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Nichterziehung – Was ist das eigentlich?

Was ist Nichterziehung eigentlich? Dieser Frage geht Evelin in diesem Video nach und veranschaulicht das Thema ganz einfach und beispielhaft mit Theaterpuppen:


Seine Kinder nicht zu erziehen wird mit dem Wort „unerzogen“ gleichgesetzt. Wenn wir unsere Kinder nicht erziehen wollen, heißt das, dass wir eine gleichberechtigte Eltern-Kind-Beziehung pflegen möchten. Im Einzelnen bedeutet das für uns folgendes:

Freiheit, Grenzen und Vertrauen in der Nichterziehung

Wir schenken unseren Kindern Freiheit. Und zwar solange, wie die Freiheit eines anderen nicht verletzt wird. Dafür setzen wir keine aggressiven Grenzen, sondern erklären lediglich unsere persönlichen Grenzen. Auf Regeln, Vorschriften und Sanktionen wird dabei verzichtet.

Nicht zu erziehen schafft man mit viel Vertrauen. Bei allen Dingen, die unsere Kinder tun, vertrauen wir darauf, dass es für sie das Richtige ist. Wir respektieren ihre Entscheidungen und wollen das selbst in den Situationen tun, in denen wir uns für sie etwas anderes gewünscht hätten. Das heißt für uns auch, dass wir die auf uns Großen unter Umständen sinnlos wirkenden Bedürfnisse gleichwertig zu unseren eigenen ansehen.

Über die Vorbildwirkung

Bei Dingen, die uns wichtig sind, versuchen wir, unseren Kindern ein Vorbild zu sein – anstatt ein bestimmtes Verhalten bei ihnen zu erzwingen. Werte wie Freundlichkeit, Höflichkeit, Toleranz oder Hilfsbereitschaft lassen sich unserer Meinung nach sogar leichter vorleben als anerziehen.

Ein wichtiger Aspekt ist für uns, unsere Kinder als unsere Lehrer zu sehen. Wir wollen uns nicht aufführen als wären wir die Lehrer unserer Kinder. Wenn Du unseren Blogartikel zu André Sterns Vortrag kennst, findest Du bestätigt: Auch er gab den Anreiz, dass man sich, statt sich die Frage zu stellen: „Wie kann ich mein Kind erziehen?“, auch überlegen könne, was man von seinem Kind alles lernen kann.

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Über die Autorin
Evelin ist vegetarisch aufgewachsen und lebt seit 20 Jahren vegan. Sie hat als Erzieherin gearbeitet und schließlich studiert, um sich noch mehr für das Recht auf eine Kindheit in Würde, Frieden und ohne Manipulation durch Erziehung einzusetzen - nicht nur für die eigenen drei kindergarten- und schulfreien Kinder. Ihre Lieblingsthemen sind u.a. „Unerzogen“, „Attachment Parenting“, Hochsensibilität und Veganismus.


CC BY-SA 4.0 Nichterziehung – Was ist das eigentlich? von Free Your Family ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Kommentare 8

  • Das was ihr da beschreibt ist in gewissem Maße Erziehung!

    • Hallo Ramona,

      vielleicht kannst Du Deine Gedankengänge dazu näher beschreiben.

      Wir wollen es nicht bei diesem einen Artikel bzw. Video belassen und gehen in einem der nächsten Beiträge noch genauer auf die „Erziehung“, ausgehend von der Definition, ein. :-)

      Liebe Grüße
      Patrick

  • Ich stimme Ramona vollkommen zu: Viele der von euch dargestellten Ideen sind leider selbstwidersprüchlich. Schon der Titel widerspricht der Art des Videos: ihr erklärt dort ja eine private Theorie der Erziehung, auch wenn sie besagt, Erziehung sei nicht wichtig. Insofern ist das Video natürlich pädagogisch und nicht anti-pädagogisch, wenn man davon ausgeht, dass Pädagogik die Lehre der Erziehung ist. Viel wichtiger ist aber zum Beispiel der irrige Glaube, es wäre überhaupt möglich, nicht zu erziehen. Man sieht das besonders deutlich an der Stelle über die Vorbildfunktion der Eltern. Ein Vorbild zu liefern ist NICHTS ANDERS als erziehen durch Sozialisation. Ich würde insofern Abstand davon nehmen, so zu tun, als würde hier etwas völlig Neues präsentiert werden und wenn schon in die Theorien alternativer Erziehung aus den 1960er und 70er Jahren hineinschauen, da wird das alles ein wenig stabiler und fundierter dargelegt.

    • Lieber Martin,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Mir scheint, als wären Dir die Themen Antipädagogik und Kinderrechte noch nicht besonders vertraut. Das macht nichts. Es folgen noch einige Videos und Beiträge hierzu, wo wir u.a. genauer auf die Definition der „Erziehung“ eingehen werden, wie wir es bereits Ramona versprochen haben.

      Wir arbeiten derzeit an mehreren „Baustellen“ gleichzeitig (im übertragenen Sinn), weshalb der nächste, bereits vorbereitete Beitrag zum Thema noch etwas in der Schublade verweilen muss.

      Da nun gerade bei der „Definition der Erziehung“ Reibungspunkte entstehen, besteht offensichtlicher Bedarf an der Fortsetzung und damit auch der Klärung dieses Punktes. Das werden wir tun. Solltest Du sehr neugierig sein, schau doch mal bei http://kraetzae.de/erziehung/ vorbei.

      Neu ist unser Ansatz des gleichberechtigten Umgangs mit unseren Kindern mitnichten. Zum Thema kannst Du Dich, wenn Du möchtest, u.a. mit Ekkehard von Braunmühl auseinandersetzen, der die Antipädagogik bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts postulierte.

      Wir erheben auf unserem Blog übrigens nicht den Anspruch, wissenschaftliche Abhandlungen und Theorien vollumfänglich darzustellen, sondern möchten unseren Lesern zeigen, wie wir unser Leben gestalten und warum wir es gerade auf diese oder jene Art tun.

      Herzliche Grüße
      Patrick

  • Hi,
    Prinzipiell finde ich euren Ansatz ganz gut.
    Ich würde mich aber mit ein paar Fallbeispielen leichter tun. Z.b. die Kinder werfen Essen auf den Boden; wie erklärt ihr den KIndern, dass man das nicht soll!
    Die Bücher von andre Stern kenne ich, . Und hab versucht meinen großen Sohn so zu erziehen.
    LG dani

    • Hallo dani!

      „Das macht/darf/soll man nicht!“, ist für Kinder keine befriedigende Erklärung. Ich glaube, dass jedes Kind irgendwann mal Essen vom Tisch wirft und diese Phase auf jeden Fall vorbeigeht. Eine einfache Lösung wäre, die Mahlzeiten gleich unter Zuhilfenahme einer Tischdecke auf den Fußboden zu verlegen, so wie unsere arabischen Freunde es tun. Soll das normale Essen am Tisch beibehalten werden, hilft bei einem nicht abwaschbaren Boden eine Unterlage unter dem Essplatz des Kindes. Eine Erklärung, warum man das Essen nicht auf den Boden wirft, hilft wohl erst, wenn das Kind alt genug ist, diese auch zu begreifen. Unsere Große hatte erst mit 3 1/2 Jahren verstanden, dass der Hund, der sonst ab und zu etwas vom Tisch der Oma bekommen hat, nicht mehr da ist. ;-)

      Liebe Grüße
      Patrick

  • Hallo Evelin und Patrick,

    habt ihr vielleicht auch Erfahrungen mit einem möglichen Widerspruch zwischen windelfrei und Nicht-Erziehung? Wir haben angefangen, unseren Sohn (heute 19 Monate) mit etwa einem halben Jahr mit Stoffwindeln zu wickeln und gelegentlich abzuhalten. Zugegeben, kein „richtiges“ windelfrei, aber: Anfangs ein überragender Erfolg! Fast 80% des großen Geschäfts landete in der Toilette. Im Sommer klappte das „eigenständige“ Pipimachen (irgendwo) oder abhalten in Garten, auf einem mobilen Töpfchen etc. auch sehr gut.
    Inzwischen entscheidet er sich aber immer öfter selbst dazu, „heimlich“ in die Windel zu machen. Ihn abzuhalten klappt inzwischen mit Büchern wieder besser, aber auch nur Zuhause. Und oft bekommen wir gar nichts mit und haben dann die volle Windel mit wundem Po und umso mehr Protest.
    Nur morgens klappt es ohne Probleme und sogar mit Pipi selbst abwischen.
    Einerseits wollen wir ihm ermöglichen, selbst zu entscheiden, wann er was macht und ihn nicht aufs Klo zwingen. Andererseits wissen wir aber auch, dass er unter dem Geschäft in der Windel leidet und glauben nicht, dass er die Ereignisfolge schon so richtig absehen kann.
    Wahrscheinlich muss man den Status quo einfach akzeptieren. Wir wissen ja auch, dass es an Konsequenz unsererseits mangelt und hoffen nun, dass es sich im Sommer wieder bessert.
    Oder habt ihr noch hilfreiche Ideen und/oder Meinungen dazu?
    Danke und viele Grüße

    • Hallo Bine,

      worin siehst Du einen Widerspruch zwischen „windelfrei“ und „Nicht-Erziehung“? Man erzieht ein Kind nicht, wenn man auf seine Signale hört und reagiert.

      Ja, die Zeit um die zwei Jahre war auch bei unserer Mittleren etwas kompliziert. Sie ließ es manchmal einfach „laufen“. Sowas passiert leider, auch wenn es für uns Große bisweilen ärgerlich ist.

      Lass Dich von diesen Unfällen nicht unter Druck setzen, denn es ist den Kindern selbst unangenehm. Meistens waren sie in dem Moment gerade mit irgendwas sehr wichtigem beschäftigt. Da kann man sein Ausscheidungsbedürfnis schon mal vergessen oder ignorieren.

      Wir haben zum Glück keinen Teppichboden und können Unfälle schnell wegwischen. Wenn wir das Gefühl haben, ein Kind müsste eigentlich schon seit längerer Zeit mal wieder aufs Klo, fragen wir es, ob es mal müsste. Aber auch hier kann man nicht immer mit einer Antwort rechnen. ;-)

      Wenn es sich abhalten lässt, ist alles ok. Wenn sich das Kind mit Händen und Füßen wehrt, sollte man das akzeptieren und später noch einmal versuchen. Es wird auf jeden Fall besser, versprochen! :-)

      Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

      Liebe Grüße
      Patrick

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