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Hinweis: Das Video und die darin erwähnten Reise-, Test-, Impf- und Einreiseregeln stammen aus dem Sommer 2021. Sie zeigen unsere damalige Situation und Einschätzung und sind keine aktuelle Orientierung.
Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026
Ihr Lieben,
nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Video für euch aufgenommen. Darin beantworte ich die Fragen, die ihr mir geschickt habt. Ihr erfahrt,
- wie es für unsere Große war, einmal „Schule“ auszuprobieren,
- ob wir weiterreisen – und wenn ja, wohin,
- was wir bei Heimweh tun,
- wie das Resümee unserer letzten Langzeitreise ausfällt,
- ob es Ehekrisen bei uns gab,
- ob noch ein 5. Kind in Planung ist (Spoiler),
- welche Hörbücher wir für Kinder empfehlen können und
- wie wir das mit dem Reisen und der Covid-19-Impfung handhaben.
Wie unsere Große Schule erlebt hat
Wir hatten total viel Glück mit ihrer Klassenlehrerin. Sie kannte sich mit gesunder Ernährung aus und konnte auch mit Freilernen etwas anfangen. Für uns war sie damals wirklich ein Glücksgriff.
Unsere Große fand Schule zunächst ganz gut. Es gab eben viel Neues: die Turnhalle, den Werkunterricht, die anderen Kinder und überhaupt die Frage, wie so ein Schultag funktioniert.
Dann kam im Herbst der Distanzunterricht. Ich saß oft mit mehreren Kindern am Küchentisch und hatte das Baby im Tuch. Irgendwie bekamen wir diese Zeit ganz gut herum. Im zweiten Halbjahr kamen Maskenpflicht und Tests hinzu. Unsere Große hatte darauf immer weniger Lust. Wir holten die Schulaufgaben weiter ab und haben sie ziemlich großzügig vernachlässigt. Bei den Überprüfungen hatten wir den Eindruck, dass sie fachlich ungefähr mit der Klasse mithielt. Mit ihrer Klassenlehrerin waren wir die ganze Zeit in guter Verbindung.
Zum Schuljahresende trafen sich die Kinder noch einmal auf dem Schulhof. Es gab kleine Geschenke, Gebasteltes und Lieder. Es war ein herziger Abschied und fast ein bisschen traurig. Unsere Große wollte danach erst einmal nicht wieder in die Schule. Sie wusste nun, wie Schule funktioniert. Falls sie irgendwann noch einmal Lust darauf hätte, kannte sie diese Welt jedenfalls schon.
Warum es nach Kroatien weitergehen sollte
Zum Zeitpunkt des Videos lebten wir seit etwa einem Jahr wieder in Deutschland, in einer Ferienwohnung im Erzgebirge. Kurz vor dem Auszug war klar: Als Nächstes sollte es nach Kroatien gehen. Da waren wir ja schon einmal. Mehr über diese Reisephase findet ihr in unserem Beitrag zu unserer Langzeitreise mit Kindern.
Ganz ohne Heimweh war unsere erste Zeit dort trotzdem nicht. Am Vrana-See hatten wir ein Haus direkt am Wasser, konnten zu jeder Tages- und Nachtzeit baden und waren mitten in der Natur. Die Kinder vermissten Oma und Opa trotzdem sehr.
In den Monaten danach wurde es leichter, weil wir immer wieder mit anderen reisenden Familien zusammen waren. Vieles verstand sich dann von selbst: warum die Kinder nicht in die Schule gingen, warum wir manches anders machten oder warum bei uns wegen einer schmutzigen Hose niemand schimpft. Sie konnten einfach anfangen zu spielen.
Mehr über diese Art zu reisen und zu lernen findet ihr auch in unserem Beitrag über Worldschooling und Freilernen auf Reisen.
Was Reisen mit uns als Familie gemacht hat
Vor der Reise hatte ich wirklich Sorge, dass mir meine Freundinnen zu Hause fehlen würden. Unterwegs habe ich dann gemerkt, wie viele Herzensmenschen man kennenlernen kann. Es gab immer wieder Menschen, mit denen ich mich so gut unterhalten konnte, dass Freundschaften entstanden. Und manchmal war es einfach schön, eine Freundin vor Ort zu haben, mit der ich eine Runde schwatzen konnte, während die Kinder spielten.
Selbst in Montenegro, das bei uns eher gemischte Gefühle hinterlassen hat, haben wir nette Menschen kennengelernt.
Auch als Paar haben Patrick und ich diese Reisephase eher ruhig erlebt. Große Ehekrisen fallen mir dazu jedenfalls nicht ein. Bei uns rumpelt es schon manchmal tüchtig. Vielleicht haben wir uns unterwegs mehr zusammengerissen oder sind einfach rücksichtsvoller und robuster miteinander umgegangen. Mehr über unsere Gedanken zu Beziehung findet ihr in unserem Beitrag über glückliche Partnerschaft im Familienalltag.
Auch die Kinder wirkten unterwegs oft entspannter. Ich selbst fühlte mich im Ausland häufig weniger beobachtet, wenn ein Kind weinte oder Geschwister sich zankten. Ob das am jeweiligen Land, an unseren Unterkünften oder einfach an einzelnen Begegnungen lag, kann ich nicht auseinanderhalten. Für mich machte dieses Gefühl trotzdem einen Unterschied.
Kinderwunsch, Körperfragen und Hörbücher
Auch die Frage nach einem fünften Kind kam auf. Für uns war damals klar: Unsere Familienplanung mit gemeinsamen Kindern war abgeschlossen. Den Hintergrund dazu findet ihr in Patricks Erfahrungsbericht über seine Vasektomie.
Der Gedanke an Adoption war zu dieser Zeit trotzdem noch da – eher als etwas, mit dem wir uns vielleicht später einmal näher beschäftigen würden. Im Sommer 2021 stand erst einmal die Reise im Vordergrund.
Zu meiner Figur und Ernährung kamen ebenfalls Fragen. Dafür wollte ich mir mehr Ruhe nehmen, als in diesem Video noch hineingepasst hätte. Daraus ist später ein eigener Beitrag entstanden: Schlank nach der Schwangerschaft: Was wirklich hilft – und was nicht.
Und dann waren da noch die Hörbücher. Ein Favorit unserer Kinder war Enid Blyton – Der Wunderweltenbaum. Es sind fantasievolle, aufregende Geschichten, die unsere Kinder sehr gern gehört haben. Bei uns passten sie ungefähr ab fünf Jahren.
Weitere Bücher, die bei uns gern gelesen wurden, findet ihr bei unseren Kinderbüchern für 3- bis 6-Jährige.
Reisebestimmungen und Covid-19: der Stand im Sommer 2021
Im letzten Teil des Videos spreche ich über Impfungen, Tests und Einreiseregeln. Das war unser Blick im Sommer 2021. Wir wussten damals selbst noch nicht, welche Nachweise an den Grenzen tatsächlich verlangt würden und wie sich die Regeln unterwegs verändern würden. Meine damaligen Einschätzungen gehören in genau diese Unsicherheit.
Heute taugt dieser Teil deshalb vor allem als Zeitdokument.
Was mir aus dem Video bis heute wichtig ist: Unsere Große durfte Schule kennenlernen und für sich merken, wie sie sich damit fühlt. Auf Reisen haben wir gleichzeitig erlebt, wie viel vertraute Menschen, neue Freundschaften und ein Umfeld ausmachen können, in dem Kinder sich mit ihrer Lebensweise nicht dauernd erklären müssen.
Falls ihr Fragen habt, freue ich mich über eure Nachricht.
Bis bald!
Eure Evelin
Eure Fragen zu Schule, Langzeitreise und Familienalltag von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
Hallo, schön mal wieder etwas von dir/euch zu hören bzw. zu sehen!
Ich hab gleich eine Frage: dieser Ort in Kroatien von dem du redest, kann da jeder der möchte hinkommen?
Wenn ja, könntet ihr mir kontaktdaten, Homepage oder sonstiges zukommen lassen?
Wir unternehmen nämlich mit unseren beiden kleinen Kindern auch immer längere Reisen. Diesen Winter wollen wir über Kroatien nach Griechenland und evtl in die Türkei.
Und dieser Ort würde uns glaube ich auch sehr gut gefallen.
LG Eva
Liebe Eva,
hab vielen Dank für deinen Kommentar. Theoretisch war bisher jede Reisefamilie gern willkommen. Demnächst reist die gastgebende Familie jedoch selbst, und so wird der Campingplatz geschlossen. Im Winter wird es an diesem Ort leider auch sehr ungemütlich; „Bora“ fegt stark über das Land und die Heizmöglichkeiten in den Häusern beschränken sich oft nur auf ein Zimmer mit Holzfeuerung. Vielleicht passt es für den Rückweg zufällig im nächsten Jahr? Kontaktiert mich zuvor noch einmal und ich schaue, wie es bis dahin aussieht.
Ich wünsche euch alles Gute für eure Reise. Welch tolle Route! 😉
Liebe Grüße
Evelin
Hallo Evelin, wir, 2 Erw. 3 Kinder aus Tirol, dürfen und haben die Kinder offiziell von der Schule abgemeldet und unterrichten sie nun selber. Das vergangene Schuljahr mit allen 3 daheim in der Wohnung hat uns zu viel Nerven gekostet, daher machen wir uns bald auf den Weg auf eine „Bildungsreise“. Ich bin überzeugt, dass wird uns, als Familie, sehr gut tun. Ein konkretes Ziel gibt es bisher nicht, da wir uns auch etwas nach den jeweiligen Maßnahmen richten werden, denn PCR oder Stich kommt nicht in Frage. Ich finde es toll zu lesen und zu hören, dass es noch andere gibt, die ebenfalls diesen Schritt gehen. Du sagtest Montenegro war nicht so toll, darf ich fragen waurm? Wo verbringt Ihr den Winter? Grüße aus Tirol
Lieber Markus,
ich denke auch, dass euch die Bildungsreise nach all dem Homeschooling-Generve gut tun wird.
Unser Winterquartier ist wie bei euch Maßnahmen-abhängig. Wir liebäugeln mit den Kanaren, sollte die Einreise und das Leben dort mit gesundem Menschenverstand möglich bleiben.
Montenegro schien unser „Reise-Tief“ zu sein. Wir unternahmen tolle Ausflüge zu verlassenen Klostern in den Bergen, erlebten hautnah und ohne Schaden die Erdbeben mit, trafen eine superliebe Reisefamilie, trafen Müll-Sammler aus England und nette deutsch-serbische Menschen am Strand… Aber wir hatten ein weniger gutes Gefühl bei den Vermietern und der schimmeligen Unterkunft, bei ziemlich aggressiven Nachbarn, Verkäufern und Autofahrern. () Wir hatten schon so oft gehört, dass die Montegriener unfreundlich wären. Wir dachten, das wäre sicher eine Unterstellung, eine falsche Herangehensweise oder ein Missverständnis. Wir reisten also so offen und wohlgesinnt in das Land ein wie in alle anderen auch – und machten trotzdem zu häufig eine sehr grenzwertige Erfahrung im negativen Sinne.
Herzliche Grüße aus Kroatien
Evelin