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Der Tag unserer Abreise rückte unerbittlich näher. Seit Wochen bestimmten Packen, Entsorgen, Verkaufen, Verschenken und Organisieren unseren Alltag. Wir wollten unseren Wohnsitz und unseren gewöhnlichen Aufenthalt künftig nicht mehr in Deutschland haben.
Bevor es losgehen konnte, stand noch ein Schritt an, der unspektakulär klingt, aber erstaunlich wichtig war: die Abmeldung beim Bürgerbüro. In diesem Beitrag erzähle ich, wie das bei uns ablief, worauf es grundsätzlich ankommt und warum wir die Abmeldebestätigung unbedingt rechtzeitig brauchten.
Wichtig: Dieser Beitrag schildert in erster Linie unsere persönliche Erfahrung aus dem Jahr 2019. Einige Abläufe können sich je nach Gemeinde unterscheiden. Wenn ihr selbst ins Ausland zieht, prüft die aktuellen Vorgaben bitte zusätzlich bei eurer zuständigen Meldebehörde.
Wann kann man den Wohnsitz abmelden?
Wir wollten die Abmeldung nicht auf den letzten Drücker erledigen und sind deshalb gleich zu Beginn des möglichen Zeitfensters ins Bürgerbüro gegangen.
Grundsätzlich gilt: Wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung in Deutschland bezieht, muss sich abmelden. Das betrifft vor allem den Wegzug ins Ausland. Die Abmeldung ist frühestens eine Woche vor dem Auszug möglich und muss in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug erfolgen.
Für uns war es beruhigend, diesen Termin früh einzuplanen. So blieb noch genug Zeit, die Abmeldebestätigung an alle Stellen weiterzugeben, die sie von uns sehen wollten.
Wofür wir die Abmeldebestätigung brauchten
Für uns war dieses Papier weit mehr als bloße Bürokratie. Wir brauchten es als Nachweis für mehrere Stellen, damit nach unserer Abreise nicht ausgerechnet der Verwaltungsteil zum Stolperstein wurde.
- bei Krankenversicherung und Künstlersozialkasse,
- beim Finanzamt und bei der Familienkasse,
- sowie bei der Schulbehörde und der örtlichen Grundschule.
Gerade bei Kindergeld, Steuern und Versicherungen lohnt es sich, genau hinzuschauen. Nicht jede Folge eines Wegzugs ist automatisch gleich. Wichtig ist vor allem, Änderungen rechtzeitig direkt mitzuteilen und nicht darauf zu vertrauen, dass eine Behörde die andere schon informieren wird.
Andere Verträge wie Telefon, Versorgung oder Versicherungen hatten wir bereits fristgerecht gekündigt. Dafür brauchten wir die Abmeldebestätigung also nicht mehr.
Wohnsitz im Bürgerbüro abmelden: unsere Erfahrung
Wir klopften an und wurden kurz darauf hereingebeten. Die freundliche Mitarbeiterin hörte sich unser Anliegen an und machte sich an die Abmeldung. Der Fall, dass eine Familie Deutschland dauerhaft verlässt, schien in unserem beschaulichen Städtchen im Erzgebirge nicht allzu oft vorzukommen.
Sie fragte nach einer Folgeadresse. Da wir als digitale Nomaden und Dauerreisende unterwegs sein wollten, konnten wir keine feste Anschrift nennen. Also nannten wir die erste Station unserer Reise im Ausland.
Dann bat sie um eine Adresse, an die die Abmeldebestätigung ab dem 1.6. geschickt werden sollte. Das überraschte uns, denn wir waren davon ausgegangen, die Bescheinigung direkt mitnehmen zu können. Ich nannte eine deutsche Kontaktadresse und einen Empfangsbevollmächtigten, aber das Computerprogramm des Bürgerbüros zeigte sich wenig kooperativ.
Sie fragte uns, ob wir es nach dem Mittag noch einmal versuchen könnten, wenn die „kleine Chefin“ da sei. Unsere Pässe und die Kündigungsbestätigung unseres Vermieters wollte sie solange behalten und die Sache intern klären. Für uns war das in Ordnung.
Ein paar Stunden später ging ich noch einmal allein ins Bürgerbüro.
Unkompliziert zur Abmeldebestätigung
Die „kleine Chefin“, mit der ich einige Wochen zuvor schon telefoniert hatte, trug die erste Station unserer Reise als Folgeadresse ein. Eine genaue Anschrift war nicht nötig. Das Land reichte aus.

Folgeadresse im Ausland: Dänemark
Nach einer kurzen Rücksprache mit einer Kollegin bekam ich die Abmeldebestätigung schließlich direkt ausgehändigt, statt sie später per Post zu erhalten. Genau dieses Dokument wollte ich in diesem Moment in der Hand halten.
In den Reisepässen selbst musste nichts geändert werden. Die blieben, wie sie waren. Für uns war es trotzdem sinnvoll, immer eine Kopie der Abmeldebestätigung dabeizuhaben. Gerade unterwegs im Ausland ist es beruhigend, wichtige Nachweise schnell griffbereit zu haben.
Erleichtert fuhr ich wieder nach Hause und verkündete, dass alles geklappt hatte.
Persönlich, schriftlich oder online abmelden?
Für uns war der direkte Weg über das Bürgerbüro die beste Lösung. Das sparte Zeit und vor allem Nerven.
Heute gilt: Wie die Abmeldung genau läuft, hängt von der zuständigen Meldebehörde ab. Vielerorts ist sie persönlich oder schriftlich möglich. Teilweise gibt es auch elektronische Verfahren. Verlasst euch deshalb besser nicht auf pauschale Aussagen, sondern prüft direkt bei eurer Stadt oder Gemeinde, welche Form akzeptiert wird.
Gut zu wissen: Häufig kann auch ein volljähriges Familienmitglied die Abmeldung für weitere Familienmitglieder übernehmen. Welche Nachweise oder Vollmachten eure Meldebehörde dafür verlangt, solltet ihr vorab prüfen.
Nach der Abmeldung: Diese Schritte folgten bei uns
Nach den Telefaxnachrichten und E-Mails an Behörden und Versicherungen brachte ich noch eine Kopie der Abmeldebestätigung in die örtliche Grundschule. Damit war auch dieser Schritt erledigt.
Außerdem passte der Nachweis zu unserem weiteren Weg, denn mit der Abmeldung wurde endgültig sichtbar, dass wir es mit unseren Freilerner– und World-Schooling-Plänen ernst meinten.
Wenn ihr euch für den größeren Zusammenhang interessiert, findet ihr hier mehr zu unserer Langzeitreise und hier unseren Beitrag zu Anmeldung, Abmeldung und Befreiung von der Schulpflicht.
Unser Fazit
Die Abmeldung des Wohnsitzes war für uns einer dieser unscheinbaren, aber entscheidenden Schritte vor der Abreise. Nichts daran war besonders aufregend. Und gerade deshalb war es so wichtig, dass es am Ende einfach funktionierte.
Falls ihr selbst aus Deutschland wegzieht, plant diesen Behördengang lieber nicht zu spät ein. Nicht, weil er dramatisch wäre, sondern weil ihr danach den Kopf freier habt für die Dinge, die rund um einen Aufbruch wirklich Kraft kosten.
Bis bald!
Euer Patrick
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