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Aktualisiert am: 26.02.2026
Ich beantworte eure Fragen: Was wir tun, wenn unsere Kinder außer Haus sind und wie wir reagieren würden, würden sie in die Schule wollen. Auch wird verraten, wann es uns wohin zieht und ob mit oder ohne einem vierten Kind.
Dieses Video ist eine kleine Frage-Antwort-Runde aus unserem Alltag als kinderbetreuende, arbeitende Familie. Kein Hochglanzplan, eher ein Zwischenstand. Ihr bekommt Einblicke in unsere Paarzeit ohne „Date Night“-Ritual, in unsere Haltung zum freien Lernen und in die Gedanken rund ums Auswandern.
Inhalte
- 1 Video: Q&A zu Date Nights, Auswandern, freiem Lernen
- 2 Date Nights: Was machen wir, wenn die Kinder außer Haus sind?
- 3 Wenn ein Kind in die Schule will: Dürfen, statt „müssen“
- 4 Schulpflicht in Deutschland: Warum das Thema „Umgehen“ so heikel ist
- 5 Wann würden wir auswandern, und wohin zieht es uns?
- 6 Reisen ohne schlechtes Bauchgefühl: Ökologie und „nicht nur Tourist:in sein“
- 7 Viertes Kind: Wunsch, Timing, Körpergefühl
- 8 FAQ
- 8.1 Braucht jede Beziehung feste Date Nights?
- 8.2 Was, wenn wir nur noch über To-dos reden, sobald die Kinder schlafen?
- 8.3 Wenn ein Kind in die Schule will, ist Freilernen dann „gescheitert“?
- 8.4 Ist Homeschooling in Deutschland erlaubt?
- 8.5 Wie ist die Lage in Portugal beim Ensino Doméstico?
- 8.6 Wie funktioniert Home Education in Tschechien grob?
- 8.7 Was ist der häufigste Fehler beim Auswander-Gedanken?
- 9 Lesetipps
- 10 Quellen
Video: Q&A zu Date Nights, Auswandern, freiem Lernen
Date Nights: Was machen wir, wenn die Kinder außer Haus sind?
Die Frage kommt oft, weil viele sich „Paarzeit“ als festen Termin vorstellen. Bei uns ist es weniger geplant, eher gelegenheitsbasiert. Wenn die Kinder bei den Großeltern sind oder schlafen, landen wir erstaunlich häufig bei organisatorischen Themen: Inhalte, Fotos, der nächste Artikel, das, was im Alltag liegen bleibt.
Manchmal entsteht trotzdem etwas, das sich nach Freizeit anfühlt: Haare färben, eine Massage, ein Film. Und ja, manchmal auch einfach Einschlafen, noch bevor der Vorspann vorbei ist.
Was sich daran nüchtern sagen lässt: Forschung zu Beziehungen findet immer wieder Zusammenhänge zwischen gemeinsam verbrachter Zeit, Alltagsgesprächen und Beziehungsqualität. Gleichzeitig ist „mehr Zeit“ keine Garantie, wenn diese Zeit unter Strom steht. Wichtig ist oft die Qualität der Interaktion, nicht der Kalenderpunkt. [1] [2]
Wer dazu bei euch weiterdenken mag: Wir haben später ausführlicher über Beziehung und Alltag geschrieben, falls ihr einen ruhigeren Text statt Video mögt: Glückliche Partnerschaft.
Wenn ein Kind in die Schule will: Dürfen, statt „müssen“
Wir werden oft als „kindergartenfrei“ oder „Freilernerfamilie“ eingeordnet. Das klingt manchmal, als wäre es ein starres Konzept. Für uns ist es eher eine Haltung: Kinder sollen mitreden dürfen, wenn es um ihren Lernweg geht.
Wenn eines unserer Kinder in die Schule möchte, wäre das kein Verrat an irgendeinem Label. Dann schauen wir gemeinsam, welche Schule passt. Es gibt mehr als eine Schulform, und nicht jedes Kind braucht dieselbe Umgebung.
Wer unser Denken zu Freilernen und Worldschooling besser einordnen will, findet hier Anschlussstellen:
- Was ist Unschooling?
- Worldschooling: Freilernen auf Reisen
- Unschooling in Tschechien: Worldschool-Picknick in Prag
Schulpflicht in Deutschland: Warum das Thema „Umgehen“ so heikel ist
Im Video wird auch gefragt, wie man die deutsche Schulpflicht „umgehen“ kann. Hier ist Präzision wichtig: In Deutschland ist Schulpflicht in der Praxis meist als Schulbesuchspflicht ausgestaltet. Dauerhafter Heimunterricht ist grundsätzlich nicht vorgesehen und wird von Gerichten seit Jahren bestätigt. [3] [4]
Das heißt nicht, dass es keine Einzelfälle oder Ausnahmen gibt. Es heißt nur: Wer in Deutschland bleiben will, sollte sich nicht auf Internet-Hörensagen verlassen. Rechtslage und Verwaltungspraxis hängen zudem vom Bundesland ab. Das ist einer der Gründe, warum viele Familien das Thema als so belastend erleben.
Passend dazu haben wir eine eigene Übersicht zum Umgang mit Schulpflicht veröffentlicht: Anmeldung, Abmeldung, Befreiung von der Schulpflicht.
Wann würden wir auswandern, und wohin zieht es uns?
Im Video ist unsere Große fünf Jahre alt, und die Frage „Wann geht ihr“ hängt direkt an der kommenden Schulpflicht. Gleichzeitig sagen wir sehr klar: Ein fester Masterplan war das damals nicht. Eher ein wachsendes Gefühl, dass wir reisen möchten, bevor wir uns dauerhaft festlegen.
Wir sprechen über Länder und Regionen, die uns interessieren, und über Communities, die freies Lernen begleiten. Portugal kommt vor, England, Tschechien. Dazu auch der Gedanke, erst einmal „digital nomadisch“ zu starten, statt sofort ein neues Zuhause zu kaufen oder zu mieten.
Wichtig als Einordnung: Regeln für Home Education unterscheiden sich je nach Land stark, und sie ändern sich. Wer konkret plant, sollte immer die offiziellen Stellen prüfen. Als grobe Orientierung nennen wir im Video Beispiele:
- Tschechien: Individuelle Bildung ist möglich, typischerweise über eine Genehmigung der Schule mit Prüfungen. [5]
- Portugal: „Ensino doméstico“ ist rechtlich geregelt, mit Einschreibung und Begleitung. [6] [7]
- Island: Home Education ist möglich, aber an Genehmigung und Aufsicht gebunden. [8]
Reisen ohne schlechtes Bauchgefühl: Ökologie und „nicht nur Tourist:in sein“
Ein Teil des Videos dreht sich um das Wie: Wir erzählen, dass wir möglichst ungern fliegen wollen, weil der ökologische Fußabdruck für uns eine Rolle spielt. Gleichzeitig sagen wir auch, dass „hippe“ Tourist:innenspots uns abschrecken können, wenn sie lokale Ressourcen überlasten.
Das ist weniger ein Urteil über einzelne Länder, mehr eine Selbstbeobachtung: Wir sehnen uns nach Kontakt mit Menschen vor Ort, nach Alltag statt Kulisse.
Viertes Kind: Wunsch, Timing, Körpergefühl
Zur Frage nach einem vierten Kind sagen wir im Video: Aktuell nicht. Das jüngste Kind ist noch klein, der Alltag voll, der Körper braucht Erholung. Gleichzeitig wird die Tür nicht zugeschlagen. Wir erzählen auch von dem Gedanken, eventuell einmal zu adoptieren, und dass Wünsche in Beziehungen nicht immer deckungsgleich sind.
FAQ
Braucht jede Beziehung feste Date Nights?
Nicht zwingend. Studien deuten darauf hin, dass gemeinsame Zeit und Gespräche im Alltag mit höherer Beziehungszufriedenheit zusammenhängen. Ob das als fester Termin passiert oder als „wir nutzen das ruhige Zeitfenster“ hängt stark von Lebensphase und Stresslevel ab. Entscheidend ist oft, dass Nähe überhaupt Raum bekommt. [1] [2]
Was, wenn wir nur noch über To-dos reden, sobald die Kinder schlafen?
Das ist in vielen Familien normal, besonders in Phasen mit wenig Schlaf. Hilfreich kann sein, eine kleine Insel zu schützen: zehn Minuten, in denen es nicht um Organisation geht. Ein kurzer Rückblick („Was war heute schwer, was war schön“) kann mehr bewirken als ein perfekt geplanter Abend. Die Forschung zu „low-salience interactions“ deutet an, dass schon Alltagsgespräche ohne Konflikt eine Rolle spielen können. [2]
Wenn ein Kind in die Schule will, ist Freilernen dann „gescheitert“?
Das hängt davon ab, was Freilernen für euch bedeutet. Wenn es um Selbstbestimmung und Beziehung geht, kann ein Schulwunsch genau dazu passen. Dann ist die Frage nicht „Schule ja oder nein“, sondern „Welche Umgebung tut diesem Kind gut“.
Ist Homeschooling in Deutschland erlaubt?
Dauerhafter Heimunterricht als Ersatz für Schulbesuch ist in Deutschland grundsätzlich nicht vorgesehen. Gerichte haben die Schulpflicht und ihre Durchsetzung wiederholt bestätigt. Einzelkonstellationen können komplex sein und sind stark vom Bundesland abhängig. [3] [4]
Wie ist die Lage in Portugal beim Ensino Doméstico?
Portugal regelt Ensino Doméstico per Gesetz und Verordnung, inklusive Verfahren zu Einschreibung, Begleitung und Bewertung. Details hängen von Schulstufe und aktueller Fassung ab, deshalb lohnt der Blick in die offiziellen Texte. [6] [7]
Wie funktioniert Home Education in Tschechien grob?
Als grober Rahmen: Eltern können individuelle Bildung beantragen, die Schule ist eingebunden, und es gibt Prüfungen. Die konkreten Anforderungen hängen von Alter und Schule ab. Für belastbare Planung sind offizielle Informationen die sicherste Basis. [5]
Was ist der häufigste Fehler beim Auswander-Gedanken?
Aus unserer Sicht: das Land als Lösung für ein Beziehungs- oder Stressproblem zu behandeln. Ein Ortswechsel kann entlasten, aber er bringt neue Komplexität. Sinnvoll ist oft, erst die eigenen Bedürfnisse zu klären und dann zu prüfen, welches Setting dazu passt.
Lesetipps
Für alle, die lieber vertieft lesen als Videos schauen:
- No Fun Anymore: Leisure and Marital Quality Across the Transition to Parenthood (wissenschaftlicher Artikel, frei zugänglich). DOI: 10.1111/j.1741-3737.2007.00459.x [1]
- Time Spent Together in Intimate Relationships (wissenschaftlicher Artikel, frei zugänglich). DOI: 10.1007/s10591-020-09562-6 [2]
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Quellen
- Claxton A, Perry-Jenkins M. No Fun Anymore: Leisure and Marital Quality Across the Transition to Parenthood. Journal of Marriage and Family. 2008;70(1):28–43. DOI: 10.1111/j.1741-3737.2007.00459.x
- Hogan JN, Baucom BRW. Time Spent Together in Intimate Relationships: Implications for Relationship Functioning. Contemporary Family Therapy. 2021;43(3):226–233. DOI: 10.1007/s10591-020-09562-6
- Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 31.05.2006, 2 BvR 1693/04: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2006/05/rk20060531_2bvr169304.html
- Deutschlandfunk: Schulpflicht in Deutschland, Einordnung Homeschooling (29.07.2024): https://www.deutschlandfunk.de/schulpflicht-deutschland-100.html
- Portal GOV.CZ: Permission of individual education of the pupil (Home-schooling): https://portal.gov.cz/en/sluzby-vs/permission-of-individual-education-of-the-pupil-S992
- Diário da República: Portaria n.º 69/2019 (Ensino doméstico): https://diariodarepublica.pt/dr/detalhe/portaria/69-2019-120272926
- Diário da República: Decreto-Lei n.º 70/2021 (Regime jurídico do ensino doméstico): https://diariodarepublica.pt/dr/detalhe/decreto-lei/70-2021-168903099
- Government of Iceland: Compulsory School Act (englische Fassung, PDF): https://www.government.is/media/menntamalaraduneyti-media/media/frettatengt2016/91_2008-Compulsory-School-Act-ENGLISH-Uppfaert-Jan-2017.pdf
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