Lesezeit: 5 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 06.08.2026
Es war ein morgendlicher Spaziergang im Winter 2016, und wir wollten wissen, was draußen noch wächst. Das Ergebnis seht ihr im Video und in unserer damaligen Fundliste. Im alten Text kündigten wir 16 Wildpflanzen und Beeren an. Tatsächlich sind es 17. Wir hatten uns schlicht verzählt.
Bevor etwas ins Körbchen wandert
Für eine sichere Bestimmung braucht ihr mehr als unsere Bilder und das Video: Prüft mehrere eindeutige Merkmale, bevor ihr eine Pflanze esst. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Sammler:innen, bei Zweifeln auf selbstgesammelte Kräuter und Pflanzen zu verzichten. Es weist darauf hin, dass Verwechslungen mit giftigen Arten schwere und vereinzelt tödliche Vergiftungen verursachen können.[1]
Beim Pflücken zählt auch der Schutz des Fundorts. § 39 Absatz 3 Bundesnaturschutzgesetz erlaubt in Deutschland an Stellen ohne Betretungsverbot die pflegliche Entnahme geringer Mengen für den persönlichen Bedarf. Weitere Schutzvorschriften können eine Entnahme ausschließen.[2]
17 Wildpflanzen und Beeren von unserem Winterspaziergang
Rote Taubnessel
Unser Weg führte zuerst an roten Taubnesseln vorbei. Ihre Blätter schmeckten uns mild, die rot-violetten Blüten leicht süßlich. Wir verwendeten beides im Salat und legten die Blüten gern auf unsere Rohkosttorten.
Gänseblümchen
Eine unserer Töchter liebte es damals, bei jedem Wetter Wildpflanzen zu sammeln. Die Gänseblümchen fand sie schneller als wir. Was unterwegs nicht gleich in ihrem Mund verschwand, landete später als kleine Dekoration auf dem Mittagessen.
Knoblauchsrauke
Noch recht klein streckte sich die Knoblauchsrauke dem Licht entgegen. Beim Reiben der Blätter rochen wir sofort den Knoblauchton. Bei uns hieß sie deshalb „Salamiblatt“. Für Smoothies mochten wir sie weniger, im Salat dafür sehr gern.
Klettenlabkraut
Zum Klettenlabkraut führte uns Mimi. Unsere Katze lief voraus mitten hindurch, während die kleinen Häkchen später zuverlässig an unseren Hosenbeinen hängen blieben. Die jungen Triebe schmeckten uns saftig, mild und erstaunlich wenig pelzig.
Brennnessel
Beim Vorführen der Brennnessel nesselte sich Evelin doch glatt. Im Winter fanden wir nur wenige kleine, zartgrüne Blätter. Die wanderten nach sorgfältiger Verarbeitung in unsere Küche.
Schafgarbe
Die Schafgarbe schmeckte uns deutlich herb. Evelin stillte damals und griff an diesem Tag lieber zu anderen Kräutern.
Klee
Auch Klee wanderte in unser Kräuterkörbchen. Seine Blätter erinnerten uns geschmacklich an junge Erbsen. Im Wald begegnete uns außerdem Waldsauerklee: eine andere Pflanze, deren Blätter deutlich säuerlicher schmeckten.
Brombeerblätter
Die immergrünen Brombeerblätter fanden wir sogar im winterlichen Wald. Junge, hellgrüne Blätter fühlten sich für uns weniger pelzig an als ältere, dunkle. Ihr Aroma erinnerte uns ein wenig an Nüsse.
Löwenzahn
Über den Löwenzahn freuten wir uns besonders. Seine Blätter waren ordentlich bitter. Zusammen mit Äpfeln und anderen Früchten im grünen Smoothie trat diese Bitterkeit für unseren Geschmack etwas zurück.
Breitwegerich
Am Wegesrand kam unter altem Laub Breitwegerich zum Vorschein. Wir erkannten ihn erst beim genaueren Hinsehen. Geschmacklich fanden wir seine Blätter mild und leicht nussig.
Ehrenpreis
Gleich neben dem Breitwegerich entdeckten wir Ehrenpreis. Die zarten Blätter schmeckten uns mild bis nussig. Ein paar wanderten mit ins Körbchen.
Walderdbeerblätter
Etwas tiefer im Wald stießen wir auf Walderdbeeren. Die jungen Blätter schmeckten leicht säuerlich. Wir schnitten ein paar davon fein und gaben sie zu unserem Salat.
Schlehe oder Schwarzdorn
In den wilden Hecken am Wegesrand fanden wir dunkelblaue Schlehen. Nach dem Frost schmeckten sie uns fruchtiger und weniger pelzig als zuvor. Beim ersten Bissen zogen sie den Mund trotzdem noch ziemlich zusammen. Unsere Töchter probierten sie gern.
Feldsalat
Unter dem Laub entdeckten wir sogar Feldsalat, auch Rapunzel genannt. Er schien sich dort vor Frost und Wind zu ducken. Sein vertrauter, mild-nussiger Geschmack passte gut zu den kräftigeren Wildpflanzen.
Vogelmiere
Gleich daneben wuchs Vogelmiere. Ihr Geschmack erinnerte uns an junge Erbsen oder kleine Maiskölbchen. Nach Löwenzahn und Schafgarbe war das angenehm mild.
Wilder Schnittlauch
Fast am Ende unserer Runde fanden wir wilden Schnittlauch. Für uns sah er aus und schmeckte wie Schnittlauch aus dem Garten, nur etwas kräftiger. Seine Halme standen sattgrün am Wegesrand. Ausgerechnet dafür hatten wir keine Schere eingepackt.
Weißdornbeeren
Zum Schluss sammelten wir ein paar rote Weißdornbeeren. Verglichen mit den Schlehen schmeckten sie angenehm mehlig. Unter der roten Schale kam ihr gelblich-weißes Fruchtfleisch zum Vorschein.
Unser Nachschlagewerk für unterwegs
Wenn wir eine Wildpflanze bestimmen oder ihre Verwendung nachlesen wollten, griffen wir unterwegs zum Taschenbuch „Essbare Wildkräuter und Wildbeeren für unterwegs“ aus dem Kosmos-Verlag. Das Buch gab uns erste Anhaltspunkte. Vor dem Essen zählte für uns die sichere Bestimmung der gefundenen Pflanze. Möglichkeiten für den Buchkauf findet ihr in unserem Beitrag über Buch7 und sozialen Buchhandel.
Weiterlesen bei uns
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Giftpflanzen – Wie kann man sich schützen, und was ist bei einer Vergiftung zu tun?, 14.03.2025, Abschnitte „Bei welchen essbaren Pflanzen kommt es häufig zu Verwechslungen mit giftigen Pflanzen?“ und „Wie kann ich mich vor Vergiftungen mit Pflanzen schützen?“, abgerufen am 06.08.2026. Originaltext ↩
- Bundesnaturschutzgesetz, § 39 Absatz 3 und 7, abgerufen am 06.08.2026. Gesetzestext ↩
Wildkräuter im Winter finden: 16 essbare Pflanzen & Beeren (mit Video) von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.