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Aktualisiert am: 7. August 2026
Wir zeigen euch, wie ihr aus ein paar einfachen Zutaten eine Zahnpasta selbst anrühren könnt. Unser Rezept besteht im Kern aus Natron, Xylit und Kokosöl; Kurkuma, Zimt und ätherisches Öl sind Zugaben, mit denen sich Geschmack und Farbe verändern lassen.
Für die tägliche Zahnpflege gehört eine Sache gleich dazu: Dem Rezept wird kein Fluorid zugesetzt, und die fertige Mischung hat keine definierte Fluoridkonzentration. Gerade für die Kariesvorbeugung ist fluoridhaltige Zahnpasta deutlich besser untersucht. Wer das Rezept ausprobieren möchte, kann diesen Unterschied also von Anfang an mitdenken.
Zahnpasta selber machen: unser Rezept mit Natron, Xylit und Kokosöl
Die selbstgemachte Zahnpasta besteht aus folgenden Zutaten:
- 3 EL Natron (Natriumhydrogencarbonat)
- 2–3 EL Xylit (Xylitol)
- 1 TL Kurkuma
- etwas Zimt, optional
- 3 EL Kokosöl
- einige Tropfen ätherisches Öl, optional
So entsteht die Zahnputzpaste
Zuerst werden Natron, Xylit und Kurkuma miteinander vermischt. Eine kleine Menge Zimt kann dazukommen. Anschließend wird das Kokosöl eingerührt, bis eine gleichmäßige Paste entsteht. Ätherisches Öl kommt, falls gewünscht, erst ganz zum Schluss dazu.
Bei Wärme wird Kokosöl weich und die Zahnpasta entsprechend flüssiger. Kühler gelagert wird sie wieder fester. Ein kleines, gut schließendes Glas reicht für die Aufbewahrung aus. Mit einem Löffel oder Spatel gelangt weniger Feuchtigkeit aus der Zahnbürste in die Mischung.
Für eine selbst angerührte Mischung gibt es keine validierte Haltbarkeitsdauer. Kleine Mengen passen deshalb gut zu diesem Rezept. Veränderungen bei Geruch, Farbe oder Konsistenz sprechen dafür, die Mischung nicht weiterzuverwenden.
Was Natron und Xylit in der Zahnpasta leisten können
Natron wird seit Langem auch in fertigen Zahnpasten eingesetzt. Ein Review von Anderson T. Hara und Cecilia P. Turssi beschreibt natronhaltige Zahnpasten als vergleichsweise wenig abrasiv. Die Autor:innen weisen zugleich darauf hin, dass die gesamte Rezeptur das Abrasionsverhalten beeinflusst. Diese Forschung untersucht fertig formulierte Zahnpasten und damit eine andere Rezeptur als unsere Mischung aus der Küche.1
Xylit bringt in diesem Rezept vor allem Süße in die Paste. Zur Kariesvorbeugung ist die Studienlage deutlich schwieriger: Ein Cochrane-Review fand einen möglichen zusätzlichen Effekt bei einer fluoridhaltigen Zahnpasta mit 10 % Xylit, bewertete die Evidenz dafür jedoch als niedrig. Für andere Xylitprodukte reichte die Evidenz nicht für eine verlässliche Aussage.2 Aus unserem Rezept lässt sich deshalb kein eigener kariesvorbeugender Effekt von Xylit ableiten.
Der entscheidende Unterschied zu fluoridhaltiger Zahnpasta
Die stärkste Evidenz zur Kariesvorbeugung liegt für Fluorid vor. Der Cochrane-Review von Walsh und Kolleg:innen wertete 96 Studien zu Zahnpasten mit unterschiedlichen Fluoridkonzentrationen aus. Für bleibende Zähne von Kindern und Jugendlichen zeigte sich mit 1000 bis 1250 ppm Fluorid weniger neue Karies als mit fluoridfreier Zahnpasta; Cochrane bewertete diese Evidenz als hoch.3
Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention bei bleibenden Zähnen nennt fluoridhaltige Zahnpasta mit mindestens 1000 ppm Fluorid eine breitenwirksame und effektive Maßnahme. Ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne empfiehlt die Leitliniengruppe eine Zahnpasta mit mindestens 1000 ppm Fluorid.4
Unser DIY-Rezept bietet diesen definierten Fluorideffekt nicht. Für uns ist das der wichtigste Punkt, den ihr kennen könnt, bevor aus einem kleinen Küchenexperiment die tägliche Zahnpasta wird.
Selbstgemachte Zahnpasta bei Kindern
Bei Milchzähnen staffelt die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin ihre Empfehlung nach Alter und Zahnpastamenge. Für Kinder unter 24 Monaten nennt die DGKiZ eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid. Von 24 Monaten bis unter sechs Jahren nennt sie eine erbsengroße Menge mit ebenfalls 1000 ppm Fluorid.5 Unsere selbstgemachte Mischung besitzt keine definierte Fluoridkonzentration und erfüllt diesen Teil der Empfehlung daher nicht.
Ätherische Öle verdienen bei kleinen Kindern besondere Aufmerksamkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschreibt Säuglinge und Kleinkinder als empfindlich gegenüber kleinen Mengen bestimmter ätherischer Öle. Bei Kindern unter drei Jahren nennt das BfR Kampfer sowie Eukalyptus-, Thymian- und Pfefferminzöl als besonders problematisch.6 Für eine Zahnputzpaste, die direkt in den Mund kommt, ist die Variante ohne ätherische Öle bei kleinen Kindern deshalb die naheliegendere.
Varianten unseres Zahnpasta-Rezepts
- Milder im Geschmack: etwas weniger Natron und etwas mehr Kokosöl.
- Ohne Kurkuma: Die Paste bleibt heller und färbt Waschbecken, Handtücher und Zahnbürste weniger schnell gelb.
- Ohne Zimt: Die Grundmischung funktioniert auch ohne ihn.
- Ohne ätherische Öle: Die Rezeptur wird schlichter und kommt mit weniger hochkonzentrierten Pflanzenstoffen aus.
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Quellen
- Hara AT, Turssi CP (2017): Baking soda as an abrasive in toothpastes: Mechanism of action and safety and effectiveness considerations. Journal of the American Dental Association 148(11S): S27–S33. DOI: 10.1016/j.adaj.2017.09.007. Tragende Stelle: Abstract, „Background“.
- Riley P, Moore D, Ahmed F, Sharif MO, Worthington HV (2015): Xylitol-containing products for preventing dental caries in children and adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 3, CD010743. DOI: 10.1002/14651858.CD010743.pub2. Tragende Stellen: „Main results“ und „Authors’ conclusions“.
- Walsh T, Worthington HV, Glenny AM, Marinho VCC, Jeroncic A (2019): Fluoride toothpastes of different concentrations for preventing dental caries. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 3, CD007868. DOI: 10.1002/14651858.CD007868.pub3. Tragende Stellen: „Main results“ und „Authors’ conclusions“.
- Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): S3-Leitlinie Kariesprävention bei bleibenden Zähnen – grundlegende Empfehlungen, Version 2.0, Stand 28.01.2025, AWMF-Registernummer 083-021. Tragende Stelle: Abschnitt 6.4.1, Evidenzbasierte Empfehlung 8, PDF-Seite 22. Leitlinie bei der AWMF.
- Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ): Statement der DGKiZ zur Sicherheit fluoridhaltiger Kinderzahnpasten. Seitenstand 28.07.2026. Tragende Stelle: Abschnitt gleichen Namens. DGKiZ.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zur Anwendung von ätherischen Ölen, 28.02.2008. Tragende Stellen: „Was ist bei der Anwendung ätherischer Öle bei Babys und Kleinkindern zu beachten?“ und „Gibt es ätherische Öle, auf die Kinder besonders empfindlich reagieren?“. BfR.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt unser DIY-Rezept und ordnet seine Grenzen für die Kariesvorbeugung ein. Bei häufiger Karies, Schmerzen, Entzündungen, empfindlichen Zahnhälsen oder anderen individuellen Fragen kann eine zahnärztliche Untersuchung klären, was für eure Zähne sinnvoll ist.
Selbstgemachte Zahnpasta: Rezept mit Natron & Xylit (plus wichtige Hinweise) von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.