sonnenblumenkerne (als Quelle emulgierender Bestandteile) und ergänzt gekochte Kartoffel für mehr Stand. Ihr Rezept findet ihr hier: https://justinekeptcalmandwentvegan.com/2017/05/vegane_mayonnaise/
  • Wer es sehr kontrolliert möchte, kann Lecithin auch in Reinform kaufen.

Sojadrink ohne Verpackungsplastik: Sojamilch selber machen

Pflanzendrinks gibt es oft in Getränkekartons, die innen Kunststoffschichten enthalten. Wer das vermeiden möchte, landet schnell bei „selber machen“.

Zutaten für die vegane Mayonnaise

Für die schnelle Mayo braucht ihr im Kern drei Dinge: eine Flüssigkeit, etwas Säure und ein neutrales Öl. Praktisch ist ein Mixer oder ein Pürierstab.

Grundrezept: neutraler Brotaufstrich

  • ca. 100 Milliliter Sojadrink natur
  • 1 Teelöffel Zitronensaft (frisch gepresst oder aus der Flasche)
  • ca. 200 Gramm (rund 240 Milliliter) neutral schmeckendes Speiseöl, zum Beispiel raffiniertes Rapsöl oder Distelöl

Wenn gerade keine Zitrone da ist, funktioniert auch Apfelessig.

Optional: näher an klassischer Mayo

  • 1 Teelöffel scharfer Senf (zum Beispiel Dijon-Senf)
  • Salz zum Abschmecken

Anleitung: Mayo in 2 Minuten (ohne Zaubertrick)

  1. Sojadrink in den Mixbehälter geben.
  2. Zitronensaft dazugeben. Für die würzigere Variante kommen Senf und etwas Salz dazu.
  3. Mixer oder Pürierstab starten und das Öl langsam einlaufen lassen, bis die Masse sichtbar andickt.

Mit der Zeit wird die Mischung cremiger und fester, weil sich eine stabile Öl-in-Wasser-Emulsion bildet. Wenn sie euch zu flüssig bleibt, hilft oft: noch etwas Öl (in kleinen Portionen) einarbeiten, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Wofür ihr die Mayo nutzen könnt

Die neutrale Variante (ohne Senf und Salz) ist bei uns vor allem ein Ersatz für Butter oder Margarine: streichbar, unkompliziert, und ohne Palmöl sowie ohne gehärtete Fette, die in manchen Margarinen stecken.

Die würzige Variante passt als Dressing für Salate, als Dip für Pommes oder Gemüsesticks und für alles, wofür man sonst Mayo nimmt.

Tipp: Wenn ihr vor dem Öl ein bis zwei Knoblauchzehen mitpüriert, wird daraus eine einfache Aioli-Variante.

Aufbewahrung: wie lange hält die Mayo?

Die fertige Mayonnaise am besten in eine Dose mit Deckel oder ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank lagern. Bei uns hält sie einige Tage. Achtet auf Geruch und Konsistenz, wie bei allen frischen Zubereitungen ohne Konservierung.

Video: Mayonnaise herstellen (ohne Ei und Senf)

In diesem Video nehmen wir euch mit in unsere Küche und zeigen, wie schnell die vegane Mayonnaise gelingt:

Meine liebe Evi bedauert, dass sich diese selbst gemachte „Margarine“ nicht für Buttercreme-Torten eignet. Trotzdem ist ihr Schleckermäulchen von der ungewürzten Mayo begeistert, weil sie sie an zarten Frischkäse erinnert.

FAQ: Vegane Mayonnaise selber machen

Warum wird meine vegane Mayo nicht fest?

Meist liegt es daran, dass das Öl zu schnell hineinkommt oder das Verhältnis noch nicht passt. Langsamer einlaufen lassen und in kleinen Schritten mehr Öl zugeben hilft oft.

Welches Öl schmeckt am neutralsten?

Viele finden raffinierte Öle neutraler als kaltgepresste, weil letztere oft deutlich eigene Aromen mitbringen. Welche Sorte „neutral“ ist, entscheidet am Ende euer Geschmack (und der eurer Kinder).

Kann ich statt Sojadrink auch Mandel-Drink verwenden?

Das kann funktionieren, wenn die Emulsion stabil wird. Manche Rezepte nutzen dafür zusätzliche Helfer (zum Beispiel Sonnenblumenkerne oder Lecithin), damit Öl und Wasser zuverlässig zusammenbleiben.

Kann ich Zitronensaft durch Essig ersetzen?

Ja, Apfelessig wird häufig als Alternative genutzt. Der Geschmack verändert sich leicht, die Zubereitung bleibt gleich.

Geht das auch ohne Mixer?

Ein Pürierstab reicht in der Regel aus. Wichtig ist vor allem: gleichmäßig mixen und das Öl langsam einarbeiten.

Woran merke ich, dass das Öl „nicht passt“?

Wenn die Mayo bitter, grasig oder insgesamt zu kräftig schmeckt, ist es oft das Öl. Dann lohnt sich ein neutraleres Öl oder ein Mischansatz.

Kann ich die Mayo als Dip „mayo-typischer“ machen?

Senf und Salz bringen euch näher an den klassischen Geschmack. Knoblauch macht daraus eine schnelle Aioli-Variante.

Wie kann ich Plastik im Einkauf reduzieren, ohne alles zu verkomplizieren?

Ein Teil lässt sich über selbst gemachte Pflanzendrinks lösen. Für den Alltag hilft auch ein pragmatischer Mix: so viel wie sinnvoll selbst machen, und bei den Resten bewusst auswählen.

Transparenz & Einkaufstipps

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Fettige Grüße 😀
Patrick

CC BY-SA 4.0 Vegane Mayonnaise selber machen: der umweltfreundliche Butter- und Margarine-Ersatz von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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