Wieso die Kinder der Kindergärtnerin nicht fremdbetreut werden

Selbstbetreuung statt FremdbetreuungIn den Jahren vor dem Studium und dem Sprung ins Familienleben arbeitete ich in über zehn Kitas – Fremdbetreuung war mein Beruf.

Ich bin dankbar:

Für alle Erfahrungen.
Für das erste Ausprobieren.
Für das Vertrauen der Eltern und der Kinder.
Für den Austausch mit meinen Kollegen.
Für das Kennenlernen des Kita-Alltags.
Und für den Lohn, den ich für diesen attraktiven Beruf bekam.

Für mich kristallisierte sich zeitig ein absoluter Favorit heraus: der Waldkindergarten. Da jene Institutionen Bedürfnisse, Regeln und Tagesstruktur am ehesten am Kind ausrichten. Könnte ich meinen Töchtern keine familiäre Betreuung bieten, würde ich sie in einem Waldkindergarten anmelden.

tägliches Musizieren
tägliches Musizieren

Nein, ich spreche niemanden eine Entscheidung ab. Ich verunglimpfe Kindergärten nicht. Ich teile meine Erfahrung mit Müttern und Vätern, denen es schwerfällt, ihre Schätze in Fremdbetreuung zu geben.

In zwei Jahren wird unsere jetzt Vierjährige schulpflichtig. Wir vermeiden den Zwang, in die Schule zu gehen, genauso wie den für viele obligatorischen Besuch des Kindergartens. Das stand schon vor meinen pädagogischen Ausbildungen fest.

Es gibt unzählige Gründe.

Erfahrungen aus allen Kitas, in denen ich arbeitete, untermauern meine Entscheidung gegen die Fremdbetreuung unserer Kinder.

Ungezwungener Alltag ohne Kita

Das Schöne für die selbstbetreuten Kinder ist, dass der Tag nicht nach festen Zeiten gestaltet wird. Die straffe, täglich gleiche Routine vermissen sie nicht: Spielzeit von 10.00 Uhr – 11.30 Uhr, ein paar Minuten hektische Pflege mit Anstellen in einer Reihe für den Toilettengang vor dem Mittagessen von 11.30 Uhr bis 11.45 Uhr, um es rechtzeitig zum Umziehen und Mittagsschlaf von 12-14 Uhr zu schaffen usw.

Der Tag mit unseren lieben Kleinen richtet sich nach ihren Bedürfnissen, d.h. Hunger, Müdigkeit und Spiel. Unsere Aktivitäten sind von den Interessen und Wünschen der Familie abhängig und nicht vom geplanten Projekt der Erzieherin.

Das „Bildungsprogramm“ zwischen Kita und Elternhaus gestaltet sich schon aufgrund der Gruppenstärke sehr unterschiedlich.

allererstes Angebot als Praktikantin
allererstes Angebot als Praktikantin

Zuhause wollen Kinder z.B. keine Blumen nach Vorlagen basteln. Sie bevorzugen das Blumenpflücken von der Wiese. Unsere Kinder dürften es theoretisch täglich, während sich fremdbetreute Kinder bis zum wöchentlichen Waldtag gedulden müssen. Ähnlich den Waldkindergartenkindern erleben unsere Mädchen die Natur und ihre Umwelt, bis ihnen der Magen knurrt. Das Unterscheiden der Blumenarten hat nicht plötzlich ein Ende, da sie nicht von einem „Alle Kinder aufräumen! Rein zum Händewaschen! Es gibt Mittagessen!“ aus ihrem Spiel gerissen werden.

Ein Erlebnis: Die Kanalreinigung.

Die Kinder aus dem Kindergarten nebenan sitzen im Abstand von drei Metern zum Zaun auf einem Holzbalken. Von dort aus sollen sie „zuschauen“.

Meine Mädchen stehen direkt neben dem Auto der Kanalreinigung. Sie dürfen Knöpfe bedienen. Unsere Erstgeborene stellt dem Kanalarbeiter Fragen. Sie erfährt, wieviele gefüllte Badewannen in den Behälter passen und wie das Wasser aus dem Hydranten kommt. Die Mädchen schauen mit den Männern neugierig unter das Fahrzeug, als Wasser durch die Schläuche ausgelassen wird und umher spritzt. Zum Abschluss lädt man uns zum Tag der offenen Tür ein.

Die Kindergartenkinder bekommen vor dem Mittagsschlaf vielleicht noch ein Buch über LKWs vorgelesen, womöglich sogar eines über Kanalreinigung, doch das echte Leben findet nicht hinter einem Zaun statt. Zielgerichtete, planmäßige Förderung, die bei Fremdbetreuung üblich ist, ist nicht vergleichbar mit der Begeisterung, die solche unvorhergesehenen Entdeckungen und Erlebnisse hervorrufen.

Geduld ist eine Tugend?

Glücklicherweise kommt die autoritäre Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen in Kitas heutzutage nicht mehr vor. Trotzdem kann es dort aufgrund von Zeitmangel schnell zu hitzigen Situationen kommen, wenn ein Kind nicht mitzieht.

Ein Beispiel: Max will sich vor dem Essen nicht die Hände waschen, weil er nicht versteht, wieso. Sie sehen gar nicht schmutzig aus. Entweder tut er es aus dem Gruppenzwang hinaus, weil es alle tun und er kein Außenseiter sein will, oder er lässt es über sich ergehen, weil die Erzieherin sonst ermahnt.

Max hat Glück. Die Erzieherin nimmt ihn zur Seite, obwohl sie in der Zeit keinen Überblick mehr über die restlichen ihr anvertrauten Kinder hat. Sie erzählt, dass winzige Bakterien auf der Haut sitzen, wenn man nur kurz ein Spielzeug berührt hat. Die sind so klein, dass man sie nicht sieht. Sie verstecken sich in den Falten der Haut und unter den Fingernägeln und können ganz schön krank machen, wenn davon etwas über den Löffel in den Mund rutscht.

Max stellt Rückfragen. Er will es genau wissen. Spätestens jetzt gerät die Erzieherin unter Druck, da pünktlich das Mittagessen ausgeteilt werden muss. Die Gruppe kommt sonst zu spät in den Schlafraum und stört die anderen Gruppen. Letztendlich fällt die Erzieherin ihren Kolleginnen „schon wieder“ negativ auf.

Frei und ungezwungen.

Die Hausfrau mit ihren Kindern sorgt sich nur bei bestimmten Terminen, dass diese pünktlich eingehalten werden. Sie hat nicht den Druck, bis zu einer exakten Uhrzeit ihren „Plan“ zu schaffen. Der Zeitdruck überträgt sich nicht auf die Kinder. Sie bekommen nichts von der alltäglichen Hektik mit und genießen die Gewissheit, dass ihre Mama Zeit hat, ihre Kindheit stressfrei ist und sie keinen absurden Regeln und Zwängen unterworfen sind.

Unser Leben ohne Kita ist entspannt.

Weil wir den ganzen Tag miteinander verbringen, müssen wir nicht zwanghaft nach irgendwelchen Aktivitäten für den Nachmittag oder das Wochenende suchen. Und ich als Mama muss nicht ständig meine Stimme zu einer „lieben Tante“ oder einem „strengen Aufpasser“ verstellen, nur um ein ganz tolles pädagogisches Angebot anzupreisen bzw. den Befehl „Alle Mann aufräumen!“ zu erteilen. Ausflüge unternehmen wir regelmäßig, ohne dass das Erleben durch Zeitdruck oder eine große Kindergruppe abgelenkt ist.

Unsere Kinder sind nicht dem ständigen Wettbewerb ausgesetzt, wer etwas am schönsten, schnellsten, besten, stärksten kann, wer den moderneren Elsa-Pulli trägt und wer schlauer, größer oder schlanker ist. Es ist auch völlig egal, wer längeres Haar hat und welche Mami die originelleren Zöpfe flechten kann. Es klingt womöglich seltsam, doch ist dieser Wettbewerb erstaunlicherweise ein gut funktionierendes Erziehungsmittel, ebenso wie das abhängigmachende Loben und Strafen.

Sozialisierung

Der Kontakt zu Gleichaltrigen ist DAS Argument, mit dem der Kindergartenbesuch – also Fremdbetreuung – gerechtfertigt wird.

Kinder werden in der Kita auf eine unnatürliche, weltfremde, homogene Umgebung sozialisiert, anstatt in der Familie mit Jung und Alt aufzuwachsen.

Außerhalb von Kindergarten und Schule gibt es so etwas nirgends. Weder in der Ausbildung, im Studium und am Arbeitsplatz, noch in Sportvereinen, Musikgruppen oder bei Veranstaltungen. Vorbilder sind i.d.R. nicht die Gleichaltrigen, da es genauso „unerfahrene“ Kinder sind, sondern Eltern und Großeltern, Freunde aus anderen Ländern, Baggerfahrer, Musiker, Hebammen, Tierschützer, Astronauten, Künstler – Leute, die für die Kinder bedeutsam sind.

Selbstverständlich pflegen meine Kinder auch Kontakte zu Gleichaltrigen, jedoch nicht täglich sowie völlig ohne Zwang und Eingewöhnung. Ein „Gruppengefühl“, auch als „Wirgefühl“ bekannt, entwickelt sich für die Familie, nicht für die Kleingruppe „Jungs“, die sich nur zum Baggerfahren im Sandkasten zusammenfindet.

Geburtstagsfest im Wald
Geburtstagsfest im Wald

Die Freunde unserer Kinder sind nicht unbedingt im gleichen Alter. Meine Freunde übrigens auch nicht. Neben den Kinderfreunden gibt es genauso die älteren Cousinen, die unsere Große liebt. Sie findet auch in Erwachsenen Freunde und Spielgefährten (wenn jene bereit sind, sich darauf einzulassen). In „Mein Vater, mein Freund“ zeigen die Sterns, wie generationenübergreifend Freundschaft statt Feindschaft (in Form eines Über-Dich-Stellens) herrschen kann.

Eingewöhnung

Zeit ist ein wichtiges Thema bei der Fremdbetreuung von Kindern in Kitas, was das Wiederkommen der Eltern anbelangt. In den Eingewöhnungsmomenten, gerade mit kleinen Kindern, versuchte ich, den Müttern immer wieder zu verdeutlichen, wie schwer Kinder „Ich bin in … Minuten oder Stunden wieder da“ verstehen.

Erst Vorschulkinder entwickeln ein Zeitverständnis. Ich erinnere mich daran, wie schwer ich es als Kind ausgehalten habe, auf den Nachmittag warten zu müssen. Der war, als ich in den Kindergarten gebracht wurde, für mich noch ewig weit weg.

Eingewöhnungen fallen bei uns in einem anderen Sinn an: Nur dann, wenn wir unsere Vierjährige bei ihrer Tante, ihrem Freund oder in der Musikgruppe lassen. Diese Eingewöhnung beruht auf einem zuvor über längere Zeit aufgebauten Vertrauensverhältnis, ähnlich wie man das z.B. zu den Großeltern entwickelt. Nicht auf wenigen Minuten für einen einmonatigen Zeitraum durch eine zunächst fremde Person in einer fremden Umgebung.

Meine Kinder müssen sich nicht auf einen anderen Menschen einstellen, wenn ich krank bin oder Urlaub mache. Im Kindergarten schon. Gerade für jüngere Kinder ist der Austausch der Bezugsperson irritierend, selbst wenn die Erzieherin, die die Gruppe mal an diesem, mal an jenem Nachmittag betreut, liebenswert ist.

Aufklärung

Sexualerziehung findet nicht, nach Vorgabe irgendwelcher Politiker, für alle aus dem vierten im Jahr 2003 erschienenen Heftchen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Stuhlkreis mit anschließender Massage statt.

Stattdessen gehen wir nach individuellen Gegebenheiten und Fragen des Kindes auf intime Themen ein. Sie werden sensibel behandelt, ohne dass jemand darüber kichern oder einen roten Kopf bekommen muss.

Zuhause können gewisse Aspekte der Aufklärung sogar nebenbei stattfinden. So ist die Erfahrung der „Geburt“ eines Geschwisters in „kindergartenfreien“ Familien weder passiv noch irgendwas abstraktes aus Erzählungen, weil das Kind nicht in der Kita auf das Abholen warten muss.

Entwicklungsmonitoring

Verständlicherweise sind sogenannte Entwicklungsgespräche für Eltern von Bedeutung. Auch ich habe Entwicklungstabellen ausgewertet, ohne das häusliche Verhalten eines Kindes zu kennen. Wenn ich zwanzig unterschiedliche Kinder beurteilen sollte, entging mir oder vergaß ich unweigerlich etwas.

Wasserexperiment
Wasserexperiment

Zudem können Erzieher sich mit ihren Einschätzungen ganz schön weit aus dem Fenster lehnen. Abhängig von den Eltern überlegen die Kollegen genau, was sie sagen oder verschweigen. Als selbstbetreuende Mutter kenne ich meine Kinder besser als jeder Kinderarzt oder Kinderpsychologe. Ich finde selbst heraus, warum mein Kind in einer bestimmten Situation entsprechend reagiert.

Kindergartenessen

Mitunter tut die eher ungesunde, zuckerhaltige Kantinenkost auch Kindern gut, die zuhause nur Fertigpizza und Milchschnitte bekommen!

Die Brotdose eines Kindes zeigte mir täglich den gleichen Inhalt: Billige Kekse aus dem Discounter. Das Frühstück anderer Kinder enthielt oft ausschließlich Süßigkeiten. Ich meine, dass es in diesen Fällen nicht zu vernachlässigen ist, dass den Kindern zum Mittag immerhin Kindergarten-Hausmannskost mit Obst als Nachspeise gereicht wird.

Wir bereiten unser Essen zuhause täglich frisch mit biologischen, veganen Lebensmitteln selbst zu. Solch ein Essen könnte, allein aus Kostengründen, kaum ein Kindergarten anbieten. Auf „Extrawürste“ kann in der Kita ebenfalls keine Rücksicht genommen werden. Wenn alle zur gleichen Zeit dasselbe essen, ist es nicht förderlich für ein gesundes Essverhalten.

Fremdbetreut – nur von Nachteil?

Ich habe als Erzieherin Familien kennengelernt, bei denen ich mir sicher war, dass den Kindern die Betreuung im Kindergarten guttut. Dabei sehe ich die Fremdbetreuung vielmehr als Unterstützung und Förderung. Genauso wie Schule für Familien ein wahrer Goldschatz sein kann, wenn z.B. bedeutende Sprachdefizite bei den Eltern bestehen.

Als Erzieherin nahm ich dankbar die Kinder an, die von ihren Eltern in eine Kindereinrichtung gebracht wurden, weil sie selbst krank oder überfordert waren. Deshalb streite ich nicht ab, dass Kindergärten zu einem zweiten Zuhause für Kinder werden können, in dem sie Aufmerksamkeit und Liebe erfahren und einen Ausgleich zum Leben zuhause finden.

Die Fremdbetreuung von großen Kindergruppen erfordert von den Betreuern ein hohes Maß an Umsicht. Dennoch können sie nicht jedem Kind so gerecht werden, wie es bei kindergartenfreien Kindern möglich ist.

Zungenspiel im Wald
Zungenspiel im Wald

Fremdbetreuung: ja oder nein?

Oft wird mir vorgeworfen, dass ich meinen Kindern etwas vorenthalte. Dabei habe ich noch keinem zum Vorwurf gemacht, dass er seine Kinder zu etwas drängt.

Natürlich würde ich meinen Kindern nicht ihren Wunsch absprechen, wenn sie gern einen Kindergarten besuchen wollten. Aus dem Kinderchor im benachbarten Kindergarten und den Spaziergängen vorbei an den Kindergärten in unserer Umgebung hat unsere Große in etwa eine Vorstellung davon, wie sich der Besuch eines Kindergartens anfühlt. Bis jetzt zeigt sie deutlich, dass keinerlei Interesse an einem längeren Kita-Aufenthalt besteht.

Allerdings muss ich zugeben, dass es mir schwerfallen würde, meine Kinder fremdbetreuen zu lassen. Denn ich kenne nur sehr, sehr wenige Erzieher und Erzieherinnen, zu denen ich ein hundertprozentiges Vertrauen hätte. Am Ende meiner Ausbildungszeit gab es rund 60 Absolventen. Davon kommen mir lediglich drei Frauen in den Sinn, denen ich sehr gute Erzieherkompetenzen, gepaart mit ausreichend Verständnis und Liebe zum Kind zusprechen würde.

An Erzieherinnen, die mit Lob oder Bestrafung arbeiten, Kinder nicht als gleichwertige Menschen betrachten und sich durch straffe Vorgaben ihres Arbeitgebers unter Druck setzen lassen, wäre ich in keinem Falle interessiert.

Um wissenschaftliche Validität oder Begründung der Selbstbetreuung soll es in diesem Artikel nicht gehen. Hierzu gibt es im Netz unzählige Informationen. Daher entschloss ich mich, das Thema persönlicher zu betrachten und mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen zu garnieren. Für eine wissenschaftliche Betrachtung empfehlen wir das „Memorandum“ (hier als PDF) der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV).

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Comments 10

  • Hallo. Ein wunderbarer Artikel. Er spricht mir aus der Seele. Auch ich bin Erzieherin und habe viel Erlebt und Erfahren, was ich meinem Kind nicht zumuten möchte. Zunächst bleibe ich mit meinem Sohn zwei Jahre zuhause. Doch wie decke ich die restliche Zeit bis zum Schuleintritt ab? Dieser Frage gehe ich gerade nach. Wie schaffe ich das finanziell? Vielleicht können Sie mir dazu ein paar Tipps geben.

    • Danke für Deinen befürwortenden Zeilen, liebe Susanne! Wäre ich aus einem Angestellten-Verhältnis in meine Elternzeit gestartet, hätte ich mir ganz ähnliche Gedanken machen müssen. Mit weiteren Kindern und Urlaubssemestern habe ich zumindest keine strengen Fristen, zeitnah zurückzukehren. Sabrina zeigt in ihrem Kommentar, wie sie finanziell und zeitlich für ihr Kind da sein will. Andere wagen ebenso mutige Schritte – machen sich selbstständig, gehen in Absprache mit dem Partner in Teilzeit, übernehmen zunächst eine ganz andere Tätigkeit von zuhause aus usw. Wir leben momentan noch von einem Einkommen, weil wir es uns leisten wollen. Wir überprüfen unsere Ausgaben – unsinnige Verträge, Versicherungen, Mietwohnung statt Haus, kein zweites Auto – all das muss jeder für sich selbst entscheiden. Alles Liebe für Dich!

  • Genau aus den Gründen werde ich nicht in die Krippe zurückkehren zum arbeiten sondern als Tagesmutter zuhause arbeiten damit ich meine Tochter selbstbetreuen kann.

    • Liebe Sabrina, danke für Deinen Kommentar. Ich finde es wunderbar, dass Du diesen Weg gehen willst. Selbst habe ich auch einige Erzieherinnen kennengelernt, die einen ganz ähnlichen Weg eingeschlagen haben. Ich wünsche Dir dafür alles Gute!

  • Liebe Evelin, ich danke Dir für Deine Antwort und die darin enthaltenen Impulse. Alles Gute für Dich.

  • Liebe Evelin, vielen Dank für deinen knackigen Artikel. Was den Punkt Sozialisierung angeht, – ich habe den Eindruck dass die Generationen“spalte“ auch ausserhalb von Institutionen gewaltig überschwappt und auch hier ausseinanderklafft. Kurse/Workshops ohne Eltern (Große) für Kinder (junge Menschen) ab Schuleingangsalter nach dem Abgabe und Abholungsprinzip ohne die Möglichkeit des wahrlichen Schnupperns (nein sagen, früher gehen für junge Menschen) / „Senioren-Kaffee-klatsch“ im Museum etc. Innerhalb mancher Bereiche kann ich Altersangaben nachvollziehen, geht es bspw um die sichere Umgebung/ (Spiel) Material / Räume /Ängste der Großen innerhalb einer Bewegungslandschaft /aber innerhalb vieler anderer Bereiche / Museen—>Workshop Flugexperiment/Aikidokurs/Waldläuferbande schlichtweg anmaßend. Als wöllten wirklich alle alten unter alten, junge unter jungen und arbeitende unter arbeitenden sein… Dies auch das Produkt der institutionellen Rahmen // der Erziehung in Form von Intellektunterbindung.

    • Liebe Mona, bitte entschuldige meine späte Reaktion! Du hast Recht! Ich erinnerte mich daran, dass es mich als Kind sehr störte, wenn ich für ein bestimmte Gruppe noch zu jung oder für die Hüpfburg zu alt war, meine große Schwester nicht teilnehmen durfte etc. Und wenn ich an Heime denke, in denen Alte (mit entsprechendem Aufsichtspersonal) nur unter sich sind, ergibt sich doch ein schreckliches Gefühl. Unser System lässt Parallelgesellschaften heranwachsen. Alles Liebe Dir und vielen Dank für Deinen Kommentar!

  • Hallo Evelin! Super Artikel, der mir total aus der Seele spricht. Ich gehöre auch zu der Sorte Erzieherin, die mit ihrem Kind Zuhause ist und es definitiv nicht in eine Krippe geben möchte, obwohl ich vor der Schwangerschaft in einer gearbeitet habe.
    Macht bitte noch ganz lange weiter so, denn ihr macht das super!

  • Hallo Katharina, danke für die Blumen, die lieben Worte und dass Du Deine Empfindung zu eurem kigafreiem Leben preisgibst. Alles Liebe euch!

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