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Aktualisiert am 25. Februar 2026

Es gibt diese Tage, die fühlen sich an wie ein Wohnzimmer, in dem jemand heimlich die Schwerkraft hochgedreht hat. Alles ist ein kleines Stück schwerer: das Stillkissen, der Wäschekorb, der eigene Nacken. Und trotzdem passiert dazwischen dieses weiche, warme Familienzeug. Katzen, die trösten. Kinder, die “Mäusekäse” einkaufen. Kekse, die keine Schokolade sind, aber so tun, als wären sie es.

Heute ist so ein Tag. Ein Wintertag mit vollgekotzten Schlafanzügen, lieben Katzen, selbstgebackenen Keksen, Nackenschmerzen und verführerischer Schokolade, die keine ist.

Der Morgen beginnt, bevor er offiziell beginnt

Unser Baby ist oft das erste, das wach werden will. Meistens gegen sieben. Manchmal eine Stunde früher, als hätte jemand den Wecker im Bauch eingebaut. Stillen, kurz wieder hinlegen, und dann: Aufstehen. Badezimmer. Wäsche, die “heute mal dran” sein möchte und dabei so tut, als hätte sie Geduld.

Das Baby wird umgezogen. Einmal. Dann noch einmal. “Heute bitte passieren mit Wechseln”, sage ich, und merke selbst, wie sehr ich mir wünsche, dass Sprache Realität regeln könnte.

Patrick hat einen Termin und muss los. Abschiede am Morgen sind kurz, aber sie bleiben wie kleine Fingerabdrücke in der Luft. Dann sind wir wieder im Hausmodus: stillen, anziehen, trösten, nebenbei den Versuch unternehmen, selbst ein Mensch zu werden, der nicht im Schlafanzug festklebt.

Windelfrei im echten Leben: nicht romantisch, aber oft logisch

In diesem Vlog taucht “Windelfrei” nicht als Projekt auf, sondern als Teil des Tages. Da ist das Abhalten, da sind kleine Unfälle, da ist dieses ständige Mitdenken im Hintergrund. Für uns war das nie ein “entweder oder”. Eher ein: so weit, wie es gerade passt.

Windelfrei wird in der Fachwelt oft unter “Elimination Communication” (Ausscheidungskommunikation) geführt. Dahinter steckt keine Zauberformel, sondern Beobachtung: Signale wahrnehmen, Gelegenheiten anbieten, Druck rausnehmen. Die Forschungslage ist noch überschaubar und nicht frei von methodischen Haken (viel Beobachtung, viel Selbstauskunft, wenig randomisierte Studien). Trotzdem gibt es erste Arbeiten, die das Thema ernsthaft beschreiben und prüfen. https://www.nature.com/articles/s41598-021-91704-3

Was im Alltag bleibt: Es darf praktisch sein. Es darf auch scheitern. Backup ist Komfort, keine Kapitulation.

Passend dazu: Windelfrei: Ein Neugeborenes braucht keine Windeln und Windelfrei unterwegs

Vegan frühstücken zwischen Kakao, Banane und “Mäuserisch”

Irgendwann kommt der Moment, in dem ich es schaffe, mich anzuziehen. Das Baby hat gepullert, also steht es kurz “parkend” da, damit ich zwei Hände frei habe. In meinem Nacken sitzt inzwischen dieser unsichtbare Duplo-Stuhl. Ich fühle mich wie die Prinzessin auf der Erbse, nur dass meine Erbse offenbar eine Gurke war.

Frühstück ist bei uns oft simpel. Haferflocken, Banane, pflanzliche Milch. Dazu Kinderstimmen, die gleichzeitig fragen, kommentieren, dichten. “Wir sind vegan. Veganer. Vegetarier. Das ist das Beste.” So klingt das bei Kindern: Kategorien als Spielplatz, nicht als Manifest.

Wer hier tiefer einsteigen mag: Vegane Familienküche: unsere Velivery-Erfahrungen

Kindergartenfrei und trotzdem mitten in der Welt

Wir schaffen es oft erst raus, wenn die Kindergartenkinder schon wieder drin sind. Nicht aus Protest, eher aus Rhythmus. Mittagslicht statt Morgenstress. Sonne statt Schatten. Der Tag gehört dann für einen Moment niemandem außer uns.

Und ja, es gibt diese Szene, in der ich sage: “Ich kann nichts mit den Kindern. Die machen nur Blödsinn.” Das ist kein Urteil über Kinder. Das ist ein müder Satz, der kurz aus der Erschöpfung tropft. Danach geht es weiter, wie es immer weitergeht: Pflaster holen, Schuhe anziehen, runtergehen, rausgehen.

Zum Themencluster: Kindergartenfrei, wenn Eingewöhnung nicht gelingt und Kindertag ohne Kindergarten

Konflikte, Trost und eine Katze, die einfach macht

Unsere Große ärgert die Mittlere, die Mittlere weint. Manchmal halte ich mich raus, sofern nichts wirklich Gefährliches passiert. Nicht, weil mir alles egal ist, sondern weil ich nicht jede Spannung sofort wegmoderieren will. Kinder sind soziale Wesen, keine Porzellanfiguren.

Und dann kommt unsere Katze. Sie läuft hin, reibt sich an der Kleinen, bleibt da. Trost ohne Worte, ohne Konzept, ohne “pädagogisch wertvoll”. Einfach Fell und Nähe.

Kekse backen und die Schokolade, die keine ist

Später backen wir. Teig, Löffel, Backblech. Ein Kind will ablecken, ein anderes will “ganz alleine”. Es gibt diese kleinen Verhandlungen, die sich anfühlen wie Diplomatie auf Keksniveau. Am Ende liegen Schoko-Hafer-Kekse da. Die schmecken angeblich “gar nicht so toll”. Dann werden sie doch gegessen.

Dazu Mango. Und dieser Moment, in dem Kinder einen Kern beschreiben, als müssten sie die Welt neu vermessen: “So dick wie mein Finger.”

Abendbrot mit Großeltern: nicht überall einig, aber an einem Tisch

Abends essen wir oft mit meinen Eltern, die mit im Haus wohnen. Wir sind nicht in allen Bereichen einer Meinung. Trotzdem ist das Zusammensein häufig gut. Vielleicht, weil wir gelernt haben, so zu sprechen, dass niemand gewinnen muss. Die Kinder bewegen sich frei, und das ist am Ende oft das Wichtigste: dass ein Raum existiert, in dem man sein darf.

Die Kackwurst-Geschichte: wenn Kinder Humor als Weltrettung nutzen

Und dann kommt sie: diese großartige, völlig entgleiste Erzählung über “Schokolade” auf dem Kopfkissen, die keine ist. Eine Kettenreaktion aus Ekel, Kichern, erfundenen Nebenfiguren und dem souveränen Ernst, mit dem Kinder Unsinn erzählen, als wäre er Nachrichtensendung.

Ich höre zu und denke: Humor ist manchmal das Geländer, an dem man sich durch Müdigkeit schiebt. Nicht schönreden, nicht spirituell überhöhen. Einfach: lachen.

Kurzer Realitätsanker

Im Vlog geht es auch ums Spucken und ums “Bauchweh”. Das sind Alltagssymptome, die oft harmlos sind, manchmal aber auch ärztlich abgeklärt werden sollten. Hält starkes oder häufiges Erbrechen an, wirkt ein Kind ungewöhnlich schlapp, kommt Fieber dazu oder zeigt es Zeichen von Austrocknung (sehr wenig nasse Windeln, trockener Mund, keine Tränen), gehört das zeitnah in fachliche Hände.

FAQ: Windelfrei, veganer Alltag, kindergartenfrei

Was bedeutet “Windelfrei” eigentlich genau?

Meist ist damit Ausscheidungskommunikation (“Elimination Communication”) gemeint: Erwachsene achten auf Signale und bieten Gelegenheiten an, auf Toilette/Töpfchen zu machen. Das kann Vollzeit sein, häufiger aber als Mischform mit Windel oder Backup. https://www.nature.com/articles/s41598-021-91704-3

Gibt es Forschung dazu oder ist das nur ein Trend?

Es gibt Forschung, aber die Datenlage ist noch dünn und oft beobachtend (Selbstauskunft, kulturell sehr unterschiedliche Praktiken). Einzelne Arbeiten berichten Zusammenhänge, ersetzen aber keine robuste, breit replizierte Evidenz. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0306987718310260

Ab wann “kann” ein Kind überhaupt toilettenreif sein?

Klassische Leitlinien zum Toilettentraining betonen Entwicklungszeichen (Interesse, Trockenphasen, Kommunikation, Motorik) statt ein fixes Alter. Früh beginnende Ansätze existieren kulturübergreifend, werden aber in westlichen Leitlinien meist anders eingeordnet als das Training im Kleinkindalter. https://publications.aap.org/patiented/article/doi/10.1542/peo_document105/80105/Toilet-Training

Kann Windelfrei “schaden”?

Belastbare Daten zu Schäden durch Ausscheidungskommunikation sind begrenzt. Entscheidend scheint der Rahmen: kein Zwang, keine Beschämung, viel Beobachtung, und die Bereitschaft, jederzeit wieder mehr Backup zu nutzen. Wenn Druck entsteht, kippt das Thema meist vom Praktischen ins Unruhige. https://link.springer.com/article/10.1007/s10995-025-04160-0

Was hilft, wenn der Tag wegen Spucken/Infektgefühl entgleist?

Viele Familien fahren dann im “Minimalbetrieb”: Nähe, Flüssigkeit, Ruhe, weniger Programmpunkte. Medizinisch zählt vor allem der Zustand des Kindes. Bei Warnzeichen (Apathie, Austrocknung, Blut im Erbrochenen, anhaltendes Erbrechen) ist eine Abklärung sinnvoll.

Wie bleibt veganer Alltag mit Kindern alltagstauglich?

Bei uns funktioniert es über Wiederholungen: einfache Standards (Haferflocken, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte), wenig Perfektionismus, und eine Küche, die nicht jeden Tag beweisen muss, dass sie Kunst ist. Inspiration findet ihr auch hier: Vegane Familienküche

Und was ist mit “Sozialisation” ohne Kindergarten?

Sozialleben passiert nicht nur in Institutionen. Es passiert in Nachbarschaften, auf Spielplätzen, in Familiennetzwerken, in Vereinen, auf Reisen, im ganz normalen Draußen. Die Frage ist oft weniger “ob”, sondern “wie”: mit welchem Stresslevel, mit welchen Beziehungen, in welchem Tempo.

Weiterlesen?

Zum Thema bindungs- und bedürfnisorientierter Familienalltag lest gern unseren Grundlagenartikel: Attachment Parenting: beziehungsorientierte Elternschaft

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Und jetzt: Gute Nacht. Oder zumindest etwas, das in diese Richtung zeigt.

CC BY-SA 4.0 Wintertag mit Windelfrei & veganem Alltag: unser Familien-Vlog von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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