Es ist 6:30 Uhr und mein Freund ist schon zur Arbeit. Ich betrete etwas schlaftrunken nach ihm das Badezimmer. Irgendwie war er wohl in Eile, als er nach unserem gemeinsamen Wochenende in meiner Wohnung in seine Praxis aufbrechen will. Denn der Toilettendeckel ist geöffnet, sein benutztes Handtuch liegt vor der Wäschetruhe auf dem Fußboden und mein absolutes Highlight ist die offene Zahnpastatube.

Wir haben uns an diesem Morgen gestritten und die Gemütslage ist heute definitiv im Keller.

Nach dem Feierabend entschuldigt er sich mit einer kleinen Geste bei mir: Er bringt einen Blumenstrauß und Zahnputzzeug mit. So hat nun jeder von uns seine eigene Ausrüstung. Künftig duschen wir nach dem gemeinsamen Wochenende jeweils in der eigenen Wohnung.

Ja, wir sind ein glückliches Paar und auch nur Menschen. Wir streiten uns wahrscheinlich genauso häufig wie jeder von euch. Doch wir haben gelernt, unsere Beziehung aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, der auf der Methode der Co-Kreativität basiert.

Ihr würdet gern wissen, wie ihr aus eurer Beziehung eine glücklichere Verbindung erschaffen könnt? Und was ist Co-Kreativität eigentlich?

Der Begriff Co-Kreativität stammt aus der Wirtschaft. Er bedeutet, dass mehrere Menschen gemeinsam an einem Prozess arbeiten. Sie verfolgen geschlossen ein Ziel. Dies auf eine Liebesbeziehung zu übertragen, erscheint vielleicht im ersten Moment etwas irritierend. Doch wenn ihr euch deutlich macht, dass ihr nicht einen Menschen geheiratet habt, sondern einen „lebendigen Prozess“, ist die Ausgangsposition zwar nicht so romantisch, dafür aber echt.

Es gibt einige Punkte, die glückliche Menschen, die miteinander in Liebe verbunden sind, anders machen. Ich möchte sie euch kurz vorstellen.

Glückliches, älteres Paar

Mit den Tipps aus diesem Beitrag könnt ihr gemeinsam alt werden. (Foto von Renate Vanaga auf Unsplash)

1. Interesse am anderen

Die Bereitschaft sich ernsthaft aufeinander einzulassen heißt, sich für den anderen zu interessieren und sich nicht in eine eigene „Wunschvorstellung“ der Person, die ihr vor euch habt, zu verlieben.

2. Gemeinsame Rituale

Gemeinsame Alltagsrituale helfen, den Tag zu strukturieren. Sie sind von großer Bedeutung für die Bindung zueinander als Paar, auch in der Familie. Sei es der Tee am Morgen, den ihr zusammen trinkt, bevor die Kinder erwachen oder das monatliche Wellness-Wochenende. Es ist wichtig, sich trotz des Familientrubels als Paar zu spüren und sich dafür Zeit zu nehmen.

3. Freiräume schaffen

Um sich immer wieder neu aufeinander einlassen zu können, ist es notwendig, dass jeder von euch auch seine eigenen Freiräume hat. Freundschaften, Hobbys usw.

4. Miteinander reden

Jede Beziehung fußt auf emotionaler Stabilität. Jeder Part muss sich sicher fühlen. Das Gefühl von Verbundenheit entsteht auf der Basis von Respekt und Wertschätzung. Damit ihr euch auf Augenhöhe begegnen könnt, bedarf es einem guten Austausch. Dabei ist es nicht nur wichtig, zu sprechen, sondern auch zuzuhören.

5. Regeln vereinbaren

Ja, eine Beziehung braucht klare Absprachen. Die Eckpunkte sollten miteinander vereinbart sein. Da ist zum Beispiel zu klären:

      • Leben wir monogam oder polyamor?
      • Mit oder ohne Kinder?
      • Auf dem Land oder in der Stadt?

Es erleichtert das Leben enorm, wenn die Eckdaten deutlich sind. Und es sollte auch klar sein, welche Bedingungen es gibt, sollten diese Grundsätze nicht eingehalten werden.

6. Ehrlichkeit

Offen auszusprechen was einen bewegt ist nicht immer einfach und ja – es gibt immer etwas, was einem am anderen stört. In jeder Beziehung gibt es Streitpunkte. Hier muss man den Mut haben, diese offen und bewusst anzusprechen.

Wenn das große Mühe bereitet, so könnt ihr euch mal im Bereich der achtsamen Kommunikation umsehen. Ihr findet dazu eine Menge Anleitungen im Netz und Literatur, zum Beispiel:

7. Ein gemeinsames Umfeld kreieren

  • Eine gemütliche Wohnung, Treffen mit Freunden und Bekannten, Feste und Feiern in der Nachbarschaft – kurz: Eine Einbindung in ein für Dich schönes Umfeld trägt zum eigenen Wohlbefinden bei und ist eine Basis für ein glückliches Leben.

8. Resilienz und Humor

  • Über die eigenen und die gemeinsamen Fehler lachen zu können, ist super. Dadurch können wir wieder zur Freude im Alltag finden.
  • Resilienz ist die Fähigkeit, aus schlimmen Situationen positiv hervorzugehen. Das ist extrem wichtig, um zum Beispiel mit Krankheiten besser umgehen zu können.

9. Verzeihen und sich entschuldigen können

  • Eine ehrlich gemeinte Entschuldigung bleibt lange im Gedächtnis des Verletzten und stärkt dadurch die Bindung zum geliebten Menschen. Große Verletzungen wie ein Seitensprung oder eine Lüge brauchen oft viel länger als die Kleinigkeiten in meinem Beispiel vom Anfang. Vergebung auf Knopfdruck funktioniert nicht. Denn sie ist ein Prozess, der Zeit braucht.

Mit diesen Tipps könnt ihr eure Partnerschaft in eine glückliche, bewusste Beziehung verwandeln. Ich wünsche euch viel Spaß auf eurem gemeinsamen Weg.

Eure Karin

(Titelbild von Scott Broome auf Unsplash)

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