barfußDeine Füße bilden das Fundament Deines Körpers. Eine Störung und Behinderung ihrer natürlichen Funktionsweise kann im ungünstigsten Fall zu Arthrose, Bandscheibenvorfall und neuen Hüftgelenken führen. Wir zeigen Dir, wie Du herausfinden kannst, ob Deine Füße gesund sind und wie Du Probleme des gesamten Bewegungsapparates loswerden kannst, indem Du barfuß läufst.

Zivilisationszwänge an unseren Füßen

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ist für uns wieder die Zeit gekommen, in der wir unseren Körper von anerzogenen – oder besser: angezogenen – Gewohnheiten, die unsere “fortschrittliche” Zivilisation mit sich bringt, befreien: Unseren Schuhen.

Diese Kleidungsstücke empfinden Menschenkinder wohl besonders im Babyalter als störend. An schwitzige Windeln, Mützchen und Jübchen gewöhnen sich die zartesten unter uns innerhalb weniger Tage, wohingegen die kleinen Füßchen zum Glück – bis auf wenige Termine in winzigen Fußballersneakers oder güldenen Mickymausballerinas beim Fotografen – bis zu einem Jahr lang sehr viel Freiheit genießen dürfen. Was danach geschieht, ist für viele der Aufwachsenden der begünstigende Weg zu späteren Knie-, Hüft- und Rückenproblemen; Anders gesagt: das Hineinsteigen in eine einengende, starre Zivilisation.

Wusstest Du, dass in Deutschland pro Jahr schätzungsweise 500.000 Operationen am Bewegungsapparat vermieden werden könnten, wenn den Patienten von Anfang an eine ganz einfache Präventionsmaßnahme bewusst gewesen wäre? Unsere festen, starren Schuhsohlen sind der Grund dafür, dass wir uns falsches Gehen angewöhnen. Statt mit der ganzen Fußsohle aufzutreten und uns mit den Zehen abzustoßen, um dabei durch kurzes Durchdrücken der Knie die gesamte Muskulatur zu entspannen, beginnen wir unseren Schritt wegen der unflexiblen Schuhsohle mit der Ferse. Diese Erschütterung kann man sogar im Kopf spüren. Unnatürliches Gehen legt unsere komplette Fußmuskulatur lahm und damit den Grundstein für Senk-, Knick- oder Hohlfüße, Deformierungen, Fersensporn oder Achillessehnenprobleme.

Die Analogie zur Kurbelwelle

In Schuhen ist häufig die gesamte Körperbiometrie verschoben: Der gesamte Körper ist über die Unterschenkel auf den Füßen gelagert. Verändern sich die Füße, ändert sich auch der Auflagepunkt des Unterschenkels im Sprunggelenk. So wird es dem Unterschenkel schwer gemacht, seine richtige Position im Knie zu finden. Die Muskulatur schafft es nicht mehr, dynamische und harmonische Bewegungen auszuführen. Gelenkverschleiß, schmerzhafte Arthrose und Operationen mit künstlichen Gelenken können die Folge sein.
Vergleichbar ist das Ganze mit der Kurbelwelle eines Motors: Ist diese auch nur wenige Bruchteile eines Millimeters verschoben, führt das zu erhöhtem Motorverschleiß bis hin zum “Kolbenfresser”.

Fundament abgesackt: Hüfte schief, Rückenschmerz da

Ist das Knie in “Schieflage” geraten, setzen sich die Probleme in der Hüfte fort. Du bekommst ein neues Hüftgelenk und später unter Umständen sogar ein zweites. Logischerweise führt eine ins Ungleichgewicht geratene Hüfte auch zu Problemen an unserem Rücken: Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle sind immerhin Volkskrankheiten. Steht ein Haus auf abgesacktem Fundament, wird es irgendwann krumm und unbewohnbar.

Bist Du tatsächlich damit einverstanden, Deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, nur weil die Etikette “erfordert” oder Dir die Werbung suggeriert, Du mögest doch bitte die etablierten Schuhe tragen?

Die Lösung: Lauf barfuß!

Alle mit den Füßen zusammenhängende Problemchen kannst Du vermeiden, indem Du barfuß gehst. Dies verbessert zudem Deine körperliche Koordination, schärft Deine Sinneswahrnehmung und fördert durch die ständige Fußreflexzonenmassage Deine Gesundheit. Die Ökofamilie erklärt Dir das kurz und bündig auf http://ökofamilie.de/barfusslaufen-back-to-nature.

Test: Wie gut funktionieren Deine Füße?

Ob Dein Laufstil in Ordnung ist, kannst Du mit einem gut gefüllten Glas Wasser herausfinden. Dazu brauchst Du es nur in einer Hand halten und zügig ein paar Schritte damit laufen. Verschüttest Du hierbei das Wasser, darf das Grund genug sein, Dir Deine Füße genauer anzuschauen. Was beeinträchtigt Deinen Laufstil? Ob Du bereits eine ungünstige Fußform hast, kannst Du mit einem Blick erkennen: Fußsohlen eincremen, Abdrücke auf ein Papierblatt setzen, diese gegen das Licht halten und kontrollieren. Erkennst Du Abweichungen vom sogenannten Normalfuß?

Fußformen - Sind Deine Füße noch gesund?

Das Geschäft mit der Gesundheit unserer Kinder

In Fachgeschäften für Kinderschuhe hat man es noch immer schwer, überhaupt einen Schuh mit einer wenigstens halbwegs biegbaren Sohle empfohlen zu bekommen. Stattdessen bietet sich oft folgendes Bild: Aus allerlei Markenschuhen wählt die Verkaufsfachkraft gezielt ein oder zwei Paar (Pest und Cholera?) feste, stabilisierende Schuhe aus. Ist das neue Schuhwerk erst einmal fest an die Kinderknöchel geschnürt, haben Kinderbeine gar nicht mehr die Möglichkeit zum wackeligen Anfängerlaufen. Stattdessen staksen die Kleinen wie Zinnsoldaten durch den Schuhladen, womit schließlich viele Eltern überzeugt und somit als zufriedene Kunden gefangen werden. Eine Freundin vertraute uns nach ihrem allerersten Schuhkauf für ihren Sohnemann ihre Vermutung an: Die meisten Sohlen für Kinderschuhe wären wohl deshalb so fest, um auch zukünftig Geld mit den ungesunden Menschen machen zu können – ähnlich wie es die Pharmaindustrie handhabt.

Über Barfußschuhe, die helfen, geschützt “barfuß” zu gehen

(Hinweis: Ein aktuelles Video, wo wir unsere Schuhe vorstellen findest Du hier: https://www.freeyourfamily.net/2016/11/vegane-barfussschuhe-fuer-die-ganze-familie/)

Das tägliche Laufen in den eleganten Herrenlackschuhen bzw. Stöckelschuhen haben wir uns erst abgewöhnt, als wir uns auf der Suche nach den perfekten Kinderschuhen den gesundheitlichen Folgen des Schuhwerks bewusst wurden. Während wir selbst die ersten Barfußschuhe testeten (Die Winterschuhe Vibram FiveFingers Lontra LS und Vivobarefoot Evo Pure), zogen wir unserer Tochter noch lange Zeit Playshoes Regenfüßlinge über ihre Söckchen, bis wir in einem Secondhandgeschäft Lederschuhe mit einigermaßen flexibler Sohle fanden.

Letztendlich überzeugten uns, nach zeitraubender Recherche, diese Barfußschuhe für Kinder: die Leguanitos. Nach dem einfachen und schnellen Anziehen der total flexiblen Schühchen über die kleinen, schmalen Füßchen rannte unser Erstling los – zum ersten Mal in seinem Leben. Die Leguanitos reichen über zwei bis drei Größen und passten so über ein Jahr lang. Sie führten weder mit noch ohne Strümpfen zu Eis- oder Schweißfüßen, schützen hervorragend vor allerlei Verletzungen, die “richtiges” Barfußlaufen mit sich bringen kann, z.B. durch Glasscherben, und liefen sich weder ab noch ließ ihre Elastizität nach. Deshalb können wir diese Schuhe an die jüngeren Geschwisterkinder weiterreichen. Da nun auch unser zweites Kind in ihnen läuft, haben wir weder erneut Stress beim Schuhkauf noch finanzielle Einbußen.

Barfuß laufen lernen

Vielleicht möchtest Du mit dem Barfußlaufen zunächst auf weichem Rasen im Park bei einem Spaziergang starten statt die übliche Runde in Turnschuhen zu joggen. Mit Freuden wirst Du bald feststellen können, dass sich Deine Füße mitsamt Muskeln, Bändern und Sehnen an ihre neuen Aufgaben gewöhnen und sich Deine Füße auch auf härterem Untergrund angenehm massiert anfühlen.

Mit ein wenig Übung kann dann auch die Joggingrunde wieder wie gewohnt stattfinden – dann allerdings barfuß. Oder Du entdeckst Zehen- oder Barfußschuhe für Dich, um Dich vor unliebsamen Überraschungen, die der Weg für Dich bereithalten könnte, zu schützen. Unsere Lieblingsbarfußschuhe gibt es auch für Große: Leguanos (Übersicht)

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Evelin ist vegetarisch aufgewachsen und lebt seit 20 Jahren vegan. Sie hat als Erzieherin gearbeitet und schließlich studiert, um sich noch mehr für das Recht auf eine Kindheit in Würde, Frieden und ohne Manipulation durch Erziehung einzusetzen – nicht nur für die eigenen drei kindergarten- und schulfreien Kinder. Ihre Lieblingsthemen sind u.a. „Unerzogen“, „Attachment Parenting“, Hochsensibilität und Veganismus.
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