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Ein älteres Geschwisterkind hält ein Neugeborenes im Arm: Darf ein Geschwisterkind bei der Geburt dabei sein?

Aktualisiert am 14. August 2026

Heute kommentierte Christiane auf YouTube unser neues Video. Es ging um die Frage, was es mit einem Kind macht, wenn es bei der Geburt seines Geschwisterchens dabei ist. Sie vermutet in der Begeisterung unseres Kindes für den Beruf der Hebamme eine Traumatisierung durch das Miterleben der Geburt ihres Bruders. Die Schilderung ihres Erlebens findet ihr hier, meinen Geburtsbericht da.

Orientierung: Wenn ihr euch dieselbe Frage stellt, findet ihr hier unsere Erfahrung, den Forschungsstand, den ich dazu finden konnte, und die Bedingungen, die für uns bei dieser Entscheidung zählen.

Anmerkung: Ein Teil der Diskussion dreht sich schnell um Schreie, Blut und die Vorstellung, ein Kind müsse bei einer Geburt zwangsläufig Angst bekommen. Ich sehe Geburt nicht so. Sie kann ruhig verlaufen, sie kann laut werden und sie kann sich medizinisch schwieriger entwickeln als gedacht. Der Ort allein sagt darüber wenig aus. Für mich zählt deshalb vor allem, ob ein Kind selbst dabei sein möchte, vorbereitet ist und mit einer vertrauten Person jederzeit gehen kann.

Entbindung mit Geschwistern: die Ängste

Hier Christianes Kommentar:

„Es ist ja süß das eure Große Hebamme sein möchte. Ich glaube sie verarbeitet damit die Geburt ihres Brüderchens wenn sie dabei war. In der Erzieherschule haben wir gelernt das es Kinder traumatisieren kann. Die Bilder sind dann so heftig das es zu einer Unterbrechung in der Gehirnverarbeitung kommt. Das ist nicht gesund. Wenn sie viel darüber sprechen muss, immer wieder und träumt. In dem Video ist mir eure Tochter zu erwachsen. Das Kinder Berufswünsche haben weil sie Erwachsene imitieren möchten verstehe ich. Ist das Kind und sie ist ja sehr sensibel überflutet worden, auch hat ein Kind angst um die Mutter in so einer Situation und dann kann es sein das sie sich so damit beschäftigt und so lange weil es im Gehirn nicht angekommen ist wo es normal abgelegt wird..alles was wir erleben. Dann bleibt das stecken und kann später körperlich seelisch krank machen. Ich habe das erlebt. Ich kann nur sagen habt da mal ein Auge drauf. Ich möchte nicht belehren oder kritisieren. Ich habe nur gesehen das der Sohn von Benny und Sandy nach der Geburt des Bruders auch oft von Blut sprach usw. Das kann ein Kind krank machen, manchmal auch erst durch einen Auslöser der das im Gehirn wieder antriggert. Liebe Grüße!“

Und:

„Lasst sie lieber noch Kind sein und macht selbst die Gymnastik und wenn sie da mit turnen will ist es ok. Sie sollte noch bei sich bleiben dürfen und nicht da draußen bei Menschen die sie nicht mal kennt. Ich habe da selbst manches gemacht was ich heute bereue. Nicht in Medien, das gab es noch nicht, aber auch bei Mitmenschen und meinen Kindern.“

Darf das Geschwisterkind bei der Geburt dabei sein?

Liebe Christiane (und liebe Leser:innen, die vielleicht ähnliche Befürchtungen haben),

In der Tat kann eine Geburt auf ein Kind verstörend wirken. Das muss es jedoch nicht.

Genauso kann es verstörend sein, wenn das Geschwisterchen plötzlich da ist und man das „neue Familienleben“ nach dem Krankenhausaufenthalt der Mama nicht mehr versteht.

Die Familie, die Christiane erwähnt, kennen wir nicht aus dem Alltag. Deshalb möchte ich über die Ursachen des Verhaltens eines fremden Kindes nicht spekulieren. Mich interessiert die Frage dahinter: Unter welchen Bedingungen kann es für ein Kind stimmig sein, bei einer Geburt dabei zu sein, und wann wird es zu viel?

Unsere Tochter war begeistert

Unser Mädchen wusste im Vorfeld, was „Geburt“ bedeutet und was auf sie zukommen kann, wenn sie der Geburt ihrer Geschwister beiwohnt.

Sie wollte aus tiefstem Herzen dabei sein und konnte auf mehrere Bezugspersonen zurückgreifen, die sich um sie kümmerten, als ich ein Kind zur Welt brachte. Zu keinem Zeitpunkt wollte sie den Geburtsraum verlassen.

Wir erlebten unsere Tochter in diesem Moment voller Begeisterung für das geschehende Wunder.

Was sagt die Forschung?

Die beste zusammenfassende Arbeit, die ich dazu gefunden habe, ist eine integrative Übersichtsarbeit von 2018. Sie wertete 22 Studien aus, von denen viele schon aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammen. In den eingeschlossenen Arbeiten zeigten Kinder kurzfristig keine Anzeichen von Trauma oder schwerer Belastung; vorübergehende Angst und Sorge kamen vor. Langzeitfolgen untersuchte keine der Studien. Das beruhigt mich mehr, als die pauschale Behauptung, die Anwesenheit bei einer Geburt traumatisiere Kinder. Für eine pauschale Entwarnung reicht diese Forschung aber ebenfalls nicht aus. Quelle: Naber, Miller & Baddock 2018.

Eine finnische Studie befragte sieben Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, die bei der Hausgeburt eines Geschwisterkindes dabei gewesen waren. Sie erzählten von Freude, Neugier und Lernen, zugleich auch von Sorge und Ungeduld. Gerade jüngere Kinder fanden lange Geburten teilweise frustrierend. Diese kleine qualitative Studie beschreibt Erfahrungen; sie liefert keine Altersgrenze und lässt sich nicht einfach auf andere Geburtsorte oder Familien übertragen. Quelle: Jouhki et al. 2016.

Wichtig: Geschwister auf die Geburt vorbereiten

Selbstverständlich schubst man sein Kind nicht in einen Kreißsaal und sagt zu ihm: „Nun schau mal zu!“

Wenn ein Geschwisterkind bei der Geburt eines Kindes dabei sein möchte, kann die Begleitung lange vor der Geburt beginnen. Das Kind kann Fragen stellen, sich mit Bildern und Büchern beschäftigen, den geplanten Geburtsort kennenlernen und vor allem wissen, dass es seine Beteiligung jederzeit verändern darf.

Unsere Große besuchte im jungen Kleinkindalter einen spannenden Geschwister-Vorbereitungskurs. Sie wurde von den Hebammen und Ärzt:innen in die Vorsorgen und Geburtsvorbereitungen einbezogen und wünschte sich alle Kinderbücher zum Thema.

Besonders empfehlenswert ist hier das Buch „Runas Geburt“, das sehr kindgerecht, einfühlsam und ehrlich die Hausgeburt eines Geschwisterchens erzählt. Wer Bücher lieber über einen Buchhandel bestellt, findet bei uns außerdem Buch7 und Thalia.

Eine vertraute Person nur fürs Kind

Zur Vorbereitung gehört für uns auch die Frage, wer sich während der Geburt wirklich um das ältere Kind kümmern kann. Unsere Tochter hatte mehrere vertraute Menschen um sich. Wenn sie hätte gehen wollen, hätte jemand mit ihr gehen können, ohne dass die Gebärende ihre Aufmerksamkeit teilen musste. Die Übersichtsarbeit nennt altersgerechte Informationen, eine flexible Beteiligung und ausreichende Unterstützung während der Geburt als hilfreiche Elemente. Eine Rangliste der „wichtigsten“ Schutzfaktoren liefert sie daraus nicht.

Und wenn die Geburt plötzlich anders läuft?

Geburten lassen sich nicht planen wie ein Stundenablauf. Für uns gehört deshalb vorab zur Vorbereitung, dass ein Kind den Raum jederzeit verlassen kann und eine vertraute Person mitgeht. Wird die Situation hektisch oder medizinisch dringlich, gibt diese Abmachung allen Beteiligten einen einfachen Ausweg, ohne dass das Kind seine frühere Entscheidung rechtfertigen muss.

Von der Begeisterung zum Berufswunsch

Heute ist unsere älteste Tochter sechseinhalb Jahre alt. Sie steckt noch voller Begeisterung für das, was die Hebammen tun – weil wir sie nicht kleinreden. Kinder sind keine kleinen Zwerge, die unserer Erziehung bedürfen.

Da ich mein Kind von Anfang an ernst nehme, finde ich es nicht süß, wenn sie „etwas werden will“ und schon früh einen „Berufswunsch“ hat. Sie brennt seit meiner zweiten Schwangerschaft mit Leib und Seele für den Beruf der Hebamme – und nicht nur, weil sie bei der Geburt ihres Bruders dabei war.

Sie durchforstet regelmäßig Haus- und Klinikgeburten auf YouTube und entsprechende Literatur für Schwangere, Krankenschwestern und Hebammenschüler:innen.

Ein Stapel Fachbücher rund um Schwangerschaft und Geburt, die ein Kind interessieren

Unser Kind: Begeisterung für Hebammenliteratur

Egal ob:

  • Kindsentstehung und -wachstum
  • Schwangerschaftsverläufe
  • Fehlgeburten
  • Totgeburten
  • Kaiserschnitte
  • Saugglockengeburten
  • Hypnobirthing
  • Schmerzmittel während der Geburt
  • Vor- und Nachteile von Wassergeburten
  • Alleingeburten
  • Nachgeburten
  • Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik
  • das Zusammenspiel und der Einfluss von Hormonen im Körper
  • Säuglingspflege
  • Stillzeit und Wochenbett …

Es interessiert unsere Tochter einfach! Sie beschäftigt sich so sehr mit den Themen rund um Schwangerschaft und Geburt, wie ich es selbst nie getan hätte (oder tue).

Die Wünsche des Kindes

Obwohl ich meine Tochter als vollwertigen Menschen ansehe, ist mir bewusst, wann ich sie schützen muss; und tue das dann auch. Ich habe das Video nicht auf YouTube gestellt, weil mir gerade danach ist, meinen Mitmenschen zu zeigen, wie Schwangerschaftsgymnastik geht. Nein, ich lasse mich durch meine Tochter begeistern und erlaube mir, ihre Wünsche zu erfüllen.

Ein Kind macht Schwangerschaftsgymnastik vor, aufgenommen als Lehrvideo

Schwangerschaftsgymnastik: unsere Große will anderen Frauen helfen

Es war ihr Wunsch, als „Nachwuchshebamme“ ein hilfreiches Video für andere Frauen zu drehen, um sie in ihrer Schwangerschaft zu unterstützen. Weil sie so dafür brennt, haben wir ihr diesen Wunsch erfüllt – und achten trotzdem die Privatsphäre unseres Kindes.

Lernen durch Begeisterung

Genau deshalb besuchen wir auch Hebammen, die bereit sind, ihr Verschiedenes zu erklären. Wir nutzen Tage der offenen Tür in Kreißsälen, Geburtshäusern und Berufsakademien. Und lernen dabei so unglaublich viel! Auch Ärzt:innen beantworten die Fragen unserer Tochter gern.

Die Begeisterung ist keine einseitige Sache: Zum Beispiel sind die Erfahrungen einer Hebamme eine riesige Bereicherung für unsere Älteste. Aber die Neugier und der Eifer unserer Großen beflügeln ebenso die Frau vom Fach, die die Verbindung zu ihrer alten Begeisterung für ihre Profession wiederfindet.

Das Mädchen stellt vielleicht eine Frage, auf die die Erwachsene keine Antwort weiß und über die sie erst nachdenken muss.

Geht ein Kind hinaus in die Welt, wird es Menschen treffen, mit denen es sich verbindet. Es spielt keine Rolle, ob das Kinder oder Erwachsene sind. Die gemeinsamen Interessen sind es, die sie verbinden.

Ebenso lassen sich andere Menschen von der Begeisterung unserer Tochter anstecken und lernen wiederum von ihr.

Dazu möchte ich eine kleine Episode mit euch teilen: Die Große hatte im Bücherladen ein neues Buch erstanden. Es thematisierte die Entstehung des Kindes. Im gleichen Haus besuchten wir eine Familie. Das ca. 11-jährige Nachbarsmädchen war ebenfalls eingeladen. Das große Mädchen ließ sich von dem kleinen Mädchen im Buch zeigen, wo Eileiter, Ei- und Samenzelle, Samenleiter, Gebärmutter usw. liegen und welche Bedeutung sie haben. Einen so liebevollen „Aufklärungsunterricht“ hätten noch viele ihrer Mitschüler nötig, meinte das von der Begeisterung angesteckte Nachbarskind.

Erzieher:innen, Begeisterung und das Thema „Geburt“

Die fünfjährige Ausbildung zur Erzieherin habe ich übrigens auch hinter mir. Ich gehörte zu den unbeliebten Strebern, die die pädagogischen Absichten genau hinterfragten. Das Studium der Sozialen Arbeit ließ mich dann bei vielen Themen aufatmen, die in der Fachschule falsch und stiefmütterlich behandelt wurden.

In meiner Erzieherausbildung lag der Blick oft stärker auf Fehlverhalten und Problemen als auf der Begeisterung eines Kindes. Dass Fachkräfte selbst sehr unterschiedliche Bilder von Geburt mitbringen, liegt auf der Hand; daraus lässt sich aber nicht auf ihre eigene Geburtserfahrung schließen. Mir geht es um etwas anderes: Ein starkes Interesse an Geburt ist für sich genommen noch kein Hinweis darauf, dass ein Kind etwas Krankhaftes verarbeitet.

Geburt und Hebamme spielen

André Stern bringt es auf den Punkt, indem er sagt, im Spiel habe das Kind die wunderbare Möglichkeit all das auszuprobieren, was in echt zu gefährlich wäre.

Bestimmte Themen berühren viele Erwachsene peinlich. Weshalb aber nehmen wir uns nicht unser begeistertes Kind als Vorbild? Wieso wollen wir uns nicht eine Scheibe abschneiden – von der Unvoreingenommenheit und von dem Umgang mit einem natürlichen Geburtsprozess?

Kinder spielen eine Geburt mit Puppen nach

Geburt spielen

Mehrere Kinder spielen eine Geburtsszene nach und wirken konzentriert

Freunde und Geschwister spielen begeistert mit

Kinder spielen eine Zwillingsgeburt im Geburtspool nach

Zwillingsgeburt im Geburtspool spielen

Als ich ein fünfjähriges Kindergartenkind war, bekam ein Mädchen aus unserer Gruppe Geschwister. Zwillinge! Die beiden Babys begeisterten alle Kinder genauso wie die vorangegangene Schwangerschaft der Mutter.

Wir Kinder rätselten darüber, wie Babys geboren werden und wie sich das anfühlen muss. Unsere Kindergärtnerin verriet nichts darüber. Sie ermahnte uns ständig, dass wir unsere Pullover nicht „ausleiern“ dürften, wenn wir uns mit Puppen einen Babybauch verschafften. Das Spiel von Geburt und Schwangerschaft wurde von ihr stets unterbrochen. Ich bekam das Gefühl, dass alles rund um das Thema Geburt etwas sei, von dem Kinder ausgegrenzt werden müssen.

In den folgenden Jahren schaute ich mich immer wieder nach Schwangeren um, doch traute ich mich nie mehr, dazu Fragen zu stellen. Wenn ich zuhause heimlich ein Kissen unter meinen Pulli schob, um „Frau“ zu spielen, plagte mich hinterher ein schlechtes Gewissen.

Ich wünsche mir bis heute, dass Erwachsene an dieser Stelle weniger kontrollieren und mehr begleiten. Geburt kann leicht oder schwer, ruhig oder überwältigend verlaufen. Kinder, die sich dafür interessieren, dürfen Fragen stellen, spielen und verstehen. Ob sie bei einer echten Geburt dabei sein möchten, braucht trotzdem eine Entscheidung für dieses Kind und diese Situation.

Fazit: Eine Entscheidung für dieses Kind und diese Geburt

Ob ein Geschwisterkind bei einer Geburt dabei sein möchte, entscheidet sich nicht an einer Alterszahl oder an einem Idealbild von Geburt. Für mich zählen sein eigener Wunsch, eine Vorbereitung, die zu diesem Kind passt, und eine vertraute Person, die jederzeit mit ihm gehen kann. Unsere Erfahrung damit war gut. Die Forschung passt zu dieser Erfahrung, aber sie ist klein, zum großen Teil alt und sagt über Langzeitfolgen wenig aus.

Weiterführend findet ihr bei uns: Begriffsverwirrung: „Erziehung“, Ökoeltern: Traum-Geburt und unseren Beitrag über die Privatsphäre von Kindern im Netz.

FAQ: Geschwisterkinder bei der Geburt

Ab welchem Alter können Kinder bei einer Geburt dabei sein?

Aus der Forschung lässt sich keine feste Altersgrenze ableiten. Die finnische Studie befragte sieben Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren. Die Übersichtsarbeit beschreibt außerdem, dass bei einigen Kindern unter fünf Jahren Missverständnisse über Geburtsvorgänge vorkamen. Das spricht für eine Vorbereitung, die zum einzelnen Kind passt; eine Altersfreigabe ergibt sich daraus nicht.

Kann eine Geburt ein Kind traumatisieren?

Eine Geburt kann ein Kind erschrecken oder stark belasten. Die 2018er Übersichtsarbeit fand in den eingeschlossenen Studien kurzfristig keine Hinweise auf Trauma oder schwere Belastung, wohl aber vorübergehende Angst und Sorge. Langzeitfolgen wurden dort nicht untersucht. Deshalb trägt die Forschung weder die Aussage, eine miterlebte Geburt traumatisiere Kinder zwangsläufig, noch eine Garantie, dass jedes Kind sie gut verkraftet.

Woran können wir merken, dass ein Kind nach einem belastenden Erlebnis Hilfe braucht?

Ein einzelnes Verhalten reicht dafür nicht. Die NICE-Leitlinie nennt bei Kindern nach einem traumatischen Ereignis zum Beispiel: Albträume, wiederholtes traumabezogenes Spiel, aufdrängende Erinnerungen, Vermeidung, stärkere Verhaltensprobleme, Konzentrations- und Schlafprobleme sowie erhöhte Wachsamkeit. Solche Reaktionen können in den ersten Wochen auch wieder abklingen. Halten Beschwerden länger als einen Monat an, empfiehlt NICE eine ärztliche Abklärung. Quelle: NICE NG116, Empfehlung 1.1.6.

Was ist wichtig, wenn ein Kind dabei sein möchte?

Die Übersichtsarbeit nennt altersgerechte Informationen, eine flexible Beteiligung und ausreichende Unterstützung während der Geburt. Für uns kommt eine vertraute Person hinzu, die ihre Aufmerksamkeit wirklich beim Kind haben kann und mit ihm geht, sobald es das möchte oder die Situation zu viel wird.

Was, wenn die Geburt medizinisch schwierig wird oder verlegt werden muss?

Dann hilft uns eine vorher besprochene Abmachung: Das Kind kann mit seiner Bezugsperson den Raum verlassen und muss seine frühere Entscheidung, dabei sein zu wollen, nicht verteidigen. Bei einer Verlegung hängt vieles vom Ort und von den Regeln des jeweiligen Geburtsteams ab.

Ist „Geburt spielen“ nach einer Geburt ein Problemzeichen?

Geburtsspiel allein erlaubt keine Traumadiagnose. Die NICE-Leitlinie führt wiederholtes traumabezogenes Spiel als eines von mehreren möglichen Symptomen nach einem traumatischen Ereignis auf. Entscheidend ist deshalb das Gesamtbild: Ob weitere Beschwerden dazukommen, wie stark sie den Alltag beeinträchtigen und wie lange sie anhalten.

Wie können wir unser Kind vorbereiten?

Hilfreich sind Informationen, die das einzelne Kind versteht, und echte Wahlmöglichkeiten. Dazu können Bücher, Gespräche über Geräusche und Abläufe, Besuche am geplanten Geburtsort und die klare Möglichkeit gehören, die Beteiligung jederzeit zu verändern. Genau diese Mischung aus Information, Flexibilität und Unterstützung hebt auch die Übersichtsarbeit hervor.

Quellen

  • Naber, N. L.; Miller, S.; Baddock, S. A. (2018): What do we know about sibling attended birth? An integrative literature review. Midwifery 63, S. 24–32. doi:10.1016/j.midw.2018.04.025. Tragend sind insbesondere Review Methods, Findings, Conclusions sowie die Hinweise zu Vorbereitung und Unterstützung in Discussion/Recommendations for practice.
  • Jouhki, M.-R.; Suominen, T.; Peltonen, K.; Åstedt-Kurki, P. (2016): Participation in siblings’ birth at home from children’s viewpoint. Midwifery 34, S. 150–157. doi:10.1016/j.midw.2015.11.018. Tragend sind Participants, Findings und Conclusions.
  • National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Post-traumatic stress disorder, NG116, Empfehlung 1.1.6 „Specific recognition issues for children“, veröffentlicht 5. Dezember 2018, zuletzt überprüft 8. April 2025. Zur Empfehlung.

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