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Aktualisiert am 08.08.2026: Dieser Beitrag ist Teil unseres früheren Formats „World Wide Web Week“. Wir führen die Reihe heute nicht mehr regelmäßig fort. Als Archiv bleibt sie dennoch nützlich: als Momentaufnahme dessen, was uns damals beschäftigt hat. Einzelne Links führen inzwischen ins Webarchiv.
Die World Wide Web Week war unsere Wochenrückschau. Jeden Freitag teilten wir Links, Erlebnisse, Videos, News, Blogposts und Ideen mit euch, die uns in der jeweiligen Woche begeisterten, beeindruckten, bewegten, schockierten, faszinierten, imponierten und inspirierten.
In unserer neunten Ausgabe der World Wide Web Week geht es u.a. um die Welt der Erziehung, eindrucksvolle Reiseziele, Motivation und die Freude am Leben.
World Wide Web Week: Blogposts (Aus der Blogosphäre)
Mama, ich kann nicht malen!
Ein Blogbeitrag, in dem „Lila Ranunkel“ über ihre Erfahrungen mit dem Konzept des Malorts nach Arno Stern schreibt. Es geht um Wertschätzung für Kinder.
Zum archivierten Artikel „Mama, ich kann nicht malen!“
Oman Teil 1 – Durch das Landesinnere ans Meer
Es folgt ein bildgewaltiger Blogbeitrag zu einer Reise durch den Oman. Danke an die vier Reisenden in ihrem kultigen Gefährt, einem 1984er Magirus Deutz MD130D9, für diese Eindrücke!
Zum Artikel „Oman Teil 1 – Durch das Landesinnere ans Meer“
Familienausflug nach Hildesheim: Was für eine schöne Stadt!
Lena von „family4travel“ zeigt, dass es sich lohnt, auf Städtereisen in Deutschland zu gehen. In ihrem Beitrag berichtet sie über all das, was die Stadt Hildesheim bietet – und wie Blogger:innen es schaffen, sich den Eintritt zu Sehenswürdigkeiten zu sparen.
Zum Artikel „Familienausflug nach Hildesheim: Was für eine schöne Stadt!“
Bereicherung statt Verzicht: Familienleben ohne klassische Erziehung
Im Sinn dieser World Wide Web Week gibt es bei „ÖkoHippieRabenmütter“ einen Beitrag zu dem Verzicht auf Erziehung. Das unerzogene Leben wird anhand mehrerer Beispiele geschildert. Kathrin Borghoff schreibt dabei über Entscheidungen aus Angeboten, Selbstbestimmung und die Belastbarkeitsgrenzen aller Beteiligten.
Zum Artikel „Bereicherung statt Verzicht: Familienleben ohne klassische Erziehung“
World Wide Web Week: News & Einordnung
„Völlig losgelöst“ (ZEIT): Erziehung zwischen Unsicherheit und Stil-Debatte
Der Artikel „Völlig losgelöst“ von Ariane Breyer geht auf die „Erziehung“ heutzutage ein. Unkommentiert will ich ihre Ausführungen nicht lassen. Breyer versammelt darin sehr unterschiedliche Stimmen: Eltern und Fachleute sprechen über Grenzen, Beteiligung, Haushalt, Attachment Parenting, liberale und autoritäre Erziehung.
Zum Artikel „Völlig losgelöst“
Wenn das spätere Leben als Argument dient
Gleich am Anfang steht die Sorge, Eltern würden ihre Kinder zu wenig auf ein später hartes Leben vorbereiten. Für uns folgt aus einem schwierigen Umfeld kein guter Grund, Härte in die Eltern-Kind-Beziehung hineinzuholen. Junge Menschen erleben diese Beziehung heute. Ihre Würde, ihre Grenzen und ihre Sicht zählen heute.
Wenn Kinder dazwischenreden
Uns interessiert zuerst, was der junge Mensch mitteilen will. Ein Zusammenleben wird nur in Beziehung zueinander funktionieren. Gleichzeitig dürfen Erwachsene ein Gespräch zu Ende führen oder um einen Moment Ruhe bitten. Beteiligung und die Grenzen aller Beteiligten passen zusammen.
Haushalt und „Anspruchshaltung“
Bei unseren Kindern stellten wir fest, dass sie sich um „Haushaltsaufgaben“ streiten. Sie wollen sein wie Mama und Papa und nötigen uns ihre Hilfe buchstäblich auf. Das beschreibt unsere Familie. Andere Familien erleben Haushalt, Mithilfe und Kooperation anders.
Attachment Parenting, Schlaflernratgeber und der große Stil-Streit
Breyer stellt Attachment Parenting und Annette Kast-Zahns Schlaflernratgeber als zwei mögliche Richtungen nebeneinander. Genau diese Nachbarschaft war für uns ein Reibungspunkt. Die Ansätze unterscheiden sich deutlich darin, wie Erwachsene Signale, Nähe, Grenzen und Entscheidungsmacht einordnen. Unser Beitrag zum „ultimativen Schlaflernprogramm“ zeigt, warum uns diese Unterscheidung wichtig ist.
„Liberale Erziehung“ als gesellschaftlicher Schaden
David Eberhard wird im ZEIT-Artikel mit der These zitiert, liberale Erziehung schade der Gesellschaft. Unsere Randnotiz dazu war kurz: Na hoffentlich! Gemeint ist unsere Hoffnung auf eine Gesellschaft, in der junge Menschen mit eigener Stimme, eigenen Grenzen und eigenen Interessen ernst genommen werden.
Was die Forschung zu Erziehungsstilen trägt
Martin Pinquart bündelte 2017 in einer Meta-Analyse 1.435 Studien zu externalisierenden Problemen bei Kindern und Jugendlichen. Wärme, Autonomiegewährung und ein autoritativer Erziehungsstil standen im Mittel mit weniger externalisierenden Problemen in Zusammenhang; harsche und psychologische Kontrolle mit mehr. Die Zusammenhänge waren überwiegend sehr klein bis klein. Eine zweite Meta-Analyse mit 1.015 Studien zu internalisierenden Symptomen fand für mehrere dieser Erziehungsdimensionen dieselbe Richtung und ebenfalls überwiegend sehr kleine bis kleine Zusammenhänge. Bei einigen Merkmalen zeigten die Längsschnittdaten Beziehungen in beide Richtungen.
Kultur verändert einzelne Zusammenhänge, das Gesamtbild zeigt zugleich viele Gemeinsamkeiten. Pinquart und Rubina Kauser werteten 2018 428 Studien aus verschiedenen Regionen und ethnischen Gruppen aus und fanden mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede. Eine Meta-Analyse von 2021 mit 971 Studien verband harsches Erziehungsverhalten in allen untersuchten Weltregionen mit mehr internalisierenden und externalisierenden Symptomen. Pinquart und Van Anh Nguyen bündelten 2026 404 Studien aus 53 Ländern: Autonomieunterstützung hing im Mittel mit weniger internalisierenden und externalisierenden Problemen zusammen; die Unterschiede zwischen Ländern waren gering. Diese Befunde beschreiben Durchschnittszusammenhänge aus heterogenen Studien. Für eine einzelne Familie erlauben sie keine einfache Ursache-Wirkung-Erzählung.
Meta-Analysen zur Einordnung:
Pinquart 2017 (Externalizing): DOI: 10.1037/dev0000295
Pinquart 2017 (Internalizing): DOI: 10.1080/01494929.2016.1247761
Pinquart & Kauser 2018 (Kulturvergleich): DOI: 10.1037/cdp0000149
Pinquart 2021 (harsches Erziehungsverhalten im Kulturvergleich): DOI: 10.1007/s10826-021-02113-z
Pinquart & Nguyen 2026 (Autonomieunterstützung im Kulturvergleich): DOI: 10.1007/s10826-026-03281-6
Im Grunde sehen wir in dem ZEIT-Artikel eine positive Tendenz, weshalb wir ihn in dieser World Wide Web Week empfehlen.
Passend aus unserem Archiv:
- Selbstfindung
- Warum Unordnung für Kinder wichtig sein kann
- Praxis der Antipädagogik: Kinder im Straßenverkehr
- Das Geschenk, durch das dir deine Kinder verzeihen
World Wide Web Week: Videos
Bananen-Eis (vegan + roh)
Das Video von Dennis zur Herstellung rohköstlichen Speiseeises hat seine amüsanten Momente. Ein Rezept findet ihr auch bei uns: Rohkost-Vanille-Eis.
DU HAST NUR 1 LEBEN (Max Green)
Wer ein kleines Motivationsvideo sucht, wird hier fündig. Es erinnert daran, den Moment ernst zu nehmen und Zeit für das zu lassen, was man liebt.
Gutes Leben – ohne Konsum?
Eine feine Doku über zwei Aussteigerfamilien – eine in der Jurte, eine im Tiny House lebend.
World Wide Web Week 09/2017 (Archiv): Malort, Oman, Hildesheim & Erziehung im Gegenwind von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
Haha, immer schön, wenn man durch einen Pingback manchmal Jahre später benachrichtigt wird! Danke fürs Verlinken damals.
Mit dem „Eintritt sparen als Blogger“ ist das ja immer so eine Sache. An einem Artikel wie dem über Hildesheim sitze ich gut und gerne acht Stunden am Schreibtisch. Vom Stadtmarketing Hildesheim habe ich dafür als Recherchehilfe freie Eintritte und Materialien im Gegenwert von vielleicht 30 Euro bekommen. Genauso gut könnte man also sagen: „Da hat sich mal wieder jemand sehr billig für hochwertige Werbung ausbeuten lassen.“ Ich mach das alles für meine Familie und für meine Leser, weil ich überzeugt bin und andere überzeugen möchte, dass es super ist, mit Kindern gemeinsam die Welt zu entdecken. Dass ich dann nicht auch noch Eintritt zahle für die Museen, über die ich gezielt berichten will, ist dann ja wohl das mindeste.
Hallo Lena,
ich verstehe es auch nicht, warum das System nicht immer alle Pingbacks richtig rausschickt. Manchmal braucht ein Beitrag eine Aktualisierung oder Korrektur; Und wenn ich ihn dann erneut speichere, klappt es plötzlich. 😉
Den von Dir angesprochenen Punkt finde ich sehr wichtig. Bei der einen Gruppe ist es noch nicht im Bewusstsein angekommen, wie viel „Arbeit“ in einem Blogbeitrag steckt und wie gut sich solch ein hochwertiger Link auf das Ranking auswirkt. Die andere Gruppe ist sich völlig darüber im Klaren und spendiert dem Blogger / der Bloggerin lediglich eine Produktprobe, eine kostenlose Übernachtung oder einen freien Eintritt. Mischformen aus den beiden Gruppen mag es ebenfalls geben. Doch diejenigen, die den wahren Wert anerkennen und einen fairen Preis zahlen, sind rar gesät.
Ihr macht schon alles richtig. Eure Kinder werden euch sehr dankbar dafür sein, dass ihr mit ihnen die Welt erkundet. Unsere sind es immer, wenn wir umherreisen. 🙂
Liebe Grüße
Patrick