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Im März 2016 hat es uns für einen Tag auf die Leipziger Buchmesse verschlagen. Wir waren als Autor:innen und Blogger:innen dort, vor allem aber als Familie. Zwischen vollen Hallen, Cosplayer:innen und vielen neuen Büchern entdeckten wir Geschichten, über die wir auf dem Heimweg noch gesprochen haben.
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Unser Tag auf der Leipziger Buchmesse mit Kindern
Nach der Anmeldung im Kassenbereich für Fachbesucher:innen tauchten wir in dieses eigenartige Reich aus Papier, Ideen und Verlagsmarketing ein. Zeitgleich fand die Manga Comic Con statt. Unsere Kinder schauten den vielen aufwendig gekleideten Cosplayer:innen lange hinterher. Die Kostüme gehörten für sie ganz selbstverständlich zu diesem Messetag.
Die Bücher waren nur ein Teil ihrer Entdeckungsreise. Sie blieben beim alten Leipziger Theaterbus stehen, probierten einen Leuchttisch mit Sand aus und freuten sich über kleine Geschenke an einigen Ständen. Für unsere Familie trugen vor allem Pausen, wenig Zeitdruck und ein offener Weg durch die Hallen dazu bei, dass der lange Tag für alle angenehm war.
Unsere Kinderbuch-Funde von der Messe
Die folgenden Bücher sind uns damals besonders aufgefallen. Wir erzählen kurz, worum es geht und was uns daran berührt, amüsiert oder nachdenklich gemacht hat. Unsere Altersangaben sind persönliche Orientierungen. Kinder greifen Themen, Bilder und Geschichten in ihrem eigenen Tempo auf.
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Der Tod auf dem Apfelbaum von Kathrin Schärer
Dieses ruhige Bilderbuch erzählt von einem alten Fuchs, der den Tod überlistet und auf seinem Apfelbaum festsetzt. Damit gewinnt er Zeit. Nach und nach erkennt er jedoch, was eine Welt ohne Sterben bedeutet. Uns gefiel, dass die Geschichte ihre Gedanken über Endlichkeit aus der Handlung entwickelt und jungen Leser:innen keine fertige Moral vorsetzt.
Das Buch lässt sich langsam lesen. Bilder, Pausen und Fragen bekommen dadurch ihren Platz. Gerade beim Thema Tod kann ein Kind selbst zeigen, wie lange es bei einer Seite oder einem Gedanken verweilen möchte.
Unsere Alterseinordnung: ab etwa 4 Jahren; bei jüngeren Kindern hängt viel von ihren Fragen und ihrem Interesse am Thema ab.
Die Eule mit der Beule von Susanne Weber und Tanja Jacobs
Die kleine Eule hat eine Beule. Fuchs, Maus, Schlange und Bär versuchen auf ihre Weise, sie zu trösten. Die kurzen Reime, die klare Bildfolge und die Wiederholungen machten das Buch bei uns schon früh vertraut. Unsere Kinder wussten bald, wer als Nächstes auftaucht, und sprachen einzelne Stellen mit.
Am Ende hilft der Kuss der Eulenmama. Diese vertraute Auflösung trägt die kleine Geschichte, während die Begegnungen davor zeigen, wie verschieden Trost aussehen kann.
Unsere Alterseinordnung: ab etwa 1 Jahr.
Emmi sucht ihre Schnuffelnuss von Anna Taube und Larisa Lauber
Emmi sucht ihre Schnuffelnuss, und hinter den Klappen warten kleine Entdeckungen. Das Buch lädt zum gemeinsamen Suchen ein, ohne die Geschichte mit Effekten zu überladen. Die Details tragen das Anschauen, die kurze Handlung hält alles zusammen.
Uns gefiel besonders, dass Vorlesen hier schnell zu einem Gespräch wird: Wo könnte die Schnuffelnuss liegen? Was versteckt sich hinter der nächsten Klappe? Jedes Kind kann mit Blicken, Zeigen oder Worten mitmachen.
Unsere Alterseinordnung: ab etwa 2 Jahren; bei uns machte das Buch auch mit 5 noch Spaß.
Emmi sucht ihre Schnuffelnuss*
Nasebohren ist schön von Daniela Kulot
Elefant und Maus bohren gern in der Nase. Frosch darf das angeblich nicht, weil seine Eltern ihm eine abschreckende Geschichte erzählt haben. Die drei fragen bei den Erwachsenen nach und stoßen auf immer erstaunlichere Begründungen.
Das Buch ist frech, schlicht und treffend. Bei uns löste es Gespräche darüber aus, wie Erwachsene Regeln begründen und was geschieht, wenn junge Menschen bei einer Erklärung weiterfragen. Genau deshalb mochten wir es.
Unsere Alterseinordnung: ab etwa 2 Jahren.
Zuhause kann überall sein von Irena Kobald und Freya Blackwood
Ein Mädchen flieht mit seiner Tante vor dem Krieg. Im neuen Land erlebt es Sicherheit und zugleich Fremdheit: Menschen, Essen, Umgebung und Sprache fühlen sich ungewohnt an. Die vertrauten Wörter werden in der Geschichte zu einer alten Decke, in die das Mädchen sich zurückziehen kann. Durch die Begegnung mit einem anderen Mädchen kommen nach und nach neue Wörter und eine neue Verbindung hinzu.
Text und Bilder erzählen einfühlsam vom Ankommen, ohne die Erfahrung des Mädchens auf eine einfache Botschaft zu verkürzen. Uns erscheint das Buch am stärksten, wenn dafür Zeit ist. Die Metaphern und Bilder öffnen Fragen zu Flucht, Sprache, Einsamkeit und Freundschaft.
Unsere Alterseinordnung: ab etwa 5 Jahren.
Großvaters Stern von Jean-Marie Robillard und Xu Hualing
Dieses Bilderbuch erzählt vom Abschied eines kleinen Bären von seinem Großvater. Die Illustrationen tragen viel von dem, was zwischen den Figuren geschieht. Verlust wird dadurch als Erfahrung sichtbar, die sich nicht in einer Erklärung auflösen lässt.
Am Stand hat uns das Buch wirklich erwischt. Es kann einen ruhigen Raum für Erinnerungen und Fragen öffnen, wenn ein Kind einen Abschied erlebt hat oder sich dem Thema aus eigenem Interesse nähert. Manches Buch wartet eben, bis seine Zeit gekommen ist.
Unsere Alterseinordnung: ab etwa 4 Jahren, abhängig vom Kind und von der Situation.
Hörgeschichten mit klassischer Musik
Eine Ausstellerin empfahl uns damals die Edition SEE-IGEL und sprach dabei vom „Erhalt der deutschen Sprache“. Das war ihre Begründung. Uns interessierte vor allem die Verbindung von Literatur und klassischer Musik: Die Edition entwickelt Hörbücher, in denen Sprecher:innen und eigens eingespielte Musik gemeinsam Geschichten und Märchen erzählen.
Eine Auswahl der Produktionen findet ihr bei jpc. Auf der Website der Edition stehen inzwischen außerdem ausgewählte Hörbücher als Download zur Verfügung.
Weitere Bücher über vergangene Zeiten, historische Ereignisse und das Leben früher findet ihr in unserer großen Kinderbuchliste über Geschichte.
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