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Aktualisiert am: 7. August 2026
Uns wird oft die Frage gestellt, warum wir ausgerechnet ins Erzgebirge gezogen sind. Eine Antwort findet ihr in diesem Video. 🙂
Wenn wir die Geschichte heute kurz zusammenfassen, kamen damals mehrere ziemlich handfeste Dinge zusammen: unsere Wohnsituation am Rand des Thüringer Waldes, Evelins Studium in Sachsen, ihre Familie im Erzgebirge und unsere Gedanken darüber, wie wir mit unseren Kindern in den nächsten Jahren leben wollten.
Schimmel in der Wohnung: Für uns war ein Umzug fällig
Nach der Geburt unserer großen Tochter lebten wir ungefähr drei Jahre am Rand des Thüringer Waldes. Die Zeit dort war schön, unsere Souterrain-Mietwohnung machte uns im Winter allerdings immer wieder Probleme. Am Ende kam Schimmel dazu. Damit war für uns der Punkt erreicht, an dem wir eine andere Wohnung suchten.
Wie wir später im Erzgebirge gewohnt haben, zeigen wir in unserem Video über minimalistisches Wohnen mit Kindern in unserem damaligen Zuhause.
Evelins Studium führte uns nach Sachsen
Evelin studierte Soziale Arbeit in Sachsen und wollte ihren Abschluss an derselben Hochschule machen. Seit der Geburt unserer ersten Tochter war sie beurlaubt und plante, noch eine Weile zu Hause zu bleiben. Gleichzeitig arbeitete sie im Bereich Flüchtlingshilfe. Studium, praktische Arbeit und Familienalltag ließen sich im Erzgebirge für uns besser zusammenbringen.
Der Umzug hatte damit einen sehr nüchternen Vorteil: Wege wurden kürzer, und Evelin konnte ihr begonnenes Studium dort weiterführen, wo sie schon angekommen war.
Familie im Erzgebirge: Zeit mit den Großeltern
Evelin ist im Erzgebirge aufgewachsen, ihre Eltern leben hier. Wir zogen damals in ihr Haus. Dadurch entstand eine intensive Zeit als Familie, in der unsere Kinder ihre Großeltern oft um sich hatten und die Großeltern ihre Enkel.
Diese Nähe war für uns ein eigener Grund für den Umzug. Manche Lebensphasen lassen sich planen. Andere nimmt man mit, solange sie da sind.
Der Umzug war auch für uns als Paar ein Schritt
Für Patrick bedeutete der Umzug mehr Abstand zur eigenen Heimat. Er hing sehr an der Gegend, aus der wir kamen, und zog damals zum ersten Mal rund 160 Kilometer weiter weg. Freunde und Familie verschwanden dadurch natürlich nicht aus unserem Leben. Die Strecke war trotzdem plötzlich da.
Wir entschieden uns gemeinsam, erst einmal im Erzgebirge zu bleiben und den Akku aufzuladen. Wie lange diese Phase dauern würde, wussten wir damals selbst noch nicht.
Freilernen gehörte damals schon zu unseren Zukunftsplänen
Schon zu dieser Zeit beschäftigten uns Bildung, Freiheit und die Frage, wie unsere Kinder lernen sollten. Wir schickten sie nicht in den Kindergarten und dachten darüber nach, später auch beim Lernen eigene Wege zu gehen. Gleichzeitig gingen wir damals davon aus, dass wir auf Dauer wahrscheinlich an einem anderen Ort leben würden. Wohin es gehen sollte, wie wir das organisieren würden und sogar was dann aus unseren Katzen werden sollte, war offen.
Für die rechtliche Einordnung heute ist Sachsen entscheidend, weil wir damals hier lebten. Im Freistaat besteht Schulpflicht für Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt. Nach § 26 Abs. 2 und 3 des Sächsischen Schulgesetzes umfasst sie den regelmäßigen Besuch des Unterrichts und der verbindlichen Schulveranstaltungen; erfüllt wird sie in der Regel durch den Besuch einer Schule in öffentlicher Trägerschaft oder einer genehmigten Ersatzschule. Die Schulaufsichtsbehörde kann Ausnahmen zulassen.
Was wir unter Freilernen beziehungsweise Unschooling verstehen und wie sich Unschooling, Homeschooling und selbstbestimmtes Lernen unterscheiden, haben wir später ausführlicher aufgeschrieben: Was ist Unschooling? Selbstbestimmtes Lernen verständlich erklärt.
Und das Erzgebirge selbst?
Im Video bekommt unsere neue Heimat liebevollen Spott ab. „Gruselig kalt“ trifft manche Tage hier schließlich erstaunlich gut. Gleichzeitig gehörten Landschaft, Jahreszeiten und viel Ruhe bald zu unserem Alltag.
Ein paar Jahre später hat Evelin ihre Heimat noch einmal ausführlicher beschrieben: Erzgebirge als UNESCO-Welterbe: Schneeberg mit Kindern. Einen viel kleineren Ausschnitt aus unserem damaligen Alltag findet ihr im Video über essbare Wildpflanzen im Erzgebirge.
Mitten im Gespräch landen wir außerdem bei Schwimmärmchen. Das gehört nur am Rand zu unserer Umzugsgeschichte, war aber eben Teil dieses Videos. Unsere späteren Erfahrungen dazu stehen im Beitrag Schwimmen lernen ohne Schwimmkurs?.
Fragen an uns
Habt ihr Fragen an uns? Über Kommentare oder Nachrichten freuen wir uns. 🙂
Transkript zum Video
Das Transkript gibt Evelins Erzählung aus dem Video in leicht geglätteter Form wieder.
„Viele Nachfragen gab es, warum wir ausgerechnet ins Erzgebirge gezogen sind. Ich erzähle euch das kurz. Wir haben nach der Geburt unserer großen Tochter am Rand des Thüringer Waldes gewohnt, ungefähr drei Jahre. Es war eine schöne Zeit, aber wir hatten in der Mietwohnung im Keller, also im Souterrain, immer wieder Winterprobleme, am Ende auch Schimmel. Da war klar: So kann es nicht weitergehen, wir müssen umziehen.
Grund 1: Ich habe noch ein Studium, das ich hier in Sachsen weiterführen möchte, und wollte deshalb nicht die Hochschule wechseln. Ich studiere Soziale Arbeit, war seit der Geburt unserer ersten Tochter beurlaubt und wollte noch eine Weile zu Hause bleiben. Außerdem arbeite ich im Bereich Flüchtlingshilfe und nehme aus dem Studium Dinge mit, die ich mir sonst nur schwer anlesen könnte. Und wenn man einmal angefangen hat, kann man den Abschluss auch fertig machen.
Grund 2: Ich bin im Erzgebirge aufgewachsen. Meine Eltern sind hier, und wir sind ins Haus meiner Eltern gezogen. Wir wollten eine intensive Familienzeit mit meinen Eltern erleben. Die Kinder genießen die Großeltern, und die Großeltern die Enkel.
Wir gehen außerdem davon aus, dass wir nicht dauerhaft hier bleiben. Wir schicken unsere Kinder nicht in den Kindergarten und wollen sie auch nicht klassisch beschulen. Wir haben noch nicht festgelegt, wohin es später geht, wie wir das machen und was mit unseren Katzen passiert. Aber jetzt war erst einmal diese Phase wichtig.
Für uns als Paar war der Umzug keine leichte Entscheidung. Patrick hängt sehr an seiner Heimat und ist zum ersten Mal weiter weggezogen, etwa 160 Kilometer. Wir haben aber weiterhin Kontakt zu Freunden und Familie und haben gemeinsam entschieden, erst einmal hier zu bleiben und den Akku aufzuladen.
Wenn ihr Fragen habt, freue ich mich über Kommentare oder Nachrichten. Viele Grüße!“
Warum wir ins Erzgebirge gezogen sind: Studium, Familie, Zukunftspläne (FAQ-Video) von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.