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Aktualisiert am: 10.08.2026

Birth Undisturbed: The Creation of Man. Der britischen Fotografin Natalie Lennard ist es gelungen, das fehlende Puzzlestück der Weihnachtsgeschichte in einer beeindruckenden Fotografie festzuhalten.

Solch ein Bild habe ich in meinen Kindertagen vermisst, wenn mir meine Eltern oder meine Oma die Weihnachtsgeschichte erzählten.

Der fehlende Part beim Krippenspiel

Zum Krippenspiel in der Kirche bekam ich den dicken Bauch der Maria zu Gesicht und kurze Zeit später lag ein mustergültig eingekleidetes Puppenbaby in der Futterkrippe.

Zwischen unzähligen Protagonisten, die gekommen sind, um den Heiland zu bestaunen und ihm mit Gaben zu huldigen, symbolisierte manchmal auch nur eine Kerze das Baby in der Krippe. Es war enttäuschend!

Gerade die Geburt des Kindes hätte mich interessiert. Alle reden davon, aber keiner darf sie sehen: die Alleingeburt im Stall von Bethlehem.

Ein falsches Bild von der Weihnachtsgeschichte

Ebenso wenig überzeugend empfand ich die Bilder, welche die biblische Weihnachtsgeschichte darstellten.

Es verwunderte mich, dass das Jesusbaby blond, hellhäutig, viel zu groß und nicht zerknautscht aussah. Auch Maria mit ihrem Heiligenschein wirkte nicht ansatzweise erschöpft oder verschwitzt.

Birth Undisturbed: The Creation of Man

Vor einigen Tagen stieß ich zufällig auf die Fotografie, die all meine Enttäuschungen wettmachte. Da war sie: die Befriedigung meiner kindlichen Neugier.

Natalie Lennard ist es mit dem Bild „The Creation of Man“ aus ihrer Serie „Birth Undisturbed“ gelungen, das fehlende Puzzlestück in der Weihnachtsgeschichte zu ergänzen. Ich danke den Macher:innen von Birth Undisturbed für mein absolutes Lieblingsweihnachtsbild!

Die Szene ist übrigens inszeniert. Natalie Lennard arbeitet für „Birth Undisturbed“ mit Models und Prothesen und lässt historische, religiöse und kulturelle Figuren gebären. Für mich gewinnt das Bild gerade dadurch etwas: Als Kunst füllt es die Lücke, die meine Krippenspiele offenließen.

Die natürliche Geburt und das Vertrauen in die göttliche Natur von uns Frauen

Eine Geburt selbst ist ein wahrhaft göttliches Ereignis, das gefeiert werden sollte.

Das bewegende Bild von Natalie Lennard lässt mich dankbar zurückblicken auf die kraftvollen Hausgeburten unserer drei einzigartigen Kinder. Nach der Geburt unserer Großen wusste ich, welch seliges Gefühl sich in Maria und Josef breitmachte.

Die Fotografie von Natalie Lennard bestärkt vielleicht jene Schwangeren, die sich mit dem Gedanken einer Alleingeburt tragen. Sie zeigt Geburt als kraftvoll, intim und ungestört. Für die medizinische Sicherheit einer Alleingeburt brauchen wir allerdings andere Maßstäbe als ein Bild.

Als Alleingeburt oder Freebirth wird eine geplante Geburt ohne registrierte Gesundheitsfachperson bezeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält qualifiziertes Fachpersonal bei Geburten für besonders wichtig, weil Komplikationen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Geplante Hausgeburten mit Hebammenbegleitung und Alleingeburten sind dabei zwei verschiedene Situationen. Für eine informierte Entscheidung zählen deshalb die eigene Schwangerschaft, erreichbare fachliche Unterstützung und die Frage, wie schnell im Notfall Hilfe verfügbar wäre.

Ultraschall, pharmazeutische Wehen-, Betäubungs- und Schmerzmittel, CTG-Überwachung, Dammschnitt, Saugglocke und Kaiserschnitt gab es nicht. Für die Sicherheit heutiger Geburtsorte sind heutige medizinische Daten entscheidend.

Wie beim Wunder ihrer Empfängnis vertraute sie darauf, dass bei der Geburt alles seinen Gang geht. Marias Vertrauen in ihren göttlichen Körper wünsche ich allen werdenden Müttern, unabhängig davon, ob sie religiös sind oder nicht.

Für mich gehört dazu ebenso eine Begleitung, die die Gebärende ernst nimmt. Die WHO-Leitlinie zur Betreuung während der Geburt verbindet eine positive Geburtserfahrung mit klinischer und psychologischer Sicherheit, fachlich kompetenter und freundlicher Betreuung sowie der Beteiligung der Gebärenden an Entscheidungen.

Wie wir Weihnachten mit unseren Kindern feiern

Wir selbst sind konfessionslos und pantheistisch. Patrick erklärt unseren Kindern die mythologischen und astronomischen Hintergründe bzw. Zusammenhänge zur Wintersonnenwende. Und ich erzähle ihnen u.a. die biblische Weihnachtsgeschichte.

Um die kindliche Fantasie- und Erlebniswelt zu stimulieren, bringt uns ein Weihnachtsmann am 24. Dezember ausgewählte Gaben. Doch die sind gar nicht so wichtig. Das Weihnachtsfest selbst, mit seinen Lichtern, Klängen, Düften und Geschichten (z.B. das Erzähltheater) im Kreise der Familie, sorgt für strahlende Kinderaugen. Denn alles in allem sind Erlebnisse, Erfahrungen und Erzählungen für uns und unsere Kinder bedeutsamer als jedes materielle Geschenk.

In diesem Sinn wünschen wir unseren Leser:innen ein zauberhaftes, besinnliches Weihnachtsfest!

Quellen & weiterführende Links

CC BY-SA 4.0 Birth Undisturbed: das fehlende Puzzlestück der Weihnachtsgeschichte. von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.