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World Wide Web Week

Aktualisiert am 09.08.2026: Dieser Beitrag ist Teil unseres früheren Formats „World Wide Web Week“. Wir führen die Reihe heute nicht mehr regelmäßig fort. Als Archiv bleibt sie dennoch interessant: als Momentaufnahme dessen, was uns damals beschäftigt hat. Die erreichbaren verlinkten Beiträge stammen überwiegend aus dem Jahr 2017 und spiegeln entsprechend ihren damaligen Stand.

Die World Wide Web Week war unsere Wochenrückschau. Jeden Freitag teilten wir Links, Erlebnisse, Videos, News, Blogposts und Ideen mit euch, die uns in der jeweiligen Woche begeisterten, beeindruckten, bewegten, schockierten, faszinierten, imponierten und inspirierten.

In unserer elften Ausgabe der World Wide Web Week geht es unter anderem um Alleingeburten, Couchsurfing mit Kindern, schulfreies Leben, digitale Infoprodukte, ein beinahe 79 Stunden langes Hörspiel, Lebensmittelverschwendung, Spinnen und Menschen auf der Flucht.

World Wide Web Week: Blogposts (Aus der Blogosphäre)

Schwangerschaft ohne Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt – „Bin ich verrückt?“

Linda Stegman steuerte einen Gastbeitrag für das Blog der Ökofamilie bei. Sie schreibt über ihre Alleingeburt ohne Vorsorgeuntersuchungen und frauenärztliche Betreuung. Ich finde es mutig, darüber so offen zu schreiben, da wir mit Ärzt:innen und Krankenhäusern grauenhafte Erfahrungen sammelten. Der Idealfall für uns ist dessen ungeachtet die Begleitung durch eine liebevolle, erfahrene Hebamme.

Wichtige Einordnung: Eine Alleingeburt ohne professionelle Begleitung und eine geplante Hausgeburt mit Hebammenbegleitung sind medizinisch verschiedene Situationen. Die häufig zitierte Birthplace-in-England-Kohorte untersuchte geplante Geburtsorte im englischen Versorgungssystem; ungeplante Hausgeburten waren ausgeschlossen. Ihre Ergebnisse lassen sich deshalb nicht auf eine unbegleitete Alleingeburt übertragen. Die deutsche Mutterschafts-Richtlinie regelt Umfang und Zeitpunkt der ärztlichen Schwangerschaftsbetreuung sowie das Zusammenwirken mit Hebammen.

Birthplace in England: Perinatal and maternal outcomes by planned place of birth (BMJ)
Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinie

Der Gastbeitrag bei der Ökofamilie ist inzwischen nicht mehr erreichbar.

Bei uns findet ihr zwei persönliche Hausgeburt-Erfahrungen:

Couchsurfing mit Kindern: So klappt der „Gratis-Urlaub“ für Familien

Couchsurfing ist eine fabelhafte Chance, in die Kultur, die Bräuche und Sitten eines Landes einzutauchen und faszinierende Menschen kennenzulernen. Wir boten unsere Couch damals weltreisenden Fotografen, Rucksacktouristen, die der tristen Großstadtbehausung entflohen, und turtelnden Liebespärchen an. Jeder Gast stellte eine Bereicherung für uns dar. Das Vergnügen, als Familie bei anderen Unterschlupf zu finden, ergab sich bis dahin nicht. Der Artikel „Couchsurfing mit Kindern: So klappt der ‚Gratis-Urlaub‘ für Familien“ ist Einführung und Inspirationsquelle zugleich.

Schulfreies Leben und Lernen für Deutschland

Obwohl die Überschrift patriotisch-nationalistische Züge trägt, verbirgt sich dahinter eine klare Forderung: die Abschaffung der Schulbesuchspflicht. 😉 Dieser Blogartikel geht darauf ein, warum eine derartige Pflicht aus Sicht der Autor:innen nicht zielführend ist. Obendrein stellt er Freilerner-Vereine vor, die sich unter anderem Unterstützung für Freilerner-Familien und Bildungsfreiheit auf die Agenda kritzelten.

Schulen als Orte, die man freiwillig besucht, weil man von Expert:innen, die einem in ihrem Fachgebiet überlegen sind, Bedeutsames zu einem Thema lernen will, wären aus meiner Sicht zeitgemäßere Institutionen. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Mein Kind will wissen, wie man ein Känguru zeichnet. Ich bin ihm keine Hilfe, da mir das Zeichnen nicht liegt. Es gibt jedoch Expert:innen in Schulen, die sich auf das künstlerische Abbilden australischer Beuteltiere spezialisiert haben und fähig sind, meinem Kind dies zu lehren. Wir kennen das System von den Volkshochschulen, in denen wir Erwachsene Kurse nach eigenem Belieben besuchen, weil uns ein Kurs begeistert.

Der verlinkte Beitrag ist inzwischen nicht mehr erreichbar.

17 Orte, an denen ihr euch ganz klein fühlt

In diesem traumhaften Blogartikel werden euch fantastische Natur und imposante Landschaften rund um den Globus vorgestellt, die die Lust auf das Reisen und das Weltentdeckungsfieber in euch wecken können. Zu meinem Bedauern vermitteln Fotos nur ansatzweise ein „reales Gefühl“ von den Gegebenheiten vor Ort. Zum Artikel „17 Orte, an denen du dich ganz klein fühlst!“

Schritt-für-Schritt-Plan zum Aufbau eines digitalen Infoprodukt-Business

Digitale Infoprodukte haben einen ziemlich offensichtlichen Reiz: Ein fertiger Kurs oder ein E-Book kann rund um die Uhr verfügbar sein und beliebig oft verkauft werden. Dieser ausführliche Artikel nimmt euch mit über den steinigen Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt und dessen Vermarktung. Bei all den Versprechen rund um passives Einkommen interessiert uns dabei eine einfache Frage besonders: Welches Problem löst das Produkt wirklich?

Zum Artikel „Schritt-für-Schritt Plan zum Aufbau eines digitalen Infoprodukt-Business“

Der Apfel-Wahnsinn

Kennt ihr das? Ihr steht im Supermarkt vor der Obstauslage und seid überwältigt von den perfekt aussehenden, makellosen Äpfeln gleicher Größe. Wie kommt es zu dieser Makellosigkeit? Die Netzfrauen verbinden diese Frage in ihrem damaligen Artikel mit Apfelimporten, Sortenwahl und Gentechnik.

Zum Artikel „Der Apfel-Wahnsinn! Genmanipulierte Äpfel aus Frankensteins Küche – Trotz Überproduktion in Europa werden Äpfel importiert!“

Das längste Hörspiel der Welt: „Unendliches Spiel“

Auf ein atemberaubendes Hörspiel-Projekt, bei dem Menschen eine Seite des Buches beisteuern konnten, lenkte das Kraftfuttermischwerk meine Aufmerksamkeit. Bedauerlicherweise waren alle Seiten bereits eingelesen – Chance verpasst. Dafür stand das fertige Hörspiel nach dem Roman „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace zum Download zur Verfügung: drei Tage, sechs Stunden und 48 Minuten. Das sind 78 Stunden und 48 Minuten.

Zum Artikel „Download des längsten Hörspiels der Welt: Unendliches Spiel“

Als plötzlich alle zum Entrepreneur, Professional und Visionär wurden

Überall sprießen sie aus dem Boden: Coachings für Menschen, die Coachings anbieten wollen für Menschen, die Coachings anbieten wollen, für Menschen, die Coachings anbieten wollen. Ähm. Ja. Ein Blogpost über angebliche Expert:innen, Schneeballsysteme und haltlose Versprechungen. Zum Artikel „Als plötzlich alle zum Entrepreneur, Professional und Visionär wurden.“

World Wide Web Week: News (Aus den Nachrichten)

Ein Fünftel aller Lebensmittel wird verschwendet

Die Überschrift klingt nach einer einzigen Wegwerfquote. Die zugrunde liegende Analyse des globalen Ernährungssystems fasste jedoch verschiedene Verluste zusammen: Die Forschenden schätzten, dass rund zehn Prozent der verfügbaren Nahrung durch Überernährung und neun Prozent durch Wegwerfen oder Verderb verloren gingen. Die knapp 20 Prozent umfassen damit mehr als Lebensmittelabfälle.

Besonders groß waren in der Modellierung die Umwandlungsverluste der Tierhaltung: Mehr als eine Milliarde Tonnen Getreide wurden eingesetzt, um 240 Millionen Tonnen essbare Tierprodukte wie Fleisch, Milch und Eier zu erzeugen. Für uns kommt hier eine ethische Ebene hinzu. Rinder, Hühner und andere betroffene Individuen haben eigene Interessen; ihre Körper werden in diesen Systemen für menschliche Zwecke genutzt. Diese Ausbeutung lehnen wir unabhängig von ihrer Ressourceneffizienz ab.

Alexander et al. (2017): Losses, inefficiencies and waste in the global food system
KIT: „Ein Fünftel aller Lebensmittel wird verschwendet“

Spinnen fressen jedes Jahr schätzungsweise 400–800 Millionen Tonnen Beutetiere

Diese Zahl ist eine Hochrechnung, keine direkte Messung des weltweiten Fraßes. Martin Nyffeler und Klaus Birkhofer kamen mit zwei unterschiedlichen Schätzverfahren auf eine Größenordnung von 400–800 Millionen Tonnen Beutebiomasse pro Jahr. Spinnen erbeuten dabei vor allem Insekten und Springschwänze; Wälder und Grasländer machten in der Studie mehr als 95 Prozent der geschätzten Beutemasse aus.

Nyffeler & Birkhofer (2017): An estimated 400–800 million tons of prey are annually killed by the global spider community

World Wide Web Week: Videos

HELVETIA BY NIGHT 360°

Zeitrafferaufnahmen sind beeindruckende Dokumentationen unserer atemraubenden Welt. Sie zeigen unsere Erde als einen winzigen, zerbrechlichen und wundersamen Ort in einem Universum der Fülle.

REFUGE | Human stories from the refugee crisis

In „REFUGE“ kommen Menschen zu Wort, die in Griechenland Schutz suchen. Menschen erzählen selbst. Das ist oft wichtiger als Debatten über Menschen.

Wenn ihr Gedanken, Gefühle oder Meinungen zur elften World Wide Web Week teilen mögt, freuen wir uns über euren Kommentar.

CC BY-SA 4.0 World Wide Web Week 11/2017 (Archiv): Alleingeburt, Infoprodukte, Lebensmittelverschwendung & Flucht von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.