Kinderreichtum?Du sehnst Dich nach einem (weiteren) eigenen Kind und fragst Dich, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist? Zweifelst Du an einer (erneuten) Schwangerschaft, sei es wegen den Auswirkungen auf Deine Beziehung, Deinen sozialen Status und die Meinung Deiner Mitmenschen? Du willst die richtige Entscheidung treffen? Mit unserem Artikel wollen wir Dir helfen, Antworten zu finden, indem wir von uns berichten.

Neben Überlegungen, ob eigener Nachwuchs zum Leben dazugehört oder eher belastet, zerbrechen sich viele alternativ eingestellte Pärchen den Kopf: die Überbevölkerung auf der Erde, die Manipulation durch das System, die politische Lage und eingeschränkte Freiheiten begünstigen die Entscheidung nicht.

Gründe für ein Kind

Obwohl wir alle der gleichen Spezies angehören, sind die Gründe für das wiederholte Entstehenlassen eines Kindes so individuell wie wir selbst. Sie sind beeinflusst von medizinischen, psychischen, physischen, ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekten.

Vom besten Zeitpunkt

Bei unseren Freunden unterscheiden sich die Vorstellungen darüber, wann es an der Zeit für (zusätzliche) Nachkommen ist, eklatant. Der perfekte Zeitpunkt ist, sobald …

… das Studium beendet,
… es zur Unterzeichnung des Arbeitsvertrages gekommen,
… das Ende der Probezeit herangerückt,
… der größte Stress in der Firma ausgestanden,
… die Gehaltserhöhung gesichert,
… der Hausbau abgeschlossen,
… das Auto abbezahlt,
… genügend Abstand zur letzten Fehlgeburt verstrichen,
… das Geschwisterkind abgestillt,
… im Kindergarten eingewöhnt
… oder eingeschult ist,
… der Partner aufhört zu rauchen,
… sich die politische Lage stabilisiert,
… die Schwiegereltern weggezogen
… oder die Flitterwochen vorüber sind,
… die Pille abgesetzt wurde oder die Spirale nicht mehr liegt,
… es scheint, dass momentan alle anderen schwanger sind oder
… wenn „Gott es will“.

Der Einfluss des ersten Kindes

Als wir uns zum allerersten Mal nach einem gemeinsamen Kind sehnten, spürten wir die rosafarbenen Wolken um uns herum.

Wie im Film “Ein freudiges Ereignis“, in dem ein kleiner Erdenbürger den Höhepunkt der Liebe der zwei Turteltäubchen darstellt, bekamen wir Lust auf eine wundervolle Melange aus uns beiden. Mit der Niederkunft wandelte sich das einst so entspannte Studentenleben jedoch radikal zu einem chaotischen Parallelleben. Der eine wurde nicht mehr mit dem Job im Büro fertig und der andere versank zuhause einsam hinter Wäschebergen mit dem schreienden Baby.

Heute sind wir heilfroh, dass sich unser Weltbild hinsichtlich Wirtschaft und Arbeit grundlegend änderte. Das rettete unsere Ehe. Nachdem wir uns für ein finanziell bescheideneres Dasein und die gemeinsame Zeit als Familie entschlossen, entstand in uns kurzerhand die Sehnsucht nach einem Geschwisterchen für unsere Große. Der geringe Altersunterschied kam uns genauso gelegen wie die Einplanung in das Urlaubssemester.

Wie an den Tagen der Geburten unserer Töchter besaßen wir bei der Jüngsten das korrekte Gespür für den perfekten Zeitpunkt ihrer Zeugung: Keine Stunde verging ab dem ausgesprochenen Herzenswunsch – wir ließen zum wiederholten Male Leben entstehen.

Geteilte Meinungen

Während die Reaktionen auf die vorangegangene Schwangerschaft durch die Bank positiv ausfielen, verletzte uns mit Ankündigung des zweiten Kindes u.a. ein „Ach du sch…“ aus der Verwandtschaft. Im Allgemeinen zählten wir für unsere Zeitgenossen jedoch nicht zu den asozialen, unverantwortlichen Eltern, die zu doof zum Verhüten sind.

Bei dem Traum von einem dritten Kind sieht es schon anders aus. Obwohl wir kinderreiche Klans bewundern und uns von der dort vorherrschenden Liebe und Vertrautheit eine Scheibe abschneiden wollen, steckt uns genau im Hinterkopf, wie zahlreiche Mitmenschen über jene Familien urteilen. Doch auf uns wirken die Horlachers mit ihren drei und die Sundancefamily mit ihren sechs Kindern genauso wie die 12-köpfige Familie von Familie(n)leben ausgesprochen glücklich.

Arbeitsfaul und asozial

Ob es ein vom Regime der ehemaligen DDR geschaffenes Problem ist, dass die alten Parteitreuen keinen Sinn für stattliche Familiengrößen haben?

Lautlose Vorwürfe, dass …
… wir die in den 60er Jahren heiliggesprochene, gleichwohl nebenwirkungsreiche Pille vergessen haben könnten,
… scheinbar kein Bedarf besteht, sich als Mutter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, sondern nur zuhause rumsitzen zu wollen oder
… wir es uns viel leichter machen als die armen Mitläufer einer unsozialen Gesellschaft, deren Arbeitsmoral über der der Familie stehe.

Oder liegt es an der noch immer vorherrschenden Meinung, man müsse über Kinder bestimmen, und lebt aus besagtem Grund seit Generationen in Feindschaft mit ihnen?

Die Entscheidung für unser drittes Kind

Für uns kommt der Schritt hin zu einem dritten und vierten Kind absolut in Betracht. Der von uns gewählte, optimale Augenblick ist von verschiedenen Begebenheiten geprägt – mit dem Fokus auf das Vertrauen in ein glückliches Leben.

Dass unsere Große seit der Hausgeburt ihrer Schwester annähernd täglich Hebamme spielt und ihre Faszination für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Neugeborenes ungezügelt ist, ist kein Geheimnis.

Als sie zu Beginn des Jahres aussprach: „Mama, ich wünsche mir noch ein Kind von dir.“, zeigte sie uns Eltern, dass nicht nur wir es sind, die sich nochmaligen Kindersegen herbeiwünschen.

Höre auf Deine innere Stimme

Wir sind letzten Endes die Verantwortlichen für ein (zusätzliches) Kind – nicht Verwandte, Bekannte, Freunde oder Nachbarn. Wir wollen Dich ermutigen, Deinem Herzen zu folgen und die Entscheidung für ein Kind nicht der Geisteshaltung anderer hintanzustellen.

Passend zum Thema Kinderwunsch stand heute auf meinem Teebeutelzettelchen geschrieben: “Jedes Kind ist eine Hoffnung für die Welt.” :-)

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