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Zuletzt aktualisiert: 09. März 2026
Andere alternative Familien findet man selten über einen einzigen perfekten Kanal – sondern meist über mehrere kleine Wege gleichzeitig: lokale Aushänge, digitale Vernetzungsorte, thematisch passende Treffen und manchmal einfach den Mut, selbst den ersten Schritt zu machen. Genau darum geht es in diesem Beitrag.
Wo sind die Mamas und Papas im „real life“, mit denen ihr über Tragetücher oder kindergartenfrei / kitafrei oder Freilernen sprechen könnt? Wer gründet mit euch einen Gemeinschaftsgarten oder ein Mütterteam? Wenn euch diese oder ähnliche Fragen beschäftigen und ihr euch nach Gleichgesinnten sehnt, ist dieser Artikel für euch.
Inhalte
Ein „alternativer“ Freundeskreis gegen die Einsamkeit
Vorab: Natürlich gibt es nicht die typische alternative Familie. Jede Familie muss für sich einen stimmigen Weg finden, und dabei gibt es kein einfaches „richtig“ oder „falsch“. Es lohnt sich, offen zu bleiben – auch für Eltern, die bestimmte Dinge anders sehen als man selbst.
Trotzdem weiß ich, wie zermürbend es ist, wenn man ständig das Gefühl hat, als einzige Mutter auf dem Spielplatz oder in der Gruppe alles anders zu sehen. Den eigenen Weg immer wieder erklären, rechtfertigen oder verteidigen zu müssen kostet Kraft. Darum kann es sehr heilsam sein, andere Eltern kennenzulernen, die einen ähnlichen Lebensstil pflegen: bindungsorientiert, achtsam, umweltbewusst und offen für andere Familienmodelle.
Eine Mama schrieb es mir einmal so:
„Wenn ich mit anderen zusammen war, hatte ich oft das Gefühl, dass nur ich anders denke und fühle, und überlegte, ob ich mich vielleicht nicht so anstellen sollte, nicht so kritisch sein sollte, nicht alles hinterfragen usw. Ich habe sehr deutlich gespürt, dass ich eine Vernetzung brauche mit gleichgesinnten Menschen. Denn schlimmer als die Einsamkeit zu Hause, fand ich die Einsamkeit unter anderen Menschen.“
So geht es vielen Müttern, die sich bei mir melden. Hier kommen elf Wege, wie ihr euch ein passendes Netzwerk aufbauen könnt.
11 Wege, um alternative Familien in eurer Nähe zu finden
- Schreibt ganz klassisch kleine Flyer oder Zettel, über die ihr nach alternativen Familien sucht, und hängt sie dort aus, wo ihr eure Zielgruppe vermutet: in Bioläden, Stillcafés, freien Schulen, Waldorfkindergärten, aber auch beim Bäcker oder am schwarzen Brett in der Bibliothek. Je weniger professionell sie aussehen, desto mehr Aufsehen erregen sie. 🙂 Ich habe über diesen einfachen Weg zwei langjährige Freundinnen gefunden.
- Veröffentlicht parallel Anzeigen über Kleinanzeigenportale, Quoka, die Kleinanzeigen von Schrot&Korn oder das Mitteilungsblättchen eurer Stadt.
Treffen und Angebote in eurer Nähe
- Stillcafés oder Stilltreffs: Häufig trifft man sich wöchentlich oder einmal im Monat in ungezwungener Runde. Manchmal gibt es Vorträge oder es werden mit anwesenden Stillberaterinnen oder Hebammen spezielle Themen besprochen.
- Tragetreffs: Erkundigt euch bei Trageberaterinnen in eurer Nähe, ob sie so etwas anbieten, oder sucht online danach. Ihr könnt auch selbst ein Treffen anstoßen und Flyer dafür verteilen.
- Auch Pikler-Spielräume, Malorte nach Arno Stern, Freilerner-Treffen, Waldorf-Eltern-Kind-Kreise oder Eltern-Kind-Waldspielgruppen sind gute Anlaufstellen.

Ein Freilerner-Treffen ist ein idealer Ort, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen
Netzwerke und direkte Kontaktwege
- Wenn ihr kindergartenfrei oder kitafrei lebt, registriert euch auf kindergartenfrei.org und schaut auf der Landkarte nach Familien in eurer Nähe. Es gibt außerdem regionale Online-Gruppen, in denen sich kindergartenfreie Familien vernetzen.
- Die Gemeinschaft „Mütter der neuen Zeit“ kann für manche Mütter eine Anlaufstelle sein, wenn ihr euch in dieser Ausrichtung wiederfindet. Ihr findet sie über ihre Website und verschiedene Social-Media-Kanäle.
- Sprecht Eltern an, die euch sympathisch erscheinen: im Bioladen, auf dem Flohmarkt, im Wald, beim Tragen, im Eltern-Kind-Kurs. Oft warten auch die anderen auf genau diesen ersten Schritt.
Vernetzung über Mütterimpulse
- Tragt euch in die Vernetzungs-Landkarte von Mütterimpulse ein oder schaut, ob dort schon Familien in eurer Nähe verzeichnet sind.
- Besucht ein Vernetzungs-Picknick in eurer Nähe – oder organisiert selbst eins.
Was tun, wenn es vor Ort nichts gibt?
Manche gehen die Liste durch und stellen am Ende fest: In unserer Stadt gibt es weder Einträge auf den Landkarten noch Waldspielgruppen oder andere alternative Angebote.
Dann ist die nächste Frage: Was wäre ein erster kleiner Schritt, den ihr selbst ausprobieren könntet? Ein Aushang im Bioladen? Ein Eintrag auf einer Landkarte? Ein Picknick im Park? Eine Einladung zu einer Waldspielgruppe?

Das Eis brechen: gemeinsames Spiel beim Worldschooling-Picknick in Prag
Ihr braucht dafür kein ausgefeiltes Konzept. Es reicht, wenn ihr im ersten Schritt eure Idee verbreitet. Andere Interessierte finden sich, und die Sache geht gemeinsam leichter an.
Vielleicht hilft der Gedanke, dass es in eurer Umgebung noch fünf oder zehn andere Eltern geben könnte, die sich ebenfalls noch nicht recht trauen – und nur darauf warten, dass jemand Initiative zeigt. Dann ist euer erster Schritt nicht peinlich. Er ist entlastend.
In meinem Kopf entstand irgendwann das anfangs ziemlich utopisch wirkende Bild einer Landkarte, auf der überall dort kleine Fähnchen eingezeichnet sind, wo alternative Mütter und Familien auf der Suche nach Vernetzung sind. „Das wär’s doch!“, dachte ich damals noch träumerisch schmunzelnd. Inzwischen ist diese Landkarte Realität – und wächst weiter.
Häufige Fragen zum Thema alternative Familien vernetzen
Wie finde ich alternative Familien in meiner Nähe?
Über mehrere Wege gleichzeitig: Aushänge in Bioläden und Waldorfkindergärten, Einträge auf Vernetzungslandkarten wie Mütterimpulse oder kindergartenfrei.org, lokale Freilerner- und Tragetreffs sowie das direkte Ansprechen von Eltern, die euch sympathisch wirken.
Was sind alternative Familien?
Es gibt keine einheitliche Definition. Meist meinen Menschen damit Familien, die bewusst anders leben als der Mainstream: bindungsorientiert, unschoolend oder freilernend, umweltbewusst, vegan oder vegetarisch, kindergartenfrei oder mit anderen Schul- und Lernwegen. Die Gemeinsamkeit ist oft weniger ein bestimmtes Etikett als eine ähnliche Grundhaltung.
Gibt es Online-Communities für alternative Familien?
Ja. Neben den Vernetzungslandkarten gibt es thematische Gruppen auf verschiedenen Plattformen – rund um Freilernen, Tragetücher, kindergartenfreies Leben oder bindungsorientierte Erziehung. Wer gezielt sucht, findet meist schnell erste Anlaufstellen.
Weiterlesen bei FreeYourFamily
- Kindergartenfrei: wenn Eingewöhnung nicht gelingt
- Auch du bist Freilerner
- Was ist Unschooling? Selbstbestimmtes Lernen
- Worldschooling und Freilernen auf Reisen
Ich wünsche euch dabei viel Erfolg!
Eure Sophie
Alternative Familien finden: 10 Wege zur Vernetzung von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.