Lesezeit: 10 Minuten

Aktualisiert am: 11.08.2026

Ihr seid neugierig, welche Lebensmittel wir als vegan lebende, fünfköpfige Familie einkaufen und was wir für unser Essen ausgeben? In unserem Video erfahrt ihr es.

Das Video stammt aus dem Jahr 2018. Wir waren damals zu fünft, und unser jüngstes Kind fing gerade erst mit kleinen Portionen an. Die Preise und Mengen in diesem Beitrag gehören also genau in diese Zeit und zu unserer damaligen Familiensituation.

Video: Unser Wocheneinkauf – vegan, bio und preiswert

Was wir damals pro Woche für Lebensmittel ausgegeben haben

Als groben Richtwert nennen wir im Video etwa 50 bis 70 Euro pro Woche. Manchmal waren es sogar nur ungefähr 40 Euro, wenn Patrick beim abendlichen Einkauf viel reduzierte Ware bekommen hatte oder einiges aus unserem Garten kam.

Und ja, wir waren damals fünf Menschen. Ganz so einfach war die Rechnung trotzdem nicht: Unser jüngstes Kind aß zu dieser Zeit erst Mini-Portionen. Realistisch betrachtet wurde dieser Einkauf also eher von vier bis viereinhalb Menschen verschnuppst. Dazu kamen natürlich mal Besuch oder etwas zu essen für unterwegs. 100 Euro pro Woche hatten wir nach unserer damaligen Erinnerung noch nie ausgegeben.

Das Ganze schwankte ziemlich. Im Sommer kam mehr aus dem eigenen Garten, im Winter wurde der Einkauf teurer. Saison, Angebote und die Frage, worauf wir gerade Appetit hatten, machten ebenfalls einen Unterschied. Die 50 bis 70 Euro beschreiben deshalb unseren damaligen Alltag und keine allgemeine Summe, mit der jede Familie auskommen kann.

So kaufen wir ein: Markt, Garten und Abverkauf am Abend

1) Regional, wenn es klappt

Einen Teil unseres Gemüses kauften wir bei einem Gärtner aus der Region. Dafür gaben wir meist ungefähr 10 bis 20 Euro aus. Je nach Saison landeten Kohlrabi, Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Kartoffeln oder Brokkoli im Korb. Dazu kam, was gerade in unserem eigenen Garten wuchs.

Einen Teil dieses Marktbesuchs hat eines unserer Kinder gefilmt. Die Kamera wackelt entsprechend ein bisschen. Evelin fand das damals „ganz niedlich“, weil solche Aufnahmen eben auch festhalten, was die Kinder selbst entdecken und wichtig finden.

2) Abends einkaufen, wenn reduzierte Lebensmittel auftauchen

Patrick ging ungefähr einmal pro Woche abends zum Discounter. Bei unserem Markt wurden Obst und Gemüse zu dieser Zeit am Abend häufiger reduziert, und genau diese Angebote haben wir gern mitgenommen. Bananen, Birnen, Melonen, Brokkoli oder Pilze bekamen wir dadurch manchmal deutlich günstiger.

Die Uhrzeit hatte allerdings ihren Preis: Zuhause begann ausgerechnet dann der Abend mit den Kindern. Für uns war diese Arbeitsteilung manchmal anstrengend, finanziell machte sie bei diesem Einkauf aber einen spürbaren Unterschied.

3) Bio dort, wo es für uns wichtig und bezahlbar ist

Wir schauen wirklich darauf, bei vielen Lebensmitteln bio zu kaufen. Gleichzeitig hätten wir damals gern noch viel mehr regional und direkt im Bioladen eingekauft. Unser Budget setzte Grenzen. Also entschieden wir von Einkauf zu Einkauf, was gerade möglich war.

Das ist bis heute näher an unserem Familienleben als irgendein perfektes Einkaufsprinzip: Wir haben Werte, an denen wir uns orientieren, und einen Alltag, in dem Geld, Zeit, Verfügbarkeit und die Bedürfnisse mehrerer Menschen zusammenkommen.

Veganer Wocheneinkauf: Was typischerweise bei uns im Korb landet

Unser Einkauf sieht nicht jede Woche gleich aus. Wenn wir backen wollen, fehlt etwas anderes als in einer Woche, in der noch viele Vorräte da sind. Einige Sachen tauchen aber immer wieder auf:

  • Obst und Gemüse: zum Beispiel Bananen, Birnen, Melonen, Brokkoli, Pilze und das, was gerade Saison hat.
  • Basics: Haferflocken, Polenta, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Pflanzenöle wie Raps- oder Sonnenblumenöl.
  • Pflanzendrinks: vor allem Hafer- oder Sojadrink. Selbst gemacht haben wir sie damals einfach nicht so hinbekommen, dass sie uns wirklich schmeckten.
  • Tofu: mal natur, mal geräuchert und ganz unkompliziert aufs Brot oder in eine Mahlzeit.
  • Aufstriche: gern selbst gemacht aus Kichererbsen, Bohnen oder Sonnenblumenkernen.
  • Fürs Frühstück: Haferflocken mit Banane und Pflanzendrink oder Maiswaffeln gehörten bei uns zu den einfachen Sachen, die gern gegessen wurden.

Vegan zu leben ist für uns dabei mehr als eine Zutatenliste. Nichtmenschliche Tiere haben eigene Interessen und einen eigenen Wert. Wir möchten ihren Körper und ihre Leistungen deshalb nicht für unser Essen nutzen.

Wenn euch interessiert, wo sich vegane Lebensmittel und Alltagsprodukte finden lassen, haben wir dafür einen eigenen Überblick: Vegane Online-Shops.

Unsere No-Gos und unsere Kompromisse

Palmöl: kommt bei uns nicht in den Korb

Bei Palmöl haben wir für unseren Einkauf eine klare Grenze gezogen. Produkte mit Palmöl lassen wir liegen.

Dafür gibt es ökologische Gründe, die sich genauer fassen lassen, als wir es im spontanen Video getan haben. Vijay und Kolleg:innen untersuchten die Ausbreitung von Ölpalmenplantagen in 20 Ländern und fanden deutliche regionale Unterschiede. In ihren untersuchten Flächen in Südostasien und Südamerika war die Ausbreitung von Ölpalmen seit 1989 in erheblichem Maß mit der Umwandlung von Wald verbunden. Die betroffenen tropischen Wälder beherbergen zugleich viele bedrohte und kleinräumig verbreitete Arten. [1]

Die IUCN weist auf einen wichtigen zweiten Teil dieser Geschichte hin: Ölpalmen liefern auf derselben Fläche besonders viel Öl. Ein Wechsel zu Soja, Sonnenblume oder Raps kann deshalb mehr Anbaufläche benötigen und Umweltbelastungen lediglich an einen anderen Ort verschieben. Für die ökologische Bewertung zählt also auch, welches Öl ein Produkt stattdessen enthält, wo es wächst und welche Flächen dafür genutzt werden. [2]

Unsere persönliche Einkaufsentscheidung bleibt trotzdem palmölfrei. Mehr zu den Gründen und unseren Alternativen findet ihr in unserem Beitrag über Palmöl.

Avocados: bei uns eher nicht

Avocados lassen wir meistens liegen. Sie schmecken uns durchaus. Bei unserem Einkauf spielt aber auch die Frage eine Rolle, wo ein Lebensmittel herkommt und wie dort mit Wasser und Land umgegangen wird. Gerade bei einem Produkt aus einer trockenen Anbauregion möchten wir das mitdenken.

Das ist unsere persönliche Abwägung. Herkunft, Klima und Bewässerung unterscheiden sich je nach Anbaugebiet, und genau deshalb lässt sich aus dem Wort „Avocado“ allein noch keine Umweltbilanz ablesen.

Fertigprodukte: selten und trotzdem Teil des echten Lebens

Im Video landet ausnahmsweise auch ein stark reduziertes Fertigprodukt im Einkauf. Darüber diskutieren wir ziemlich offen. Solche Sachen schmecken uns teilweise zu sehr nach den tierlichen Produkten, die sie nachahmen sollen, manchmal mögen die Kinder sie, manchmal überhaupt nicht.

Für uns ist das ein Kompromiss. Wir sehen die Zutaten, die Verpackung und unsere eigenen Ansprüche – und gleichzeitig gibt es Tage, an denen etwas Fertiges im Korb landet. Die viele Plastikverpackung störte uns bei diesem Einkauf selbst. Unser Familienalltag wird dadurch allerdings ehrlicher abgebildet als durch einen Warenkorb, der nur aus unseren Idealen besteht.

Vitamin B12 bei veganer Ernährung

Vitamin B12 gehört bei veganer Ernährung zu den Punkten, die verlässlich organisiert werden müssen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt in ihren 2025 aktualisierten FAQ, dass sich eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung bei veganer Ernährung nach heutigem Kenntnisstand nur durch ein Vitamin-B12-Präparat sicherstellen lässt. Sie empfiehlt eine dauerhafte, zuverlässige und regelmäßige Supplementation sowie eine regelmäßige Überprüfung der Versorgung. [4]

Für Familien ist noch eine zweite Einordnung wichtig: In ihrer 2024 neu bewerteten Position lässt die DGE ihre Empfehlung für Kinder und Jugendliche wegen der weiterhin eingeschränkten Datenlage offen. Sie betont für diese Altersgruppen besonders fundierte Ernährungskompetenzen und rät zu qualifizierter Ernährungsberatung. [3]

Unsere ausführlichere Einordnung dazu findet ihr hier: Vitamin B12 bei veganer Ernährung.

FAQ: Unser veganer Wocheneinkauf als Familie

50 bis 70 Euro pro Woche: Ging das wirklich mit Familie?

Ja, in unserer damaligen Situation kamen wir in vielen Wochen mit ungefähr 50 bis 70 Euro aus. Manchmal waren es bei vielen reduzierten Lebensmitteln sogar etwa 40 Euro. Unser jüngstes Kind aß damals erst sehr kleine Portionen, einiges kam aus dem Garten und wir kauften viele günstige Basics. Diese Zahl gehört zu unserem Einkauf von 2018 und lässt sich deshalb nicht einfach auf andere Familien oder heutige Preise übertragen.

Wie schaffen wir Bio, ohne dass der Einkauf ausufert?

Wir priorisieren. Bei manchen Lebensmitteln ist uns Bio besonders wichtig, bei anderen entscheiden Preis, Saison und Verfügbarkeit. Ein regionaler Gärtner oder der eigene Garten helfen ebenfalls. So entsteht bei uns eher ein beweglicher Alltag als eine hundertprozentige Bio-Regel.

Warum kaufen wir abends ein?

Bei unserem damaligen Discounter tauchten abends häufiger reduzierte Obst- und Gemüseangebote auf. Patrick übernahm deshalb einmal pro Woche diesen Einkauf, während Evelin mit den Kindern zuhause war. Das war organisatorisch manchmal die unpraktischste und finanziell gleichzeitig eine ziemlich praktische Uhrzeit.

Warum kaufen wir kein Palmöl?

Für unseren eigenen Einkauf haben wir uns gegen Palmöl entschieden, weil die Ausbreitung von Ölpalmen in einigen tropischen Regionen mit Waldverlust und erheblichen Folgen für die Biodiversität verbunden ist. [1] Bei der allgemeinen Umweltbewertung gehört allerdings dazu, dass andere Ölpflanzen pro Fläche oft weniger Öl liefern. [2]

Ist Kokosöl für uns die Alternative zu Palmöl?

Kokosöl kommt bei uns eher selten vor. Im Video zeigen wir ein Glas, das wir damals ungefähr einmal im halben Jahr kauften und unter anderem zum Backen verwendeten. Wir betrachten Kokosöl deshalb eher als gelegentliche Zutat. Für den normalen Küchenalltag verwenden wir auch regionale Pflanzenöle wie Rapsöl.

Welche drei Dinge haben uns beim Einkauf am meisten Geld gespart?

Bei diesem damaligen Einkauf waren es saisonales Gemüse, reduzierte Lebensmittel am Abend und einfache Grundzutaten wie Hülsenfrüchte, Haferflocken und Kartoffeln. Bei Getränken fiel ebenfalls wenig an, weil wir überwiegend Wasser tranken.

Was waren bei uns typische Kinder-Lieblinge?

Haferflocken mit zerdrückter Banane, Maiswaffeln und selbst gemachte Aufstriche kamen bei uns immer wieder auf den Tisch. Und ja, manchmal auch Sachen, die auf keinem idealen Ernährungsplakat stehen. So sah unser Alltag eben aus.

Passende Beiträge auf FreeYourFamily.net

Unterstützen

Wenn ihr Bücher oder nachhaltige Produkte ohnehin online kaufen möchtet und dabei das Blog unterstützen möchtet, findet ihr bei unseren Partnerseiten zum Beispiel Buch7 und Thalia. Für nachhaltige Mode und andere Alltagsprodukte haben wir außerdem Avocadostore eingeordnet.

Quellen

  1. Vijay V, Pimm SL, Jenkins CN, Smith SJ. The Impacts of Oil Palm on Recent Deforestation and Biodiversity Loss. PLOS ONE. 2016;11(7):e0159668. DOI: 10.1371/journal.pone.0159668. Tragende Fundstellen: Abstract sowie Ergebnisse zu den regionalen Entwaldungstrends.
  2. International Union for Conservation of Nature (IUCN). Palm oil and biodiversity. Issues Brief, Juni 2018. IUCN: Palm oil and biodiversity. Tragende Fundstellen: „What is the issue?“ und „What can be done?“. Abruf: 11.08.2026.
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung. Ernährungs Umschau 2024;71(7):60–84. DGE: Neubewertung der Position zu veganer Ernährung. Tragende Fundstelle: Zusammenfassung zu Kindern, Jugendlichen und weiteren vulnerablen Gruppen. Abruf: 11.08.2026.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ausgewählte Fragen und Antworten zur veganen Ernährung. Stand der aufgerufenen Seite: 15.12.2025. DGE: FAQ vegane Ernährung. Tragende Fundstelle: Abschnitt 3.2 „Warum ist Vitamin B12 bei veganer Ernährung ein besonders kritischer Nährstoff?“. Abruf: 11.08.2026.

CC BY-SA 4.0 Unser Wocheneinkauf – vegan, bio, preiswert von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.