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Aktualisiert am 09.08.2026
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt unsere persönliche Erfahrung. Medizinische Fragen brauchen eine individuelle fachliche Einordnung, besonders bei Beschwerden oder einer Schwangerschaft mit besonderen Risiken.
Evelin spricht über ihre Schwangerschaft mit unserem 3. Kind und thematisiert dabei Körpergefühl und Schwangerschaftsanzeichen, Vorsorgeuntersuchungen und Ultraschall, Stillzeit und Tandemstillen sowie die Reaktionen unserer Kinder.
Schwanger mit dem dritten Kind: Körpergefühl und Schwangerschaftsanzeichen
Während dieser Schwangerschaft stillte ich noch. Eine Blutung blieb aus, deshalb fehlte mir dieser Anhaltspunkt für den Beginn der Schwangerschaft. Mein Körpergefühl spielte für mich entsprechend eine große Rolle.
Übelkeit und Müdigkeit kannte ich schon. Dazu kamen Gerüche, die ich plötzlich sehr intensiv wahrnahm. Einmal war ich überzeugt, dass ein ganzes Zimmer nach Fisch roch. Solche Eindrücke waren für mich Hinweise. Bestätigt hat meinen Verdacht schließlich ein Schwangerschaftstest.
Wenn euch die medizinische Einordnung früher Anzeichen interessiert, findet ihr dazu mehr in unserem Beitrag Schwangerschaftsanzeichen: frühe Symptome, wann sie auftreten und was sie bedeuten.
Stillen in der Schwangerschaft und Tandemstillen
Ich stillte damals zeitweise zwei Kinder. In der Schwangerschaft wurden meine Brustwarzen empfindlicher, und längeres Stillen tat mir weh. Ich erklärte den Kindern, was ich spürte, und verkürzte das Stillen. Bei uns wurde daraus irgendwann ein kurzes Stillen zum Einschlafen. Danach drehten sich beide um und schliefen.
Auch die Milchmenge veränderte sich für mich spürbar. Unser jüngeres Kind kommentierte das auf seine eigene direkte Art. Insgesamt verlief diese Veränderung bei uns erstaunlich sanft.
Für die medizinische Einordnung ist unsere Erfahrung allein zu schmal. Eine systematische Übersichtsarbeit von Stalimerou und Kolleg:innen aus dem Jahr 2023 bezog zehn Veröffentlichungen aus den Jahren 2014 bis 2022 ein. Die Autor:innen bewerteten Stillen während einer normal verlaufenden Schwangerschaft insgesamt als vereinbar mit unauffälligen Schwangerschaftsausgängen; bei einem Risiko für Frühgeburt oder anderen Risikoschwangerschaften ordnen sie die Situation vorsichtiger ein. Außerdem betonen sie den erhöhten Ernährungsbedarf während gleichzeitiger Schwangerschaft und Stillzeit.[1] Die Zahl und Verschiedenheit der einbezogenen Studien begrenzen die Aussagekraft.
Vorsorge und Ultraschall: unsere Erfahrung und die medizinische Einordnung
Weil mir eine Blutung als zeitliche Orientierung fehlte, wollte ich ungefähr wissen, wie weit die Schwangerschaft war. Deshalb ließ ich einen Ultraschall bei einer Ärztin machen, der ich vertraute.
Im Video erzähle ich von einem deutlichen „Ruck“ im Bauch während oder nach dieser Untersuchung. Ich habe diesen Ruck damals als Abwehr gedeutet. Das war meine Wahrnehmung und meine Deutung. Für eine Aussage darüber, wie ein Fötus Ultraschall wahrnimmt, braucht es wissenschaftliche Evidenz.
Der Gemeinsame Bundesausschuss sieht für gesetzlich versicherte Schwangere in Deutschland drei Basis-Ultraschalluntersuchungen vor: in der 8+0 bis 11+6, 18+0 bis 21+6 und 28+0 bis 31+6 Schwangerschaftswoche. Zu den Zielen gehören die Bestimmung des Gestationsalters, die Kontrolle der körperlichen Entwicklung des Fötus, die Suche nach auffälligen Merkmalen und das frühe Erkennen einer Mehrlingsschwangerschaft. Der G-BA beschreibt die vorgeburtlichen Untersuchungen als freiwillige Angebote, über deren Ziele, Aussagekraft und mögliche Folgen ärztlich aufgeklärt wird.[2]
Das American Institute of Ultrasound in Medicine bewertet die vorhandenen epidemiologischen Daten so, dass sie keinen hinreichenden Grund für einen kausalen Zusammenhang zwischen diagnostischem Ultraschall und bekannten unerwünschten Wirkungen beim Menschen liefern. Zugleich empfiehlt das AIUM, die nötige diagnostische Information mit möglichst geringer Exposition zu gewinnen. Das ALARA-Prinzip bezieht dabei sowohl die Schallleistung als auch die Verweildauer und die gesamte Untersuchungszeit ein.[3]
Für uns war nach meiner Erfahrung der Anlass einer weiteren Ultraschalluntersuchung entscheidend. Diese persönliche Entscheidung beschreibt unseren Umgang mit Vorsorge in dieser Schwangerschaft. Welche Untersuchung in einer anderen Schwangerschaft passt, hängt von der jeweiligen Situation, den eigenen Fragen und der fachlichen Beratung ab.
Wie unsere Kinder auf die Schwangerschaft reagierten
Unser älteres Kind war schnell mitten im Thema. Unser jüngeres Kind machte aus „Baby im Bauch“ erst einmal ein Spiel: Hände auf den Bauch, Baby – und schon war daraus eine kleine Szene geworden. Gerade diese unterschiedlichen Reaktionen fand ich spannend.
Aus unserem Blog:
Wieso die Frau zwei Brüste hat – Tandemstillen
Kinderreich und asozial? Zeit für ein (weiteres) Kind.
Hausgeburt aus Sicht eines Vaters – ein Bericht
Unsere extrem schöne Ökoeltern-Traum-Geburt
Quellen
- Stalimerou V, Dagla M, Vivilaki V, Orovou E, Antoniou E, Iliadou M. Breastfeeding During Pregnancy: A Systematic Review of the Literature. Maedica. 2023;18(3):463–469. DOI: 10.26574/maedica.2023.18.3.463. Tragende Stellen: Abstract S. 463; Schlussfolgerungen S. 467.
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Mutterschafts-Richtlinie, § 2 Abs. 9; PDF-S. 6, sowie „Schwangerschaft und Mutterschaft“, Abschnitt „Früherkennungsuntersuchungen in der Schwangerschaft“. Stand der Prüfung: 09.08.2026. Mutterschafts-Richtlinie beim G-BA.
- American Institute of Ultrasound in Medicine (AIUM). Prudent Use and Safety of Diagnostic Ultrasound in Pregnancy, 19.05.2020, Abschnitte zur epidemiologischen Evidenz und minimalen Exposition; sowie As Low As Reasonably Achievable (ALARA) Principle, 19.05.2020. AIUM: Prudent Use and Safety.
Schwanger mit dem dritten Kind: ein Erfahrungsbericht von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
Die Erfahrungen mit dem Ultraschall hatte ich bei meiner 1. Schwangerschaft auch. Das Baby mochte die Untersuchung nicht mir waren sie auch sehr unangenehm. Die Frauenärztin hatte hier auch fleißig geschallt.
Ultraschall ist eine Kriegswaffe gewesen und die deutschen Praxen waren nach dem 2. Weltkrieg die ersten, welche diese Technologie anwendeten. Nirgends wird so viel geschallt wie in Deutschland. Ultraschall kann unter anderen auch die DNA des Kindes schädigen.
Ich bekomme das 2. Kind und ich finde es traurig, das jede Hausgeburtshebamme auf einige Ultraschallbilder besteht, wegen der Versicherung etc…
Ich bin im Moment hin und her gerissen.
Um diese Ultraschalluntersuchungen zu entgehen, könnte ich mir eine Doula zur Unterstützung nehmen (wohnt weit weg) oder ich wähle eine selbstbestimmte Alleingeburt.
Mehr (freie) Möglichkeiten gib es in Deutschland leider noch nicht.
Hallo Jessica, dass Du Dich und Dein erstes Kind während des Ultraschalls ähnlich gefühlt habt, finde ich sehr interessant. Dass Ultraschall irgendetwas Negatives bewirken kann wird schließlich fast immer abgestritten und von vielen Müttern anscheinend gar nicht wahrgenommen. Deshalb danke ich Dir, dass Du Deine Erfahrung teilst. Und auch die Informationen über die Anwendungen in Deutschland.
Die erste Hebamme, die diese Schwangerschaft und Geburt betreuen wollte, bestand auch auf einen Ultraschall im 2. Trimester. Zurückblickend würde ich heute gar nicht mehr schallen lassen, Vorsorgen allein durchführen und dabei auf mein Körpergefühl hören. Mir wurde glücklicher Weise noch eine andere Hebamme empfohlen, die ganz auf Handarbeit vertraut und deshalb auch einen anderen Weg geht, als es in Deutschland momentan üblich ist. Doch auch ohne sie würde ich mich dank „Alleingeburt“ von Sarah Schmidt und ähnlicher Lektüre (sichtbar in unserem Shop) inzwischen sicher fühlen, um auch während der Geburt allein zu bleiben. Wenn man sich unwohl fühlt, ist eine ärztliche Untersuchung oder Klinikbegleitung dennoch immer möglich.
Ich wünsche Dir, dass Du die für Dich richtige Entscheidung triffst und wünsche Dir Kraft, Dich u.U. den Gepflogenheiten zu widersetzen und während der Geburt auf Deinen Körper zu vertrauen. Alles Liebe!