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Aktualisiert am: 6. März 2026

Es gab schon lange kein Video mehr, weil ich immer nicht so recht wusste, was ich erzählen soll. Dann lagen da plötzlich doch genug Fragen auf dem Tisch. Also habe ich mir einen Zettel genommen, mich draußen hingestellt, nebenbei immer wieder zu den Kindern auf den Spielplatz geschielt und einfach angefangen zu antworten.

Genau darum geht es hier: um unseren damaligen Stand vor der Abreise. Wovon wir leben, wie wir unterwegs arbeiten wollen, wohin es zuerst gehen soll, warum wir uns gegen ein Wohnmobil entschieden haben, was mit unseren Katzen passiert und wie wir die Themen Kindergeld, Wohnsitzabmeldung und Schulpflicht eingeschätzt haben.

Der Beitrag ist damit beides zugleich: ein Zeitdokument aus dem Frühjahr 2019 und eine praktische Orientierung für Familien, die vor ähnlichen Fragen stehen. Gerade bei rechtlichen und finanziellen Punkten solltet ihr die aktuelle Lage aber immer zusätzlich prüfen.

Worum geht es in dieser Fragerunde?

Die Fragen drehen sich vor allem um sieben Punkte: Geld, Internet, Reiseziele, Fortbewegungsmittel, Unterkunft, Kindergeld und Schulpflicht. Also genau um die Themen, bei denen aus einer schönen Idee plötzlich etwas sehr Handfestes wird.

Ich mag an dieser Fragerunde bis heute, dass da kein geschniegelt ausgearbeiteter Masterplan zu sehen ist. Eher ein Zettel, ein Spielplatz, ein Blick zu den Kindern, ein bisschen Zahnspangen-Genuschel und dazwischen der Versuch, große Fragen so ehrlich wie möglich zu beantworten.

Von was leben wir auf Reisen?

Die Frage kam ziemlich direkt, und die Antwort ist es auch. Wir hatten schon einmal ein Video geteilt, in dem wir über unsere Einkünfte gesprochen haben und verschiedene Webseiten verlinkt. Inzwischen sind Patrick und ich außerdem Gesellschafter, und daraus ergibt sich auch eine Gewinnausschüttung, von der wir natürlich ebenfalls leben (wollten).

Viel mehr steckt hinter dieser Antwort eigentlich gar nicht. Wir hatten nicht vor, uns auf ein Wunder zu verlassen, sondern auf Einnahmen, die bereits da waren und weiterlaufen sollten.

Wenn ihr genauer wissen möchtet, wie wir damals unser ortsunabhängiges Arbeiten aufgebaut haben, könnt ihr hier weiterlesen: Ortsunabhängig arbeiten und Geld verdienen mit unserem „Online-Business“.

Wie wollen wir unterwegs weiterarbeiten?

Für uns ist unterwegs vor allem eines wichtig: Internet. Nicht als Luxus, sondern ganz praktisch, weil unsere Arbeit daran hängt. Deshalb schauen wir bei Unterkünften darauf, dass wir dort WLAN nutzen können. Ansonsten kommen auch lokale Daten-SIM-Karten infrage.

Im Video erwähne ich außerdem eine mobile Lösung, die Patrick damals noch genauer erklären wollte. Der Gedanke dahinter war simpel: Wir wollten nicht in jedem Land wieder bei null anfangen, wenn es um Erreichbarkeit geht.

Solche Dinge wirken von außen klein. Unterwegs merkt man ziemlich schnell, dass sie darüber entscheiden, ob sich eine Reise frei anfühlt oder bloß improvisiert.

Was ist, wenn es vor Ort weniger Komfort gibt?

Eine Frage zielte auf Länder mit schwächerem sozialen Netz und auf die Sorge, ob man sich damit nicht zu viel zumutet. Für uns war damals klar: Wir wollten nicht von staatlicher Unterstützung abhängig sein, und wir wollten auch nicht so reisen, dass unser Wohlbefinden an Konsum hängt.

Ich habe das im Video ziemlich schlicht gesagt: Wenn es irgendwo kein Magnum-Eis gibt, dann gibt es eben kein Magnum-Eis. Wenn es keine tollen Klamotten zum Kaufen gibt, ist das auch kein Problem. Wir rennen nicht von einer Station des Einkaufens zur nächsten und brauchen nicht jede Woche irgendetwas Neues, nur damit sich das Leben ordentlich anfühlt.

Der Ausgangspunkt war eher: mit dem glücklich sein, was wir haben.

Wohin soll es zuerst gehen?

Zum Zeitpunkt des Videos war unser Plan, uns im Juni aus Deutschland abzumelden und Deutschland auch im Juni zu verlassen. Dann sollte es zunächst in den Norden gehen. Genauer gesagt: durch Norddeutschland, weiter nach Dänemark, Norwegen und Schweden.

Wir wollten dort Freund:innen besuchen, worauf wir uns sehr gefreut haben. Und wir wollten das Mittsommerfest in Schweden feiern. Schon diese Reihenfolge sagt viel über unsere Art zu reisen: nicht einfach nur Länder abhaken, sondern Menschen sehen, Feste erleben, vor Ort wirklich ankommen.

Zwischendurch hatten wir auch überlegt, noch über Finnland zurückzufahren und dann über Polen wieder nach Deutschland zu kommen. Aber das wurde uns von der Zeit her zu knapp. Finnland musste also warten.

Wenn ihr wissen möchtet, wie sich unsere ersten nördlichen Stationen später angefühlt haben, dann passen diese Beiträge gut dazu: Mittsommer in Schweden, unsere Eindrücke aus Schweden und Norwegen mit Kindern.

Warum kommen wir im Sommer noch einmal zurück?

Im Juli wollten wir noch einmal ins Erzgebirge zurückkommen. Der Grund war sehr konkret und ziemlich typisch Familienleben: unsere drei Katzen.

Meine Eltern wollten die Katzen übernehmen, und in der Zwischenzeit würden wir sie selbst noch einmal hüten. Reiseplanung klingt oft nach großen Linien, hängt in Wirklichkeit aber manchmal an sehr kleinen, sehr lebendigen Wesen mit Fell.

Im Video stehe ich dabei draußen und schaue nebenbei immer wieder zu unseren Kindern auf dem Spielplatz. Man hört und spürt förmlich, wie die großen Fragen mit ganz normalem Geschwisterzank zusammenprallen. Genau so war diese Phase für uns.

Und danach: wohin geht es weiter?

Nach dem Norden sollte es weiter in den Süden gehen. Ich habe das im Video ziemlich offen gesagt: Meine Bedürfnisse nach Wärme und viel Sonnenschein wollten schließlich auch erfüllt werden.

Ein genaues Land konnten wir damals noch nicht nennen. Klar war nur die Richtung: Südosteuropa. Für das restliche Jahr wollten wir uns dort aufhalten und dann schauen, wie es sich für uns anfühlt, wo wir gerade sind.

Das war kein ausgefeilter Fünfjahresplan. Eher eine grobe Route und die Bereitschaft, unterwegs wirklich hinzusehen.

Wie reisen wir: Wohnmobil, Zug oder Auto?

Auch dazu gab es viele Fragen. Wir hatten tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, uns ein Wohnmobil zuzulegen. Aber für mich war das damals mit drei Kindern, die laut werden können und viel Platz zum Spielen brauchen, überhaupt nicht vorstellbar.

Es erschien mir schlicht zu eng. Und ich hatte in dieser Phase auch keinen Nerv dafür, neben all dem anderen Neuen noch dauernd zu überlegen, welchen Stellplatz man nun nimmt, wie man dies oder jenes günstig organisiert und ob das Ganze am Ende überhaupt entspannter ist.

Dazu kommt das Geld. Ein Wohnmobil kostet erst einmal ordentlich. Danach hören die Kosten ja nicht einfach auf. Sprit, Stellplätze, laufende Ausgaben. Unsere Kinder fanden die Idee zwar gut, und ausgeschlossen war sie nicht für alle Zeiten. Aber in diesem Moment hatten wir darauf gar keine Lust.

Auch mit dem Zug hatten wir kurz geliebäugelt. Für Blogger gab es damals Vergünstigungen über Interrail, und eine Anfrage stand noch aus. Im Video deutet sich aber schon an, dass wir vermutlich nicht bloß mit Rucksäcken unterwegs sein würden.

Wir würden hinterm Lenkrad sitzen. Mit Kindersitzen und dem ganz normalen Familiengerödel eben.

Was ist mit unserem alten Auto?

Unser altes Auto, dieses Frauenauto, wollten wir nicht behalten. Wir würden uns davon trennen und später zeigen, mit welchem neuen Auto wir schließlich losfahren und wie wir alles verstauen.

Diese Stelle im Video mag ich bis heute, weil sie so schön zwischen Geheimniskrämerei und Verplappern schwankt. Ich wollte noch nicht zu viel verraten und hatte im nächsten Satz schon mehr gesagt, als eigentlich geplant war.

Zum Thema Reisen mit Kindern im Auto findet ihr hier einen älteren Beitrag von uns: Urlaub mit Kindern, stressfreies Reisen im Auto.

Warum wir nicht im Auto leben wollten

Das war für uns ein wichtiger Punkt. Das Auto sollte uns von Ort zu Ort bringen, aber wir wollten nicht darin wohnen. Wir wollten uns unterwegs Unterkünfte suchen.

Mit drei kleinen Kindern denke ich nun einmal nicht nur an schöne Aussichten, sondern auch an Wäsche. An Essen. An Ruhe. An die ganz profanen Dinge, die trotzdem jeden Tag da sind. Und all das lässt sich in einer richtigen Unterkunft wesentlich besser auffangen.

Außerdem wollte ich nicht in der einen Woche hier sein und in der nächsten Woche dort. Meine Vorstellung war eher, für längere Zeit an einem Ort zu bleiben, vielleicht sogar bis zu drei Monate in einem Land. Nicht nur vorbeifahren, sondern mit Menschen in Kontakt kommen und mehr mitkriegen als einen schönen Strand oder irgendwelche Stellplätze.

Große Lebensentscheidungen klingen oft spektakulär. Tragfähig werden sie erst an den unspektakulären Dingen: Wäsche, Schlaf, Raum, Internet, Essen, Ruhe, Kinder, Katzen.

Zum Sparen unterwegs passt auch dieser Beitrag: Kosten sparen auf Weltreise.

Wie ist das mit dem Kindergeld?

Das war eine der Fragen, die wir uns früher selbst oft gestellt haben. Gerade mit drei Kindern wirkt das Thema schnell groß. Im Video sage ich deshalb bewusst nichts Pauschales, sondern beschreibe nur, wie wir unseren Fall damals eingeschätzt haben.

Unser damaliger Stand war: Bei solchen Fragen kommt es auf den Einzelfall an. Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt, Steuerpflicht und weitere Details spielen dabei eine Rolle. Wie genau das für uns aussehen würde, sollte unser Steuerberater noch prüfen.

Ich wollte dazu im Video also gerade keine Universallösung verkaufen. Wichtig war uns nur: Auch wenn es ohne Kindergeld sein sollte, würden wir einen Weg finden. Ich hatte damals nicht die Sorge, dass wir deshalb unsere Kinder nicht satt bekommen.

Wichtiger Hinweis zum Kindergeld

Diese Einschätzung stammt aus dem Frühjahr 2019 und aus unserer damaligen Situation. Kindergeld in grenzüberschreitenden Fällen hängt unter anderem von Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthalt, Steuerpflicht und weiteren Details ab. Prüft deshalb immer die aktuelle offizielle Information der Familienkasse und lasst euren Fall gegebenenfalls individuell prüfen.

Offizielle Einstiegsseiten dazu sind die Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Kindergeld sowie das Merkblatt Kindergeld.

Wie machen wir das mit der Schulpflicht?

Im Video erzähle ich von einem netten Gespräch mit dem Schulamt hier im Erzgebirge. Unser damaliger Stand war, dass die Sache mit der Schulpflicht für unsere Kinder nach der Abmeldung und dem Verlassen Deutschlands unkompliziert sei. Deshalb sage ich dort auch recht deutlich, dass wir uns Freilernerfamilie nennen können (heute nutzen wir lieber den Begriff „Unschooling“).

Wichtig ist mir heute, diese Aussage sauberer einzuordnen, ohne ihren damaligen Sinn zu verfälschen. Was ich im Video schildere, ist unsere damalige Erfahrung und unser damaliger Informationsstand. Das ist kein allgemeingültiger Fahrplan für jede Familie in jedem Bundesland.

Wer tiefer in unsere Gedanken zum Freilernen einsteigen möchte, findet hier passende Beiträge: Freilernen in Dänemark, Worldschooling und Freilernen auf Reisen und natürlich auch unser damaliger April-Scherz zur Schule.

Wichtiger Hinweis zur Schulpflicht

Auch hier gilt: Bitte versteht das als Zeitdokument und als Schilderung unseres Falls. Schulpflicht hängt vom jeweiligen Landesrecht und vom konkreten Sachverhalt ab. Für Sachsen ist das Sächsische Schulgesetz die maßgebliche Grundlage. Dort wird die Schulpflicht an Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Freistaat Sachsen geknüpft.

Die offizielle Rechtsgrundlage findet ihr hier: Sächsisches Schulgesetz.

Wie läuft die Wohnsitzabmeldung?

Die Abmeldung ist in unserer Reiseplanung ein Knotenpunkt, an dem erstaunlich viel zusammenläuft: Schulpflicht, Behördenpost, Kindergeld und die ganze Frage, was überhaupt noch an Deutschland hängt, wenn man für längere Zeit unterwegs ist.

Weil dieses Thema schnell unübersichtlich wird, haben wir dazu einen eigenen Beitrag geschrieben: Wohnsitz abmelden, so geht’s.

Die aktuelle gesetzliche Grundlage findet ihr im Bundesmeldegesetz, § 17 Anmeldung, Abmeldung. Für die Abmeldung ins Ausland ist außerdem § 23 Bundesmeldegesetz relevant.

Was aus dieser Fragerunde für mich bleibt

Rückblickend mag ich an dieser Fragerunde, dass sie kein Hochglanzplan ist. Da ist eher ein Zettel, ein Spielplatz, ein Blick zu den Kindern, ein bisschen Zahnspangen-Genuschel und dazwischen der Versuch, große Fragen möglichst ehrlich zu beantworten.

Für mich zeigt dieser Moment auch etwas Grundsätzliches über Langzeitreisen als Familie. Die großen Wörter klingen immer beeindruckend: Weltreise, Auswandern, Freilernen, Ortsunabhängigkeit. Im Alltag bestehen sie dann aber aus sehr konkreten Dingen: Internet, Kindersitzen, Katzen, Wäsche, Sonnenschein, Kosten, Formularen und der Frage, ob man wirklich jede Woche irgendwo anders sein will.

Unser damaliger Weg war ziemlich klar. Kein Wohnmobil um jeden Preis. Kein dauerndes Herumziehen. Kein Festhalten an Konsumgewohnheiten, die überall reproduziert werden müssen. Stattdessen eher: schauen, was wir wirklich brauchen, und dann von dort aus losgehen.

FAQ zur Langzeitreise mit Kindern

Wovon lebt ihr auf Reisen?

Zum Zeitpunkt des Videos lebten wir von bestehenden Einnahmequellen und zusätzlich war eine Gewinnausschüttung durch die GmbH geplant.

Warum habt ihr euch gegen ein Wohnmobil entschieden?

Mit drei Kindern erschien es mir damals zu eng, zu aufwendig und im Alltag nicht passend zu dem, was ich mir unter ruhigem Reisen vorgestellt habe.

Wie lange wolltet ihr an einem Ort bleiben?

Ich wollte nicht ständig weiterziehen, sondern eher für längere Zeit an einem Ort bleiben, im Idealfall sogar bis zu drei Monate in einem Land.

Ist Kindergeld bei einer Langzeitreise ins Ausland sicher?

Nein. Genau das lässt sich nicht pauschal sagen. Solche Fragen hängen stark vom Einzelfall ab und sollten immer aktuell geprüft werden.

Endet die Schulpflicht automatisch mit einer Abmeldung?

So pauschal würde ich das heute nicht formulieren. Im Video schildere ich unseren damaligen Fall. Für andere Familien können Bundesland, Wohnsitz und konkrete Umstände anders aussehen.

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