Frauen richtig bestrafen: Auszeiten

AuszeitenAuszeiten sind Zeiträume, in denen eine Frau aus der Konfliktsituation herausgenommen oder bzw. von der Versuchung ferngehalten wird. Das gibt ihr die Möglichkeit, sich zu beruhigen, sich zu sammeln, über das nachzudenken, was von ihr erwartet wird, und sich wieder in den Griff zu bekommen.

Wie Auszeiten funktionieren

Berücksichtigen Sie das Alter Ihrer Frau.

Auszeiten sind bei Frauen im Alter von etwa 18-24 Jahren bis ca. fünfzig Jahren sinnvoll. Auch wenn jede Frau anders ist, begreifen kleinere Frauen die Methode noch nicht, und bei älteren Frauen führen erst raffiniertere Methoden zum gewünschten Verhalten.

Seien Sie bei der Umsetzung von Regeln konsequent

Während der Auszeit findet keinerlei Kommunikation zwischen dem Mann bzw. der Aufsichtsperson und der Frau statt. Die Auszeit ist als eine abgeschwächte Form von Isolation zu verstehen. Damit bringen Sie zum Ausdruck: „Wenn du das tust, gehörst du nicht dazu.“​​

Prägen Sie Verhaltensmuster

Dies erfordert einen gewissen Zeitaufwand, doch es lohnt sich, es von Beginn an richtig zu machen. Es ist nämlich deutlich schwieriger, bereits gelernte Erwartungen der Frau wieder zurechtzurücken.

So läuft eine Auszeit ab

Stellen Sie einen Stuhl an einem neutralen, aber sicheren Ort auf, der keine Ablenkung bietet. Dies kann die Ecke eines Esszimmers oder ein selten benutzter Eingangsbereich sein. Der Stuhl sollte außer Sichtweite der Aufsichtspersonen und weg vom Ort des Geschehens stehen. Wenn eine Frau noch mitten im Geschehen ist, hat sie zu viel Gelegenheit, das Problem durch Herumalbern und Provozieren zu verschlimmern.

Die Küche eignet sich weniger. Sonst können negative Assoziationen mit einem Ort entstehen, der eigentlich ein sicherer Hafen sein sollte. Eine Küche bietet auch zu viele Ablenkungsmöglichkeiten.

Der Ort für die Auszeit muss sich an einem sicheren Platz befinden, an dem die Frau unbeaufsichtigt sein kann. Ungeeignet sind z. B. der oberste Treppenabsatz, ein Platz in der Nähe von zerbrechlichen Gegenständen oder in der Nähe einer Tür, die die Frau öffnen kann.

Der Ablauf

Warnen Sie zuerst.

Kündigen Sie nach zwei Warnungen über das verbotene Verhalten an: „Es ist Zeit für eine Auszeit.“ Nicht mehr. Heben Sie die Frau hoch und setzen Sie sie auf den Stuhl für die Auszeit.

Stellen Sie einen Wecker (z. B. einen Küchenwecker oder den Timer Ihres Smartphones)

Die Dauer der Auszeit sollte ca. eine Minute pro Lebensjahr der Frau betragen.

Seien Sie bestimmt.

Wenn die Frau aufsteht, setzen Sie sie einfach in den Stuhl zurück und stellen Sie den Timer zurück. Sagen Sie nichts und geben Sie nicht nach.

Vergeben und vergessen.

Nach Ablauf der Zeit sagen Sie „Jetzt ist es vorbei“, umarmen Sie Ihre Frau und belassen Sie es dabei. Sprechen Sie den Vorfall nicht erneut an. Geben Sie der Frau eine neue Beschäftigung, die eine positive Alternative zur verbotenen Aktivität darstellt.

Typische Fallen

Zu viel reden.

Dies führt bei der Frau nur zu Verwirrung, erhöht die Anspannung und regt alle Beteiligten nur auf. Wenn Ihre Frau etwas tut, was sie nicht tun soll, und es Zeit für eine Auszeit ist, erklären Sie ihr, was sie falsch gemacht hat und sagen Sie: „Jetzt ist Zeit für eine Auszeit!“.

Wenn es nach hinten losgeht

Wenn Ihre Frau bei der Auszeit mehr Beachtung als beim gewünschten Verhalten erhält, wird sie weiterhin versuchen, Ihre Aufmerksamkeit durch provokatives Verhalten auf sich zu lenken.

Wenn Sie verärgert sind

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Nachdem Sie sich beruhigt haben, gehen Sie zurück zu Ihrer Frau, nennen Sie den Grund für die Auszeit und starten Sie die Auszeit. Behalten Sie sich dieses Szenario jedoch nur für wirklich „schlimme“ Fälle vor. Es darf keinesfalls zur Gewohnheit werden.

Belohnen Sie gutes Verhalten nicht

Dazu müssten Sie z. B. versuchen, sie beim Wohlverhalten zu „erwischen“. Das ist allerdings nicht ganz einfach: Je schlimmer das Fehlverhalten wird, desto mehr neigt man dazu, sich zurückzuziehen oder der Frau sogar aus dem Weg zu gehen.

Besondere Umstände

Verhalten

Ist Ihre Frau sehr zornig oder aufgeregt, wird der Lerneffekt bei der Auszeit nicht eintreten. Wurde eine Frau schon zu häufig ernsthaft isoliert, so ist eine Auszeit mit zu vielen Emotionen verbunden. Der Lerneffekt tritt dann in den Hintergrund.

Entwicklungsalter

Eine Frau, die in ihrer Entwicklung hinterher hinkt oder weit überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten hat, sollte entsprechend ihrem Entwicklungsstand behandelt werden und nicht nach ihrem biologischen Alter.

Den ganzen Tag mit Auszeit beschäftigt?

Wenn es Ihnen so vorkommt, als ob Ihre Frau ein besonders provozierendes Verhalten an den Tag legt, dann kann das daran liegen, dass sie gestresst ist oder unter Druck steht. Es kann allerdings auch einfach nur ein Ausdruck von Langeweile sein. Fragen Sie sich selbst, ob Sie Stress ausstrahlen. Eine Frau kann auch provozieren, um Sie aus der Reserve zu locken, auch wenn sie damit Ihren Ärger auf sich zieht.

Schlusswort

Bist Du schockiert über das, was Du hier liest? Waren wir auch, als wir den Artikel „Kinder richtig bestrafen: Auszeiten“ von „Pampers“ lasen. Unsere Ausführungen sind eine Parodie auf diesen Artikel.

Wir wünschen uns, dass Kinder (genauso wie Frauen auch!) als vollwertige und wertvolle Menschen betrachtet werden und, dass solche (übrigens illegalen) Erziehungsmaßnahmen bald der Vergangenheit angehören.

Weiteres zum Thema „Auszeiten“ findest Du auf:
http://elternmorphose.de/ und
http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/

Postscriptum (20.11.2016):

Auf der Facebook-Fanpage des Unternehmens findet sich seit heute folgende Erklärung:

„… es tut uns sehr leid, dass unser Artikel „Kinder richtig bestrafen: Auszeiten“ zu Widerspruch und Irritation geführt hat. Wir werden den Artikel (Anmerkung von freeyourfamily.net: der laut der Webseite https://archive.org schon mehrere Monate, mindestens aber seit August 2016 online ist) schnellstmöglich von unserer Website entfernen, da er als widersprüchlich zu unserem übergeordneten Ziel bei Pampers, Babies eine gesunde und glückliche Entwicklung zu ermöglichen, verstanden werden kann. Bitte habt Verständnis dafür, dass das aufgrund technischer Rahmenbedingungen bis zu 24 Stunden dauern kann.
Grundsätzlich möchten wir auf unserer Homepage nützliche Informationen zur Verfügung stellen, die Hilfestellungen für junge Eltern bieten und Alltagsfragen beantworten. Die entstandene Irritation bedauern wir sehr und entschuldigen uns ausdrücklich dafür.“

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CC BY-SA 4.0 Frauen richtig bestrafen: Auszeiten von Free Your Family ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Comments 15

  • Gratulation zu diesem mutigen Artikel!

    Mir gefällt Euer Beispiel mit Frauen und Kindern, da ich es als Chance sehe, dass immer mehr Menschen offen sind, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Vergleiche können eine krasse Wirkung haben, da manche Menschen noch sehr unbewusst sind.
    Unwürdiges Verhalten ist unwürdig – unabhängig davon, ob es nun um Kinder, Frauen, Männer oder Tiere geht.
    Ich glaube vielen Eltern ist nicht bewusst, dass sie ihre Kinder von oben herab, lieblos und respektlos behandeln. Sie machen es sich zu leicht mit dem Argument, dass es „alle“ so machen würden. Jahre später wundern sie sich, warum sie kein besseres Verhältnis zu ihren jugendlichen/erwachsenen Kindern haben.

    Unabhängig davon, wo ein Kind misshandelt wird, ist es nicht nur möglich, sondern eher wahrscheinlich, dass für das Kind dadurch „negative Assoziationen entstehen“. Dies gilt auch dann, wenn der/die Täter/in den „Rat“ der oben genannten Windelfirma befolgt und dies nicht in der Küche tut!
    Das Kind kann diese negative Erfahrung auch mit einem Geruch, anderen Zimmer, einer Farbe, einem Ton, einer Person und vielem mehr verknüpfen.

    Es gibt Leute, die eine Grundhaltung besitzen, die es ihnen unmöglich zu machen scheint, anderen Menschen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen.
    Aus eigener Erfahrung von der Tätigkeit im Justizvollzug weiß ich, dass mit Dominanz-Gehabe, Arroganz, Ignorieren und Isolieren nicht (grundsätzlich) erreicht wird, dass es von Seiten der damit „bestraften“ Insassen zu einem respektvolleren und für alle sichereren Verhalten kommt.
    Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie ein solches Verhalten -gerade gegenüber Kindern- zu etwas Konstruktivem führen soll..

    Danke, dass Ihr diesen Artikel geschrieben habt, weiter so:-)
    Die Welt braucht mutige Menschen wie Euch!

    • Danke für Deinen bestätigenden Kommentar, lieber Alex!

      André Stern brachte uns auf die Idee, das Wort „Kinder“ bei standardisierten, aber heftigen Erziehungsthesen, durch „Frauen“ zu ersetzen.

      Auch wir erleben es noch heute, dass die Meinung unserer Gesprächspartner sehr starr. Bei Kindern sei das doch etwas ganz anderes. Eine Erklärung für diese „Einsicht“ bekommen wir nie: „Kinder brauchen Grenzen. Das ist nun mal so.“

      Ich denke auch, dass man viel öfter Vergleiche ziehen sollte, weil dies hilft, Absurditäten zu erkennen.

      Liebe Grüße

  • Hallo, ich habe euch soeben auf YouTube entdeckt und den Weg zu eurem Blog gefunden. Es freut mich, dass ihr mit eurem Artikel bei Pampers Wirkung erzielen konntet.

    Zudem ist es schön, dass ihr aus dem Erzgebirge kommt. Ich lebe in der Nähe. 🙂

    Viele Grüße und ein wundervolles neues Jahr
    Karoline

    • Hallo Karoline! Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und verzeih‘ uns unsere späte Reaktion. Es fanden einige Umbauarbeiten am Blog statt, wodurch vieles liegengeblieben ist. Alles Liebe Dir, Evelin und Patrick

  • ein wirklich wunderbarer Artikel von Euch, auf die Idee bin ich noch nie gekommen, Kinder durch Frauen zu ersetzen, einfach toll. Das werde ich künftig in meinem Umfeld testen.
    Liebe Grüße Diana

  • „Die Würde des Menschen ist unantastbar…“
    Art. 1 GG

    • Das hindert viele Menschen leider nicht daran, die Würde anderer zu verletzen. Die Regel „Solange es niemandem schadet, tu was du willst“ sollte das Fundament der menschlichen Existenz sein.

      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße!
      Patrick

  • Super Idee! Hat mir alle Knöpfe gedrückt als Frau. Sollten sich alle mal reinversetzen, die ein Kind haben. Liebe Grüße, Saskia 😉

    • Hallo Saskia, vielen Dank für die Rückmeldung zum Blogbeitrag! Es ist schön, wenn der Artikel bewirkt, dass das eigene Handeln Kindern gegenüber reflektiert wird. <3 Alles Liebe, Patrick

  • Der Originalartikel ist auf der Website von Pampers immer noch unter dem obigen Link zu finden… *kopfschüttel*

    • Hallo Elli,

      der obige Link ist ein Abbild des Artikels in der Wayback-Machine von Archive.org, damit 1. niemand vergisst, welche Tipps Pampers einmal gegeben hat, selbst wenn das Unternehmen verständlicherweise zurückruderte, und 2. unser Blogbeitrag seine Konsistenz und Glaubwürdigkeit bewahrt. Außerdem ist das Thema „Auszeiten“ in der Gesellschaft nach wie vor nicht vom Tisch. Aus dem Grund ist der Perspektivwechsel nach wie vor bedeutend.

      Liebe Grüße
      Patrick

  • Den „Kniff“, in Fragen der Erziehung das Wort „Kind“ mit dem Wort „Frau“ zu ersetzen, halte ich für unpassend und damit wenig sinnvoll. Als Frau würde ich mich bedanken ! Ich habe schon verstanden, was ihr damit bezwecken wolltet. Die Würde gilt für Beide (Alle !), doch gibt es einen entscheidenden Unterschied: die Frau (der „Erwachsene“) ist geistig reif (sollte es grundsätzlich jedenfalls sein). Folgende unpassenden Beispiele sollten meine Kritik erklären: Erkläre deiner Frau, dass es sinnvoll und wichtig ist, sich die Zähne zu putzen (z.B. anhand der Geschichte von Karius und Baktus); deine Frau sollte anderen Frauen nicht die Schaufel auf den Kopf hauen, wenn sie das Backförmchen haben will; erkläre deiner Frau eindringlich, dass sie das Putzmittel nicht trinken darf, auch wenn die Flasche so schön bunt aussieht.
    Das und noch viel mehr sollte man einem Erwachsenen (auch einer Frau) eigentlich nicht mehr erklären müssen. Würde dies in einem Ratgeber für Ehemänner empfohlen, wäre dies wohl wirklich entwürdigend für die Frauen. Diese Dinge einem Kind „beizubringen“ wäre dagegen vernünftig.

    • Hallo Christian, danke für Deine Meinung zum Thema.

      Es ist noch nicht lange her, da Frauen in gleicher Weise diskriminiert wurden. Von daher ist das Beispiel gut gewählt, um ein Verständnis dafür zu schaffen, dass es nicht in Ordnung ist, Kinder so zu behandeln.

      Du machst von der „geistigen Reife“ eines Menschen abhängig, ob er würdevoll oder würdelos zu behandeln ist? Nur, weil jemand etwas nicht ohne Unterstützung kann oder begreift, darf man ihn „bestrafen“?

      Ich möchte kurz auf Deine Beispiele eingehen:

      1. Es liegt auf der Hand, dass es bisweilen sinnvoll ist, sich die Zähne zu putzen. Zwinge ich mein Kind hierzu, erreiche ich, dass es zukünftig überhaupt nichts mehr von der Zahnpflege wissen will. Wenn ich ein Spiel draus mache und behutsam vorgehe, entwickelt sich die Zahnputzroutine. Unsere Kinder putzen sich gern die Zähne. Selbst dann, wenn es gar nicht notwendig ist.

      2. Wenn Peter dem Michael die Schaufel auf den Kopf haut, weil er das Backförmchen haben will, nützen Strafen nichts, weil Peter sein Handeln noch nicht reflektieren kann. Setzt der Papa Bestrafungen als „Erziehungsmittel“ ein, wird Peter nicht lernen, Mitgefühl zu entwickeln, aus freien Stücken zu teilen oder die Folgen eines Schaufelhiebs einzuschätzen. Er lernt: „Haue ich Michael, weil ich mein Förmchen haben will, das er mir weggenommen hat, werde ich bestraft. Also werde ich Michael lieber nicht mehr hauen. Es ist trotzdem voll ungerecht, dass Michael mein Förmchen nehmen darf. Wieso wird er nicht bestraft? Papa und Michael sind so doof!“ Auf jene Weise zerstört der Papa nicht nur durch seine Erziehung die Beziehung zum Kind. Er verhindert auch, dass Peter und Michael eigenständig eine Lösung für ihr Problem finden können.

      3. Hast Du als Kind Putzmittel getrunken oder Seife gegessen? Ich habe als Kind in ein köstlich riechendes Stück Seife gebissen. Glaube mir, das habe ich nie wieder getan! 😉 Und was anderes außer Zitronensaft, Natron, Essig, Öl, einem Seifenstück und vielleicht etwas Backpulver braucht man in einem normalen Haushalt nicht. Das ist alles nichts, was ein Kind akut vergiften würde, zumal der Geschmack von Seife widerlich und der Geruch von Essig abstoßend ist. Kein Kind wird die Flasche freiwillig ansetzen.

      Einem Kind, oder jemand anderem, dem es an „geistiger Reife“ mangelt, durch Strafen etwas „beibringen“ zu wollen, ist realitätsfremd.

      Liebe Grüße
      Patrick

  • Hallo Patrick,
    zunächst möchte ich ein paar Dinge klarstellen, damit meine weiteren Ausführungen hoffentlich nicht (wieder) falsch verstanden werden: ich bin selbst Vater von drei Kindern. Das ist an sich noch keine besondere Leistung. Zeigt aber zumindest, dass ich mich auch praktisch mit unserem Thema beschäftige. Unsere Kinder würde ich durchaus als neugierig, musisch, lebendig und sehr empathisch beschreiben. Man könnte vielleicht auch „wohl erzogen“ sagen – ich möchte hier aber nicht unnötig provozieren 🙂
    Niemals haben meine Frau oder ich körperliche Gewalt gegen eines unserer Kinder angewandt. Traurig oder gar wütend auf uns waren sie bestimmt dennoch schon. Womit ich „psychische Gewalt“ z.B. durch Ausübung von Autorität in bestimmten vergangenen Situationen nicht ausschließen kann. Etwa dann, wenn mangels „geistiger Reife“ des Kindes die Gefahr der Eigen- oder Fremdgefährdung bestand und die Zeit für Erklärung bis zur Einsicht gar nicht vorhanden war. Oder die Interessen von Elternteil und Kind gerade schlicht gegensätzlich aber nicht gleich „vernünftig“ erschienen und sich die Einsicht des Kindes mangels „geistiger Reife“ und der damit einhergehenden mangelnden Selbstreflexion momentan einfach nicht einstellen wollte.
    Und ich gebe unumwunden zu, dass ich es von der Natur sehr vernünftig eingerichtet finde, dass bei aller sozialen Kompetenz und bestem Willen ganz am Ende der Argumentationskette Papa oder Mama mindestens dreimal so schwer wie das dreijährige Kind ist – und nicht umgekehrt.
    Zu deinem Kommentar: natürlich mache ich es nicht von der geistigen Reife von jemandem abhängig, ob ich diesen würdevoll oder würdelos behandle. Darauf habe ich den Unterschied zwischen Frau und Kind ja nicht bezogen, sondern eben auf die „geistige Reife“ an sich. Und hier darf und muss man wohl zwischen Erwachsenen (gerade im Sinne der geistigen Reife und der Fähigkeit zur Selbstreflexion) und Kindern unterscheiden. Die vorgeschlagene Methode von „Pampers“ ist sicher fragwürdig. Doch meine ich aus deinem Kommentar herauszulesen, dass für dich schon eine „Bestrafung“ an sich „würdelos“ ist ? Dem würde ich gegebenenfalls entschieden widersprechen. Gerade gegenüber Erwachsenen, z.B. in der Justiz, ist Strafe neben dem (berechtigten) Sühnegedanken gerade auch eine Möglichkeit der Normverdeutlichung – im Zweifel eben auch ohne Einsicht des Täters. Unter Wahrung seiner Menschenwürde. Was spricht überhaupt dagegen, wenn auch ein Kind merkt bzw. ihm durch entsprechende Maßnahmen (mit Erklärung) verdeutlicht wird, dass es durch ein bestimmtes (asoziales) Verhalten keine Vorteile sondern evtl. sogar Nachteile erfährt ? Die Missachtung durch Spielkameraden nach Schaufelhieben ist doch z.B. auch eine (ziemlich grausame) „Strafe“. Auch wenn der „Schläger“ nicht „geistig reif“ ist, macht diese Reflexion auf sein Verhalten (hier: Strafe) durchaus Sinn – für ihn und die Gesellschaft.
    Ich denke, wenn man seinem Kind achtsam, vertrauensvoll und mit bedingungsloser Liebe begegnet, macht man schon das Meiste richtig. Und echte Autorität – im positiven Sinne – gleichfalls als Reibepunkt und Orientierung, erlangt man als positives Vorbild. Schwer genug.

    Grüße

    Christian

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