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Aktualisiert am: 10.08.2026

Regelmäßig sehen wir uns in E-Mails, Kommentaren und persönlichen Nachrichten mit dem Vorwurf konfrontiert, unser ökologischer, bewusster und freier Lebensstil vertrage sich nicht mit dem Setzen von Amazon-Links. Es ist an der Zeit, hierzu Stellung zu beziehen.
Unsere Amazon-Links sind ein Kompromiss. Sie finanzieren einen Teil unserer Arbeit, während Amazon aus unserer Sicht berechtigte Kritik auf sich zieht. Gleichzeitig entscheidet ihr selbst, wo und ob ihr etwas kauft. Gebraucht kaufen, ausleihen, teilen oder ein regionaler Händler können für euch genauso gut oder besser passen.
Amazon-Affiliate-Links
Bei den Amazon-Links (orangefarben) in unserem Blog und unter unseren Youtube-Videos handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Das heißt: Wenn ihr über jene Links bei Amazon bestellt, erhalten wir für den Einkauf eine Provision.
Amazon bezeichnet solche Einkäufe in seinem Partnerprogramm als „qualifizierte Verkäufe“ und berechnet daraus die Vergütung für Partner:innen. Für uns ist das eine Möglichkeit, einen Teil der Kosten unserer Arbeit zu decken. Amazon PartnerNet beschreibt die Regeln des Partnerprogramms hier.
Die Finanzierung unserer Arbeit
Wir stellen die Informationen im Blog und auf Youtube kostenlos und frei von Bannerwerbung in den Beiträgen zur Verfügung. Das Schreiben hochwertiger Blogartikel und die Videoproduktion sind mit z.T. beträchtlichem Aufwand verbunden.
Auf der einen Seite haben wir die Recherche zu unseren Inhalten, das Schreiben selbst, das Aufnehmen, Schneiden und Vertonen unserer Videos, Bildbearbeitung, die Überarbeitung unserer Texte, etc. Hinzu kommen die Interaktionen mit den Nutzer:innen in den „Sozialen Netzwerken“, die Beantwortung von Kommentaren und E-Mails. Dass wir all das mit unserer Lebenszeit bezahlen, muss ich nicht in epischer Breite erläutern. Oder?
Auf der anderen Seite stehen konkrete Kosten für die Technik, z.B. Foto- und Filmkameras, Objektive, Notebook, Festplatten, Mikrofone, externe Soundkarte und Scanner. Selbst Software, Domain, Hosting, Strom- und Internetanschluss gibt es nicht für lau.
Unseren Blogleser:innen und Youtube-Abonnent:innen bieten wir verschiedene Möglichkeiten an, unsere Arbeit zu honorieren und so einen Teil unserer Aufwendungen zu tragen. Ihr könnt uns z.B. via Paypal einen Betrag eurer Wahl spenden oder alternativ einen unserer Affiliate-Links anklicken und darüber bestellen.
Eine Übersicht unserer heutigen Empfehlungen und Bezugsquellen steht unter Empfehlungen für euch.
„Warum ausgerechnet Amazon?“
Amazon gehört zu den weltweit größten Onlinehändlern. Unzählige Menschen kaufen dort ein und besitzen demzufolge ein Amazon-Konto. Es ist naheliegend, jenen Umstand zu nutzen, und als „Affiliate“ Geld mit Amazon zu verdienen.
In der Regel findet man dort alle Waren, die das Käuferherz begehrt. Sollte eines der von uns empfohlenen Produkte dort nicht erhältlich sein, verlinken wir auf einen anderen Shop oder den Hersteller, auch wenn wir hierfür keine Provision bekommen.
Wir haben uns dafür entschieden, Produkte und Bücher, die wir selbst guten Gewissens weiterempfehlen können, mittels Amazon-Affiliate-Links anzupreisen. Davon profitieren nicht nur wir, sondern in gleicher Weise die Hersteller der Waren bzw. die Verlage und Buchautor:innen.
„Aber Amazon ist doch alles andere als nachhaltig!“
Diese Kritik nehmen wir ernst. Amazon bündelt enorme wirtschaftliche Macht, steht wegen seiner Arbeitsbedingungen in der Kritik und macht Kaufen sehr bequem. Gleichzeitig hängt die ökologische Wirkung eines Einkaufs von mehr ab als vom Namen des Shops.
Marktmacht und Wettbewerb
Die Europäische Kommission untersuchte unter anderem, wie Amazon nicht öffentliche Daten unabhängiger Händler für das eigene Handelsgeschäft nutzt und nach welchen Kriterien Angebote in der „Buy Box“ und im Prime-Programm erscheinen. Im Dezember 2022 machte sie Verpflichtungszusagen von Amazon rechtsverbindlich, die diese Wettbewerbsbedenken adressieren. Die EU-Kommission erläutert die Entscheidung und die Verpflichtungen hier.
Für uns ist das ein guter Grund, Amazons Marktmacht bei der eigenen Kaufentscheidung mitzudenken. Ein großer Marktplatz ist bequem. Seine Größe verschiebt zugleich Einfluss gegenüber Händler:innen, Logistikunternehmen und Kund:innen.
Arbeitsbedingungen und Tarifbindung
Auch die Arbeitsbedingungen gehören zu dieser Abwägung. Die Gewerkschaft ver.di fordert seit Jahren Tarifbindung bei Amazon. Noch am 16. Juli 2026 rief sie Beschäftigte im Logistikzentrum Graben zum Streik auf und begründete das unter anderem mit der weiterhin fehlenden Tarifbindung. Die Position von ver.di findet ihr hier.
Das ist die Position einer Gewerkschaft, die die Interessen der Beschäftigten vertritt. Sie beschreibt den laufenden Tarifkonflikt aus Sicht von ver.di. Eine unabhängige Bewertung jeder einzelnen Arbeitssituation bei Amazon wäre eine andere Frage.
Onlinehandel, Transport und Retouren
Beim Klima führt die einfache Frage „Amazon oder Laden?“ schnell in die falsche Richtung. Ein systematischer Review von Heleen Buldeo Rai, Sabrina Touami und Laetitia Dablanc wertete mehr als 20 Studien mit 244 modellierten Einkäufen aus. In den ausgewerteten Studien hatten Onlinekäufe vor allem bei autoabhängigen Lebensstilen häufig einen niedrigeren CO₂-Fußabdruck als Ladenkäufe. Die Autor:innen weisen zugleich darauf hin, dass viele Berechnungen Veränderungen des Konsumverhaltens und der Konsumlandschaft nur unvollständig erfassen. Der Review erschien 2023 in Environmental Science & Technology.
Für eure eigene Abwägung können deshalb andere Fragen hilfreicher sein: Entsteht für den Ladenkauf eine zusätzliche Autofahrt? Werden Bestellungen gebündelt? Wie wahrscheinlich sind Retouren? Und führt die bequeme Bestellung dazu, dass am Ende mehr gekauft wird?
Was wir kaufen, zählt mit
Wir denken, dass wir eine Leserschaft haben, die bewusst eigene Entscheidungen trifft. Euch steht es frei, über die Amazon-Links zu bestellen und uns damit finanziell zu unterstützen. Wir befürworten auch, wenn ihr eure Waren woanders z.B. gebraucht erwerbt oder sie ausleiht, um den eigenen ökologischen Fußabdruck klein zu halten.
Wer den Onlinehändler Amazon kritisch betrachtet, kann dieselben Fragen auch an andere Unternehmen und Händler stellen. Wenn jemand ein Produkt kauft,
- produziert es ein anderer Mensch oder ein Unternehmen mit zeitlichem und finanziellem Aufwand,
- muss es den Weg vom Hersteller zum Käufer finden und benötigt dafür Logistik,
- können in der Lieferkette schlechte Bezahlung oder schlechte Arbeitsbedingungen vorkommen und
- sind Unternehmen beteiligt, die innerhalb wirtschaftlicher und steuerlicher Regeln handeln.
Sich ein Land mit geringer steuerlicher Belastung für das eigene Unternehmen zu suchen, finde ich im Übrigen völlig legitim, solange Staaten mit Steuergeldern Waffen, Militär, Kriege und anderen Unfug finanzieren.
Viel bedeutungsvoller als die Frage, wo etwas gekauft wird, ist die Frage, was gekauft wird.
Ist das Doppelmoral?
Der Vorwurf trifft einen echten Widerspruch: Wir schreiben über bewussten Konsum und verdienen zugleich Geld, wenn Menschen über unsere Links bei einem sehr großen Onlinehändler einkaufen.
Wir sehen die Amazon-Links deshalb als Kompromiss. Entscheidend ist für uns, den finanziellen Zusammenhang offen zu benennen, nur Produkte zu verlinken, die wir vertreten können, und andere Bezugswege sichtbar zu lassen. So wird der Widerspruch sichtbar und besprechbar.
Alternativen zu Amazon
Je nach Produkt und Situation kann ein anderer Weg besser zu euren eigenen Maßstäben passen. Bücher lassen sich beispielsweise lokal, gebraucht oder über andere Buchhändler beziehen. Technik gibt es refurbished; manche Dinge lassen sich ausleihen oder teilen.
- Buch7: sozialer Buchhandel
- Thalia für Familien
- Velivery für die vegane Familienküche
- GreenPanda: refurbished Technik
- Avocadostore: nachhaltige Mode und Familienprodukte
- BigGreenSmile: Drogerie und Haushalt
Bei neuen Büchern kommt in Deutschland noch ein besonderer Punkt hinzu: Händler müssen den vom Verlag oder Importeur festgesetzten Endpreis einhalten; für gebrauchte Bücher greift diese Preisbindung nicht. Damit entscheidet ihr bei einem neuen preisgebundenen Buch oft eher über den Händler als über den Verkaufspreis. § 3 Buchpreisbindungsgesetz nennt die Preisbindung und die Ausnahme für gebrauchte Bücher.
FAQ: Amazon, Affiliate-Links und Nachhaltigkeit
Verdienen wir an euren Amazon-Käufen?
Wenn ein Kauf nach den Regeln des Amazon-Partnerprogramms als qualifizierter Verkauf erfasst wird, erhalten wir eine Vergütung. Ihre Höhe hängt unter anderem von der Produktkategorie und den jeweils geltenden Regeln des Partnerprogramms ab.
Warum nutzen wir überhaupt noch Amazon-Links?
Sie sind für uns ein pragmatischer Weg, einen Teil der Arbeit am Blog zu finanzieren. Gleichzeitig verlinken wir andere Shops und Bezugswege, wenn sie aus unserer Sicht sinnvoller passen.
Ist Online-Shopping klimaschädlicher als der Einkauf im Laden?
Das hängt vom Einkaufsweg ab. Fahrtstrecke, Verkehrsmittel, Bündelung, Zustellung, Retouren und zusätzlich ausgelöster Konsum verändern die Bilanz. Der systematische Review von Buldeo Rai, Touami und Dablanc zeigt entsprechend stark unterschiedliche Ergebnisse zwischen den untersuchten Szenarien.
Welche Alternative eignet sich für neue Bücher?
Für neue Bücher verweisen wir gern auf Buch7 oder auf lokale Buchhandlungen. Die Buchpreisbindung sorgt bei preisgebundenen neuen Büchern dafür, dass Händler denselben festgesetzten Endpreis einhalten.
Welche Kaufentscheidung ist aus unserer Sicht am nachhaltigsten?
Am Anfang steht für uns die Frage, ob wir den Gegenstand wirklich brauchen. Danach kommen je nach Situation leihen, teilen, gebraucht kaufen, reparieren oder ein langlebiger Neukauf infrage. Der Shop ist ein Teil dieser Entscheidung. Das Produkt und seine Nutzung wiegen oft schwerer.
Unsere persönliche Einschätzung
Unsere Einschätzung ist zwiespältig: Wir sehen die genannten Probleme und nutzen Affiliate-Links trotzdem. Pauschale moralische Schubladen helfen uns bei bewussten Entscheidungen wenig.
Wir reduzieren Konsum, wo wir können, und möchten das Kaufen an sich nicht zum Selbstzweck machen. Wenn ihr ohnehin bei Amazon bestellt und dafür einen unserer Links nutzt, unterstützt ihr damit unsere Arbeit. Wenn ihr regional, gebraucht oder bei einer anderen Bezugsquelle kauft, passt das genauso zu dem Gedanken, den wir seit dem ersten Text zu diesem Thema vertreten:
Viel bedeutungsvoller als die Frage, wo etwas gekauft wird, ist die Frage, was gekauft wird.
Amazon und ein nachhaltiges, ökologisches Leben – ein Widerspruch? von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
Ich liebe es bei Amazon zu bestellen und es ist mir völlig egal, ob die Ihren Sitz in Lux. bei mir um die Ecke haben, oder in Vanneickel. Wer auf Euch rum hackt hat sonst krine anderen Probleme. ICH FINDE EUCH KLASSE.
Liebe Chrissie, danke für deinen Kommentar und deine Unterstützung. Gleichzeitig möchte ich an der Stelle den Ton geradeziehen: Kritik an Amazon ist oft gut begründet, und es ist fair, wenn Leserinnen und Leser bei uns genauer hinschauen. Wir wollen hier keine Lager bilden, sondern transparent zeigen, wo der Widerspruch liegt und welche Alternativen es gibt.
Ein toller Post! Ich finde nämlich auch, dass Amazon nicht schlimmer ist als andere Online-Versandgeschäfte. Denn eigentlich macht Amazon ja eher weniger Müll, als wenn man in drei verschiedenen Shops einkaufen müsste…
Außerdem kaufen die meisten eben eh bei Amazon – dann können sie damit euch ja auch unterstützen 😉
Liebe Tabea, danke für deinen Kommentar. Regional zu kaufen ist großartig, gerade bei Büchern und Dingen des Alltags. Und ja, manche Produkte, die wir erwähnen, bekommt man nicht überall vor Ort. Dann wird es schnell eine Online-Frage.
Wichtig ist uns dabei: Online heißt nicht automatisch „egal wo“. Es gibt Unterschiede, und Alternativen verdienen Sichtbarkeit. Deshalb sammeln wir neben Amazon bewusst weitere Bezugsquellen, damit ihr wählen könnt, was zu euren Werten und Möglichkeiten passt.
nun, es gibt ja den versuch eine „faire alternative zu den online riesen“ zu erschaffen, kennt ihr ja bestimmt schon? fairmondo.
Hallo Debbie, danke dir für den Hinweis auf fairmondo. Solche Alternativen sind genau der Hebel, der den Widerspruch kleiner macht. Wir schauen uns das an und ergänzen passende Optionen, wenn sie für unsere Leserinnen und Leser praktisch funktionieren.
Hallo! Ich glaube, der Vorwurf, weshalb Amazon und euer Lebensstil eigentlich
nicht zusammenpassen dürften, ist jener, dass Amazon (nachgewiesenermaßen) in der Kritik steht, seine Mitarbeiter auszubeuten und durch seine Monopolstellung die Produktpreise in die Höhe zu treiben. . .
Ich fände es auch nicht gut, wenn ihr bei H&M einkaufen würdet…dass wäre ähnlich unpassend. VG
Hallo Steffi, danke fürs Nachhaken. Du triffst einen wichtigen Punkt: Es geht um Arbeitsbedingungen, Marktmacht und die Frage, welche Strukturen wir mit unseren Links indirekt stärken.
Im ursprünglichen Text habe ich das zu flapsig gekontert. Das war nicht hilfreich. Heute würde ich es so sagen: Amazon ist nicht alternativlos, aber es ist für viele extrem bequem. Genau diese Bequemlichkeit macht die Plattform so mächtig. Und deshalb ist es nachvollziehbar, wenn ihr das als Widerspruch zu einem bewussten Lebensstil empfindet.
Wir wollen den Widerspruch nicht wegdiskutieren, sondern transparent machen: Wir nutzen aktuell noch Amazon als Einnahmebaustein, arbeiten aber daran, Alternativen sichtbarer zu machen und die Abhängigkeit zu verringern. Danke, dass du uns an dieser Stelle an Konsequenz erinnerst.
Lieber Patrick,
unsere Gesellschaft hat sich – leider – daran gewöhnt, dass wir sehr vieles kostenlos bekommen: Recherchierte Fachartikel, Unterhaltung, Facebook, genaue Anleitungen, Erste Hilfe Informationen zu ALLEM, etc. etc.
Noch viel trauriger finde ich, dass die Leute es einem nicht gönnen, dass man z.B. seinen Blog finanziert und VIELLEICHT – und das ist ein wirklich großes vielleicht – noch ein Taschengeld dafür bekommt, damit man sich Sachen leisten kann, über die man erneut berichtet und recherchiert.
Als Blog-Autorin und ebenfalls Verfechterin der Ökotussen-Bewegung (nur positiv gemeint!!!) stehe ich vollkommen hinter Affiliate-Links und habe auch welche in meine Artikel eingebaut!
Viele Grüße,
Izabella
Hallo Izabella, danke dir. Ich teile den Gedanken, dass Wissen möglichst frei zugänglich sein sollte. Gleichzeitig leben wir in einem System, in dem Miete, Strom, Technik, Zeit und Gesundheit nicht „kostenlos“ sind. Deshalb brauchen auch freie Inhalte eine Finanzierung, sonst bleiben sie am Ende ein Luxusprojekt.
Affiliate-Links sind für uns eine von mehreren Möglichkeiten. Wichtig ist uns dabei Transparenz, damit ihr bewusst entscheiden könnt, ob und wie ihr uns unterstützen wollt. Danke für deine Einordnung.
Hallo nochmal!
Das Problem oder Thema sind ja gar nicht die Affiliate-Links. Vielmehr die unsozialen Praktiken, der Firma, zu der sie weiterleiten. Wo es noch dazu Alternativen gibt, auf die bereits hingewiesen wurde. Mich wundert schon ein bißchen dieser undifferenzierte Blick auf dieses Thema, wo doch bei allen anderen Themen Informationen und Hintergründe hier immer sehr genau beleuchtet und recherchiert werden…weshalb ich unter anderem hier immer wieder gerne nachlese.
Es geht einfach um Authentizität. Wenn man z.B. sagen würde: „wir sind uns des Widerspruchs bewusst und sehen es als Kompromiss bis wir bessere Alternativen gefunden haben“ fände ich das ehrlich und glaubwürdiger und dann auch irgendwie okay, weil man nichts kleinredet.
Denn gerade Leuten wie euch, die sich sonst so interessiert und kritisch mit sovielen verschiedenen Themen auseinandersetzen, nimmt man das nicht so ab. Sicherlich kann die Leserschaft selbst entscheiden, ob sie die Links nutzt, aber es geht ja um eure Glaubwürdigkeit.
Die Kritik an den Machenschaften dieses Unternehmens sind auch nicht an den Haaren herbeigezogen. Die Hersteller der Produkte verdienen weniger als ihr meint.
Ein bißchen schade auch, dass hier Kritik gleich mit Unterstellungen gekontert werden.
Den Nachtrag vom 21.10. finde ich gut.
VG Steffi
Liebe Steffi, danke für deinen Kommentar und die Kritik. Du hast recht: Das Thema sind nicht „Affiliate-Links an sich“, sondern der Widerspruch, wenn die Links zu einem Unternehmen führen, das für problematische Praktiken kritisiert wird.
Wir sind uns dieses Widerspruchs bewusst. Für uns ist das aktuell ein Kompromiss, kein Ideal. Wir finanzieren unsere Arbeit als Familie über mehrere Bausteine, Affiliate-Marketing ist einer davon. Amazon ist in der Nutzung für viele sehr niedrigschwellig, deshalb bringt es bei unserer Reichweite überhaupt erst messbare Einnahmen.
Das heißt aber nicht, dass wir Amazon schönreden wollen. Wir versuchen im Beitrag klarer zu sagen: Wir sehen die Kritik, wir nehmen sie ernst, und wir bauen Alternativen aus, damit ihr (und wir) mehr echte Wahlmöglichkeiten habt. Danke auch für den Hinweis auf Alternativen. Wenn du weitere konkrete Programme oder Shops kennst, die fairer aufgestellt sind und zuverlässig funktionieren, nehmen wir die gern in die Liste auf.
Liebe Grüße
Patrick
Danke, denn so ehrlich wie du das jetzt beschrieben hast, ist das ja auch alles nachvollziehbar. Ich wünsche dir und deiner Familie für die Zukunft alles Gute!
(Das allerdings hätte ich euch auch vorher schon gewünscht ;))
VG Steffi
Danke euch für den ausführlichen, sachlichen Kommentar. Ihr sprecht Punkte an, die wir ernst nehmen: regionale Strukturen, Machtkonzentration, Arbeitsbedingungen, Transportfolgen und auch die Frage, was über so eine Plattform alles mitverkauft wird. Genau diese Reibung gehört zu der Debatte, die wir im Beitrag transparent machen wollten. Wir nehmen euren Vorschlag zu alternativen Partnerprogrammen ebenfalls mit. Das ist langfristig der bessere Weg, auch wenn es praktisch gerade noch Hürden gibt.
Als Gründungsmitglied mehrerer Ökovereine und Mitglied in einigen weiteren weiß ich, wie lange manchmal um Kompromisse gerungen wird. Im konkreten Fall gebe ich besonders zu bedenken:
– Ökologie ist meistens eng verknpft mit der Förderung regionaler dezentraler Strukturen,
– Amazon ist sich seiner wachsenden Bedeutung sehr bewusst und strebt nach immer größerer Machtkonzentration, siehe beispielsweise den Vorstoß, kleineren Buchverlagen mehr als die ohnehin üblichen 40 % des Endpreises abzuringen und als „Wahlmöglichkeit“ einen Boykott anzudrohen,
– über die sozialen Rahmenbedingungen der Arbeit bei Amazon ist ja auch nicht gerade rühmliches nach außen gedrungen,
– schon allein der Transportaufwand auf der Welt wächst durch so einen Online-Zentralhändler, und die Produktpalette reicht mittlerweile von Fertigpizza (in jedem Supermarkt über besser gebündelte Transportlogistik erhältlich) über Automotorenöl (an jeder Tankstelle über besser gebündelte Transportlogistik erhältlich) bis hin zu so lustigen Artikeln wie T-Shirts mit „Germanischer Wut“ und Aufklebern mit „Meinetwegen Tempolimit 300“.
Aufwendigere, aber vielleicht durchaus praktikable Alternative:
Wäre es nicht eine für nachhaltige Entwicklung äußerst nötige Aufgabe, ein alternatives Werbenetz auf ähnlicher Provisionsbasis wie bei den Globalgiganten zu knüpfen, mit ausgewählten Buchverlagen (einige haben zusätzlich zu Großhändlern auch einen Direktshop) beispielsweise, verträglichem Tourismus und fairer Landwirtschaft? Als ersten Schritt könnte man statt zu Amazon auf Provisionsbasis zu bereits jetzt zu existierenden Onlineshops entsprechender Firmen verlinken …