Liebe Freunde, meine liebe Evelin hatte (bisher) weder eine Begeisterung für Mathematik noch für Informatik. Und wenn es um Wirtschaftsdinge geht, dauert es nicht lange, bis sie gähnt. Mittlerweile versteht sie die Zusammenhänge davon aber immer mehr. Das hängt damit zusammen, dass Bitcoin längst bei uns angekommen ist: In Karlsbad tauschen wir einige tschechische Kronen in Bitcoin, mit denen wir die eigene „Wallet“ unserer Kinder füllten, in Prag können wir mit ein paar Satoshi unseren Kaffee bezahlen und immer mehr Freunde und Bekannte lassen Bots die Kryptowährungen an den Krypto-Börsen handeln oder „hodln“ fleißig.

Bei diesem Satz hätte Evelin vor fünf Jahren nur „Bahnhof“ verstanden. Und wäre ich kein Nerd und Bitcoin-Fan, würde sie sich heute noch fragen: Was ist eigentlich Bitcoin? Vielleicht sind unter euch genauso Menschen wie sie, die eher nicht zu den Computer-Assen zählen und nur mit den Schultern zucken, wenn sie die Meldungen um Bitcoin oder Ethereum mal wieder überschlagen. Daher lasst mich den Fragen rund um diese „Kryptowährung“ so einfach wie’s nur geht nachgehen, Licht ins Dunkel bringen und den Nebel enthüllen. Auch die Vorbehalte, die ab und zu durch die Medien geistern, kommen nicht zu kurz.

Wenn man Bitcoin und vor allem die Blockchain genauer ergründet, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss: „Bitcoin is a peaceful currency for freedom“ – wie einst eine Freundin bei einem Freilerner-Picknick in Prag treffend formulierte.

Das Kryptogeld hat das Zeug, die Fiat-Währungen (was das ist, erkläre ich noch) über kurz oder lang abzulösen – was nicht zuletzt der Corona-Krise geschuldet ist. Denn die Pandemie birgt ein großes Potenzial, wichtige Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Wie das aussehen kann, lest ihr in dieser utopischen Retrospektive. Vor allem die Blockchain-Technologie hat das Potential, unser aller Leben nachhaltig zu verbessern – überall auf der Welt. Doch dazu später mehr.

Einleitung: „Finanzexperten“ behaupten: Bitcoin ist nur Spielgeld

Manche Banker, Ökonomen und „Wirtschaftsweisen“ bezeichnen Bitcoin gern als Spielgeld. Nach ihrer Erklärung bringt Bitcoin einfach irgendjemand in Umlauf. Und dann gibt es ein paar Narren, Nerds und Blauäugige, die das Spiel mitspielen. Kein Wunder, hat Bitcoin dem Bankensystem doch das Monopol entrissen.

bitcoin because fuck banks

“₿ Bitcoin: because f*** banks” (Foto von Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash)

Allerdings ist nicht immer alles so, wie Lobbyisten, Politiker, Werbung oder Konzerne uns weismachen wollen. Menschen brauchen weder Fleisch von Tieren noch artfremde Milch. Konsum und Anhäufung von Besitz führen nicht automatisch dazu, dass man „glücklich“ ist. Das Lernen geht sogar ohne Schule. Und eine Fiat-Währung ist bei genauer Betrachtung eben auch nichts anderes als „Spielgeld“, das nur funktioniert, weil der Homo sapiens daran glaubt.

Die treibende Kraft hinter allen großen politischen Beschlüssen, die wir normalen Leute nicht nachvollziehen können, ist der Lobbyismus. Oder was glaubt ihr:

  • Wieso ist der Kohleausstieg noch nicht geschafft?
  • Warum beziehen wir nicht längst Strom aus der Kernfusion?
  • Weshalb versklavt und tötet der Homo sapiens noch immer andere fühlende Wesen?
  • Aus welchem Grund darf man Sojadrink nicht Sojamilch nennen oder auf die Packung schreiben „Alternative zu Käse“?
  • Wieso bestehen unsere Kleidung, unser Treibstoff und alle möglichen Dinge aus Erdöl?
  • Weshalb wird vielen Fressalien Palmöl, Zucker, Geschmacksverstärker usw. zugesetzt?

Die Antwort ist einfach: aus denselben Gründen, aus denen „Finanzexperten“ gegen Bitcoin und Co. wettern. Es geht schlicht und ergreifend um das wirtschaftliche Interesse bestimmter Akteure.

Was ist also dran an der Behauptung, Bitcoin sei Spielgeld? Hierzu dürfen wir uns allgemein mal mit dem Thema „Geld“ befassen: Was ist es und was gibt ihm den Wert?

1 Die Geschichte der Zahlungsmittel: vom Tauschhandel bis zum Bitcoin

1.1 Vom Tauschhandel zum Gold

Früher haben Menschen Waren miteinander getauscht. Das konnte zu Problemen führen, weil Nachfrage und Angebot oft nicht gut unter einen Hut zu bringen waren. Um die Tauschgeschäfte zu erleichtern, haben unsere Urahnen das Geld erfunden. Geld muss drei Eigenschaften aufweisen. Es muss:

  1. transportabel,
  2. ein Wertaufbewahrungsmittel und
  3. ein Rechenmaßstab sein.

Früher bestand Geld aus Gold und Silber. Gold ist von Natur aus knapp und galt schon immer als wertvoll. Dadurch war es ein perfektes Tauschmittel und man konnte gut damit rechnen. Eine Unze Gold ist stets gleich viel wert. Die Menschen, die das Gold als Gegenleistung annahmen, wussten, dass sie später selbst mit dem Edelmetall bezahlen konnten.

1.2 Von Gold zum Geld

Gold hat allerdings Nachteile. Es lässt sich schlecht teilen, ist ziemlich schwer und ein gewiefter Fälscher streckt das reine Gold mit „billigen“ Metallen, zum Beispiel Kupfer.

Gold war im alltäglichen Umgang so unpraktisch, dass die Banken schließlich Schuldscheine für Gold an die Menschen ausgaben. Man gab sein Gold an die Bank und bekam im Gegenzug einen Schein, auf dem steht, wie viel Gold dafür bei der Bank hinterlegt ist. Mit diesem Schein konnte man jemanden bezahlen, der dann von der Bank das Gold bekommen konnte. Das haben die Menschen aber nicht getan, sondern weiterhin nur mit ihren Schuldscheinen bezahlt. Jenes Papier war selten und damit ein wertvolles Zahlungsmittel. So wurde schließlich das Papiergeld erfunden.

Dieser Goldstandard, bei dem für die ausgegebenen Geldscheine eine bestimmte Menge Gold hinterlegt sein musste, fiel ab 1914.

1.3 Als der Goldstandard fiel: der Aufstieg des Fiatgelds

Jetzt kommen wir zu einem Begriff, den ich zuvor schon verwendet, aber noch nicht erklärt habe: „Fiatwährung“.

Als der Goldstandard aufgehoben wurde, konnten die Zentralbanken nach Belieben Geld drucken – mehr als Gold vorhanden war. Heute besteht das Geld aus weniger wertvollen Metallen und Papier – und das ist, wie ihr wisst, „nichts wert“ – aber akzeptiert. Denn ihr könnt damit Waren und Dienstleistungen einkaufen. Es ist leicht zu transportieren, kann nachgedruckt werden, wenn mehr gebraucht wird, und ist dank des aufwendigen Drucks schwierig zu fälschen.

Das heutige Geldsystem mit seinen Papierscheinchen und Blechmünzen beruht auf blindem Vertrauen ohne feste Grundlage. Daher bezeichnet man unser Geld auch als Fiat-Währung. Fiat ist Lateinisch und heißt so viel wie „es werde“, „es geschehe“.

1.3.1 Das Problem mit der Fiat-Währung

Die Zentralbanken haben die Kontrolle über die Menge an Geld, die im Umlauf ist. Solange sie nicht beliebig viel neues Geld drucken, behält es seinen „Wert“. Tut sie es aber, verliert es an Wert. Das nennt man Inflation.

Die Notenbanken steigern oder drosseln die umlaufende Geldmenge. Sie beeinflussen so die Stimmung in der Wirtschaft und haben damit Macht über die Politik. Obwohl wir all das wissen, vertrauen wir dem Bankensystem. Denn was bleibt uns anderes übrig? Bisher sind wir abhängig von ihm.

Ein Geldsystem ist nur intakt, wenn die Menschen ihm vertrauen und der Mammon begrenzt verfügbar ist. Doch die Zentralen Notenbanken drucken immer mehr Geld.

1.3.2 Teure Vermittler und andere Unannehmlichkeiten

Wenn wir heute einen Vertrag abschließen und uns zum Beispiel ein Haus kaufen, brauchen wir in der Regel Banken und Notare. Sie sind Vermittler, Schnittstellen und Kontrollinstanzen zwischen uns und dem Verkäufer.

Diese „Mittelspersonen“ sollen Vertrauen schaffen. Doch sie verlangsamen den Prozess und verteuern ihn. Schließlich wollen sie sich selbst ein Stück vom Kuchen sichern. Denkt nur an all die Versicherer, Buchhalter, Investmentbanken usw.

Doch das Bankensystem hat noch mehr Probleme:

  1. Oft genug frieren Banken das Geld ihrer Kunden ein – auch unberechtigt.
  2. Sie verprassen Milliarden in spekulativen Geschäften.
  3. Finanzdienstleister verkaufen eigenmächtig unsere Daten an Dritte.
  4. Nationale Währungen werden methodisch abgewertet.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1.4 Wie der Bitcoin das Licht der Welt erblickte

Mit der Finanzkrise 2008 bekam das derzeitige Geldsystem einen gehörigen Schuss vor den Bug.

Zu dieser Zeit dachte jemand über eine Alternative nach, die vieles besser macht und unglaubliche Chancen bietet. Das Ergebnis war die erste Kryptowährung: der Bitcoin. Er ist die Erfindung von „Satoshi Nakamoto“, der sie 2008 über eine Kryptographie-Mailingliste verteilte. Niemand weiß bis heute, wer oder wie viele sich hinter dem Pseudonym verbergen.

Der Programmierer Lazlo Hanyecz war einer der Ersten, die Bitcoin erzeugt haben. Wie das geht, dazu später mehr. Am 21. Mai 2010 fand Lazlo jemanden in einem Bitcoin-Forum, der für ihn mit der Kreditkarte zwei Pizzen bestellte und von ihm im Gegenzug 10.000 Bitcoin bekam. Sie hatten damals einen Wert von etwa 42 Dollar. Heute wäre man mit dieser Menge Bitcoin Multimillionär.

Auch ich habe in den Anfängen schon von Bitcoin gehört, mich aber nicht weiter damit beschäftigt. Ich könnte mich in den Ar*** beißen. ;-)

Ein Euro sind 100 Cent. Genauso gibt es auch beim Bitcoin eine kleinere Einheit: Satoshi. Ein Bitcoin besteht aus 100.000.000 Satoshis, also 100 Millionen. Und ein Satoshi sind also 0,00000001 BTC. Ein Betrag kann also sehr genau angegeben werden.

1.5 Bitcoin heute

Man kann Bitcoin nicht sehen und nicht in die Hand nehmen. Trotzdem entwickeln immer mehr Vertrauen und der Wert des Coins steigt tendenziell, trotz mitunter extrem schwankender Kurse.

Menschen auf der ganzen Welt tauschen bereits den Bitcoin gegen Waren und Dienstleistungen – nicht nur im Internet und auf dubiosen Seiten im Darknet. Auch etliche Geschäfte rund um den Globus akzeptieren die Kryptowährung. Deutschland hängt hier fraglos hinterher.

2 Der Bitcoin – ein Überblick

2.1 Die Blockchain-Community

Die Kryptowährung Bitcoin ist ein dezentrales „Peer-to-Peer-Netzwerk“, das heißt, jeder Teilnehmer ist mit jedem anderen verbunden. Diese „Blockchain-Community“, besteht aus Usern, Nodes und Minern.

  • Die Blockchain ist eine verteilte, öffentliche Datenbank. Wie sie genau funktioniert, erkläre ich noch.
  • User sind Leute wie ihr und wir, die Zahlungen senden und empfangen wollen.
  • Nodes sind Rechner, auf denen sich die komplette Blockchain befindet und die sie ihrerseits wieder zum Download anbieten. Ein Node unterstützt damit das Bitcoin-Netzwerk.
  • Auch auf den Minern befindet sich die gesamte Blockchain. Doch haben diese im Vergleich zu Usern und Nodes Schreibzugriff darauf. Und hey: jeder kann Bitcoin „minen“. Ob sich das lohnt, könnt ihr mit einem Bitcoin Mining Calculator berechnen. Doch was ist “Mining”?

2.2 Das Mining

Mining ist die Schaffung von neuen Bitcoins. Und tatsächlich gibt es Parallelen zum Schürfen von Gold in einer Goldmine. Denn auch in den Prozess des Minings von Bitcoin und anderen Kryptowährungen muss einiges an elektrischer Energie gesteckt werden. Daher werden Stimmen laut, die Bitcoin als absolutes Desaster für die Umwelt darstellen. Zu diesem Punkt komme ich später noch.

Die „Miner“ sind leistungsstarke Computer, die extra entwickelt worden sind, um sich bei dem Mining-Prozess tief in die Blockchain zu graben. Und es gehört auch eine große Portion Glück dazu, Bitcoin zu „finden“. Die Begriffe Mining und Blockchain sind essenziell zum Verständnis des Bitcoins, weswegen ich im Folgenden versuchen will, euch beide anhand der Bitcoin-Transaktion so einfach wie möglich zu erklären. Das ist die die Übertragung von Bitcoin von einem Sender zu einem Empfänger.

2.2.1 Die Bitcoin-Transaktion im Detail

1. Ihr sendet Bitcoin von eurer Bitcoin-Adresse an eine andere Bitcoin-Adresse

Wenn ihr jetzt Bitcoin von eurer „Public Address“ (das ist sowas wie eure Kontonummer) an die eines anderen sendet, empfangen “Nodes-Rechner” und “Miner-Rechner” die Daten der Transaktion.

Es werden alle Bitcoin-Transaktionen, die auf der ganzen Welt in den letzten zehn Minuten getätigt wurden, in einem Block vereint. In einen solchen Block passen beim Bitcoin 4.200 Transaktionen. Finden mehr statt, werden sie in eine Warteschlange eingereiht, wodurch sich die Ausführung verzögert. Je mehr solcher “Überweisungen” getätigt werden, desto länger dauert es, bis das Geld beim Empfänger ist. Die Skalierung nach oben war beim Bitcoin ein Problem, für das es mittlerweile verschiedene Lösungen gibt, zum Beispiel SegWit und das Lightning Network. Hier gehe ich jetzt nicht weiter darauf ein, weil es den Rahmen des Beitrags sprengen würde.

Einige andere Kryptowährungen wie die Altcoins Dash oder Litecoin versprechen, flotter zu sein. Altcoins sind alle anderen Kryptowährungen, die es neben dem Bitcoin gibt. Zur Zeit finde ich TRON (abgekürzt TRX) super, um Guthaben zu senden. Die Transaktionen werden flott ausgeführt, innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten.

Ethereum, Dash und Bitcoin als Münzen auf Motherboard

Es gibt neben dem Bitcoin noch andere Kryptowährungen (Foto von Bermix Studio auf Unsplash)

Doch nun zurück zum Bitcoin.

2. Das Bitcoin-Netzwerk empfängt die Transaktionen

Die zum Datenblock gesammelten Transaktionen werden auf alle Rechner des Bitcoin-Netzwerks verteilt. Die Nodes prüfen, ob mit den Transaktionen alles in Ordnung ist:

  • Hat der Käufer genügend Bitcoin, um zu bezahlen?
  • Ist die Transaktion mit dem richtigen Private Key signiert?
  • An welche Adresse soll das Geld gehen?

Wenn alles ok ist, leiten die Nodes die Transaktion an die Miner weiter.

3. Die Arbeit der Miner

Die Miner-Computer prüfen das alles ebenfalls noch mal, bevor sie die Transaktion abwickeln. Erst, wenn sich sämtliche Miner darüber einig sind, dass sie gültig ist, was man Konsens nennt, schreiben sie sie in die Blockchain.

Dieser Prozess unterliegt strengen kryptographischen Regeln (Kryptographie = Verschlüsselung). Daher können die Miner auch keine falschen Transaktionen tätigen, sich selbst Bitcoin zuweisen oder irgendwelche anderen Informationen ändern. Um in den Block zu schreiben, brauchen die Miner eine Art Schlüssel, mit dem der Block geschützt ist. Der wird „Hash“ genannt, hat nichts mit Hanf zu tun, und verbindet letztlich den Block, der gerade in Arbeit ist, mit dem Block davor.

Um den Hash zu finden, graben sich die Miner tief in die Blockchain. Daher auch der Begriff „Mining“. Wenn alle Miner gemeinsam den letzten, aktuellen Block bearbeiten, lösen sie dabei ein unglaublich kompliziertes Puzzlespiel. Denn der Hash-Schlüssel besteht aus Hunderten von Zahlen und Buchstaben. Und darin fehlt ein Puzzleteil. Eine Berechnung des fehlenden Teils, das Nonce heißt, ist nicht möglich. Daher probieren alle Miner zur gleichen Zeit alle erdenkbaren Werte aus, bis mit dem richtigen Puzzlestück aus all den Zahlen und Buchstaben der fertige, korrekte Hash-Schlüssel wird.

Der Hash wird an alle anderen Miner-Rechner weitergeleitet, die Transaktion geprüft, bestätigt, dem aktuellen Block hinzugefügt und der Block mit dem Rest der Blockchain verbunden. Sie setzt sich aus allen bis dato ausgeführten Transaktionen zusammen. Die Blockchain macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie ist eine lange Kette von Datenblöcken und jeder neue Hash enthält einen Teil des Hashs aus dem vorigen Block. So sind alle Blöcke wie bei einer Kette aneinandergefügt. Das ist auch der Grund, weshalb Bitcoin so sicher ist vor Manipulation ist. Dazu später mehr.

2.2.2 Die Belohnung der Miner erzeugt neue Bitcoins

Das Mining ist rechenintensiv und die Rechner, die das übernehmen, verbrauchen sehr viel Energie. Und die kostet Geld. Damit sich das Mining von Bitcoin lohnt, erhalten die Miner „Mining Fee“, also eine Belohnung für den neu geschriebenen Block. Die gibt es in Form von Bitcoin und wird auch “Blog Reward” genannt. So kommen neue Bitcoins in Umlauf.

Wenn die Zahl der Miner immer größer wird, würde auch das Mining immer schneller gehen. Der Prozess soll aber stets zehn Minuten dauern, weshalb beim Bitcoin Umstände geschaffen werden, die die Schwierigkeit des Minings bestimmen. Das nennt man „Mining Difficulty“ und sie wird regelmäßig angepasst, abhängig von der Rechenleistung aller Miner.

2.3 Warum sind Kryptowährungen eine Investition wert?

Wodurch sich Bitcoin besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass die Programmierung einen Wertverfall, also die Inflation, unmöglich macht. Zum einen ist die Anzahl der Bitcoins auf maximal 21 Millionen Stück beschränkt. Zum anderen wird die Belohnung für die Miner jedes vierte Jahr halbiert (Bitcoin Halving). Heute geht man davon aus, dass der letzte Bitcoin irgendwann Anfang des 22. Jahrhunderts „geschürft“ wird.

Das heißt, wenn jeder Millionär auf der Welt einen ganzen Bitcoin haben wollen würde, reichte es nicht für alle. Da immer mehr Leute sich in alle verfügbaren Bitcoins “reinteilen” müssen, kann der Wert perspektivisch also nur weiter steigen. In der Kryptoszene ist das Stock-to-Flow-Modell zur Vorhersage der weiteren Wertentwicklung sehr beliebt.

2.4 Proof-of-Work & Proof-of-Stake

Das Mining ist ein Proof-of-Work-Verfahren. Daneben gibt’s noch Proof-of-Stake, wo es eine Entlohnung fürs Halten einer Kryptowährung gibt. Hierbei baut man auf das Interesse am Werterhalt einer Währung von denjenigen, die viel von ihr besitzen. Das ist natürlich nicht sehr demokratisch.

3 Die Blockchain

Es bietet sich an, im Folgenden ein paar Worte über die Blockchain zu verlieren, bevor wir uns wieder dem Bitcoin widmen. Denn sie ist das eigentliche Highlight hinter den Kryptowährungen.

3.1 Was die Blockchain so besonders macht

Die Blockchain ist absolut transparent: Jeder kann die sie einsehen. Doch was man erblickt ist anonym bzw. pseudonym: Statt Namen stehen dort nämlich nur verschlüsselte Adressen. Niemand sieht, wer was gekauft oder verkauft hat. Daher werden Kryptowährungen mitunter gern für illegale Geschäfte genutzt. Dazu später mehr.

Die Blockchain gehört niemandem oder vielmehr allen. Denn sie ist auf allen Teilnehmern des Netzwerks (Nodes und Miner) verteilt. Sie stellt sicher, dass nur jemand, der Bitcoin besitzt, auch Bitcoin ausgeben kann. Eine Manipulation würde sofort auffallen, zum Beispiel das sogenannte „double spending“, bei dem dasselbe digitale Geld doppelt verwendet wird.

Wenn jemand so viele Änderungen rückgängig machen will, dass er eine Transaktion verschwinden lassen könnte, so müsste er hinterher wieder so viele neue Datensätze anlegen, dass er die längste, neueste und damit gültige Blockchain kreiert. Das wäre ein enormer Rechenaufwand. Zudem müsste er schneller arbeiten als das ganze übrige Bitcoin-Netzwerk. Das ist nahezu ausgeschlossen. Daher gilt die Blockchain als rundum sicher vor solchen Aktionen.

In diesem Youtube-Video ist das noch einmal anhand eines Gruppenchats erklärt:

3.2 Blockchain-Anwendungen

Die Blockchain kann durch ihre dezentrale und anonyme Struktur auch auf andere Arten genutzt werden. Hier kommen die Smart Contracts ins Spiel. Das sind „Verträge“, die von einer Blockchain kontrolliert und ausgeführt werden.

Eines der gängigsten Beispiele ist das des „smarten Kühlschranks“: Wenn das Essen zur Neige geht, bestellt und bezahlt die Blockchain automatisch neue Lebensmittel. Da das Programm dezentralisiert läuft und dadurch sicher vor Sabotage ist, könnt ihr euch zum Beispiel als Veganer sicher sein, dass kein Fleisch geordert wird.

Mit so einer Blockchain kann man sehr viel anstellen. Sie kann nicht nur eine Währung verkörpern, sondern auch andere Werte, wie etwa die Rechte eines Künstlers oder Eigentumsrechte. Die Blockchain ist absolut resistent gegen Schmiergelder und Korruption.

3.2.1 Bitcoin und Ethereum

Eine andere Kryptowährung, von der ihr bestimmt schon gehört habt, heißt Ethereum. Mit der Ethereum-Blockchain kann man solche „Smart Contracts“ speichern, die auf ein Ereignis von außen reagieren.

Ein Beispiel: Beim Hauskauf können Käufer und Verkäufer einen intelligenten Vertrag mithilfe der Blockchain aufsetzen. Darin wird geregelt, dass der Käufer den Preis für das Haus in Bitcoin an den Verkäufer zahlt. Sobald das passiert ist, überträgt die Software das Eigentum am Haus automatisch auf den Käufer. Da der Vertrag ein Teil der Blockchain wird, kann er nicht für nichtig erklärt, unterbrochen oder an jemand anderen übertragen werden.

3.2.2 Sicherheit und Minimalismus dank Blockchain

In einer Blockchain könntet ihr all eure persönlichen Daten und Informationen in eigens kreierten Smart Contracts speichern. Über manche davon würdet ihr allein das Sagen haben. Andere Bereiche könnten hingegen nur von jenen ausgefüllt werden, die das auch dürfen. Als Beispiel soll hier die Fahrerlaubnis herhalten: Wenn ein Fahrschüler die Prüfung bestanden hat, trägt der Prüfer das in die Blockchain ein, womit die der „Führerschein“ rechtlich anerkannt ist. Wenn der Fahrer später in eine Kontrolle der Polizei gerät, kann er ihr temporär Einblick in diese Info gewähren und so nachweisen, dass seine Fahrerlaubnis gültig ist.

Bargeld und Chipkarten

Sind das dank Bitcoin und Blockchain bald Relikte der Vergangenheit?

Niemand bräuchte mehr zig Chipkarten dabei haben. Egal ob …

  • Blutspendeausweis,
  • Bibliotheksausweis,
  • Krankenversicherungskarte,
  • Monatskarte für die Bahn oder
  • der Studentenausweis,

… all das wird nicht mehr gebraucht, da diese Daten hochsicher in der Blockchain gespeichert werden. Und darauf hat nur Zugriff, wer dazu berechtigt ist. Man müsste sich auch nicht mehr über einen Verlust Sorgen machen. Die Blockchain spart Ressourcen, Kosten und Nerven. ;-)

3.2.3 Pay-per-Use-Geschäftsmodelle

Durch die Blockchain können neue Geschäftsmodelle entstehen, bei denen der Kunde nur das bezahlt, was er auch wirklich genutzt hat. Das nennt man auch „Pay-per-Use“.

Stellt euch dafür vielleicht so ein kleines Auto vor, das in einigen Einkaufspassagen steht und eure Kinder kräftig durchschütteln soll. Noch steckt man in diese Automaten eine Euro-Münze rein, und es rüttelt und schüttelt eine vorgegebene Zeit. Wenn dem Kind aber nach drei Sekunden einfällt, wie schrecklich gefährlich sich das anfühlt und zurück in Mamas Arme will, ist der ganze Euro futsch.

Mit der Abrechnung nach tatsächlicher Nutzung, wie es die Blockchain möglich macht, wäre das nicht passiert. In dem Fall ist es nur schlecht, wenn das Kind dann gar nicht mehr aufhören will, durchgeschüttelt zu werden. Aber vielleicht programmiert der Anbieter dafür ja einen Nutzungsrabatt. ;-)

3.3 Mit der Blockchain in eine bessere Zukunft

Durch den hohen Datenschutz und ihre Leistungsfähigkeit könnten Plattformen auf Basis der Blockchain die Grundlage für eine waschechte „Sharing-Economy“ bilden, zum Beispiel für Wohnungen oder Autos. Und das ohne ein Unternehmen dazwischen, das vor allem in die eigene Tasche wirtschaftet und private Daten von den Nutzern des Dienstes verlangt.

Die Blockchain vereinfacht die Abläufe und es ist kein Bedarf mehr für Kontrollbehörden oder Banken. Man kann mit ihr auch kleinste Geldbeträge sicher senden und empfangen. Dadurch hätten viele Milliarden Menschen jäh einen direkten Zugang zur Weltwirtschaft.

Die Blockchain schafft:

  • totale Transparenz,
  • absolute Sicherheit und
  • größtmögliches Vertrauen.

Sie ist meiner Meinung nach eine wirklich revolutionäre Erfindung. Denn sie schafft die Grundlage für eine neue, bessere und gerechtere Gesellschaft.

Doch zurück zum Bitcoin selbst …

4 Die Bitcoin-Wallet

Wenn ihr etwas mit Bitcoin bezahlen oder Bitcoin empfangen wollt, braucht ihr eine Wallet. Das ist kein „digitales Portemonnaie“, wie der Name vermuten ließe, denn die Bitcoins sind sicher auf der Blockchain gespeichert.

Vielmehr besteht eine Wallet aus einem zufälligen Passwort, dem Private Key, und einer daraus abgeleiteten „Kontonummer“, der Public Address, die auf der Blockchain liegt. Der Private Key ist so etwas wie eine digitale Unterschrift und der Zugang zu eurer Public Address. Diesen privaten Schlüssel müsst ihr hüten wie euren Augapfel, denn wenn er einem anderen in die Finger gerät, kontrolliert der euer Geld.

4.1 Wallet-Arten – welche Bitcoin-Wallet sind empfehlenswert?

Die einfachste Wallet ist die Paper-Wallet. Hier ist der Private Key auf Papier gedruckt, oft mit einem QR-Code. Noch extremer sind die Brain- oder Mind-Wallets, bei dem ihr euch den Private Key über Eselsbrücken einprägt.

Verbreiteter sind die Soft-Wallets, die eure Private Keys in einer Software oder App verwalten. Ich kann Edge fürs Smartphone empfehlen. Daneben gibt es für Coins, die auf Ethereum basieren, „MetaMask“. Sie ist vor allem durch die Anbindung dezentralisierter Anwendungen und Smart Contracts gut.

Daneben gibt es Hard-Wallets. Das sind physische Speichergeräte für den Private Key, die zwar aussehen wie USB-Sticks, aber eigentlich keine sind. Die bekanntesten sind Trezor und Ledger.

Auch „Exchanges“, also die Börsen zum Handeln von Kryptowährungen, stellen euch eine Online-Wallet zur Verfügung. Die ist jedoch mehr wie ein Konto bei einer Bank und daher nicht ideal. Sie ist leider notwendig, um an diesen Kryptobörsen zu handeln und damit Geld zu verdienen (auch passiv). Dazu komme ich später.

Binance: Verdiene Kryptos im Schlaf

(Werbung / Empfehlungslink)

Am sichersten sind „deterministische Wallets“ (auch HD-Wallet genannt). Sie leiten nach jeder Transaktion eine neue Public Address aus eurem Private Key ab. Für jede Überweisung gibt’s dort also eine frische Kontonummer. Die Coins sind da auf Hunderte verschiedene „Konten“ verteilt. So können andere nicht herausfinden, wie viele Bitcoin ihr besitzt. Bei diesen Wallets ist das Risiko eines Angriffs deshalb nahezu ausgeschlossen. Hacker haben es vor allem auf Soft-Wallets und die Exchanges, die Private Keys verwalten, abgesehen. Eine gute HD-Wallet ist Electrum für den Computer.

Eure Public Address müsst ihr nicht geheim halten. Denn von ihr auf den Private Key zurückzurechnen ist mit den heutigen Computern nicht möglich.

5 Bitcoin: eine anonyme Währung für Kriminelle?

In der Theorie ist Bitcoin völlig anonym. Doch Regierungen versuchen, diese Anonymität einzuschränken. Sie stufen zum Beispiel Exchanges als „Finanzdienstleister“ ein. Das hat zur Folge, dass ihr, wenn ihr dort eure Fiat-Währung in Bitcoin tauscht, euch üblicherweise identifizieren müsst – Know-Your-Customer (KYC) wird das auch genannt. Ihr braucht dazu euren Ausweis oder Pass.

In der Praxis hinterlässt zudem die Verwendung der Public Address Spuren. Wenn man sie kennt, kann man sich alle Transaktionen zeigen lassen. Anhand dieser „Transaktionshistorie“ kann zum Beispiel die Polizei Muster und Beweise für Geldwäsche und den Handel mit Drogen sammeln und jemanden auf die Weise überführen.

Dennoch ist es sehr viel schwieriger, Verbrechen auf diesem Weg zu verfolgen und aufzuklären als durch Zahlungen mit Kreditkarte und Bankgeschäfte. Daher wird Bitcoin auch für kriminelle Aktionen genutzt: Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, Auftragsmorde usw. Doch die Regel ist sowas zum Glück nicht und Bitcoin ist erst recht nicht die Ursache für all diese Dinge. Das zu vertiefen, würde den Rahmen des Beitrags sprengen.

Der Vergleich mit einem Messer scheint mir hier angebracht: Ich kann es benutzen, um damit Gemüse zu schneiden, oder aber, um jemandem das Leben zu nehmen.

6 Vorteile des Bitcoins und der Blockchain

  1. Wie wir schon gesehen haben, ist Bitcoin im Grunde anonym – oder besser gesagt „pseudonym“.
  2. Es gibt keine Bank zwischen Sender und Empfänger des Geldes. Das spart Zeit und Geld.
  3. Für die Wallet und die Public Address braucht man keinen Ausweis wie bei der Eröffnung eines Bankkontos.
  4. Es ist kein Bankangestellter oder jemand anderes da, der sieht, wem wir Geld schicken und von wem wir welches bekommen.
  5. Banken, Bankangestellte und die Geschäfte der Banken selbst – all das will irgendwie finanziert sein. Diese Kosten trägt der Bankkunde. Beim Bitcoin gibt es keine Gebühren für die Kontoführung, für internationale Zahlungen oder für die Kreditkarte.
  6. Ein Bankkonto war bisher unabdingbar. Mit Bitcoin wird das nicht mehr gebraucht.
  7. Bitcoin braucht nur ein Programm für den PC oder eine App fürs Handy, um Transaktionen durchzuführen. Kryptowährungen wechseln innerhalb von Sekunden und Minuten den Besitzer. Bei einem Kauf mit der EC-Karte dauert es dagegen einige Tage, bis das Geld auf dem Konto des Verkäufers ist.
  8. Bitcoin ist eine Währung des Friedens und hilft gegen Armut und Ungleichheit auf der Welt, vor allem in Entwicklungsländern. Denn über 2,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten haben kein Bankkonto und leben von weniger als einem Dollar am Tag. Das Bankensystem schließt arme Menschen kategorisch aus, da Transaktionen unter 20 Cent für eine Bank unwirtschaftlich sind. Wer in ärmeren Ländern Tausende Kilometer entfernt von seiner Familie arbeitet, ist oft darauf angewiesen, das Geld mit der Post zu versenden. Diese Post kommt oft nicht an. Doch fast jeder hat ein Smartphone, auch in ärmeren Ländern. Mit Bitcoin kann man Geld sicher an die Familie senden, ganz ohne die Gebühren einer Bank oder der Gefahr des Verlusts.
  9. Der Code des Bitcoins ist frei verfügbar. Er lässt sich einsehen, kopieren und unter einem anderen Namen als neue Währung nutzen. Solange von dieser Währung niemand Gebrauch macht, bleibt sie jedoch wertlos. ;-)
  10. Mit Bitcoin fallen die wirtschaftlichen Grenzen auf der Erde. Denn man kann das Geld von überall auf dem Planeten senden und empfangen.
  11. Wer einen Kredit braucht, bekommt ihn mit Bitcoin ohne und vor allem einfacher als bei jeder Bank. Nötig ist lediglich eine Verbindung mit dem Internet. Mehr über das Krypto-Lending findet ihr hier bei BTC-Echo.
  12. Die Preisgabe der Private Address schafft Transparenz und Vertrauen. Bitcoin und die Blockchain sind DER Schlüssel, um Lobbyismus und Korruption einen Riegel vorzuschieben. Wenn die Bitcoin-Adressen von Staatsmacht, NGOs und Unternehmen für jeden einsehbar sind, dann weiß man, wohin welche Gelder fließen. Keiner könnte sich unerlaubt bereichern, Spendengelder würden nicht mehr versickern und sie würden genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Notleidenden.
Blockchain-Werbung am Timesquare in New York

PR für die Blockchain am Timesquare in New York (Foto von Pascal Bernardon auf Unsplash)

7 Nachteile und Hürden von Bitcoin & Blockchain

7.1 Volatilität

Einer der eklatanten Nachteile mit Blick auf das traditionelle Geldsystem ist die starke Volatilität. Das heißt, die Kurse von Bitcoin und anderen Coins schwanken teilweise extrem. Das liegt zum Einen an Spekulanten (die vom Auf und Ab der Kurse profitieren), andererseits und in seltenen Fällen an anfälliger Software. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist die Krypto-Exchange Mt. Gox. Durch einen Fehler in der Software konnte ein Hacker 2011 nach Gutdünken Transaktionen durchführen. Obwohl die Website offline ging, war der Schaden nicht wieder zu beheben und viele Menschen verloren ihre Coins. Damals sackte der Wert des Bitcoins um ein Drittel ab.

7.2 Fehlendes Verständnis in der breiten Bevölkerung

Ein weiterer großer Knackpunkt ist das Verständnis der Technologie. Für die meisten Menschen sind Bitcoin und Blockchain böhmische Dörfer. Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag meinen Teil dazu beitragen kann, Licht ins Dunkel zu bringen. So, genug von der Phrasendrescherei! Damit wir alle Vorteile der Blockchain nutzen können, müssen wir also wissen, was es mit ihr auf sich hat und wie sie funktioniert.

7.3 Gefahr durch Regulation von Bitcoin und Missbrauch der Blockchain

Da es Regierungen und Behörden besonders große Mühe bereitet, neue Technologien zu verstehen und ihre Chancen zu erkennen, sind Bitcoin und Co. bedroht. Manche sehen in Kryptowährungen sogar eine Gefahr. Eine „Regulation“ durch der Obrigkeit würde alle Vorteile aufheben. Mehr noch: Regierungen könnten die Blockchain verwenden, um eine großflächige Überwachung der Menschen in die Wege zu leiten. Um solch einen Missbrauch zu verhindern, müssen WIR alle über die Blockchain im Bilde sein.

7.4 Der Energieverbrauch vom Bitcoin

Als weiteres Problem geistert immer wieder die Energie, die der Bitcoin frisst, durch die Medien. Nicht nur das Mining ist rechen- und damit energieintensiv. Auch die pure Aufrechterhaltung der Blockchain durch Nodes und Miner verbraucht jedes Jahr Unmengen Strom.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass keine Währung ohne Energie auskommt. Denkt einmal an die aufwendige, teure und auch gefährliche Gewinnung von Gold aus den Minen (Menschenrechtsverletzungen inklusive). Oder an die Kosten und Ressourcen, die der bisherige Finanzsektor weltweit verschlingt:

  • riesige Prestigebauten samt ihrem Energieverbrauch,
  • gepanzerte Fahrzeuge,
  • die Gelddruckerei,
  • der Abbau der Rohstoffe für das Geld,
  • unterirdische und hochsichere Tresorräume,
  • Geldautomaten,
  • die Server und Computer der Banken und Bankangestellten

Auch eine staatliche Regulierung von Bitcoin & Co. durch eine neu geschaffene, zentrale Behörde würde immense Kosten mit sich bringen.

Die Energie, die der Bitcoin braucht, wird gern als enormes Umweltproblem durch die Medienlandschaft gezogen. Und natürlich ist dieser Punkt nicht kleinzureden, solange man den Strom für die Miner aus Kernspaltung, Kohle, Erdöl und Gas erzeugt. Beim Einsatz erneuerbaren Energien (Solar, Wind, Wasser, usw.) oder in Zukunft auch der Kernfusion sieht die Sache schon ganz anders aus. Kernfusion? Ja, ich bin überzeugt, dass auch hier Lobbyarbeit ein Vorankommen erschwert. Doch China hat es 2020 geschafft, die Fusionsreaktion in einem Forschungsreaktor über längere Dauer stabil zu halten. Ist es Zufall, dass in einem Land, in dem die meisten Miningfarmen stehen, mit Hochdruck an der Kernfusion geforscht wird?

“Vielleicht sollten die Leute aufhören, Bitcoin wegen seiner Energieintensität zu kritisieren, und Staaten und Nationen dafür kritisieren, dass sie stattdessen immer noch neue Industrien mit schmutzigen Stromversorgungen versorgen.”

Katrina Kelly-Pitou

Sehr schön hat auch das Team von Kryptomag in seinem Artikel “Bitcoin Stromverbrauch im Vergleich zu FIAT Wärhungen und Gold” Stellung bezogen.

7.5 Veränderung des Arbeitsmarktes

Nicht zuletzt würde die Blockchain-Technologie viele Arbeitsplätze kosten, vor allem in der Finanzwelt. So sind Bankiers, Buchhalter und Steuerberater Berufe, die dank der Blockchain obsolet werden. Wir müssen maximale Transparenz schaffen, Maßnahmen gegen Lobbyismus und Korruption ergreifen und Regierungen zur Rechenschaft ziehen. So könnten wir für eine nachhaltige Arbeitswelt sorgen, in der ganz neue Jobs entstehen. Sie befindet sich zur Zeit sowieso im Wandel, aber das wisst ihr ja selbst. Warum sollte man das nicht für neuartige Konzepte nutzen?

Fassen wir zusammen

Bitcoin ist eine echte Option zum klassischen Geldsystem. Denn die Kryptowährung ist:

  • dezentral,
  • anonym,
  • transparent,
  • sicher,
  • zur Wertaufbewahrung geeignet,
  • für über zwei Milliarden Menschen der Weg aus der Armut und
  • schafft Vertrauen.

Die Blockchain legt den Grundstein für eine neue, bessere, direkte Demokratie. Sie sorgt für dezentrale Entscheidungsprozesse und wahre Transparenz – gegen Korruption und Lobbyismus. Wir müssen es nur wagen.

Bitcoin wird immer attraktiver. Nicht nur, weil seit 2020 große Investoren wie Paypal, Tesla, Blackrock usw. die Kryptowährung in ihr Geschäftsmodell einbauen und das den Wert natürlich nach oben treibt. Sondern auch, weil die Corona-Krise wieder einmal zeigt, wie fragil das bisherige Geld- und Wirtschaftssystem ist. Die Zentralbanken drucken immer mehr Geld. Und für eure Ersparnisse gibt es Zinsen, die bei weitem nicht ausreichen, um die Inflation auszugleichen. Ich denke, all das sind mehr als genug Gründe, weshalb der Hype ums Fiatgeld nun ein Ende haben sollte.

In Bitcoin investieren – meine Empfehlungen

Habe ich euch von der Technologie und ihren Chancen überzeugt? Wenn ihr Geld in Bitcoin anlegen wollt, empfehle ich euch, es ruhig angehen zu lassen und die Kryptowährung und den Verlauf der Kurse zuerst kennenzulernen, indem ihr den Markt beobachtet. Am besten teilt ihr eure Investition auf. Einen Teil investiert ihr sofort, sofern der Bitcoin nicht gerade dabei ist, auf ein neues Allzeithoch zu klettern. Die anderen Teile, wenn es wieder stärkere „Korrekturen“ im Kursverlauf gibt. Ihr könnt auch einen Sparplan anlegen und regelmäßig Fiatgeld in Bitcoin tauschen.

Wer klug an den Exchanges handelt, kann damit ein „passives Einkommen“ erzielen. Aber man muss auf der Hut sein, denn Emotionen sind ein schlechter Berater, besonders beim Hebelhandel. Wer vorschnell in Panik gerät oder Angst hat, etwas zu verpassen („Fear of missling out“ / FOMO), reagiert oft falsch. Hier kann man viel Lehrgeld lassen.

Bitcoin - Hebelhandel an der Börse

Bitcoin: Hebelhandel an der Börse

Am besten beginnt ihr mit Kleinstbeträgen und lernt „das Spiel“ kennen. Ihr könnt euch auch Unterstützung von einem Bot holen. Das ist ein Computerprogramm, das automatisch nach euren Vorgaben an der Börse handelt. Aber selbst hier solltet ihr wissen, was ihr tut. Ein Restrisiko bleibt immer.

Ansonsten macht ihr mit dem „Hodln“ nichts verkehrt, also dem Halten der Coins, das heißt kaufen und nicht wieder verkaufen – vor allem in Bezug auf die großen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum.

Wo kann man Bitcoin kaufen?

Wollt ihr anonym Bitcoin kaufen, bietet sich einer der vielen Bitcoin-ATMs an. In Deutschland sieht’s mau aus. Aber wer mal Urlaub macht, kann sein Bargeld auch irgendwo im Ausland am Automaten umtauschen, ganz ohne Verifizierung und Ausweis. Einziger Nachteil sind die teils happigen Gebühren von oft mehr als fünf Prozent.

Evelin und Patrick vorm Bitcoin-ATM in Karlsbad

Wir vorm Bitcoin-ATM in Karlsbad

Ein anderer Weg, anonym an Bitcoins zu gelangen, ist das Mining. Die Erträge könnt ihr nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei veräußern.

Wer Wert auf Anonymität legt, kann einen der zahlreichen Peer-to-Peer-Handelsplätze wie localbitcoins.com oder eine DeFi-Plattform nutzen.

Es gibt sogar organisierte Treffen, wo Menschen privat Bitcoin tauschen, die „Satoshi-Square-Events“.

Ihr könnt auch über eine Bitcoin Exchange wie …

… euer Fiatgeld in Kryptowährungen tauschen. Das geht ganz einfach via Kreditkarte oder Überweisung, ist dann aber nicht mehr anonym. Ihr müsst bei Binance & Co. aber nicht zu viel von euch preisgeben, wenn ihr dort über eine externe Wallet Währungen hinschiebt, um zu traden. Dann braucht ihr das KYC-Verfahren nicht (Know Your Customer), also keine Legitimation mit Ausweis, Pass etc.

Zwingend notwendig wird das, wenn ihr zum Beispiel die Binance-Card (oder eine andere Krypto-Kreditkarte) haben wollt. Die funktioniert wie eine ganz normale Bankkarte. Ihr könnt damit Geld abheben oder im Geschäft zahlen. Das ist eine bequeme, aber leider nicht anonyme Übergangslösung für die Bezahlung mit Kryptowährungen.

Zu meinem Bedauern wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis sich Bitcoin & Co. endgültig durchsetzen und überall akzeptiert werden. Wenn es so weit ist, brauchen wir ausschließlich die Wallets. Wir könnten im Geschäft einfach via App auf dem Smartphone bezahlen, müssten kein Portemonnaie mehr mit uns herumtragen und hätten trotzdem die Anonymität des Bargelds.

Bitcoin und Steuern

Was hier noch zu erwähnen ist: Wer Bitcoin an einer Exchange handelt, muss an die Steuern denken. Steuerfrei ist ein Gewinn aus der Veräußerung einer Kryptowährung erst, wenn ihr sie länger als ein Jahr gehalten habt. Im bisherigen Finanzsystem kann euch in dem Punkt der Steuerberater helfen. Mehr zu dem Thema findet ihr im Bitcoinblog.

Empfehlenswerte Bücher über Bitcoin, Kryptowährungen und die Blockchain

Zum Schluss noch ein paar Buchempfehlungen zum Thema.

Bitcoin, Blockchain und Kryptoassets: Eine umfassende Einführung
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Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum, Blockchain, ICOs & Co.
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Der Blockchain-Faktor: Wie die Blockchain unsere Gesellschaft verändern wird
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Die Bitcoin Familie: Wie Mut uns zum Glück führte
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Schlussworte

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Ausführungen zum einen einen einfach verständlichen Überblick über Bitcoin und die Technik verschaffen, auf der er basiert. Zum anderen würde ich mich auch freuen, wenn ich euch von den Kryptowährungen und vor allem vom Nutzen der Blockchain überzeugen konnte. Denn diese Erfindungen und ihre Perspektiven für jeden Einzelnen, die Gesellschaft und die ganze Welt sind meiner Meinung nach einfach nur sensationell. Ich finde, wir dürfen all ihre Chancen nicht ungenutzt lassen.

Habt ihr Fragen? Hinterlasst mit gern einen Kommentar!

Lasst es euch gut gehen!
₿ Patrick ₿

PS: Wer braucht schon einen digitalen Euro? ;-)

PPS: Eine sehr empfehlenswerte Doku zum Thema Bitcoin habe ich auch noch für euch …

(Foto fürs Titelbild von Vadim Artyukhin auf Unsplash )

CC BY-SA 4.0 ₿ – Bitcoin, Kryptowährungen & Blockchain: in Nebel gehülltes Spielgeld und eine Katastrophe für die Umwelt oder doch das Ende eines Hypes und die Chance für eine bessere Welt? von Free Your Family ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.