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Aktualisiert am 25. Februar 2026

Viele können sich schwer vorstellen, wie „Ostern ohne Eier“ aussehen soll. Als hätte das Fest ein offizielles Hühnerei-Monopol. In diesem Video zeige ich euch kurz, was es bei uns zu Ostern gibt: zum Naschen, zum Basteln, zum Verschenken und natürlich zum Suchen.

Hinweis: Entschuldigt bitte die Windgeräusche. Später im Video wird es besser.

Wenn ihr die Ideen lieber als Liste zum Nachmachen wollt: Zum Blogartikel „10 nachhaltige Ideen für vegane Ostern (zum Naschen, Basteln, Verpacken und Dekorieren)“.

Was wir zu Ostern machen, wenn wir vegan leben

Bei uns gibt es keine bunt gefärbten Hühnereier. Für mich fühlt sich das nicht nach „Fest“ an, sondern nach Fortpflanzung. Ich nenne das deshalb gern Fortpflanzungseier, weil es den Blick gerade rückt: Das ist Teil des Reproduktionssystems eines anderen Lebewesens, nicht einfach ein neutrales Deko-Objekt. Wenn euch interessiert, was hinter dieser Perspektive ethisch steckt, findet ihr hier unsere Einordnung: Antispeziesismus: Definition und Ethik.

Biologisch kurz und korrekt: Das Speiseei ist keine „Menstruation“. Es entsteht durch Ovulation, und im Eileiter wird daraus das Ei, das wir kennen, mit Eiklar, Membranen und Schale. Auch wenn Konsumeier in der Regel nicht befruchtet sind, bleiben sie körperlich und praktisch eng an das Fortpflanzungssystem der Henne gebunden.

Süßes: Omis, Bio-Laden und Frieden im Nest

Die Omis haben bei uns oft ihre klare Aufgabe: den Kindern Süßes schenken. Damit das nicht in Stress ausartet, kaufen wir die Süßigkeiten häufig gemeinsam im Bio-Laden und schauen, was für uns passt. Bei uns zu Hause vermeiden wir Industriezucker, so gut es geht.

Das packen die Omis dann ins Osternest. Und bei uns zu Hause gibt es Schokolade, die wir selbst machen.

Rohkost-Schokolade

Im Video seht ihr Schokolade aus rohem Kakaopulver und Kokosöl, gesüßt nach unserem Geschmack. Manche Varianten bekommen bei uns noch Nüsse und Samen. Das wird nicht versteckt, sondern steht zum Kaffee auf dem Tisch.

Passend dazu: Schoko-Kokos-Taler (Rohkost).

Rübli-Kugeln statt Zuckerbomben

Außerdem machen wir manchmal kleine Rübli-Kugeln. Die können glutenfrei und zuckerfrei sein. Als Süße verwenden wir teils Xylit, je nachdem, was gerade für uns stimmig ist. Ich habe sie dieses Mal schlicht gelassen, weil wir nach Berlin gefahren sind und ich keine Verzierung wollte, die unterwegs schmilzt oder davonläuft.

Wenn ihr Karotte lieber „kuchig“ mögt: Rüblikuchen glutenfrei und vegan.

„Ostereier“ aus Obst: Kiwi, Avocado, Mango und die Bombe im Korb

Natürlich gibt es bei uns nicht nur fertige Sachen. Zu den süßen Dingen kommt frisches Obst. Und statt gefärbter Eier gibt es bei uns manchmal „Eier“, die eigentlich Kiwis sind. Oder Avocados. Oder längliche Tomaten. Oder Mango, wenn sie gut ist.

Im Video seht ihr, wie ich das eingepackt habe. Man kann oben auch kürzen. Ich fand nur: Momentan sieht es ein bisschen aus wie eine Bombe. Die muss dann eben schnell verfüttert werden.

Verpacken ohne Plastikdeko: schnell, schlicht, selbstgemacht

Unser Osterhase ist bei uns eher ein „Osterhasel“ und manchmal schon etwas mitgenommen. Ich nehme oft ganz normale Tütchen, weil ich keine Lust habe, wieder etwas Aufwendiges zu kaufen, das dann blöd aussieht, irgendeine Lackierung hat oder am Ende doch nur alles vollklebt.

Wir basteln deshalb meistens selbst. Das funktioniert genauso für Nikolaus, Weihnachten, Geburtstage. In die Tütchen kommt bei uns oft Obst, manchmal Trockenfrüchte, manchmal Kleinigkeiten.

Geschenke zum Suchen: nicht nur Süßes

Bei uns gibt es nicht nur Süßes als Such-Geschenk. Eine Oma hat zum Beispiel Schreibhefte vorbereitet. Die Große wünschte sich eine Drehscheibe mit Buchstaben, klein und groß.

Solche Kleinigkeiten kann man auch in selbstgebastelte „Eier“ aus Pappe stecken. Letztes Jahr bekam die Kleine, damals ein Jahr alt, ein Rutschemus-Ei. Dieses Jahr sah die Welt schon wieder anders aus.

Deko drinnen und draußen: Keramik statt Plastikeier

Draußen wollten wir keine Plastikeier kaufen. Wir hatten auch keine auf Vorrat. Also sind wir in einem Secondhand-Geschäft auf Keramikeier gestoßen. Die finden wir schön, und sie fühlen sich nicht nach Wegwerf-Deko an.

Drinnen hängen bei uns Ostereier aus Holz. Schlicht. Leicht. Unaufgeregt.

DIY-Ostereier aus Avocadokernen

Ein kleines Highlight: Ostereier aus Avocadokernen, die wir mit Serviettentechnik umhüllt haben. Das klappt auch mit kleinen Händen, die feinmotorisch noch nicht „perfekt“ sind. Muss es auch nicht. Es soll ja ein Fest sein, kein Eignungstest.

Weiterlesen: passend aus unserem Blog

FAQ: Vegane Ostern als Familie

1) Feiern vegane Familien überhaupt Ostern?

Ja. Vegan zu leben heißt nicht, keine Feste zu feiern, sondern Dinge so zu gestalten, dass sie zu den eigenen Werten passen.

2) Was macht ihr statt Eierfärben?

Wir ersetzen das Ritual nicht 1:1. Manchmal basteln wir Deko, manchmal gibt es Obst „als Ei“, manchmal einfach ein Suchspiel mit kleinen Geschenken.

3) Muss an Ostern immer viel Süßes sein?

Nein. Bei uns gibt es Süßes, aber wir mischen es mit Obst, selbstgemachten Sachen und kleinen, praktischen Geschenken. Das senkt bei uns den Stress.

4) Sind Hühnereier „Menstruation“?

Nein. Ein Hühnerei entsteht durch Ovulation; danach wird es im Eileiter mit Eiklar, Membranen und Schale aufgebaut. Der antispeziesistische Punkt liegt nicht in einem Schockwort, sondern darin, dass es Teil des Fortpflanzungssystems einer Henne ist.

5) Was kann ich vegan ins Osternest legen, ohne Konsum-Overkill?

Obst, Nüsse, selbstgemachte Snacks, kleine Alltagsdinge (Stifte, Heft, Kreide), ein gemeinsamer Gutschein (Picknick, Vorlesen, Ausflug) und eine handgeschriebene Nachricht.

6) Ist Xylit „zahngesund“?

Es gibt Hinweise, dass Xylit Kariesrisiken senken kann. Gleichzeitig hängt viel von Dosis, Produktform, Basis-Zahnpflege und Studienqualität ab. Wir nutzen es nicht als Zauberpulver, sondern als Option.

7) Wie erkläre ich Kindern „Ostern ohne Eier“, ohne Vortrag?

Wir erklären kurz, warum wir keine Fortpflanzungseier kaufen und was wir stattdessen machen. Danach lassen wir die Praxis sprechen: suchen, spielen, essen, basteln, zusammen sein.

Quellen

Ich wünsche euch ein schönes Osterfest.

CC BY-SA 4.0 Veganes Osterfest als Familie: Ideen, Rezepte & Deko ohne Eier von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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