Obwohl unsere Große sehr gern zur Schule geht, ist sie hinterher regelmäßig knülle. Als Mama bekomme ich oft als Allererste ihre schlechte Laune ab. Da möchte ich am liebsten zurückschimpfen und fortgehen. Statt mich von ihrer Gereiztheit anstecken zu lassen, zahlt es sich für unsere Beziehung mehr aus, besonnen zu reagieren. Dabei hilft schnell eine Massage, kombiniert mit einer Entspannungsgeschichte für Kinder. Die Entspannungsmassage „Das bunte Chamäleon“ eignet sich für Kinder ab fünf Jahren.

Sie hilft ihnen, zur Ruhe zu kommen und fördert ihre Fantasie. Findet die Massage im Kindergarten, in der Schule oder im Hort statt, arbeiten jeweils zwei Kinder zusammen. Durch das Berühren des Rückens schult sie die taktile Wahrnehmung, also den Empfindungssinn der Haut des massierten Kindes.

Bei einer Massage in der Gruppe ist es ratsam, den Vorleser so zu setzen, dass ihn alle Massierenden sehen können. Mit erhobenen Armen und Händen kann der Leiter die Bewegungen in der Luft vorführen. Um Verletzungen zu vermeiden, halte ich es für günstig, den Kindern im Vorfeld zu erklären, dass sie niemals auf die Wirbelsäule drücken dürfen.

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Ihr könnt die Massage-Geschichte “Das bunte Chamäleon” hier als PDF herunterladen (und gerne weitergeben):

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Das bunte Chamäleon sitzt entspannt auf seinem Ast und ruht sich aus

Das bunte Chamäleon chillt auf einem Ast

Das bunte Chamäleon

Ich erzähle dir heute die Geschichte vom kleinen Chamäleon. Tapp, tapp, da ist es schon!

Finger links und rechts auf den Rücken des Kindes setzen.

Das kleine Chamäleon hat zarte, warme Füße. Die fühlen sich so an: Tippel tapp tapp.

Die Finger beider Hände krabbeln wie beim Klavierspielen links und rechts entlang der Wirbelsäule gleichmäßig auf und ab.

Zu Beginn unserer Geschichte liegt das kleine Chamäleon ruhig auf einem Ast und döst vor sich hin.

Hände ruhen auf dem Rücken.

Man erkennt es kaum, denn es ist sooo gut getarnt: Ganz braun ist es – wie der Ast.

Doch was passiert jetzt?

Ein Sonnenstrahl weckt es auf.

Langsam von links nach rechts über den gesamten Rücken streichen.

Seine Haut schimmert kurz in allen Farben. Erst zwinkert das Chamäleon mit einem Auge …

Ein Finger kratzt leicht.

… dann mit dem anderen.

Finger der anderen Hand kratzt ebenfalls sanft.

Unser kleines Chamäleon zwinkert noch ein paarmal …

Leichtes Kratzen an denselben Stellen.

… dann streckt es seine kurzen Beinchen aus.

Finger über den Rücken spreizen.

Auch sein Schwanz bewegt sich.

Hand und Unterarm zur Seite aufstellen (wie beim Guten-Tag-Sagen) und am unteren Rücken hin- und herbewegen.

Jetzt ist es richtig wach! Da kann es ja losgehen. Das Chamäleon macht sich auf zu einem Spaziergang.

Finger beider Hände krabbeln wie beim Klavierspielen links und recht entlang der Wirbelsäule auf und ab.

Unser braunes Chamäleon tippelt los in Richtung des Waldes. Zunächst muss es den blauen Steinweg entlang.

Fäuste rollen auf und ab.

Der ist ganz schön holprig. Die Steine glitzern hellblau, dunkelblau und violett. Und auch unser Chamäleon verändert seine Farben. Da muss es sogar etwas kichern.

Fäuste rollen weiterhin.

Schließlich biegt das kleine Chamäleon in einen sandigen Feldweg ein.

Finger wie beim Sandrieseln über den Rücken laufen lassen.

Unser Chamäleon färbt sich gelb und orange. Aus dem Sand schauen kurze, vertrocknete Grasbüschel heraus. Das trockene, orangefarbene Gras pikst.

Sanft mit den Fingernägeln piksen.

Weil es so pikst, läuft das kleine Chamäleon jetzt besonders schnell.

Fingerspitzen werden schneller.

Der piksige Weg liegt hinter ihm. Und vor ihm liegt die grüne Wiese.

Hände ruhen auf dem Rücken.

Vorsichtig bewegt sich das orange-farbene Chamäleon einen Schritt nach vorn.

Eine Hand auf dem Rücken höher legen.

Oh, nun ist das Chamäleon bis zum Bauch grün! Es schaut an sich herunter.

Höher liegende Hand zusammenrollen.

Die Hinterbeine schimmern noch orange. Und der Schwanz auch.

Tiefer liegende Hand und Unterarm hin- und herbewegen.

Husch!

Tiefe Hand nach oben schieben.

Schon ist unser Chamäleon von der Nase bis zur Schwanzspitze grün. Jetzt fällt es gar nicht auf, wie es sich durch das hohe, saftig-grüne Gras schlängelt.

Hände vereinen sich (wie im Gebet); über Rücken schlängeln.

So grün wandert es noch einige Meter, bis es endlich an seinem Lieblingsbaum ankommt. Erst tappt es um den Baum herum.

Fingerspitzen im Kreis bewegen.

Dann klettert das Chamäleon geschickt am Stamm empor.

Finger entlang der Wirbelsäule aufsetzen.

Seine schuppige Haut nimmt wieder eine braune Farbe an. Endlich ist unser Chamäleon im Baumwipfel angekommen.

Schulterblätter massieren.

Hier oben raschelt der Wind durch die Blätter.

Finger kitzeln über Rücken.

Alles hier ist bunt. Der Herbst hat die Blätter verfärbt. Das merkt auch das Chamäleon. Es spring zu seinem Lieblingsast, …

Hände hüpfen und drücken mal hier, mal da.

… kuschelt sich auf eine gemütliche Stelle …

Handflächen ruhen unterhalb der Schultern.

… und schläft zufrieden ein.

Hier könnt ihr die Entspannungsmassage für Kinder beenden, wenn im Anschluss zum Beispiel der (Mittags-)Schlaf folgen soll.

Andernfalls könnt ihr jetzt fragen:

Welche Farbe es wohl dabei hat?

Die Frage am Ende der Entspannungsgeschichte ermuntert die Kinder, eine Antwort zu geben. Ihre Körper sind jetzt erholt und ein Kind nach dem anderen wird seine Lieblingsfarbe verraten wollen.

Nach Lust und Laune könnten weitere Aktivitäten und Projekte rund um das Chamäleon folgen – oder zum Thema „Farben“.

Ebenso können die Kinder im Anschluss an die Massage auch ihrem gewohnten Tagesrhythmus nachgehen und zum Beispiel mittagessen, die Hausaufgaben erledigen oder spielen.

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Kritik an der Entspannungsgeschichte für Kinder?

Der ein oder andere von euch wird meine Geschichten fürs Puppentheater (“Kasperle hat Geburtstag” und “Theaterstück für Handpuppen: Kindertag und Kinderfeste”) kennen. Mich erreichten viele Worte des Lobes per E-Mail. Das bunte Chamäleon hier freut sich über eure Rückmeldung – gern in den Kommentaren. Davon zehren schließlich auch alle Neulinge, die sich an Kindermassagen heranwagen.

Liebe Grüße sendet und eine entspannte Zeit wünscht euch
Eure Evelin

 

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