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Aktualisiert am 25.02.2026.

Worte sagen mehr als tausend Bilder.

Manchmal ist das fast ein Trost. Weil Bilder gern so tun, als hätten sie schon alles erklärt. Und Worte sich wenigstens ehrlich abmühen: nachzuschauen, nachzufühlen, nachzujustieren.

Dieses Video ist so ein Sommer-Update. Kein perfekt ausgeleuchtetes Zimmerchen. Sondern draußen, mit Kindergeschrei aus der Umgebung, Baustellengeräuschen und dem ganz normalen Leben im Hintergrund. Unser Alltag klingt eben nicht wie ein Meditationskissen. Er klingt wie Kinder, die sich nass spritzen.

Warum es gerade weniger Videos gibt

Ihr habt gemerkt, dass nicht mehr wöchentlich ein Video kommt. Das liegt nicht am Sommer. Der Sommer macht uns eher gesprächig.

Es liegt auch daran, dass YouTube für uns keine verlässliche Einnahmequelle mehr war. Also stecken wir Zeit und Energie lieber in Wort und Schrift. In den Blog. In das, was bleibt, auch wenn ein Algorithmus morgens schlechte Laune hat.

Sommer, nackte Kinder und eine Waschmaschine in Kurzarbeit

Wenn der Sommer sogar im Erzgebirge ankommt, sind wir draußen. Jeden Tag. Unsere Kinder lieben das genauso sehr wie ich.

Und ja: Die Kinder sind fast rund um die Uhr nackt. Sie spritzen sich nass, sie rennen, sie schreien, sie lachen. Es ist laut. Es ist lebendig. Es ist ziemlich weit weg von „Bitte setz dich ordentlich hin“.

Wenn wir in die Stadt zum Einkaufen gehen, ziehen wir ihnen eine kleine Slippyleine an oder ein Höschen. Und unsere Waschmaschine freut sich. Sie hat gerade wenig zu tun und wartet schon auf das Baby und die Zeit, in der sie wieder mit Windeln bestückt wird.

Erstes Gartenjahr: Beete, Erde, Erwartung

Wir haben angefangen zu gärtnern. Beete angelegt. Pflanzen vorgezogen. Das ist unser erstes Gartenjahr hier im Erzgebirge.

Wir sind neugierig, wie es wird. Ob der Boden mit uns verhandelt oder sofort streikt. Ob der Sommer freundlich bleibt. Und welche Früchte er uns im Herbst hinlegt, als hätte er sie zufällig verloren.

Unschooling, Schulpflicht und das Gefühl von „nicht hierbleiben“

Parallel zum Gartenglück läuft bei uns ein zweites Gedankenbeet. Eins, das nicht nach Erde riecht, sondern nach Kalender.

Unsere Kinder gehen nicht in den Kindergarten. Und sie sollen auch keine Schule besuchen. Nicht, weil wir Lernen ablehnen. Sondern weil wir Lernen anders verstehen. Wir nennen es Unschooling, Freilernen, selbstbestimmtes Lernen. Ein Alltag, in dem Fragen wichtiger sind als Arbeitsblätter.

Wichtig: Was jetzt kommt, ist unser persönlicher Blick auf ein rechtliches Thema. Wir beschreiben, wie wir es damals verstanden und erlebt haben. Gesetze ändern sich. Details hängen am Bundesland, am Kanton, am Verfahren. Prüft das bitte für eure Situation selbst.

Deutschland: Schulpflicht wird meist als Schulbesuchspflicht umgesetzt

In Deutschland beginnt die allgemeine Schulpflicht in der Regel mit sechs Jahren. Je nach Bundesland dauern die Vollzeitschuljahre meist neun oder zehn Jahre. Danach gibt es oft eine Form der Berufsschulpflicht oder eine weitere Schulpflicht in anderen Formen. Das ist nicht nur „Bildungspflicht“, sondern in der Praxis typischerweise an den Schulbesuch gekoppelt. Quellen dazu findet ihr unten.

Österreich und Schweiz: andere Modelle, aber nicht „wild und frei“

Wir haben damals auch auf Länder geschaut, in denen Schulpflicht anders geregelt ist. In Österreich kann die allgemeine Schulpflicht unter bestimmten Voraussetzungen auch durch häuslichen Unterricht erfüllt werden. In der Schweiz sind die Regeln kantonal organisiert. Privatunterricht ist in vielen Kantonen möglich, aber meist bewilligungspflichtig und unter Aufsicht.

Das ist kein Freifahrtschein. Es ist eher ein anderes Spielfeld, mit eigenen Linien und Schiedsrichtern.

Nord oder Süd: ein Familienkompass, der ständig umspringt

Der Sommer ist für mich die schönste Zeit im Jahr. Für mich könnte jeden Tag Sommer sein. Ich brauche die anderen Jahreszeiten gar nicht.

Patrick ist anders gepolt. Er sagt: lieber Norden. Ich sage: lieber Süden. Und genau da wird es schwierig, wenn man nicht nur über Urlaub spricht, sondern über ein mögliches Zuhause.

Rumänien, Portugal, Asien. Irland, Island, England. Wir haben Namen im Kopf und gleichzeitig das Gefühl, dass Namen noch keine Basis sind.

Warum wir keine Wohnmobilmenschen sind

Wir können uns vorstellen, zunächst zu reisen und zu suchen: Wo könnte eine Basis sein?

Nur: Wir sind beide keine Wohnmobilmenschen. Nicht langfristig. Nicht mit drei Kindern, Tendenz gern steigend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das lange gut anfühlt.

Wir wünschen uns etwas Festes. Stabiles. Eine kleine Base. Einen Ort, an dem auch mal ein Klavier stehen darf. An dem Dinge bleiben können, ohne sofort wieder verstaut zu werden. Für uns passt Unschooling nicht gut in einen dauernden Platzmangel.

Ein kleines Update, und eine offene Einladung

So stehen wir gerade da: barfuß im Sommer, mit Erde unter den Fingernägeln, mit einem Baby im Anflug und einem Gedankenkarussell, das sich nicht einfach abstellen lässt.

Schreibt uns gern eure Gedanken in die Kommentare. Wie macht ihr das? Braucht ihr eine Base? Oder reicht euch ein „einfaches Weiter“?

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FAQ

Warum lasst ihr eure Kinder im Sommer nackt sein?

Weil sie es lieben. Weil es sich frei anfühlt. Und weil der Sommer bei uns ohnehin draußen stattfindet. In der Stadt ziehen wir ihnen etwas an. Zuhause entscheiden wir situativ, was gerade passt.

Ist Nacktheit von Kindern draußen „erlaubt“?

Wir geben hier keine Rechtsberatung. Unsere Praxis war: im privaten Rahmen entspannt bleiben, in der Öffentlichkeit Rücksicht nehmen. Wenn ihr unsicher seid, schaut in kommunale Regeln (z.B. Freibad, Spielplatzordnung) und bewertet eure Umgebung.

Was meint ihr mit Unschooling?

Für uns bedeutet es: Lernen nicht in ein Schulfach sperren, sondern im Alltag ernst nehmen. Fragen verfolgen, Projekte wachsen lassen, Fähigkeiten üben, weil sie gebraucht werden. Nicht, weil ein Plan es befiehlt.

Was ist der Unterschied zwischen Schulpflicht und Bildungspflicht?

Vereinfacht gesagt: Bildungspflicht zielt auf das Ergebnis (Kinder sollen Bildung erhalten). Schulpflicht wird in Deutschland in der Praxis überwiegend als Pflicht zum Schulbesuch umgesetzt. Details unterscheiden sich je nach Land und Rechtslage. Quellen findet ihr unten.

Gibt es Länder, in denen häuslicher Unterricht möglich ist?

Ja. Österreich sieht die Erfüllung der Schulpflicht durch häuslichen Unterricht unter Bedingungen vor. In der Schweiz hängt vieles vom Kanton ab; häufig braucht es eine Bewilligung und es gibt Aufsicht. Auch dort ist es nicht „einfach machen und fertig“.

Warum wollt ihr überhaupt eine feste Base, wenn ihr reisen wollt?

Weil wir Platz brauchen. Für Ruhe. Für Dinge, die bleiben dürfen. Für ein Leben, das nicht nur aus Umräumen besteht. Reisen kann Suche sein. Eine Base kann Anker sein.

Warum ist YouTube für euch keine verlässliche Einnahmequelle mehr?

Weil Einnahmen stark schwanken können und von Plattformregeln abhängen. Für uns fühlte es sich stabiler an, Energie in den Blog zu stecken, den wir selbst gestalten.

Quellen zum rechtlichen Rahmen (Auswahl)

CC BY-SA 4.0 Gedankenkarussell: Nackt im Sommer, Unschooling, Aufbruch von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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