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Nadine vom Blog Ökofamilie nominierte uns im Frühjahr 2016 für den „Liebster Award“, wofür wir uns sehr bei ihr bedanken. Sie stellte uns elf Fragen, die wir in diesem Beitrag mit Freude beantworten. Nach dem Frage-und-Antwort-Teil erzählen wir euch noch, was es mit dem Liebster Award auf sich hat, nominieren lesenswerte Blogs und stellen unsererseits Fragen. Los geht’s.
Wenn ihr gerade zum ersten Mal bei uns gelandet seid, findet ihr unter Neu hier auf Free Your Family? ein paar gute Startpunkte.
1) Warum bloggt ihr und welches Ziel verfolgt ihr mit eurem Blog?
Das Internet ist ein faszinierendes und großartiges Medium, das theoretisch und auch praktisch Menschen miteinander vernetzen kann. So liegt sein größtes Potenzial für uns darin, Verbindung zu schaffen – oder nennen wir es ruhig Liebe –, sei es zur Natur, zu anderen Menschen, zu nichtmenschlichen Individuen oder zu uns selbst. Gedanken, Ideen und Utopien können über das Internet Menschen erreichen, die sonst womöglich nie voneinander erfahren hätten.
Wir möchten es zu diesem Zweck nutzen, uns vernetzen und mit unserer Lebensweise, unseren Erkenntnissen, Erfahrungen und Lösungswegen unsere Leser:innen inspirieren, die, wie auch wir, stets auf der Suche nach neuen Impulsen für die Verbesserung, Vereinfachung und sinnvolle Gestaltung ihres Familienlebens sind. Mit unserem Blog möchten wir Gedanken säen, die in den Köpfen unserer Mitmenschen keimen, ihr Leben bereichern und sich vielleicht in Form von Taten zeigen, die unserer Generation und unseren Nachkommen eine wundervolle, lebenswerte Welt erhalten.
Unsere Vision ist ein ökologisches, bewusstes und freies Miteinander ohne Bevormundung, Abgrenzung, Diskriminierung und Hass. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der Menschen ihr Leben frei gestalten können und dabei die Interessen anderer Menschen, nichtmenschlicher Individuen und unserer Mitwelt berücksichtigen. Mit unserem Weblog möchten wir Wege aufzeigen, von denen wir überzeugt sind, dass sie diese Vision unterstützen können.
Unser Dasein auf Erden hält so viele Abenteuer und Wunder für uns bereit, wenn wir uns voller Aufmerksamkeit auf sie einlassen und im Hier und Jetzt leben. Uns, unseren Kindern und all den anderen Mitbewohner:innen unseres „Raumschiffs Erde“ wünschen wir die Chance, diese Wunder zu erfahren und das Leben mit all seinen Facetten zu genießen.
Uns geht es in unserem Blog nicht darum, eine makellose Selbstdarstellung zu erschaffen, uns zu profilieren oder euch zu zeigen, was für perfekte Eltern, Unternehmer:innen, Künstler:innen oder Autor:innen wir angeblich sind und was wir alles in unserem Leben erreicht haben. Das würde weder uns noch euch besonders weit bringen. Wir möchten Erfahrungen und Gedanken teilen, die dazu anregen können, den eigenen Umgang mit sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt immer wieder neu anzuschauen.
Da unser Alltag auch auf Geld als Tauschmittel angewiesen ist – denn Wohnen, Heizung, Strom und Wasser, Lebensmittel, Kleidung, Internetzugang, Webhosting, Arbeitsmittel, Literatur und Recherche möchten bezahlt sein –, ist freeyourfamily.net zugleich Teil unseres Portfolios an Verdienstmöglichkeiten. Damit möchten wir unseren Lebensunterhalt sichern und unserem Ziel eines freien und unabhängigen Lebens näherkommen. Empfehlungen und Partnerlinks gehören deshalb dort zum Blog, wo sie für uns inhaltlich passen. Mehr dazu findet ihr auf unserer Seite Empfehlungen.
Wir möchten uns mithilfe unseres Blogs gern mit anderen Blogs, Menschen und Familien vernetzen, die unserer Weltanschauung nahestehen oder uns mit ihren Gedanken neue Blickwinkel eröffnen. Zwei Themen, die heute einen großen Teil unseres Blogs prägen, findet ihr unter Attachment Parenting und beziehungsorientierte Elternschaft sowie Antispeziesismus: Definition und Ethik.
2) Was war die bisher größte Herausforderung in eurem Leben?
In unserem Familienleben ist die größte Herausforderung sicherlich das Bestreben, all die unterschiedlichen Wünsche unter einen Hut zu bekommen, damit jede:r möglichst glücklich mit dem familiären Zusammenleben ist, selbst wenn die Liebe das starke Fundament unserer Beziehung bildet.
Zudem finden wir es herausfordernd, alte, anerzogene und aus unserer Umgebung übernommene Verhaltens- und Denkweisen zu revidieren und andere Wege tatsächlich im Alltag zu leben. Oft fallen wir in Handlungsmuster und Denkweisen zurück, bei denen wir uns fragen: „Was zum Geier habe ich da gerade getan bzw. gedacht?“ An dieser Stelle übernehmen wir die Verantwortung, schauen hin, arbeiten an uns, reparieren, was zu reparieren ist, und entwickeln uns dadurch weiter.
3) Was ist euch an eurem Leben mit Kindern besonders wichtig und warum?
Besonders wichtig ist uns die Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen, in der wir an ihrem Erleben, ihren kleinen und großen Entdeckungen und ihrer Entwicklung teilhaben und die, seit dem Moment, in dem die Kinder in unser Leben traten, dieses wahnsinnig bereichert.
Uns ist es wichtig, unsere Kinder mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dabei zu unterstützen, ein glückliches Leben zu leben, auf ihre Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen einzugehen und ihnen möglichst viel Freiheit zur individuellen Entfaltung zu gewähren. Es macht uns große Freude, unsere lieben Kinder aufwachsen zu sehen und sie auf ihrem eigenen Weg in die Zukunft zu begleiten.
4) Was war euer größter Wunsch als Kind und habt ihr ihn verwirklicht?
Als ich noch ein Kind war, lag mir der Umwelt- und Naturschutz sehr am Herzen und ich wünschte mir, dass alle Menschen auf der Welt in Frieden miteinander leben können. Auch wenn sich in meiner Jugend und im frühen Erwachsenenalter meine Schwerpunkte zwischenzeitlich verschoben, habe ich nun mit meiner Lebensweise und unserem Weblog einen Weg gefunden, diesem Wunsch wieder viel Raum in meinem Leben zu geben.
Nur mal nebenbei gefragt: Wann hören wir eigentlich auf, „Kind“ zu sein? Wenn wir die Begeisterung verloren haben?
5) Welche Art zu leben bevorzugt ihr und weshalb?
Ich bevorzuge ein minimalistisches, „einfaches“, trotzdem komfortables, möglichst autarkes, eher sesshaftes, achtsames und bewusstes Leben im Familienverbund mit unseren freudestrahlenden Weltentdeckerkindern, in finanzieller Freiheit, mit Saat und Ernte aus dem eigenen Garten sowie ausreichend pflanzlichem Essen. Ein warmes Nest, bereichernde Beziehungen, sauberes Wasser, gutes Essen und schöne Erlebnisse – mehr brauche ich prinzipiell nicht.
6) Wie steht ihr zum Thema Nachhaltigkeit?
Das Wort Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Produkte und Dienstleistungen aller Art werden mit ihm beworben. Sogar von nachhaltigen Autos ist die Rede. Wir schauen deshalb gern etwas genauer hin, was uns da als „nachhaltig“ angepriesen wird und welche Wirkung ein Kauf tatsächlich hat.
Ein Zertifikat oder Label kann dabei eine hilfreiche Information sein. Für unsere eigene Entscheidung interessieren uns außerdem die Unternehmen und Strukturen dahinter, die verwendeten Ressourcen, die Lebensdauer eines Produkts und die einfache Frage, ob wir es überhaupt benötigen.
Gerade beim veganen Einkaufen beschäftigt uns auch, welche Unternehmen wir mit unserem Geld unterstützen und wie deren übriges Geschäft aussieht. Animal Rights Watch setzte sich beispielsweise mit der Frage nach veganen Produkten von Unternehmen auseinander, deren übriges Geschäft auf der Nutzung nichtmenschlicher Tiere beruht: „Vegane Produkte aus der Fleischindustrie“ (Archivlink).
Für uns führt die Frage nach Nachhaltigkeit deshalb immer wieder zum Konsum selbst zurück. Viele Dinge müssen wir gar nicht erst herstellen, transportieren, kaufen, lagern und irgendwann entsorgen, wenn wir sie in unserem Leben kaum brauchen.
Wenn ihr gerade selbst nach veganen Einkaufsmöglichkeiten sucht, findet ihr bei uns außerdem unsere Erfahrungen mit Velivery und den Beitrag Vegane Online-Shops.
7) Was ist euer Lieblingswort?
Letztendlich zählt doch, wer etwas sagt und wie es gesagt wird. Ein voller Liebe ausgesprochenes „Mama“ oder „Papa“ aus den Mündern unserer Kinder ist unbezahlbar!
8) Was bedeutet Glück für euch?
Das Gefühl des Glücks entsteht für mich, wenn ich achtsam in einem Moment verweile, in dem meine Sinne gerade etwas ganz Besonderes und Ästhetisches wahrnehmen, zum Beispiel wenn ich weichen, moosigen Waldboden unter meinen Füßen oder die warme Frühlingssonne auf meiner Haut spüre, bei einem Nachtspaziergang einem Nachtigallenkonzert oder am Meer der tosenden Brandung lausche, meinen Blick durch eine atemberaubende Landschaft schweifen lasse oder die funkelnden Sterne betrachte, vertraute, angenehme Düfte rieche, eine leckere, ausgereifte Frucht oder eine Tasse Tee genieße.
Ich spüre Glück in mir, wenn ich meine wundervolle Familie anschaue, sie lachen höre und die Wärme und Vertrautheit spüre, die sie mir gibt. Je besser es mir gelingt, mit meinen Gedanken im Hier und Jetzt zu verweilen – je achtsamer ich bin –, desto größer ist die Chance, solche Momente überhaupt wahrzunehmen. Ich denke, in außergewöhnlichen, wunderschönen und zauberhaften Erlebnissen und Erfahrungen liegt für mich ein Schlüssel zu einem glücklichen Leben.
9) Beschreibt euch in drei Sätzen.
Was soll hier genau beschrieben werden? Ist es mein Körper, der im Grunde die Hülle für mein Ich, meine Seele, mein Bewusstsein bildet und es mir ermöglicht, meine Umwelt zu erfahren? Oder ist es mein Geist, der all die aufgenommenen Informationen sortiert, kategorisiert, speichert oder verwirft, abruft und wertet, meine Meinung formt und meine nach außen getragene Persönlichkeit mitprägt? Oder ist es mein „Ich-Bewusstsein“, das zu beschreiben und zu charakterisieren ich außerstande bin?
Ich weiß es nicht, und daher lass ich’s. 😉
10) Gibt es Dinge, die ihr liebt, auch wenn sie nicht unbedingt nachhaltig sind?
Ja, diese Dinge gibt es, zum Beispiel das Verreisen mit Auto oder Flugzeug oder importiertes Obst und Gemüse aus aller Herren Ländern – durchaus auch mit einem zwiespältigen Gefühl.
11) Welche Message liegt euch besonders am Herzen?
Am Herzen liegt mir vor allem, dass Menschen ihr Leben glücklich, bewusst und frei gestalten sowie die Wunder dieser Welt nach Herzenslust entdecken können. Wichtig ist mir dabei, gesellschaftliche Konventionen und auch festgeschriebene Gesetze immer wieder zu überdenken: etwa bei Erziehung, Tierausbeutung, Wegwerfprodukten, Statussymbolen, Besitzanhäufung, Militär, Waffen, Pestiziden oder Schulpflicht.
Wir alle möchten denken, tun und leben können, wie wir wollen. Für mich endet diese Freiheit dort, wo die Interessen, die körperliche Integrität oder die Freiheit anderer Menschen und nichtmenschlicher Individuen betroffen sind. Es liegt auch an unserer Generation, welchen Weg wir für eine friedliche, freie und lebenswerte Welt bereiten.
Die Sache mit dem „Liebster Award“
Beim „Liebster Award“ handelte es sich um eine Art Kettenbrief für Blogger:innen, der dazu geschaffen wurde, neue Blogs und Menschen zu entdecken und sie in der sogenannten Blogosphäre miteinander zu vernetzen. Wer nominiert wurde und die Nominierung annehmen wollte, schrieb einen eigenen Beitrag zum Liebster Award.
Die Variante, die uns damals erreichte, sah ungefähr so aus:
- Die Person, die das Blog nominiert hatte, bekam einen Dank und einen Link zu ihrem Beitrag.
- Das Liebster-Award-Bild erschien im Beitrag oder als Widget.
- Die elf Fragen der nominierenden Person wurden beantwortet.
- In manchen Varianten kamen elf zufällig ausgewählte Fakten über die eigene Person hinzu.
- Fünf bis elf weitere Blogs wurden nominiert. Damals gehörte häufig die Idee dazu, eher kleinere Blogs mit weniger als 1.000 Follower:innen auszuwählen.
- Für die Nominierten entstand eine neue Liste mit Fragen.
- Der Ablauf des Liebster Awards wurde im Beitrag erklärt.
- Die nominierten Menschen bekamen anschließend den Link zum Beitrag.
Das Ganze war also eine Vernetzungsmöglichkeit mit elf Fragen, einem Award-Bild und jeder Menge neuer Blogspuren, denen man folgen konnte.
Wir nominieren für den Liebster Award
Damals nominierten wir:
- Neva
- Jess
- Aida von elternmorphose.de
- Aline
- Lara und Oliver von diehorlachers.com
- Julia von die-gute-kinderstube.blogspot.com
- Brigitte
Einige dieser Blogs sind inzwischen verschwunden oder unter den damaligen Adressen nicht mehr erreichbar. Die Namen gehören trotzdem zu dieser kleinen Bloggeschichte. Und vielleicht ist genau das der schönste Teil an solchen Aktionen: Man stöbert sich von Mensch zu Mensch und landet plötzlich an Orten, nach denen man überhaupt nicht gesucht hatte.
Unsere Fragen an die Nominierten
- Wie kamt ihr zum Bloggen?
- Wie viel Zeit investiert ihr fürs Bloggen?
- Welche ist eure Lieblingspflanze – oder welche sind eure Lieblingspflanzen – und warum?
- Was ist eure Vision für die Zukunft eures Lebens?
- Was ist eure Vision für die Zukunft der Gesellschaft?
- Was macht ihr, wenn ihr „kinderfrei“ habt?
- Was hilft euch in stressigen Situationen im Umgang mit euren Kindern?
- Ihr trefft eine gute Fee, die euch ins Ohr flüstert: „Ich gebe euch drei Wünsche frei.“ Was antwortet ihr ihr?
- Stellt euch vor, ihr könntet wiedergeboren werden: Was möchtet ihr in eurem nächsten Leben werden und wieso?
- Stellt euch vor, jemand schenkt euch eine größere Summe Geld, zum Beispiel 30.000 Euro: Wie würdet ihr sie verwenden?
- Stellt euch vor, es gäbe keine Gesetze mehr, an die ihr euch halten müsstet: Was wäre eure erste Tat?
Liebster Award (2016): 11 Fragen über FreeYourFamily und warum wir bloggen von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.