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Die erste Menstruation kann mit einer großen Periodenparty gefeiert werden – wenn der junge Mensch das selbst möchte. Genauso gut können ein ruhiges Gespräch, ein Geschenk oder gar keine Feier passen. Hier findet ihr elf Ideen, von ganz still bis ziemlich feierlich.

Liebe Ideensucher, Familienmenschen, Kinder- und Frauenfreunde,

vor einigen Monaten schlich sich unsere älteste Tochter still an mein Ohr. Ihre Stimme klang leise, irgendwo zwischen Freude und Unsicherheit: „Mama, ich habe wahrscheinlich meine Tage.“ Ich umarmte sie. Und ich hatte das Gefühl, dass ich ihr damit etwas von ihrer Unsicherheit nahm.

Über Körper, Verliebtheit, Schwangerschaft, Pubertät und Menstruation wird bei uns zu Hause ziemlich selbstverständlich gesprochen. Dieses vertraute Verhältnis hilft vermutlich auch in Momenten wie diesem.

Ich musste dabei an meine Schwiegermutter denken. Sie hat uns einmal erzählt, dass sie bei ihrer Menarche dachte, sie müsse sterben. Angst, Scham und Schweigen waren das Umfeld, in dem ihre erste Periode einsetzte.

Das will ich nicht weitergeben.

Für mich gehört dazu noch etwas anderes: Menstruation von Scham zu befreien heißt nicht, ihr gleich die nächste Bedeutung überzustülpen. Ein Mädchen wird mit der ersten Blutung nicht plötzlich zu einer bestimmten Art von Frau. Sie muss sich nicht weiblicher fühlen, reifer benehmen oder diesen Moment überhaupt als großen Übergang erleben. Ihr Körper gehört ihr – und damit auch die Frage, was diese Veränderung für sie bedeutet.

Die erste Periode muss nicht gefeiert werden wie der erste Schultag. Aber ich möchte, dass sich kein Mädchen dieser Erde dafür verstecken oder schlecht fühlen muss. Sie darf auf ganz individuelle Weise gewürdigt werden – falls der junge Mensch das überhaupt möchte.

Im ersten Artikel dieser Serie geht es darum, warum eine Periodenparty zur ersten Menstruation schön sein kann – und wann sie eher keine gute Idee ist. Hier geht es ums Wie.

Die wichtigste Frage kommt zuerst

Bevor überhaupt etwas geplant wird, lohnt sich eine einzige Frage: Was würde diesem Kind oder diesem Teenager in dieser Situation guttun?

Manche möchten reden. Andere wollen erst einmal ihre Ruhe. Wieder andere freuen sich über eine kleine Geste. Für manche ist schon die Vorstellung unerträglich, dass jetzt alle bedeutungsvoll gucken, als ob im Wohnzimmer ein kleiner Staatsakt stattfände.

Ein Ritual kann entlasten. Es kann auch nach hinten losgehen. Wenn die Kerzen brennen, alle im Kreis sitzen und euer Kind auf seine Hände schaut und nur darauf wartet, dass es vorbei ist, dann ist aus Würdigung bloße Inszenierung geworden. Die Form ist dann zu groß für den jungen Menschen, um den es eigentlich geht.

Wenn ihr unsicher seid, hilft eine schlichte Frage: „Möchtest du, dass wir diesen Moment irgendwie bewusst markieren oder lieber ganz ruhig damit umgehen?“

Unsere Periodenparty: Was wir gemacht haben

Unsere Tochter wünschte sich, mit einer befreundeten Mädchen-Familie am Strand zu feiern. Genau das taten wir ein paar Wochen später. Die Pläne dafür schmiedeten wir gemeinsam. Uns war klar, was wir ohnehin schon längst besprochen hatten: Es sollte eine Menstruationsparty geben, die ruhig ein bisschen kitschig sein durfte.

Rote und pinke Luftballons hängen in den Zweigen einer Weide im Abendlicht

Eine sichtbare Form für einen besonderen Moment: Luftballons in der Weide bei unserer Periodenfeier.

An einer großen Weide flatterten rote, pinke und violette Luftballons um die Wette. Weil wir alle gerne singen, trällerten wir ein selbst erfundenes Lied: „Ein Mädchen zu sein, ist schön, ein Mädchen zu sein, ist toll. ‚Ne Frau zu werden ist wundervoll – wir feiern [Name] heut‘!“

Als kleinen Einstieg legte ich Badetücher zum runden Sitzplatz (ja, es waren auch rote Seidentücher dabei, weil ich als Ex-Kindergärtnerin eben so manches Accessoire dabei habe). Das Ehrenmädchen platzierte sich mittig, und wir gaben ihr alle einen Wunsch mit.

„Ich wünsche dir, dass du gesund heranwächst und es dir wohl geht“, sprach die Schwester und stupste ihr einen goldenen Fingerabdruck auf die Stirn. Ich hatte Kinderschminke mitgebracht und zuvor gefragt, wohin die Wunsch-Farbtupfer sollen. Vielleicht entscheiden sich manche Mädchen für eine Hals-, Bauch- oder Armkette, die dann aus lauter Fingerabdrücken entsteht. Bei uns wählte jeder einen Gold- oder Rotton, um seinen persönlichen Wunsch abzugeben. Nach und nach entstand auf ihrer Stirn ein tatsächlich unerwartet hübscher Wunschblätterbaum.

Doch nicht jedem fällt es leicht, sich spontan einen Wunsch zu überlegen. Deshalb hatte ich Bilderzettel um den Kreis gelegt, die als Ideenhilfe genutzt werden konnten. Die kleinen Brüder wünschten ihrer Schwester deshalb, „dass du immer genug Schokolade hast…“

Mädchen sitzt bei einer Periodenfeier auf einer Wiese, mit roten und goldenen Farbtupfern auf der Stirn

Ein stiller Moment der Würdigung: nicht groß inszeniert, aber bewusst und warm.

Natürlich gab es dann Schokolade. Unser Picknick bestand aus veganem Kirschjoghurt, veganen Himbeer-Schokoriegeln, Kirschsaft, kleinen Tomaten, Paprika, Erdbeeren und Wassermelone.

Es ging locker zu. Nebenbei erwähnte jemand, welche Nahrungsmittel den Eisenspiegel aufrechterhalten. Die Hundeliebhaber fragten, wie die Periode bei Hündinnen abläuft. Die Schokoladenmünder verrieten, weshalb Schokolade manchmal so gut tut.

Die Ideekärtchen vom Wunschkreis nützten uns anschließend für unser Partyspiel. Wärmflasche, Schokoriegel, Buch, Bett, Badewanne – habt ihr diese Gegenstände schon mal ausschließlich aus Menschen geformt? Wir versuchten, jeden abgebildeten Gegenstand darzustellen. Wenn ihr beispielsweise ein Fahrrad bauen wollt, dann könnt ihr euch überlegen: Wer ist gelenkig genug, sich zum Vorderrad zu rollen? Legt sich jemand auf den Rücken und stemmt die Füße in die Luft zum Sattel? Gibt es einen Gepäckträger? Wer kurbelt mit den Armen als Pedalen? Dieses Spiel sorgt für viele Lacher bei Gästen, die kein Problem mit Körperkontakt haben.

Unsere Menstruationsparty ging locker weiter. Wir Mütter schwatzten am Strand, die Kinder tobten im Wasser und spielten Tischtennis, die Väter machten ein Nickerchen (glaub ich). Zum Abschluss wünschten sich die Kinder mein altes Schwungtuch. Damit wäre es zu kompliziert (und zu peinlich) gewesen, irgendetwas mit Menstruation darzustellen. Verschiedene Windspiele am Strand mit dem Tuch haben bei meinen Kindern aber anscheinend noch eine Weile ihren Reiz.

Während alle Gäste und Geschwister Richtung Parkplatz liefen, blieb ich für einen kurzen Moment mit meiner Tochter allein. Sie funkelte glücklich in die Zweige der wehenden Weide. Ich legte ihr meine Hände auf den Kopf und sprach ihr einen Segen:

Liebe [Name], Tochter des Lichts, wie die Sterne strahlst du im Kreis der Frauen. Ich segne dich mit Vertrauen – dein Weg ist hell, dein Rhythmus weise. Du bist Stern, du bist Flut, du bist Kraft.

Denselben Spruch hatte ich auf eine Karte geschrieben, die zuhause auf ihrem Bett lag. Dort fand sie auch ein Geschenk, das sie ganz in Ruhe für sich auspacken konnte: neue Kopfhörer, einen Periodenkalender und waschbare Menstruationsbinden von Kulmine – alles hübsch und besonders verpackt.

Geschenkpakete und handgeschriebene Karte liegen auf einem Bett

Ein persönlicher Abschluss: Karte, Geschenk und Menstruationsprodukte als ruhige Form der Würdigung.

Das Wichtigste daran war nicht die Dekoration. Unsere Tochter durfte im Mittelpunkt stehen, ohne ausgestellt zu werden. Und vor allem: Sie hatte diese Feier selbst gewollt.

Unsere Form passt deshalb nicht automatisch zu einem anderen Mädchen. Gerade der Frauenkreis, der Segen und unser Lied wären für manchen Teenie wahrscheinlich der sichere Weg, die nächsten drei Jahre kein Wort mehr mit den Eltern zu wechseln.

11 Ideen für die erste Periode – von still bis feierlich

Wir feiern den ersten Wackelzahn. Wir freuen uns über eine bestandene Prüfung. Die Theateraufführung unseres Kindes zu besuchen, ist selbstverständlich. Wieso sollten wir dann ausgerechnet bei der ersten Regelblutung so tun, als gäbe es nichts zu sagen?

Ich möchte euch trotzdem nicht dazu animieren, unsere Feier eins zu eins nachzumachen. Als Mama, große Schwester, Tante, Oma oder auch als Papa könnt ihr diesen Moment auf sehr unterschiedliche Weise begleiten. Meine Tochter war mit zwölf Jahren vielleicht für etwas ganz anderes zu begeistern als euer Teenie.

Auch das Alter macht einen Unterschied. In der deutschen KiGGS-Basiserhebung von 2003 bis 2006 lag der Median für die erste Regelblutung bei 12,8 Jahren. ACOG schreibt in seiner Information für Jugendliche, dass die meisten Mädchen ihre erste Periode zwischen zwölf und dreizehn Jahren bekommen; manche sind jünger oder älter. Ein neunjähriges Kind braucht womöglich etwas anderes als eine Vierzehnjährige. Die KiGGS-Daten findet ihr beim Robert Koch-Institut.

Ein ruhiger Moment am Küchentisch

Ein Tee, ein Saft und ein ehrliches Gespräch. Kein großes Setting. Die Botschaft ist: Du kannst alles fragen. Nichts daran ist peinlich.

Ich hatte meinen Töchtern von meiner eigenen Teeniezeit erzählt. Weil ich als „Spätzünder“ galt, machte ich mir damals Sorgen und hatte allerlei Vorstellungen im Kopf, über die meine Töchter später sehr lachen mussten.

Ein Brief, der nicht überrollt

Manche Dinge lassen sich in Ruhe leichter lesen als im direkten Gespräch. Gerade wenn euer Kind bei intimen Themen zunächst Abstand braucht, kann ein kurzer, ehrlicher Brief angenehmer sein als ein langes Gespräch, das sofort alle Fragen klären soll.

Ein erstes Perioden-Set

Eine kleine Tasche oder Box mit Dingen, die den Einstieg erleichtern: Periodenunterwäsche oder Binden, dunkle Ersatzunterwäsche, vielleicht eine Wärmflasche und ein Zettel mit den wichtigsten Infos.

Mit meinen Töchtern hatte ich schon lange, bevor es „ernst“ wurde, ein paar Periodenprodukte im Bioladen gemeinsam ausgewählt. Dadurch lagen sie bereits da und mussten im entscheidenden Moment nicht erst zum großen Thema werden.

Ein Ausflug oder ein Wunschessen

Ins Kino gehen, ein Café besuchen, ein Lieblingsessen kochen oder zusammen picknicken: Manchmal entsteht bei etwas Schönem nebenbei das bessere Gespräch.

Und ein Picknick mit roten Beeren und Kirschsaft darf natürlich einfach nur hübsch und lecker sein.

Ein Abend mit Ruhe statt Ritualdruck

Film, Decke, Wärme, Wärmflasche und Ruhe. Oder ein neues Brettspiel auf der Couch. Wer gerade Bauchweh hat oder ohnehin schon genug mit diesem neuen Körperereignis zu tun hat, braucht womöglich überhaupt kein Programm.

Wunschkarten

Sucht ihr nach einem kleinen Segensritual in vertrauter Runde, könnt ihr Wunschkarten gestalten. Gerade jüngeren Mädchen fällt es manchmal leichter, dabei etwas zu malen, statt feierliche Worte aus dem Ärmel schütteln zu müssen.

Pinsel, Wasserfarben und Kartonkarten reichen: Malt eine Wärmflasche, ein kuscheliges Sofa, ein Prinzessinnenbett, ein Lieblingsbuch, eine Tasse Kakao mit Schlagsahne, eine Badewanne, eine bunte Schüssel Obstsalat oder eine Umarmung. Währenddessen lässt sich ganz nebenbei darüber reden, was während der Menstruation guttun kann.

Ein Spiel statt Pathos

Unser Menschenpuzzle kam genau deshalb gut an, weil wir dabei albern sein konnten. Wärmflaschen und Fahrräder aus Menschen zu bauen, ist schwer mit sakraler Würde zu vereinbaren.

Ein bisschen gemeinsames Lachen kann einer Periodenparty ausgesprochen guttun.

Ein Buch zum Körperwissen

Ein gutes Buch kann Gespräche erleichtern, weil nicht alles auf einmal im direkten Gespräch geklärt werden muss.

Happy Period – Ein liebevoll illustriertes Aufklärungsbuch zur ersten Periode* von Antje Heymann kann dafür ein Einstieg sein. Es erklärt den Menstruationszyklus anschaulich. Wichtiger als dieser konkrete Titel ist allerdings, ob Sprache und Gestaltung zu eurem Kind passen.

Ein kleines Geschenk zur ersten Periode

Ein Notizheft, ein Armband oder neue Kopfhörer – vielleicht etwas, das ohnehin schon auf der Wunschliste stand. Wollte sich euer Teenie nicht schon lange Ohrlöcher stechen lassen? Für manche wäre das ein willkommener Anlass.

Das Geschenk muss keine Botschaft wie „Jetzt bist du eine Frau“ transportieren. Es darf einfach eine schöne Erinnerung an einen besonderen Tag sein.

Gar keine Feier – aber eine klare Haltung

Kein Ritual, kein Geschenk, kein symbolischer Akt. Einfach eine offene, selbstverständliche Begleitung.

Wünscht sich eine esoterische Hippie-Mama zum Beispiel eine tolle Tempelzeremonie, der Teenie schwebt gar nicht auf der gleichen Welle: Lasst es.

Manchmal reicht es vollkommen, kein unnötiges Problem daraus zu machen.

Später noch einmal sprechen

Nicht jedes Gespräch muss am ersten Tag vollständig sein. Ein zweiter ruhiger Moment nach ein paar Tagen kann viel entspannter werden.

Dann haben sich vielleicht auch ganz andere Fragen ergeben: Wie lange dauert das jetzt? Was mache ich in der Schule? Wie merke ich, wann die nächste Periode kommt? Und wie kriegt man eigentlich Blutflecken aus der Lieblingshose?

Was ihr bei einer Periodenfeier besser lasst

Überraschungspartys. Wenn der betroffene Mensch nicht selbst zugestimmt hat, ist das fast immer eine schlechte Idee. Die erste Menstruation ist kein Anlass für einen Hinterhalt mit Kuchen.

Zu viele Gäste. Je größer die Runde, desto höher das Risiko, dass sich euer Kind ausgestellt fühlt. Wer davon erfahren darf, entscheidet im Zweifel der Mensch, dessen Blutung gerade gefeiert werden soll.

Sätze wie „Jetzt bist du eine Frau“. Die erste Menstruation ist kein sauberer Schalter. Der Körper verändert sich, aber daraus folgt keine fertige Identität. Gerade in diesem Moment sollte ein junger Mensch nicht erklärt bekommen, wer er jetzt zu sein hat. Menstruation zu enttabuisieren und zugleich neue Vorstellungen davon aufzubauen, wie ein Mädchen oder eine Frau sich fühlen und verhalten soll, wäre nur die nächste Schablone. Selbstbestimmung heißt auch: Die menstruierende Person entscheidet selbst, welche Bedeutung dieser Vorgang für sie hat.

Das eigene Bedürfnis über das Kind stellen. Die Einladungsliste steht innerlich, das Rezept für den roten Kuchen ist ausgesucht und gefragt wurde noch nicht einmal, ob all das willkommen wäre. Dann erzählt die Feier irgendwann mehr über die Eltern als über den Menschen, um den es geht.

Was in ein erstes Perioden-Set kann

Ein erstes Perioden-Set muss kein fertig gekauftes Geschenkset sein. Eine kleine Tasche für zu Hause oder den Schulrucksack reicht vollkommen: ein oder zwei Menstruationsprodukte, Ersatzunterwäsche und eventuell ein kleines Täschchen für benutzte oder nasse Sachen.

Welche Menstruationsprodukte hineinkommen, entscheidet sich nicht nach einer Rangliste. ACOG nennt für Jugendliche Binden, Periodenunterwäsche, Tampons und Menstruationstassen als mögliche Optionen. Die CDC führt außerdem Menstruationsscheiben auf. Manche möchten zuerst etwas ausprobieren, das außen getragen wird. Andere kommen von Anfang an mit einem Tampon oder einer Tasse zurecht. ACOG beschreibt die verschiedenen Produkte hier; die CDC gibt Hinweise zu Anwendung und Hygiene.

Wenn Nachhaltigkeit für euch eine Rolle spielt, können Stoffbinden und andere wiederverwendbare Produkte interessant sein. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2021 beschreibt wiederverwendbare Binden als mögliche wirksame, sichere, günstigere und abfallärmere Option. Ihre Aussagekraft hat Grenzen: 78 Prozent der untersuchten Studien stammten aus Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die Studienqualität bewerteten die Autor:innen insgesamt als niedrig. Daraus lässt sich also keine allgemeine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt ableiten.

Menstruationstassen sind ebenfalls eine mögliche Option. Wer sie ausprobieren möchte, sollte sich allerdings Zeit zugestehen: In einer systematischen Übersichtsarbeit fanden je nach Studie 10 bis 45 Prozent der Teilnehmerinnen die Anwendung schwierig. Das ist kein Argument gegen die Tasse. Es ist ein gutes Argument gegen die Erwartung, dass jedes Menstruationsprodukt auf Anhieb funktionieren muss.

Welche Stoffbinden, Periodenunterwäsche, Tassen und anderen Möglichkeiten es gibt, haben wir ausführlicher in unserem Artikel über nachhaltige Menstruationsprodukte für Teenager zusammengestellt.

Wann Schmerzen und Blutungen ärztlich abgeklärt werden sollten

Menstruationsbeschwerden müssen nicht still ausgehalten werden. ACOG empfiehlt eine ärztliche Abklärung unter anderem dann, wenn eine Blutung länger als sieben Tage dauert oder so stark ist, dass eine Binde oder ein Tampon alle ein bis zwei Stunden gewechselt werden muss. Auch starke Schmerzen, wegen derer Schule oder normale Alltagsaktivitäten nicht möglich sind, sollten medizinisch besprochen werden. Bei Schwindel, Benommenheit oder sehr schnellem Puls während starker Blutungen rät ACOG zu sofortiger ärztlicher Hilfe.

Gerade am Anfang können Zyklen unregelmäßig sein. ACOG nennt bei Jugendlichen typischerweise Abstände von 21 bis 45 Tagen. Wenn die Periode nach ihrem Beginn länger als drei Monate ausbleibt oder dauerhaft deutlich außerhalb dieses Bereichs liegt, gehört auch das ärztlich abgeklärt.

Was am Ende zählt

Eine gute Periodenfeier darf opulent sein. Sie darf kitschig sein, lustig, still oder überhaupt nicht stattfinden.

Vielleicht ist es ein Brief. Vielleicht ein kleines Picknick. Vielleicht eine Wärmflasche. Vielleicht ist es auch nur ein Satz, der hängen bleibt:

Mit deinem Körper ist nichts peinlich.

Die WHO beschreibt Menstruation als natürlichen körperlichen Vorgang und weist zugleich darauf hin, dass Scham und Stigmatisierung die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinträchtigen können. Junge Menschen brauchen deshalb schon vor der ersten Menstruation verständliche Informationen und Unterstützung.

Auf dass nie mehr ein Mädchen das Gefühl bekommt, es müsse sterben.

Eure Evelin


Quellen und Leseempfehlungen

World Health Organization (2026): Menstrual health

Kahl, H.; Schaffrath Rosario, A.; Schlaud, M. (2007): Sexuelle Reifung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS)

American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Your First Period

Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Menstrual Hygiene

van Eijk, A. M. et al. (2021): Exploring menstrual products: A systematic review and meta-analysis of reusable menstrual pads for public health internationally

Arenas-Gallo, C. et al. (2020): Acceptability and safety of the menstrual cup: A systematic review of the literature

ACOG Committee Opinion: Menstruation in Girls and Adolescents: Using the Menstrual Cycle as a Vital Sign

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