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Aktualisiert am 24.02.2026
Sven von BLOGGiraffe rief damals zu einer Blogparade zum Thema Selbständigkeit auf (der ursprüngliche Aufruf ist heute leider nicht mehr auffindbar). Ich greife hier Fragen auf, die mir Freunde, Verwandte und Bekannte bis heute gern in den Weg legen wie eine Bananenschale: „Und, was machst du so?“
Wenn ich antworte: „Online-Business“, kommt meistens sofort das Echo: „Was soll das denn sein?“ und: „Kann man davon leben?“
Dieser Text ist ein Erfahrungsbericht. Er ist kein Steuer- oder Rechtsrat. Einiges hat sich seit 2017 verändert (bei uns, bei Behörden, bei Begriffen). Ich verlinke euch weiter unten bewusst auf offizielle Stellen, damit ihr im Zweifel dort nachlesen könnt.
Und noch etwas: Das Wort „Online-Business“ ist ein Allerweltswort. Es klingt nach Laptop am Strand, dabei ist es in der Praxis oft eher: Laptop am Küchentisch. Zwischen Brotdose, Wäschekorb und Kinderfragen, die wichtiger sind als jede Conversion-Rate.
Inhalte
- 1 Worum es hier geht
- 2 vom Angestellten…
- 3 … zum Selbständigen.
- 4 Ein zweiter Anlauf.
- 5 Gewerbeanmeldung: Die Art der Tätigkeit
- 6 Schauen wir uns die einzelnen Punkte genauer an:
- 6.1 1. IT- und Internetdienstleistungen aller Art
- 6.2 2. Online-Marketing
- 6.3 3. Betreiben von Webseiten zum Zwecke der Monetarisierung
- 6.4 4. Handel mit digitalen Medien und Gütern
- 6.5 5. Textarbeit & Schreibaufträge
- 6.6 6. Internet- und Einzelhandel außer Waren nach §38 GewO
- 6.7 7. Onlinecoaching und -beratung
- 7 Die großen Herausforderungen.
- 8 Ziele und Vorteile – lohnt sich Selbständigkeit?
- 9 Würde ich die Selbständigkeit weiterempfehlen?
- 10 FAQ: Online-Business, Gewerbe, Steuern – kurz erklärt
- 10.1 1) Was bedeutet „Online-Business“ eigentlich?
- 10.2 2) Muss ich für Webdesign, SEO oder Online-Dienstleistungen ein Gewerbe anmelden?
- 10.3 3) Was ist der „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“?
- 10.4 4) Was ist die Kleinunternehmerregelung?
- 10.5 5) Was hat es mit § 38 GewO auf sich?
- 10.6 6) Kann man davon leben?
- 10.7 7) Was heißt „Künstlersozialkasse“ in meinem Fall?
- 10.8 8) Bin ich damit automatisch „Freiberufler“ im steuerlichen Sinn?
- 11 Weiterlesen auf FreeYourFamily
- 12 Quellen & stabile Einstiege (für eure eigene Recherche)
Worum es hier geht
- Mein Weg vom Angestellten zum Selbständigen
- Warum „Online-Business“ für viele Gespräche ein Nebelwort ist
- Gewerbeanmeldung & Tätigkeitsbeschreibung: wie ich das damals gelöst habe
- Herausforderungen: Geld, Angebot, Zeit (und der Rest des Lebens)
- FAQ: kurze Antworten auf die häufigsten Fragen
vom Angestellten…

mein erstes Büro
Als hochsensibler Mensch und Generalist hatte ich meine Schwierigkeiten im Angestelltenverhältnis. Hierarchie, Weisungsgebundenheit, Teamwork, „sinnlose“ Tätigkeiten, örtliche und zeitliche Einschränkungen sowie den fehlenden Kontakt zu meiner Familie empfand ich als über alle Maßen unbefriedigend.
Im Ingenieurbüro standen regelmäßig unbezahlte Überstunden auf dem Programm. Hinzu kamen täglich zwei Stunden / 100 km Autofahrt.
So stellte ich mir mein Leben nicht vor.

Unfall auf der Autobahn – ein fast alltäglicher Anblick
Ich dachte erst: „Vielleicht muss ich nur den richtigen Arbeitgeber finden, bei uns in der Nähe. Der öffentliche Dienst verspricht menschenwürdige Arbeitszeiten, gerechte Bezahlung und eine gewisse Möglichkeit zur Selbstverwirklichung.“ In Wahrheit betrieb ich mir gegenüber Augenwischerei.
Obwohl ich mit meinem Master-Abschluss in der „Gebäude- und Energietechnik“ (Schwerpunkt „Gebäudemanagement“) angeben konnte, war es einfach nicht drin, den Arbeitsplatz meiner Träume zu finden.
Wissenschaftler wollte ich werden. Das „System“ und die „Wirtschaft“ hatten jedoch andere Pläne.
… zum Selbständigen.
Als ich, nach der Kündigung im Ingenieurbüro, Vollzeit an einer „Integrationsmaßnahme in den Arbeitsmarkt“ teilhaben sollte, reichte es mir. „Wenn der Job nicht zu mit kommt, komme ich eben zum Job.“, dachte ich. „Dadurch komme ich auch aus dieser schwachsinnigen Maßnahme raus.“ Ich setzte alle Hebel in Bewegung, um mein eigenes Ingenieurbüro für technisches Gebäudemanagement zu eröffnen.
Nach kurzer Zeit flatterten erste Aufträge für Energieausweise ins Haus. Doch Erfüllung empfand ich nicht. Zumal ich feststellen musste, dass es unzählige Regelungen gibt, die mir das Leben als freiberuflicher Ingenieur schwermachen sollten.
Ein Beispiel: Obwohl wir im Studium Nichtwohngebäude energetisch untersuchten und Nichtwohngebäude-Energieausweise ausstellten, wäre es nach dem Studium notwendig gewesen, viel Geld in die Hand zu nehmen; um ein teures Seminar zu besuchen, nach dessen Abschluss ich erst die Energiebilanz von Nichtwohngebäuden berechnen dürfte. Hinzu kämen hohe Ausgaben für die Softwareupdates, die aktuellen Normen und Richtlinien sowie für die Mitgliedschaft in der Ingenieurkammer.
Und es gab die Konkurrenz, die alles viel billiger anbot; nun erkläre mal dem Kunden, weshalb er sich lieber auf die Berechnungen eines Ingenieurs als auf die Pauschalangebote im Internet verlassen sollte!
Ein zweiter Anlauf.
Dann stand der Umzug ins Erzgebirge an. Die Wohnung, in der wir bisher wohnten, gaben wir aufgrund von Schimmelbefall, kinderfeindlichen Nachbarn mit Katzenallergie und dem anstehenden Verkauf des gesamten Hauses auf.
Im Internet stieß ich auf Ka Sundance mit seiner „Sundancefamily“ (Link leider nicht mehr verfügbar), die uns als Familie unglaublich inspirierte: Ein „Online-Business“, ein selbstbestimmtes Leben, kreativ sein, als „digitale Nomaden“ umherreisen, Freiheit!

„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“
Ich legte meine Tätigkeit als Ingenieur auf Eis. Wir recherchierten, starteten unser Blog, legten eine Facebook-Fanpage an, knüpften Kontakte, nahmen Videos für Youtube auf und arbeiteten uns nach und nach in das Thema ein. Als es ums Geldverdienen ging, stand der nächste Schritt an: Die Gewerbeanmeldung.
Gewerbeanmeldung: Die Art der Tätigkeit
Für die Gewerbeanmeldung und im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung war es notwendig, die Art der Tätigkeit, der ich mich mit meiner Selbständigkeit widmen will, auszuformulieren. Es empfiehlt sich, den zur Verfügung stehenden Platz auszunutzen und die Tätigkeitsbeschreibung weitgreifend auszufüllen. Vorteil: im Falle einer Neuausrichtung des Unternehmens bleibt eine Eintragsergänzung oder -änderung erspart.
Mein „Online-Business“ umschrieb ich wie folgt: „IT- und Internetdienstleistungen aller Art, Online-Marketing, Betreiben von Webseiten zum Zwecke der Monetarisierung, Handel mit digitalen Medien und Gütern, Textarbeit, Schreibaufträge, Internet- und Einzelhandel außer Waren nach §38 GewO, Onlinecoaching und -Beratung“
Update (heute): Warum ich das inzwischen anders einordne
2017 habe ich vieles unter „Gewerbe“ und „Online-Business“ zusammengekehrt, weil mir die Sprache dafür fehlte. Heute ist es klarer: Ein großer Teil meiner Arbeit ist kreativ-publizistisch (Blog, Texte, Konzeption) und gestalterisch (Webdesign). Darüber gelte ich sozialversicherungsrechtlich als selbständiger Künstler/Publizist und bin über die Künstlersozialkasse versichert.
Wichtig ist mir dabei eine saubere Trennung im Kopf: Das ist keine glamouröse Krone, sondern eine praktische Einordnung. Und sie ändert nichts daran, dass der Alltag trotzdem aus echten Aufgaben besteht: schreiben, gestalten, umsetzen, erklären, nachbessern.
Schauen wir uns die einzelnen Punkte genauer an:
1. IT- und Internetdienstleistungen aller Art
Das gibt mir die nötige Freiheit, um z.B. als Freelancer Online-Dienstleistungen zu erbringen, PCs zu reparieren und zu warten oder Informations- und Telekommunikationssysteme zu administrieren.
Als gelernter IT-System-Kaufmann und computerbegeisterter Mensch (Evelin findet mich manchmal ganz schön „nerdig“ ;-)) fallen mir derartige Tätigkeiten leicht.
2. Online-Marketing
Wenn ich mit SEO (Suchmaschinenoptimierung) oder Internetwerbung mein Geld verdiene, wird es mit diesem Punkt abgedeckt.
3. Betreiben von Webseiten zum Zwecke der Monetarisierung
Mit der Angabe sind Einnahmen durch Affiliatelinks, Werbeanzeigen und Spenden erfasst, wie wir sie mit https://freeyourfamily.net, unserem Shop und unserem Youtube-Kanal generieren.
Transparenz (heute): Das ist bei uns kein „vollwertiges Einkommen“. Es ist ein Mix aus einzelnen Webprojekten, etwas Affiliate-Provision, VG Wort und dem, was zwischendrin eben möglich ist. Work-Life-Balance ist dabei nicht automatisch rosig, weil Haushalt und die Bildung unserer Kinder (Homeschooling/Unschooling/Worldschooling) reale Zeit brauchen. Das ist kein Jammern, eher eine Koordinate auf der Landkarte.
4. Handel mit digitalen Medien und Gütern
Das ermöglicht mir, E-Books, Onlinekurse, Online-Kongresse oder Tutorials zu verkaufen.
5. Textarbeit & Schreibaufträge
Zu vergütende Dienstleistungen erstrecken sich über die Texterstellung bis hin zur Textkorrektur für Online- und Offlinemedien.
6. Internet- und Einzelhandel außer Waren nach §38 GewO
Durch diese Angabe ist der Handel mit realen Waren online (z.B. mittels Amazon FBA) und im „Ladengeschäft“ abgesichert.
Ich beging aus Bequemlichkeit den Fehler, Waren nach §38 GewO auszuschließen, was mich in meinem Spielraum einschränkt, obwohl dem Handel mit solchen Produkten (u.a. Fahrräder, hochwertige Elektronik usw.) nichts entgegensteht. Ich erwäge, den Teil mit dem Paragraphen streichen zu lassen.
7. Onlinecoaching und -beratung
Dieser letzte Punkt deckt z.B. Coachings und Beratungsgespräche via Skype oder Hangouts ab, in denen man anderen Menschen Wissen vermittelt oder ihnen hilft, ihre fachlichen Probleme zu lösen.
Die Gewerbeanmeldung ist kein Hexenwerk. Die Themen Steuern und Buchhaltung sind ebenfalls viel unkomplizierter, als man denkt. Man lernt all die wesentlichen Dinge auf dem Weg der Selbständigkeit.
Die großen Herausforderungen.
Finanzen
In finanzieller Hinsicht ist gerade die erste Zeit der Selbständigkeit schwierig. Bis ein ausreichender Geldfluss aufgebaut ist, ist Geduld gefragt. Die wenigsten Menschen starten mit einer enormen Summe Geld durch, werden gefördert oder gesponsert.
Auch wenn Deutschland über ein sicheres Sozialsystem verfügt, das die Startphase sowie finanziell schwierige Zeiten „absichern“ kann, ist es weder erfüllend noch erstrebenswert, sich in der „sozialen Hängematte“ auszuruhen. Für mich ist es nicht der Sinn der Selbständigkeit, dauerhaft am Existenzminimum in ständiger Sorge um das finanzielle Auskommen meiner Familie zu leben.
Die größten Unsicherheiten sind das schwankende Einkommen und, gerade in der Anfangszeit, die ungenügenden Einnahmen. Sparsamkeit und Minimalismus ermöglichen ein relativ sorgenarmes Leben. Geld, was ich nicht ausgeben muss, muss ich nicht verdienen. 🙂
Was kann man anbieten? Was wird gebraucht?
Es gilt im Online-Business, sein Angebot nach dem Trial-and-Error-Verfahren am Markt zu testen. Falsch ist, dass man auf Teufel komm raus eine „Nische“ finden und eine völlig neue Geschäftskonzeption entwickeln muss, um erfolgreich selbständig zu sein. Würde das stimmen, könnte sich kein Bäcker, kein Autohaus, kein Anwalt, kein Friseur und kein Krankenhaus halten. Nichts ist schlimmer, als sein Geld in ein neuartiges, vermeintlich innovatives Produkt zu investieren, das letztendlich aber niemand haben will.
Erfolgversprechend ist, sich ein etabliertes, gewinnbringendes Angebot zu suchen, es abzuändern und zu verbessern. Das kann bei einem materiellen Produkt z.B. eine andere, umweltfreundlichere, schönere Verpackung, eine Zugabe, ein nettes Gimmick oder eine bessere Produktbeschreibung sein. Mit Kleinigkeiten hebt man sich von der „Konkurrenz“ ab; wobei ich das Wort nicht mag. Konkurrenzdenken finde ich schrecklich.
Bitte gib mir noch Zeit!
Die letzte große Herausforderung ist der zeitliche Aspekt der Selbständigkeit in der Aufbauphase des Unternehmens. Der Aufbau eines erfolgreichen Blogs und einer gewinnversprechenden Vermarktungsstrategie ist zeitaufwendig und sollte keinesfalls unterschätzt werden.
In viele Online-Geschäftsmodelle muss man zu Beginn enorm viel Zeit investieren, um sein Produkt zu erschaffen, einen Bekanntheitsgrad aufzubauen und Einnahmen zu generieren.

Unsere Große im Blätterbad (2013)
Ein Online-Business hat den Vorteil, dass man sich die Zeit frei einteilen kann. Um Zeit mit unseren Kindern zu haben, fallen viele Arbeiten auf die frühen Morgenstunden und die Abendzeit.
Da wir bald unser drittes Kind erwarten wird ein „gemütlicher Feierabend“ noch mehr die Ausnahme als die Regel sein. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sich das eines Tages ändern wird – spätestens wenn die Kleinen groß geworden sind.
Ziele und Vorteile – lohnt sich Selbständigkeit?

Creative Coworking Space (Markus Spiske / ffcu.io, CC0)
Auf jeden Fall! Die Selbständigkeit mit einem „Online-Business“ ermöglicht es definitiv, ein selbstbestimmtes und ortsunabhängiges Leben zu führen.
Da es Internetzugänge heute fast überall auf der Welt gibt, kann ich weltweit an meinem Business arbeiten. Ich bin weder zeitlich noch örtlich und schon gar nicht an Weisungen eines „Chefs“ gebunden. Ich kann für meine Familie, meine Kinder da sein.
Als Selbständiger bin ich unkündbar, lerne ständig dazu, kann meiner Kreativität freien Lauf lassen und mich immer an den Bedürfnissen des Marktes ausrichten. Mit der „richtigen“ Geschäftsidee verdienen Selbständige im Schnitt deutlich besser als im Angestelltenverhältnis – auch im Online-Business.
Bezüglich Versicherung und Vorsorge besteht Wahlfreiheit. Steuern muss man in Abhängigkeit von Rechtsform und Umsätzen bezahlen. Wenn man als Kleinunternehmer in die Selbständigkeit einsteigt, hat man zusätzliche Vergünstigungen.
Als Selbständiger darf man sogar in Großmärkten (z.B. bei METRO Cash & Carry) entspannt einkaufen gehen. 😉
Würde ich die Selbständigkeit weiterempfehlen?
Definitiv ja!
Zumindest Menschen, die sich nicht vorstellen können, ihr Lebtag von früh bis spät für den Reichtum eines anderen zu schuften.
Ich empfehle sie denen, die keine Erfüllung in ihrem Beruf finden sowie denen, die sich nicht durch ein kritisches Umfeld unter Druck setzen lassen. Denjenigen, die sich ständig weiterentwickeln wollen, die harte, zeitaufwendige Arbeit, um ihre Ziele zu erreichen, nicht scheuen und denen, die ein freies Leben führen wollen, sei die Selbständigkeit ebenso ans Herz gelegt.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt! – Mahatma Gandhi
FAQ: Online-Business, Gewerbe, Steuern – kurz erklärt
1) Was bedeutet „Online-Business“ eigentlich?
Meist ist es kein klarer Beruf, sondern eine Sammelbezeichnung. Es kann heißen: Dienstleistungen (Web/IT/Text), digitale Produkte, Werbung/Affiliate oder eine Mischung daraus. Je konkreter ihr es benennt, desto weniger müsst ihr euch rechtfertigen.
2) Muss ich für Webdesign, SEO oder Online-Dienstleistungen ein Gewerbe anmelden?
Oft ja, manchmal nicht. Ob etwas als Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeit gilt, hängt vom Einzelfall ab. Für den Einstieg helfen offizielle Infos zur Gewerbeanmeldung und der Weg über ELSTER.
3) Was ist der „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“?
Darüber beantragt ihr nach der Gründung eure Steuernummer. Offiziell läuft das über ELSTER, dort findet ihr auch das passende Formular.
4) Was ist die Kleinunternehmerregelung?
Das ist eine umsatzsteuerliche Vereinfachung für kleine Umsätze. Ob sie für euch sinnvoll ist, hängt u.a. davon ab, ob ihr Vorsteuer ziehen wollt und wer eure Kundschaft ist.
5) Was hat es mit § 38 GewO auf sich?
§ 38 regelt „überwachungsbedürftige Gewerbe“, bei denen Behörden nach der Anmeldung die Zuverlässigkeit prüfen. Relevant wird das je nach Handel und Geschäftsmodell.
6) Kann man davon leben?
Manche ja. Viele nicht sofort. Und einige nie, obwohl sie viel arbeiten. Ehrlicher wird es, wenn ihr nicht zuerst auf „Erfolgsstories“ schaut, sondern auf: laufende Kosten, realistische Stundensätze, verlässliche Nachfrage und darauf, wie viel Familienzeit ihr schützen wollt.
7) Was heißt „Künstlersozialkasse“ in meinem Fall?
Bei mir bedeutet es: Ein Teil meiner selbständigen Arbeit wird als künstlerisch bzw. publizistisch eingeordnet (Texte/Blog und Gestaltung). Darüber bin ich über die KSK sozial abgesichert. Das ist für mich weniger Label als Strukturhilfe.
8) Bin ich damit automatisch „Freiberufler“ im steuerlichen Sinn?
Nicht automatisch. KSK und steuerliche Einordnung sind zwei verschiedene Schubladen. Ich halte das im Alltag pragmatisch: Ich beschreibe Leistungen so, wie sie wirklich sind (Konzept, Text, Gestaltung, Umsetzung), statt sie mit einem einzigen Sammelbegriff zu übermalen.
Weiterlesen auf FreeYourFamily
- Neu hier auf FreeYourFamily? (Startpunkt)
- Minimalismus mit Familie: weniger müssen, mehr leben
- 3 Wohlfühltipps für Blog-Newcomer
- Urlaub mit Baby: ein Schritt zur Bewusstwerdung
- Worldschooling & Freilernen: unterwegs lernen
- Unschooling unterwegs: Family Picnic in Prag
Quellen & stabile Einstiege (für eure eigene Recherche)
- Bundesportal: Gewerbe anmelden
- ELSTER: Unternehmensgründung & Steuernummer
- ELSTER: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
- UStG § 19: Kleinunternehmerregelung
- GewO § 38: Überwachungsbedürftige Gewerbe
- EStG § 18: Einkünfte aus selbständiger Arbeit
Wenn mich jetzt nochmal jemand fragt, was ich „so mache“, was es mit dem „Online-Business“ auf sich hat und ob man davon leben kann, verweise ich ihn auf diesen Blogpost. 😉
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