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Hinweis: Dieser Beitrag ist ein persönliches Schwangerschafts-Update aus dem Jahr 2017. Er beschreibt Erfahrungen und Routinen aus einer konkreten Lebensphase. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn ihr schwanger seid oder gesundheitliche Fragen habt, besprecht Veränderungen bei Ernährung, Supplementen oder ungewöhnlichen „Hausmitteln“ bitte mit eurer Hebamme oder Ärztin bzw. eurem Arzt.

Schwangerschafts-Update: Heißhunger, Rohkost und der Wunsch nach einem ruhigen Bauchgefühl

Manchmal braucht es keinen großen Ratgeber, sondern ein ehrliches Zwischenstandsgespräch. Wie geht es mir. Wie geht es dem Baby. Was trägt mich durch Tage, die nach Schokolade rufen, obwohl ich eigentlich etwas anderes will.

In diesem Update erzähle ich, wie ich meine Schwangerschaft damals erlebt habe. Ich teile, was mir subjektiv geholfen hat, Heißhunger besser zu verstehen. Und ich ordne an ein paar Stellen ein, was ich heute anders formulieren würde, weil Worte schnell wie Versprechen klingen können.

Wie es mir ging und was in unserer Familie los war

Dem Baby im Bauch ging es gut. Ich spürte dieses leise „Blubbern“ und die zarten Tritte. Für mich fühlte sich das wie Ruhe an. Ich war in freudiger Erwartung, und auch unsere beiden Töchter waren gedanklich längst bei ihrem Geschwisterchen.

Eine Hebamme begleitete mich, und ich wünschte mir, dass die Schwangerschaft weiterhin unkompliziert bleibt. Nicht als Garantie. Eher als stilles Hoffen, das viele Schwangere kennen.

Mein damaliger Fokus: Essen, das mich stabil hält

Ich hatte zu Beginn der Schwangerschaft deutlich mehr Lust auf Süßes. Das war kein Drama, aber es hat mich beschäftigt. Ich wollte mich wohler fühlen. Also habe ich Dinge ausprobiert, die mir ein Gefühl von Ordnung im Kopf und im Bauch gaben.

Dazu gehörte eine Phase, in der ich viel roh gegessen habe. Vegan blieb es ohnehin. Ich ließ Zucker und auch manche Zuckeralternativen weg, weil ich merkte, dass mich Süßes eher „anwirft“ als beruhigt.

Grüne Säfte und Wildkräuter: mein Trick gegen Heißhunger

Ein grüner Saft am Morgen war für mich wie ein Schalter. Nicht magisch. Eher praktisch. Ich hatte weniger Lust, den Tag mit Süßem zu beginnen. Wildkräuter waren bei uns ohnehin oft dabei, aber als Saft waren sie noch einmal eine andere Form von „viel Geschmack, wenig Theater“.

Wenn es doch süß sein sollte

Statt Süßigkeiten griff ich eher zu Obst, manchmal zu Datteln. Das war keine moralische Entscheidung. Es war ein Versuch, Süße in einer Form zu essen, die mich nicht so schnell wieder hungrig macht.

Redaktionelle Einordnung: In älteren Videos wird Zucker manchmal sehr zugespitzt beschrieben. Heute würde ich das sauberer trennen: Viel zugesetzter Zucker kann gesundheitlich ungünstig sein, unter anderem über den Umweg von Gewicht, Stoffwechsel und Leberfett. Aber „Zucker füttert Krebs“ als einfache Kausalkette stimmt so nicht. Der Körper versorgt alle Zellen mit Glukose, und eine „zuckerfreie“ Ernährung kann Krebs nicht „aushungern“. (Cancer Research UK)

Ein kritischer Punkt: Heilerde im Glas

Im Video erzähle ich, dass ich damals morgens Quellwasser getrunken habe und zwei Teelöffel Heilerde hineingab. Ich verband das mit der Vorstellung, „Giftstoffe zu binden“. Das klang für mich plausibel, weil es in vielen Naturheilkunde-Kontexten so erzählt wird.

Heute würde ich das nicht als Tipp formulieren. Tonerden und ähnliche Produkte fallen inhaltlich schnell in die Nähe von „Entgiftung“ als Heilsversprechen. Dazu kommt ein handfester Sicherheitsaspekt: Für das Essen von Erde oder Ton (Geophagie/Pica) werden in der Forschung Risiken wie Belastungen mit toxischen Metallen und andere Verunreinigungen diskutiert. Gerade in der Schwangerschaft ist das ein Bereich, den man nicht leichtfertig romantisieren sollte. (DOI:10.1186/s12884-020-02857-4)

Wenn ihr so etwas aus Neugier oder Gewohnheit nutzt, ist der sinnvolle Schritt nicht ein weiterer Blogtipp, sondern ein Gespräch mit eurer Hebamme oder Ärztin bzw. eurem Arzt, insbesondere bei Eisenmangel, ungewöhnlichen Gelüsten oder Magen-Darm-Beschwerden.

Rohkost, „basisch“ und die Realität

Ich habe damals auch gesagt, dass ich keine „Entgiftung“ im Körper auslösen will, und deshalb nicht hundert Prozent roh esse. Es gab weiterhin gekochte Kartoffeln, Reis oder Linsen. Das war mein Ausgleich, damit der Alltag nicht zur Challenge wird.

Einordnung: Wer schwanger ist, hat einen erhöhten Bedarf an einigen Nährstoffen. Eine sehr restriktive Ernährung kann funktionieren, kann aber auch Lücken reißen, wenn man nicht bewusst plant. Wenn ihr vegan schwanger seid, lohnt sich ein nüchterner Blick auf kritische Nährstoffe und eine individuelle Beratung. Beim Thema Süßungsmittel wie Agavendicksaft gilt: Er ist nicht „gesund“ nur weil er „natürlich“ ist. Er enthält häufig viel Fruktose, und die Datenlage diskutiert mögliche Nachteile bei regelmäßig hohen Mengen. (ScienceDirect)

Was ihr aus diesem Update mitnehmen könnt

  • Heißhunger ist nicht automatisch ein Feind. Er ist oft ein Signal.
  • Ein paar einfache Routinen können helfen, ohne dass ihr eure Familie „mitziehen“ müsst.
  • Bei allem, was nach „Entgiftung“ klingt, lohnt sich Extra-Skepsis. Vor allem in der Schwangerschaft.

FAQ

Hilft Rohkost gegen Heißhunger?

Manchen hilft es subjektiv, weil mehr Volumen und Ballaststoffe sättigen. Das ist individuell. Wichtig ist, dass ihr nicht in eine starre Regel kippt, die euch stresst.

Ist Heilerde in der Schwangerschaft unbedenklich?

Das ist kein Bereich für pauschale Blog-Empfehlungen. In der Forschung zu Geophagie/Pica werden Verunreinigungen und toxische Metalle als Risiken diskutiert. Sprecht es bitte medizinisch ab. (DOI:10.1186/s12884-020-02857-4)

Ist Agavendicksaft „besser“ als Zucker?

Agavensirup kann je nach Produkt einen hohen Fruktoseanteil haben. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch „besser“. Entscheidend ist Menge und Kontext. (ScienceDirect)

Stimmt es, dass Zucker Krebszellen „füttert“?

Krebszellen nutzen Glukose, aber das tun gesunde Zellen auch. Eine zuckerfreie Ernährung kann Krebs nicht „aushungern“. Relevant sind eher indirekte Effekte über Gewicht, Entzündung und Stoffwechsel. (Cancer Research UK)

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Quellen (Auswahl)

  • Chen H. et al.: Sugar-sweetened beverages und Risiko für NAFLD (systematischer Review, Dosis-Wirkungs-Analyse). PMC6617076
  • Abdelmalek M.F. et al.: Zusammenhang zwischen Softdrinks und Fettleber (Übersichtsartikel). Journal of Hepatology
  • Kortei N.K. et al.: Toxische Metalle in „geophagischem“ Ton in der Schwangerschaft. DOI:10.1186/s12884-020-02857-4
  • Bonglaisin J.N. et al.: Geophagie, potenzielle Kontaminationen und Risiken (Review). DOI:10.3389/fpubh.2022.893831
  • Cancer Research UK: Einordnung „sugar fuels cancer“ als Mythos. Artikel
  • Stanford Medicine (Insights): Warum man Krebs nicht „wegdiäten“ kann, wenn es um Zucker geht. Artikel
  • Ozuna C. et al.: Agavensirup, technologische Nutzung und Gesundheitsaspekte (Review). ScienceDirect
  • Saraiva A. et al.: Agavensirup, Zusammensetzung und mögliche Health Impacts (Review). PMC9222424

CC BY-SA 4.0 Schwangerschaftsupdate: Heißhungerattacken, Entgiftung durch Rohkost? von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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