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Zuletzt aktualisiert: 14.08.2026

Albanien mit Kindern: Vlora Lungomare Promenade

Liebe Reisefreunde! Albanien ist ein recht unbekanntes Reiseland. Doch es lohnt sich, Land und Leute kennenzulernen! In meinem Reisebericht verrate ich euch, warum.

Es ist der Dezember 2019. Während meine drei Lieblingskinder mit ihren Rädern durch einen der kleinen Parks in Vlora rasen, sitze ich entspannt in der Sonne und schreibe diesen Text.

Patrick haben wir „zu Hause“ gelassen. Er braucht für seine heutige Arbeit zuverlässiges Internet und ein paar Stunden ohne Zwischenrufe, Kindergesang und umherwirbelnde Spielsachen. Dabei hoffen wir, dass der Strom heute nicht allzu lange ausfällt. Denn Stromausfall gehört hier einfach dazu.

Falls ihr neugierig seid, wie es in unserem „Künstler-Apartment“ aussieht. Hier könnt ihr es sehen:

Unsere Kinder sind sieben, vier und zwei Jahre alt – also eine recht junge Kinderschar. Die sollte man in einer so großen Stadt wie Vlora besser nicht aus den Augen verlieren.

Alleinsein mit Kindern – schaffe ich das im Ausland?

Mir stellte sich oft die Frage: „Traue ich es mir zu, alleine mit meinen Kindern dort oder da hinzugehen oder zu fahren?“

Albanien mit Kindern: Vlora an einem Abend im Dezember

Albanien mit Kindern: Vlora an einem Abend im Dezember

Das ging mir bereits in Deutschland so. Allerdings konnte ich regelmäßig auf die Unterstützung der Großeltern und Freunde zurückgreifen. Doch wie würde ich Ausflüge mit meinen Kindern bewerkstelligen, wenn wir auf uns gestellt und im Ausland sind? Ich möchte meinen Mann schließlich nicht für jeden noch so kleinen Ausflug, Spaziergang oder Einkaufsbummel von der Arbeit abhalten.

Reisen mit Kindern: leichter als gedacht

Tatsächlich war es in den letzten Monaten so simpel, mit meinen drei kleinen Kindern rauszukommen. Im August hatten wir den Strand direkt vor der Haustür. Da brauchten wir nicht mal Essen, Getränke, Wechselsachen, Spielzeug und das Erste-Hilfe-Set mitschleppen.

Zwei weitere Monate verbrachten wir in einem Mini-Dorf. Hier gingen die zwei großen Mädchen alleine zu ihren Freunden. Nur dem Mini-Mann lief ich hinterher, wenn er mit dem Laufrad über die kaum befahrenen Straßen düste.

In Montenegro schränkten wir uns dahingehend wieder ein.

Ist Albanien gefährlich?

Von Albanien denkt so mancher: Als Frau alleine mit einer rasselnden Kinderbande hinaus zu gehen, sei viel zu gefährlich. Doch wer das glaubt, der irrt – zumindest nach unserer Erfahrung in Vlora im Dezember 2019.

Wir fühlen uns völlig frei. Auch in Vlora fällt es mir leicht, ohne Herzklopfen etwas mit meinen Kindern zu unternehmen. Die Straßen sind zwar reich befahren, aber es gibt überall breite Fußwege und viele Zebrastreifen. Die Kinder können fast durchweg mit den Rädern fahren.

Albanien mit Kindern: Genug Platz zum Laufradfahren

Albanien mit Kindern: Genug Platz zum Laufradfahren

In den Parks strolchen sie herum und wir fühlen uns fast ein wenig wie im großelterlichen Garten. Nur, dass hier kein Schnee ist und die Kinder am Strand planschen können.

Die Herrin der Meere

Die Herrin der Meere

Einkaufen in Albanien unter ehrlichen Menschen

Reif geerntetes Obst und Gemüse sowie frisches Brot können wir an jeder Ecke preiswert kaufen. Der Besuch im Supermarkt macht (im Gegensatz zu Deutschland) mehr Spaß, weil Kinder hier für niemanden ein Problem zu sein scheinen. Im Gegenteil: Ich wurde schon unzählige Male angelächelt und für meine Kinderschar und den Babybauch gelobt.

Günstig einkaufen in Albanien: Obst, Gemüse und Brot für umgerechnet nicht mal 5 Euro

Günstig einkaufen in Albanien: Obst, Gemüse und Brot für umgerechnet nicht mal 5 Euro

Dass sie alleine Obst und Gemüse einkaufen dürfen, erfüllt die jungen Freilerner mit Freude und Stolz. Unsere Töchter streiten sich fast schon darum, wer von ihnen am nächsten Tag dran ist.

Einmal schickte ich unsere Siebenjährige mit dem reich gefüllten Portemonnaie inklusive sämtlicher Kreditkarten los. Die Verkäufer:innen hätten sich ausgiebig daraus bedienen können. Stattdessen schrieben sie handschriftlich jeden Betrag sauber auf ein Papier. Trinkgeld nahmen sie keines. Solche Situationen erlebten wir in Vlora mehrfach – und so blieb bei uns der Eindruck: Im Kleinen läuft hier vieles ausgesprochen korrekt ab.

Ein absolutes Highlight sind die heimischen Oliven, die durch ihre Verarbeitung ein ausgezeichnetes Aroma entwickeln. Das ist natürlich auch ein wenig abhängig davon, wo man sie kauft. Aber im Großen und Ganzen sind sie ein regelrechter Geheimtipp – und obendrein mit etwa zwei Euro pro Kilogramm auch unübertroffen günstig.

Mit dem Auto in Albanien unterwegs

Wir reisten mit dem eigenen Auto nach Vlora. Ohne Probleme konnten wir die Grenze passieren. Auf unserer Fahrt nach Vlora erlebten wir die Straßen überwiegend als gut und breit ausgebaut.

In Vlora hatten wir mit dem Parken keine Probleme. Wir hatten vergessen, unseren Kleinbus zu verriegeln. So stand das Auto eine Woche lang unabgeschlossen im Wohngebiet. Auch hier hätte sich jeder an unserem Gepäck oder am Wagen selbst bedienen können. Gleichwohl rührte es keiner an.

Beobachten können wir hier auch das Falschparken in zweiter Reihe. Die Polizisten stehen dann solange neben dem Auto, bis der Fahrzeugführer wieder zurück am Wagen ist. Es werden ein paar Worte gewechselt, ohne dass ein Strafzettel ausgestellt wird. So auf die Art: „Hey, mach das bitte nicht mehr.“ „In Ordnung. Geht klar, Chef!“.

Religion und touristische Attraktionen in Albanien und Vlora

Albanien ist religiös vielfältig. Der Census 2023 weist für den Bezirk Vlorë muslimische, bektaschische, orthodoxe, katholische und evangelische Zugehörigkeiten aus. Viele Menschen bezeichneten sich außerdem als Gläubige ohne Konfession oder machten keine Angabe. In unserem Alltag wirkte Religion eher unaufdringlich. Den Muezzin hörten wir nur direkt an der Moschee – leise und begrenzt. Nach unserem Eindruck bedeckten Frauen ihr Haar vor allem beim Gebet; im Straßenbild sahen wir sehr unterschiedliche Kleidung.

Die Moschee Xhamia e Neshat Pashait in Vlora

Die Moschee Xhamia e Neshat Pashait in Vlora

Die Muradie-Moschee (Xhamia e Muradies)

Die Muradie-Moschee (Xhamia e Muradies)

Obwohl Weihnachten nicht von allen religiös begangen wird, sind Straßen und Strände weihnachtlich geschmückt. „Für die Tourist:innen“, klärt uns die Mitarbeiterin einer Eisdiele auf.

Veganes Schokoladeneis

Apropos: Es gibt hier auch veganes Eis.

Ganzjährig flattert die Flagge Albaniens stolz an jeder Ecke. Der schwarze Adler auf rotem Grund wirkt für uns im ersten Moment etwas seltsam. Den Nationalstolz hat man den meisten Menschen im Süd-Osten Europas anscheinend nicht abgewöhnt.

Das Unabhängigkeitsdenkmal in Vlora

Das Unabhängigkeitsdenkmal in Vlora

Weihnachtsgebäck und Schoko-Nikoläuse sind vereinzelt in den Supermärkten zu finden. Vegane Weihnachts-Süßigkeiten sucht man allerdings vergebens. Und die 250-Gramm-Stollen sind mit über 16 Euro eine wahre Rarität.

Weihnachtliche Krippe in Albanien

Weihnachtliche Stimmung in Albanien

Händchenhalten und Küssen erlebten wir in Vlora nicht als Problem. Liebespaare wirkten auf uns eher diskreter.

Besonders begeistert hat uns der Weg hinauf zu Kuzum Baba auf dem Hügel Kodra Kuzbabait. Dort steht eine Bektashi-Teqe. Die Stadt Vlora beschreibt Kuzum Baba als religiöses Zentrum der Bektashi. Von hier hat man einen fantastischen Blick über die Stadt.

Gebetskerzen

Gebetskerzen entzünden

Blick über Vlora (Albanien)

Blick über Vlora

Kinderfreundlichkeit in Albanien

Herzlich erkundigen sich die Menschen, ob die drei Kinder alle zu mir gehören. Dann berichten die Frauen, wie viele Kinder sie selbst haben, wie alt diese jetzt sind und wo sie (zum Beispiel beruflich) untergebracht sind. Es sind freundliche Gespräche, die gut tun. Wenn ein Kind freudig quietscht oder vor Wut weint, ist die Anteilnahme hoch. Die Menschen freuen sich mit oder versuchen, die Kinder aufzumuntern.

Ein Detail war für unsere Kinder ungewohnt: Einzelne Personen kamen ihnen sehr nah, strichen über ihr Haar oder wollten ihnen ein Küsschen geben. Wir achteten darauf, wie die Kinder darauf reagierten. Wenn wir merkten, dass ihnen die Nähe zu viel wurde, schufen wir freundlich Abstand. Das ließ sich jedes Mal gut lösen.

Die Bauarbeiter waren sichtlich stolz, dass sich jemand für sie interessierte.

Die Bauarbeiter waren sichtlich stolz, dass sich jemand für sie interessierte.

Kinder werden begrüßt, verabschiedet, die Erwachsenen stellen sich selbst vor, machen den Weg für sie frei, überlegen sich Späße … Es wirkt oft so, als hätten Kinder hier ganz selbstverständlich Recht auf Raum.

Albanische Gastfreundschaft

Letztens kamen wir an einer Tanzschule vorbei. Die Musik zog uns an. Eine Frau machte vor der Tür sauber. Sie lud uns ein, im Tanzsaal auf einem Sofa Platz zu nehmen. Über eine Stunde beobachteten wir die agilen Bewegungen der Jungen und Mädchen.

Tanzschule in Vlora

Tanzschule in Vlora

Der Tanzlehrer bedankte sich bei uns, dass wir seine Zuschauer waren. Seine Helferin, also die Frau, die uns von der Straße aus einlud, zeigte und erklärte noch einiges zu den traditionellen Tänzen Albaniens. Unsere Anwesenheit war ihnen eine Ehre. Für uns war es die herzliche Einladung ebenso.

P & E Group Vlora

P & E Group Vlora

Unsere Nachbar:innen im Haus bringen oft liebe Aufmerksamkeiten für die Kinder vorbei. Auf dem Land entstand bei uns der Eindruck, dass Tourist:innen gern nach Hause eingeladen und üppig bewirtet werden.

In den großen Städten sind freundliche Gespräche geläufiger. Reist ihr mit Kindern, werdet ihr euch den Plaudereien in Cafés, in Fußgängerzonen, am Strand, an der Eislaufbahn und in den kleinen Geschäften sicher kaum entziehen können. Mir tun sie so gut, dass ich mich in Albanien ausgesprochen wohl fühle.

Zum Abschluss noch ein Video von unserem gemeinsamen Familienausflug zur Lungomare Promenade in Vlora am ersten Weihnachtsfeiertag:

Fazit: Albanien als Reiseland

Albanien hat uns überrascht. Wir erlebten im Alltag viele freundliche Begegnungen, frische Lebensmittel, viel Platz für die Kinder und eine Gelassenheit, mit der wir nicht gerechnet hatten. Gleichzeitig gehörten Stromausfälle zu unserem Alltag, und im Verkehr brauchte es unsere Aufmerksamkeit. Wir würden Albanien gern wieder bereisen.

Steckbrief (mit Quellen)

Lage: Südosteuropa, an der Adria und am Ionischen Meer
Hauptstadt: Tirana
Bevölkerung: 2.335.930 Einwohner:innen (Stand 1. Januar 2026; INSTAT)
Vlorë: 83.683 Einwohner:innen in der Gemeinde beim Census am 18. September 2023
Sprache: Albanisch
Währung: Albanischer Lek (ALL)
Religion: religiös vielfältig; der Census 2023 erfasst unter anderem muslimische, bektaschische, orthodoxe, katholische und evangelische Zugehörigkeiten sowie Gläubige ohne Konfession
Klima: an der Küste mediterran
Kindertauglichkeit: nach unserer Erfahrung in Vlora hoch – Kinder begegneten im Alltag viel freundlicher Aufmerksamkeit
Verkehr: Hauptverbindungsstraßen sind laut Auswärtigem Amt in der Regel gut ausgebaut; Straßen abseits davon können deutlich schlechter sein
Sicherheit: Das Auswärtige Amt beschreibt die Lage aktuell insgesamt als ruhig und weist zugleich auf Taschendiebstähle sowie Auto- und Wohnmobileinbrüche hin, besonders in der Sommerzeit
Kulinarisches: viel frisches Obst und Gemüse, Brot und Oliven

Quellen:

Praktische Tipps aus unserem Alltag

Internet und Strom: Stromausfälle gehörten im Dezember 2019 für uns zum Alltag. Wenn ihr unterwegs online arbeitet, kann ein mobiler Datentarif als zweite Verbindung viel Stress sparen. Bei Unterkünften half uns mehr als das Versprechen „WLAN“ die Frage, ob andere Gäste die Verbindung tatsächlich als stabil erlebt hatten.

Unterwegs in der Stadt: Breite Gehwege und viele Zebrastreifen machten unseren Alltag in Vlora leichter. Im Straßenverkehr blieben wir trotzdem aufmerksam. Das Auswärtige Amt beschreibt die Hauptverbindungsstraßen aktuell als in der Regel gut ausgebaut; Straßen abseits davon sind teilweise deutlich schlechter.

Essen (auch vegan): Frisches Obst, Gemüse und Brot fanden wir leicht, ebenso veganes Eis. Bei verarbeiteten Produkten und Süßigkeiten half uns der Blick auf die Zutatenliste.

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FAQ: Albanien mit Kindern

Ist Albanien mit Kindern sicher?

Wir waren im Dezember 2019 in Vlora und erlebten unseren Alltag dort als ruhig und freundlich. Das Auswärtige Amt beschreibt die Lage im Land aktuell insgesamt als ruhig. Zugleich weist es auf Taschendiebstähle, Auto- und Wohnmobileinbrüche hin, die besonders im Sommer zugenommen haben, sowie auf Risiken im Straßenverkehr. Unser Monat in Vlora ist deshalb eine persönliche Erfahrung und keine allgemeine Sicherheitszusage.

Wann ist die beste Reisezeit für Albanien und Vlora mit Familie?

Das hängt davon ab, was ihr vorhabt. An der Küste herrscht mediterranes Klima. Für Strandtage liegt der Sommer nahe. Für Stadt, Spaziergänge und Ausflüge kann die ruhigere Nebensaison angenehmer sein. Wir waren im Dezember dort und mochten die Stille.

Wie teuer ist Albanien im Alltag?

Obst, Gemüse und Brot bekamen wir 2019 oft sehr günstig. Unsere damaligen Preise sind heute kein Preisführer: Ort, Saison, Laden und die allgemeine Preisentwicklung spielen eine Rolle. Als Eindruck aus unserem Monat bleibt, dass frische Lebensmittel für uns häufig deutlich günstiger waren als in Deutschland.

Kommt man ohne Albanisch zurecht?

Im touristischen Umfeld kamen wir häufig mit Englisch zurecht. In kleinen Läden halfen uns außerdem Hände, Lächeln und Geduld. Für unseren Alltag reichte das gut.

Wie funktioniert Bezahlen und Geld?

Die Landeswährung ist der Albanische Lek (ALL). Das Auswärtige Amt schreibt aktuell, dass Barzahlung in Lek üblich ist und Kartenzahlung besonders auf dem Land eher die Ausnahme bleibt. In größeren Städten gibt es in der Regel Geldautomaten. Für unsere kleinen Einkäufe war Bargeld ohnehin praktisch.

Gibt es veganes Essen?

Frisches Obst und Gemüse waren für uns leicht zu bekommen. In Vlora fanden wir außerdem veganes Eis. Bei verarbeiteten Produkten und Süßigkeiten war die Auswahl kleiner, deshalb schauten wir genauer auf die Zutaten.

Wie ist das mit Internet und Strom?

Im Dezember 2019 gehörten Stromausfälle für uns zum Alltag, und das Internet war nicht immer so stabil, wie Patrick es für seine Arbeit brauchte. Wer unterwegs arbeitet, kann mit mobilen Daten eine zweite Verbindung einplanen. Das beschreibt unsere damalige Erfahrung; wie zuverlässig die jeweilige Unterkunft heute ist, hängt von Ort und Anbieter ab.

Was sind kinderfreundliche Aktivitäten in Vlora?

Unsere Kinder mochten vor allem die Parks, den Strand, die Lungomare Promenade und das Unterwegssein mit Laufrad und Fahrrad. Dazu kam der Weg hinauf zu Kuzum Baba mit Blick über die Stadt. Vieles, was ihnen Freude machte, war kein Programmpunkt, sondern schlicht Alltag draußen.

Tung (das heißt „tschüss“)
Eure Evelin!

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