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Die erste Menstruation ist keine zu lösende Hygieneaufgabe, sondern eine wichtige Körpererfahrung, die liebevoll begleitet werden darf. Dieser Artikel hilft euch bei einer sehr praktischen Frage: Welche Menstruationsprodukte eignen sich für Teenager wirklich – und was passt im Alltag, in der Schule und beim Einstieg am besten? Weiter unten findet ihr ausführliche Vergleiche, echte Hürden und ganz konkrete Tipps zu Produkten.

Die Kurzfassung für alle, die gerade wenig Zeit haben:

  • Für viele Mädchen ist Periodenunterwäsche am unkompliziertesten.
  • Wir favorisieren wiederverwendbare Stoffbinden.
  • Später sind Menstruationstassen bei vielen beliebt.
  • Keine allgemeine Empfehlung für die erste Menstruation: Menstruationsscheiben.
  • Wichtiger als alles andere ist, dass das Produkt zu der Person passt, die es benutzt, und nicht umgekehrt.

Schnell zu den wichtigsten Abschnitten:
Produktvergleich
Welches Produkt passt zu welchem Alltag?
Shop-Empfehlungen
Worauf es beim Kauf ankommt
Freie Menstruation
Wann ihr Beschwerden abklären solltet

Bevor auch nur irgendein Produkt ins Spiel kommt, findet etwas statt, wofür es keine „Verpackung“ gibt. Denn ein Körper, der bislang keinerlei Verletzungen aufwies, fängt plötzlich an zu bluten. Er wird warm, oft schwer, manchmal müde, manchmal übellaunig, manchmal ungewöhnlich still. Bei einigen zieht es im unteren Rücken, bei anderen im Unterbauch, wieder andere spüren kaum etwas. Irgendwo zwischen Wäschekorb, Schulranzen und einem eben noch normalen Nachmittag entwickelt sich eine bisher nicht gekannte Wahrnehmung des eigenen Körpers.

Ich schreibe das als Mama, die ihre Töchter beim Älterwerden begleitet. Es geht mir nicht darum, ihre persönliche Geschichte zu erzählen, denn diese gehört allein ihr. Vielmehr habe ich gemerkt, dass die Rolle, die ich in diesem Moment spielen kann, kleiner ist als von Ratgebern versprochen, aber zugleich größer als die Drogerieregale es zulassen. Ich kann nicht für sie menstruieren. Ich weiß nicht, wie sich ihre erste Periode für sie anfühlt. Aber ich kann dafür sorgen, dass das Umfeld, in dem all das stattfindet, nicht von Scham überschattet ist. Das klingt vielleicht pathetisch, aber ich meine es trotzdem so.

Das Schweigen rund um die Menstruation ist kein zufälliges Phänomen. Es ist älter als unsere Großmütter. Jahrhundertelang galt die Menstruation aus medizinischer Sicht als Belastung, aus religiöser Sicht als unrein und aus gesellschaftlicher Sicht als etwas, das hinter geschlossenen Türen bleibt. Die Nachwirkungen sind zwar kleiner geworden, aber noch immer spürbar. Sie stecken in Wörtern wie „Damenhygiene“, die so klingen, als wäre an einem Körper, der Leben schenkt, etwas „unsauber“. Und sie zeigen sich darin, dass viele Erwachsene bis heute nicht wissen, wie sie mit ihren Kindern darüber reden sollen, weil niemand mit ihnen darüber geredet hat. Wer dieses Schweigen nicht bewusst unterbricht, gibt es weiter, ohne es zu wollen.

Wenn du das hier liest, gerade deine erste Periode bekommst, mittendrin steckst oder dich fragst, wann es endlich losgeht, möchte ich dir sagen: Dein Körper tut nichts Falsches. Nichts an ihm muss versteckt werden. Du darfst unsicher sein. Du darfst genervt sein. Du darfst auch einfach gar nichts fühlen außer der Tatsache, dass es eben so ist, wie es ist. Du musst keinen feierlichen Moment daraus machen. Du darfst aber. Was auch immer du tust, es ist richtig, solange es deine eigene Entscheidung ist.

Der Rest dieses Textes richtet sich größtenteils an euch Begleitende, weil die Frage, die dieser Artikel eigentlich beantworten soll, meist bei euch auftaucht und nicht bei euren Kindern: Womit lässt sich Menstruationsblut im Alltag am besten auffangen, und was ist praktisch?

Bevor ihr weiterlest, noch ein Hinweis. Ich schreibe hier oft „Mädchen“ und „Tochter“, da dies die Perspektive ist, aus der ich spreche. Zudem wird die Körperlichkeit, um die es geht, historisch mit dem weiblichen Erwachsenwerden assoziiert. Zugleich menstruieren nicht nur Mädchen und nicht alle Mädchen menstruieren. Wenn ihr einen jungen Menschen begleitet, der sich in keine der üblichen Schubladen einordnen lässt, wisst bitte, dass er oder sie mitgemeint ist. Alles, was hier zu Produkten und Alltag steht, gilt genauso für sie.

Dies ist der dritte Text im Kontext der ersten Menstruation. Im ersten ging es um das Warum von Würdigung statt Schweigen. Im zweiten ging es um das Wie einer Periodenparty ohne Erwartungsdruck. Hier geht es um das „Womit“ – alltagsnah und ohne leere Versprechungen.

Woran ihr erkennt, was passt

Bevor wir zu den einzelnen Produkten kommen, lohnt sich eine kleine Bestandsaufnahme. Beginnen wir nicht im Regal, sondern beim wichtigsten Faktor: dem Menschen. Die Frage sollte nicht primär sein, was am nachhaltigsten ist. Sondern: Was passt zu genau diesem einen jungen Körper und in dessen tägliches Leben?

Ob ein innerlich anzuwendendes Produkt überhaupt infrage kommt, entscheidet sich oft, bevor man darüber redet. Denn wer gerade erst anfängt, sich mit dem eigenen Körper vertraut zu machen, braucht dafür kein internes Produkt. Die Entscheidung, zunächst auf ein solches Produkt zu verzichten, ist kein Versäumnis, ganz im Gegenteil. Die eigene Scheide ist für viele junge Mädchen ein Bereich, in dem gerade viel gleichzeitig los ist. Die Gefühle reichen von Neugier und Fremdheit bis hin zu Unbehagen – oder auch gar nichts. All das darf sein, ohne dass ein Silikonbecher direkt eine Antwort verlangt.

Dann spielt auch die Blutungsstärke eine Rolle. Erste Perioden sind oft unregelmäßig: mal schwächer, mal stärker, mal überraschend kurz, mal länger als erwartet. Ein Produkt, das für mittlere Blutungsstärke ausgelegt ist, hilft daher wenig, wenn die eigene Blutung anders ausfällt. Und bei der ersten Periode weiß man das eben noch nicht.

Was zu Hause entspannt funktioniert, kann in der Schule sehr stressig sein. Das Schul-WC ist kein ruhiger Ort. Wechseln, Spülen, Transportieren – und dazu eine WC-Zelle ohne Waschbecken und eine viel zu kurze Pause. Diese Aspekte sind essenziell. Hier zeigt sich, ob die Produkte im Alltag wirklich tauglich sind.

Teenager hält mehrere waschbare Stoffbinden als nachhaltige Menstruationsprodukte in den Händen.

Stoffbinden sind für viele junge Menschen ein ruhiger, äußerlicher Einstieg in wiederverwendbare Menstruationsprodukte.

Wiederverwendbare Produkte brauchen außerdem eine Waschroutine, die im Haushalt leicht umzusetzen ist. Eine Stoffbinde, die drei Tage auf der Heizung trocknet, weil das Badezimmer keine Privatsphäre bietet, löst Probleme, die sie nicht hätte lösen sollen. Dieses Beispiel mag abstrakt klingen, aber wenn es konkret wird, ist es das nicht mehr.

Und manchmal klingen bestimmte Lösungen erst einmal toll, fühlen sich bei der ersten Anwendung allerdings fremder an als erhofft. Das ist kein Grund, sie grundsätzlich abzuschreiben. Es spricht jedoch viel dafür, sie nicht als Standardlösung zu wählen.

Hinter all den praktischen Fragen steckt eine leisere, die sich schwerer greifen lässt. Wie ist es eigentlich, wenn man elf oder zwölf ist und der eigene Körper anfängt, etwas zu tun, wofür Worte noch fehlen? Manche Mädchen warten auf die erste Periode wie auf eine Einladung, endlich dazuzugehören und Teil von etwas zu sein, zu dem ihre Freundinnen bereits gehören. Andere sind erschrocken und überrumpelt und fühlen sich in einem Körper, der ihnen bis gestern so nicht gehört hat. Beides ist wahr. Und beides verdient eine sensible Begleitung.

Wegwerfprodukte haben viele Nachteile: Sie haben problematische Inhaltsstoffe, sind aus oder mit Plastik, sind nicht atmungsaktiv und lassen uns schwitzen und machen jede Menge Müll. Bei Tampons kommt hinzu, dass das toxische Schocksyndrom zwar selten ist, aber zur ehrlichen Aufklärung dazugehört. Für unsere Babys wollen wir nur das Beste, achten auf OEKO-TEX®, baden sie nur in ausgewählten Pflegeprodukten, stecken sie in Baumwollwindeln oder praktizieren sogar Windelfrei. Warum sollte dieser Grundsatz bei Menstruationsprodukten plötzlich enden? Gerade weil diese Produkte regelmäßig und teils stundenlang getragen werden, lohnt sich auch hier ein genauer Blick. Die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Kinder sollten uns nicht egal sein, nur weil „man es eben so macht”.

Die Hauptoptionen ehrlich verglichen

Die amerikanische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ACOG) sowie die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nennen mehrere gängige Produktoptionen für Teenager: Einwegbinden, Tampons, Menstruationstassen, Discs und Periodenunterwäsche. Wir wollen uns hier vor allem die wiederverwendbaren Varianten ansehen, da sie langfristig nicht nur günstiger, sondern auch umweltfreundlicher sein können. Gerade für Familien, die genau danach suchen, ist diese Übersicht hilfreich. Die Reihenfolge der vorgestellten Produkte folgt einer einfachen Logik: von außen nach innen und vom niedrigschwelligsten zum erfahrungsintensivsten Produkt. Es handelt sich nicht um eine Rangliste.

Periodenunterwäsche

Das ist Unterwäsche mit integrierter Saugschicht, die wie gewohnt angezogen wird. Kein Einführen, kein Befestigen, kein Ausrichten. Morgens anziehen, erst Zuhause wieder ausziehen. Das nervöse Hinuntergreifen auf dem Schulweg, um zu prüfen, ob noch alles sitzt, erübrigt sich. Wer gerade erst zu menstruieren beginnt und ohnehin viel Neues gleichzeitig verarbeitet, muss sich nicht zusätzlich an ein völlig anderes Empfinden gewöhnen. Das ist, finde ich, eine der unterschätzten Qualitäten von Periodenunterwäsche: Sie lässt den Körper einfach Körper sein und macht die Menstruation zu etwas, das keine zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert.

Mehrere Periodenslips und eine Wärmflasche liegen auf einem Bett.

Periodenunterwäsche kann für viele Teenager der unkomplizierteste Einstieg sein.

Am Markt gibt es auch teen-orientierte Periodenunterwäsche und sogenannte First-Period-Kits mit Bio-Baumwolle und OEKO-TEX-Zertifizierung. Solche Angaben können beim Kauf sinnvoll sein, auch wenn sie für sich allein noch keine Auskunft über die Qualität geben.

Periodenunterwäsche ist gut geeignet, wenn ein Kleidungsstück gewünscht wird, die Blutung leicht bis mittelstark ist, die Skepsis gegenüber Produkten für die innerliche Anwendung groß ist oder wenn Schule und unvorhergesehene Situationen im Vordergrund stehen.

Ehrliche Hürden: Der Preis liegt über dem von Einwegprodukten. Die Waschroutine muss passen. Und manchmal braucht es einen oder mehrere Anläufe, um die richtige Saugstärke zu finden, da „mittel“ bei der einen Marke nicht dasselbe ist wie bei der anderen.

Periodenunterwäsche für Teenager: Wenn ihr euch konkrete Beispiele anschauen möchtet, findet ihr weiter unten in unserer kuratierten Avocadostore-Auswahl passende Einstiegsoptionen.

Stoffbinden und waschbare Binden

Es handelt sich um Binden aus Stoff, die mit einem Druckknopf am Slip fixiert werden. Nachdem sie verwendet wurden, werden sie ausgespült und gewaschen. Das ist das Produkt, mit dem ich mich am stärksten verbunden fühle: Es ist körpernah, wenig technisiert und sehr ehrlich in dem, was es ist. Die Binden enthalten weder Silikon noch Ventile, und es werden auch keine Erklärvideos zum Gebrauch benötigt. Stoff, der seine Arbeit tut.

Hände halten mehrere waschbare Stoffbinden in unterschiedlichen Größen und Mustern.

Stoffbinden wirken unspektakulär. Genau das ist für viele ein Vorteil.

Kulmine arbeitet seit 1993 menstruationspositiv, setzt eigenen Angaben zufolge GOTS- und IVN-zertifizierte Bio-Baumwolle ein und führt Stoffbinden als ihr zentrales Produkt. Eine systematische Übersichtsarbeit beschreibt wiederverwendbare Menstruationsprodukte insgesamt als wirksam, sicher, langfristig günstiger und umweltfreundlicher. Allerdings werden auch reale Probleme benannt: Dazu gehören die Sorge vor dem Auslaufen, die Waschpraxis und die fehlende Privatsphäre. Wenn „Menstruationspositivität“ bisher kein großes Thema war, kann das für manche schwierig sein.

Stoffbinden sind eine gute Wahl, wenn kein Einführen gewünscht ist, eine etablierte Waschroutine gewährleistet ist und Naturmaterialien wichtig sind.

Eine ehrliche Hürde ist die benutzte Binde, die im Schul-WC in die Tasche wandert und dort den Rest des Tages verbringt. Das ist zwar kein Drama, aber ein reales Detail, das vorher bedacht werden will. Ein kleines wasserdichtes Täschchen dafür ist keine Luxuslösung. Wer vorbereitet ist, ist ruhiger. Das gilt für Töchter genauso wie für Mütter.

Stoffbinden von Kulmine: Wenn Stoffbinden für euch interessant klingen, könnt ihr euch hier die verschiedenen Varianten anschauen.

*Transparenz: Diese Links können Partnerlinks sein. Für euch ändert sich am Preis nichts.

Menstruationstassen

Eine Menstruationstasse ist ein kleiner, wiederverwendbarer Becher aus Silikon, Gummi oder Naturkautschuk, der vaginal eingeführt wird und das Menstruationsblut auffängt, anstatt es aufzusaugen. Tassen können sehr gut funktionieren, zum Beispiel beim Sport, bei stärkerer Blutung oder für Menschen, die langfristig wenig Müll produzieren wollen. Eine systematische Übersichtsarbeit bewertet Menstruationstassen insgesamt als akzeptabel und sicher. Auch die ACOG nennt sie als übliche Methode, die sich auch für Jugendliche eignet.

Die Lernkurve ist allerdings real. Das erste Einführen und Entnehmen erfordert Übung, Ruhe und eine gewisse Vertrautheit mit dem eigenen Körper, die bei der ersten Periode oft noch nicht vorhanden ist. Wer das zum ersten Mal im Schul-WC versucht – zwischen zwei Stunden, mit dem Rucksack an der Tür und jemandem, der klopft –, beschließt in diesem Moment manchmal, dass das doch nichts für sie ist. Was jedoch weniger ein Scheitern als schlechtes Timing ist. Ein äußerlich getragenes Produkt gestaltet den Einstieg meist entspannter und die Tasse darf warten, bis echtes Verlangen danach besteht.

Buch, Tasse Tee und Menstruationsprodukte liegen auf einem Nachttisch neben einem Bett.

Nicht nur Produkte helfen, sondern auch Ruhe, Wärme und ein Umfeld, das nicht beschämt.

Kulmine führt mehrere Tassen, darunter den Mooncup und den Fair Squared Cup aus Naturkautschuk. Laut Produktseite sind sie klein und weich und daher für Einsteigerinnen geeignet. AllMatters (ehemals OrganiCup) ist international bekannt und bietet ebenso Einsteiger- und Minigrößen an. Bedenkt jedoch, dass die Marke primär englischsprachig ist und vorwiegend aus dem europäischen Ausland versendet. Das ist wichtig zu wissen, bevor ihr eine Bestellung aufgebt. Mehr dazu findet ihr in unserem ausführlichen Artikel zur Menstruationstasse.

Eine Tasse kann toll sein. Sie ist kein moralischer Fortschrittstest.

Menstruationstassen über Kulmine: Wenn eine Tasse später oder direkt interessant für euch sein könnte, findet ihr hier mögliche Einsteiger-Optionen.

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Menstruationsscheiben

Diese flexiblen Scheiben werden tiefer eingeführt als Menstruationstassen. Sie fangen das Blut auf, statt es aufzusaugen. Der Unterschied zur Tasse besteht vor allem darin, wie sie sitzt und entnommen wird. Die Scheiben sitzen höher und tiefer in der Vagina. Das empfinden manche beim Sport als weniger störend, andere jedoch als fummeliger in der Handhabung. Für den Einstieg ist das daher keine allgemeingültige Empfehlung. Trotzdem wächst die Nachfrage und wer sich nach alternativer Menstruationspflege umschaut, stößt früher oder später von selbst darauf.

Für welchen Alltag ist welches Menstruationsprodukt geeignet?

Wenn Schule und Diskretion im Alltag wichtig sind, sind Periodenunterwäsche oder Stoffbinden in Kombination mit einem kleinen, wasserdichten Täschchen die richtige Wahl. Das macht den Unterschied zwischen „Ich bin vorbereitet“ und „Ich hoffe, dass heute nichts passiert“.

Wenn das Einführen von Tampons oder Menstruationstassen nicht infrage kommtdas entscheidet der junge Mensch selbst und nicht irgendein Ratgeber oder die Sorgeberechtigten –, dann sind Periodenunterwäsche oder Stoffbinden ebenfalls die richtige Wahl.

Wenn Sport wichtig ist, ist Periodenunterwäsche für leichte Tage oder als Backup empfehlenswert. Bei echtem Bedürfnis kann später eventuell eine Menstruationstasse verwendet werden. Zum Schwimmen gibt es übrigens spezielle Periodenbademode für Teenager.

Wenn Nachhaltigkeit wichtig ist, der Einstieg aber trotzdem leicht bleiben soll, empfehle ich zuerst Stoffbinden oder Periodenunterwäsche und die Tasse erst später, wenn das Interesse vom jungen Menschen selbst kommt. Nicht etwa, weil die Tasse besser wäre, sondern weil das richtige Produkt immer das ist, das am Ende auch wirklich benutzt wird.

Shops, die eine gute Auswahl bieten

Wir haben mit verschiedenen Online-Shops Partnerschaften geschlossen, um euch einen breit gefächerten Überblick zu verschaffen.

Manchmal lohnt es sich, zunächst in einem Online-Shop zu stöbern, statt direkt auf ein einzelnes Produkt zuzusteuern. Unsere Partnershops setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte: Kulmine eher spezialisiert, Avocadostore breiter kuratiert, BigGreenSmile eher als pragmatische Ergänzung für Bio-Einwegprodukte. Hier eine kurze Übersicht, was davon für Teenager tatsächlich relevant ist.

Kulmine: Hersteller von Stoffbinden, Menstuationstassen und Zubehör

Kulmine* passt besonders gut, wenn ihr gezielt nach Stoffbinden, Menstruationstassen und einer eher ruhigen, naturmaterialbezogenen Auswahl sucht. Während Avocadostore und BigGreenSmile breiter sortiert sind, ist Kulmine stärker spezialisiert.

Direkt zu Kulmine:

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Unsere handverlesene Auswahl bei Avocadostore

Avocadostore ist Deutschlands größter grüner Marktplatz mit einer eigenen Kategorie für Menstruationsartikel: Periodenslips, Menstruationstassen und mehr. Wer ohnehin dort einkauft oder Produkte gebündelt ordern will, findet eine brauchbare Auswahl. Meine Empfehlung: Nicht sämtliche Suchergebnisse auf einmal öffnen, sondern lieber mit einem konkreten Wunschprodukt anfangen.

Für viele Mädchen besonders naheliegend:

Später oder bei echtem Interesse an internen Produkten:

Alle Menstruationsprodukte bei Avocadostore ansehen*

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Für den Notfall: Bio-Einwegprodukte bei BigGreenSmile

In der Kategorie „Damenhygiene“ führt BigGreenSmile unter anderem Bio-Einwegprodukte verschiedener Marken. Natracare und Naty beispielsweise setzen laut Herstellerangaben auf zertifizierte Bio-Baumwolle. Für ein Notfalltäschchen in der Schultasche können Bio-Einwegprodukte eine praktikable Alternative zu herkömmlichen Einwegprodukten sein, wenn unterwegs eine einfache Lösung gebraucht wird.

Bio-Binden und Tampons für unterwegs:

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Kleines Menstruationsset mit Kalender, Binden und Stofftäschchen auf geflochtenem Teppich.

Ein kleines Set mit Kalender, Produkten und Täschchen kann den Alltag deutlich entspannen.

Worauf es beim Kauf ankommt

Saugstärken-Angaben sind mit Vorsicht zu genießen, denn „mittel“ bei einer Marke ist nicht automatisch „mittel“ bei einer anderen. Bei den Größenangaben ist es besser, sich am Körper und der Modellbeschreibung zu orientieren als am Alter des Kindes. Materialangaben wie biozidfreie Materialien, OEKO-TEX-Zertifizierung oder Bio-Baumwolle können sinnvolle Orientierungspunkte sein. Für sich genommen sind sie jedoch noch keine Qualitätsgarantie.

Ebenso relevant sind die Waschhinweise: 30, 40 oder 60 Grad, Trockner ja oder nein – im Alltag ist das oft entscheidender als der Preis. Bei Erstkäufen können kostenlose Rückgabe- oder Umtauschmöglichkeiten hilfreich sein. Und Starter-Sets lohnen sich nur, wenn die enthaltenen Produkte wirklich genutzt werden. Ein Set ist kein Rabatt, wenn zwei Drittel davon ungenutzt im Schrank bleiben.

Was ich eher nicht empfehlen würde

Nur weil das Gewissen es verlangt, mit dem kompliziertesten Produkt zu starten, erzeugt Stress statt Sicherheit. Das ist Produktmissionierung und hilft niemandem. Periodenunterwäsche, die nur einem Trend folgt und keine klaren Material- und Pflegeinformationen bietet, ist für mich ebenfalls keine Empfehlung wert. Da helfen weder das Drogerieregal noch die Listenartikel, mit denen eure Suche meistens beginnt.

Wann ihr nicht zuerst shoppen, sondern abklären solltet

Ein gutes Produkt löst keine medizinischen Probleme. Wenn starke Schmerzen auftreten, die den Alltag einschränken, wenn es zu Kreislaufproblemen kommt oder wenn die Blutungen ungewöhnlich stark oder unregelmäßig sind, ist zunächst ein Gespräch mit einer Ärztin ratsam. Die ACOG empfiehlt ausdrücklich, die Menstruation im Jugendalter als klinisch relevanten Vitalparameter zu betrachten. Unregelmäßigkeiten, besonders heftige Schmerzen oder sehr intensive Monatsblutungen bedürfen einer medizinischen Abklärung.

Diese Hinweise ersetzen keine medizinische Beratung. Wenn ihr unsicher seid oder die Beschwerden stärker werden, ist eine ärztliche Untersuchung wichtiger als die Auswahl irgendeines neuen Produkts.

Ein Wort zur freien Menstruation

Der Start in die Menstruation kann eine Überforderung sein. Deshalb ist es nicht ratsam, wenn ein Thema in einer Familie eher schwierig ist, alle Eventualitäten und Möglichkeiten vollends auszuschöpfen.

Bei unseren Kindern kam die Regelblutung relativ zeitig zur Sprache, denn sie wollten einst Hebammen werden. Frauenthemen waren Tagesordnung. Als es spruchreif wurde, sprachen wir auch über die freie Menstruation. Ich erzählte ihnen, dass ich als junges Mädchen nichts davon wusste und auch dachte, alles Blut müsse in die Binde gehen. Dabei ist es völlig okay, wenn man während der Periode öfter die Toilette aufsucht. Wer spürt, dass gleich ein kleiner Schwall hinausdrängt, darf, wenn er mag, ebenso zur Toilette gehen wie für andere Pipi-Bedürfnisse.

Ein Backup, also ein Menstruationsslip oder eine Binde, ist für alle, die die freie Menstruation ausprobieren oder praktizieren, dabei kein Tabu.

Die Idee hinter der freien Menstruation ist für manche, stärker auf den eigenen Körper zu hören. Ich kann mir vorstellen, dass für viele Generationen vor uns „Anhalten und Loslassen“ eine verbreitete Form der Monatshygiene war, die irgendwann verloren ging – auch wenn das wissenschaftlich nicht gut belegt ist. Wer Windelfrei für Babys kennt, weiß: Alles ist kein Muss und es funktioniert auch locker ohne Druck.

Zum Schluss noch einmal zurück

Menstruationsprodukte sind nur ein sehr kleiner Teil dieser Geschichte. Sie lösen das Praktische, und das ist nicht wenig. Aber sie können nicht das ersetzen, was in diesen Monaten wirklich passiert: dass ein junger Körper lernt, mit sich selbst in ein neues Verhältnis zu treten, und dass er dabei Menschen braucht, die nicht verlegen werden, wenn das Wort „Menstruation“ fällt. Die nicht schnell das Thema wechseln. Die zuhören, ohne sofort eine Lösung vorzuschlagen. Und die im Zweifelsfall ein kleines wasserdichtes Täschchen in die Schultasche legen, ohne viel Aufheben darum zu machen.

An die Mütter und Väter, die bis hierher gelesen haben: Der Boden, den ihr vorbereitet, ist wichtiger als das Produkt, das darauf zu liegen kommt. Und an die jungen Menschen, die vielleicht mitlesen: Ihr dürft euch Zeit nehmen. Es eilt nichts. Euer Körper wartet nicht darauf, dass ihr ihn „richtig“ macht.

Mit gutem Mut und gutem Blut
Eure Evelin


Quellen und Leseempfehlungen

American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Your First Period

Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Menstrual Hygiene

ACOG Committee Opinion: Menstruation in Girls and Adolescents: Using the Menstrual Cycle as a Vital Sign

van Eijk, A. M. et al. (2021): Exploring menstrual products: A systematic review and meta-analysis of reusable menstrual pads for public health internationally

Arenas-Gallo, C. et al. (2020): Acceptability and safety of the menstrual cup: A systematic review of the literature

Natracare: Awards and Certifications

Eco by Naty: Biobased Hygiene Care

CC BY-SA 4.0 Nachhaltige Menstruationsprodukte für Teenager: Menstruationstasse, Stoffbinden oder Periodenunterwäsche – was ist wirklich empfehlenswert? von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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