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Aktualisiert am: 11.08.2026

Wie soll das eigentlich funktionieren, dieses Tandemstillen? Ich habe es probiert und für gut befunden. Manches daran war beglückend, manches schlicht unbequem. Meine Erfahrungen möchte ich mit euch teilen. Vielleicht helfen sie euch, wenn ihr überlegt, während einer Schwangerschaft weiterzustillen oder später zwei Kinder zu stillen.
Damit ihr meine Erfahrung einordnen könnt: Meine Schwangerschaft verlief unkompliziert, und unsere Große aß bereits feste Nahrung. Die Forschung zum Weiterstillen in der Schwangerschaft ist weiterhin begrenzt. Neuere Übersichtsarbeiten finden bei Fehlgeburten und Frühgeburten insgesamt keinen statistisch eindeutigen Unterschied, zugleich gibt es Hinweise auf einzelne andere Schwangerschafts- und Wachstumsendpunkte. Besonders wenig wissen wir über Situationen, in denen das ältere Kind noch ausschließlich Muttermilch bekommt. Wird eure Schwangerschaft medizinisch als risikoreich eingeschätzt oder bekommt euer älteres Kind ausschließlich Muttermilch, gehört deshalb eine persönliche Einschätzung durch eure Hebamme oder ärztliche Praxis dazu.
Was ist Tandemstillen?
Tandemstillen heißt, dass die Mama zwei oder mehr Kinder stillt. Das können Zwillinge sein, aber auch ältere Geschwister des Babys.
Angstfreies Stillen von Anfang an
Schon lange vor unserer Familienplanung war mir klar: Meine Kinder werden von Anfang an die von der Natur vorgesehene Nahrung bekommen. Als unsere große Tochter dann geboren war, kam es genau so.
Ich stillte mein Baby. Ein Blick auf die Uhr hätte dabei nur gestört. Eine Gewichtskontrolle hätte mich nur verunsichert. Zufüttern brauchten wir nicht; unsere Tochter begann später von sich aus, das Essen der Großen zu erkunden. Auch einen Schnuller brauchten wir nicht. Und vor allem hatte ich keine Angst, mein Kind zu verwöhnen.
Milchpulver, Sauger oder Nuckelflasche? Brauchte ich nicht! Es gab für mich – wie bei der Hausgeburt auch – überhaupt keinen Grund, an der ordnungsgemäßen Funktion meiner Brust zu zweifeln. Was sich jedoch als praktisch erwies, waren Still-BHs und stillfreundliche Oberteile.
Ich hatte den Zuspruch unserer Hebamme, das Vorbild meiner großen Schwester und befürwortende Lektüre wie das Stillbuch von Hannah Lothrop. Was könnte da schon schiefgehen?
Vom Vollstillen zum Langzeitstillen und zur zweiten Schwangerschaft
Ab dem achten Monat interessierte sich unser Kind für größere Mengen unserer Speisen. Dennoch deckte sie den Großteil ihres Bedarfs an Nahrung fast bis zum ersten Geburtstag aus den beiden Brüsten ihrer Mama.
Erst danach konnten wir wieder klare Gedanken fassen und weiteren Nachwuchs planen. Als unser Erstling 15 Monate alt war, freuten wir uns über die Schwangerschaft mit unserem zweiten Wunschkind. Ich wurde also trotz Stillens schwanger. Bei uns wurden die Stillabstände größer, als unsere Tochter durch Beikost weniger Muttermilch brauchte. Die erste Beerenernte des Jahres und reichlich Milchzähne halfen mit: Innerhalb von drei Monaten aß sie deutlich mehr feste Nahrung.
Stillen in der Schwangerschaft: unsere Erfahrung und was Studien dazu sagen
„Das Baby nimmt sich, was es braucht. Wenn die Versorgung des Babys im Bauch unter dem Stillen des großen Kindes leidet“, so erklärte mir die Hebamme, „fährt der schlaue Körper der Mutter die Milchproduktion zurück“. Im Laufe des zweiten Trimesters der Schwangerschaft geschah genau das. Das war ihre damalige Erklärung. Für andere Schwangerschaften braucht es eine eigene medizinische Einordnung.
Meine Brustwarzen wurden zudem sehr empfindlich. Die Brüste sollten von nun an vor allem als Vertrauens- und Schutzbasis dienen. Ihre Rolle als Versorgungsstation trat bei uns in den Hintergrund. So stillten wir zum Einschlafen fast ausschließlich „trocken“. Trocken zu stillen bedeutet, dass das Kind an der mütterlichen Brust saugt, während kaum oder keine Muttermilch fließt. Bei mir ging die Milchmenge in dieser Zeit sehr stark zurück.
Unsere Tochter versicherte mir auch in dieser Trockenphase, es komme weiterhin Milch. Erst in den letzten Wochen vor der Geburt konnte ich wieder wenige Tröpfchen der gelben Vormilch ausstreichen. Während der „Trockenphase“ lief für sie wohl die „Milch der Liebe und Vorbereitung“, die sie nicht anders beschreiben konnte.
Ohne sicher zu sein, ob es für künftiges Tandemstillen Sinn ergeben würde, fanden wir bald eine Vereinbarung: Aus der „Brust mit Punkt“ – dort sitzt ein Leberfleck – könnte unser großes Mädchen trinken, aus der anderen, der „Babybrust“, das Baby.
Was weiß man darüber heute? Eine Meta-Analyse von Özlem Sinan und Döndü Kurnaz aus dem Jahr 2025 fand in den zusammengefassten Studien keine statistisch signifikanten Unterschiede beim mittleren Geburtsgewicht, bei Fehlgeburten, Frühgeburtswehen oder Schwangerschaftskomplikationen. Gleichzeitig berichteten die Autorinnen häufiger niedriges Geburtsgewicht und intrauterine Wachstumsrestriktion, also ein im Verhältnis zur Schwangerschaftsdauer zu geringes Wachstum des ungeborenen Kindes. Die beiden Ergebnisse schauen auf unterschiedliche Endpunkte. Für Eltern heißt das vor allem: Die Forschung liefert weiterhin ein lückenhaftes und teils widersprüchliches Bild.
Auch eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse von Minh und seinem Team aus dem Jahr 2021 fand bei spontanen Fehlgeburten, Frühgeburten und Frühgeburtswehen insgesamt keine statistisch signifikanten Unterschiede. An dieser Stelle werden die Zahlen allerdings dünn: Für einzelne Endpunkte standen nur zwei bis fünf Studien zur Verfügung, die Definitionen des Weiterstillens unterschieden sich, viele Stichproben waren klein und die Autor:innen bewerteten viele einbezogene Studien mit einem hohen Verzerrungsrisiko.
Wichtig ist ein Sonderfall, den Joseph Molitoris 2019 anhand von 10.661 Schwangerschaften aus dem US-amerikanischen National Survey of Family Growth von 2002 bis 2015 untersuchte. Unbereinigt lagen die Fehlgeburtsraten bei 35 % für ausschließliches Weiterstillen, bei 14 % für ergänzendes Weiterstillen und bei 15 % ohne Stillen. Nach statistischer Anpassung betrug die Hazard Ratio für ausschließliches Weiterstillen gegenüber Schwangerschaften ohne Stillen 3,9. Das Beobachtungsdesign beschreibt hier einen Zusammenhang; die Kausalität bleibt offen. Molitoris nennt außerdem die rückblickende Erhebung, die grobe Erfassung der Stillintensität und mögliche unbeobachtete Einflussfaktoren als Grenzen seiner Analyse.
Unsere Große aß zu diesem Zeitpunkt längst Beeren und andere feste Nahrung. Für uns passte das Weiterstillen. Wenn euer Kind noch ausschließlich Muttermilch bekommt oder eure Schwangerschaft als risikoreich eingeschätzt wird, ist die Situation eine andere als unsere damalige.
Stillen und Wehen: Was Oxytocin damit zu tun hat
Manche Ärzt:innen warnten mich damals davor, in der Schwangerschaft die Brustwarzen zu stimulieren. Hinter dieser Warnung steckt ein nachvollziehbarer Gedanke: Beim Stillen wird Oxytocin freigesetzt. Das Hormon löst den Milchspendereflex aus und spielt auch bei der Geburt eine Rolle. Die Frage, ob Stillen Wehen anregen kann, liegt also nahe.
Eine Rolle spielt dabei, wie empfänglich das Gewebe zu diesem Zeitpunkt für Oxytocin ist. Anna-Riitta Fuchs und ihr Forschungsteam untersuchten 1982 die Oxytocin-Rezeptoren in Gebärmutter und Dezidua. In der Gebärmuttermuskulatur nahm ihre Zahl während der Schwangerschaft zu und erreichte zu Beginn der Geburt den höchsten gemessenen Wert; in der Dezidua lag dieser Höchstwert bei der Geburt. Die Studie beschreibt damit einen physiologischen Teil des Geburtsbeginns. Für die Frage nach tatsächlichen Schwangerschaftsausgängen sind die oben genannten Untersuchungen zu Fehl- und Frühgeburten näher an dem, was Eltern wissen möchten.
Auch in dieser Schwangerschaft stillte ich nachts bis kurz vor der Geburt weiter. Für den Geburtsbeginn setzten wir erneut auf die „altbewährte Methode“ unserer ersten Hausgeburt. Welche das war, verrät euch Patrick in seinem Geburtsbericht aus Sicht eines Vaters.
Die erste Zeit zu viert: Tandemstillen – was galt es zu beachten?
Bei Soorverdacht würde ich heute fachlichen Rat suchen. Der britische National Health Service beschreibt Candida als Infektion, die zwischen Brust und kindlichem Mund weitergegeben werden kann. Er nennt medizinische Abklärung, gegebenenfalls eine Behandlung und sorgfältige Hygiene als wichtige Punkte. Punktbrust und Babybrust waren unsere Familienwörter. Unsere Tochter wusste sofort, was gemeint war.
Bei der Geburt war die Stimulation der Brustwarzen für mich tabu. Nach der Geburt bestand unser geübtes Stillkind schon bald darauf, zusammen mit dem Baby angelegt zu werden. So nuckelte das große Kind Kolostrum – so nennt man die Vor- bzw. Erstmilch – an der „Brust mit dem Punkt“ und das Baby trank an der „Babybrust“. Das erste gemeinsame Tandemstillen fühlte sich sehr beglückend an.

Stillen macht glücklich
Die Hebammen hatten keine Einwände gegen das Tandemstillen. Sie erwähnten aber, dass ich darauf achten solle, dass ich das Baby zum Trinken des Kolostrums zuerst anlege. Daran hielten wir uns.
Tandemstillen – die Vorteile für uns
Zuhause wollte unsere Große viel vom Baby sehen und viel von ihrer Mama haben. Sie trank entsprechend kräftig mit. Schon in der zweiten Nacht kam die weiße, süße Milch – diesmal sanft.
Die Milchbar fühlte sich nicht hart oder gestaut an, wie ich es von meinem ersten Milcheinschuss kannte. Diesmal brauchte ich keine Massage oder warme Dusche, um die Milch zum Fließen zu bringen.
Welche Rolle das Tandemstillen bei diesem frühen und angenehmen Milcheinschuss spielte, ist für mich offen. Mir erleichterte das Mitstillen den Alltag trotzdem ungemein. Unsere damals Zweijährige konnte große Mengen trinken und Spannungsgefühle lindern. Später half sie manchmal dem Baby, indem sie zwei Schlucke aus der „Babybrust“ abtrank, wenn sich das Kleine ständig verschluckte. Eine dankbarere Helferin hätte ich kaum finden können.
Stillpositionen fürs Tandemstillen
Tandemstillen heißt nicht, dass beide Kinder tatsächlich auch gleichzeitig gestillt werden. Ein Tandemfahrrad bleibt ja auch ein Tandemfahrrad, wenn nur ein Radfahrer darauf sitzt.
Das gleichzeitige Anlegen bedeutete für mich, eine Stillposition zu finden, in der sich alle wohlfühlen. Das war schwierig. Ein großes Stillkissen kann helfen, zwei Kinder seitlich zu lagern. Unser großes Kind kannte allerdings seine gewohnte Stillposition. Mit manchen neuen Verrenkungen konnte sie wenig anfangen.
Von unserer großen Tochter verlangte ich nach der Geburt ihrer Schwester, sich auf meine Hüfte zu legen, während ich „bequem“ auf der Seite liegend zum Baby gedreht war. Eifersucht und Zorn waren oft die Folge.
Sitzpositionen, bei denen das Baby in meinem Schoß lag und das Kleinkind halb sitzend, halb hockend versuchen musste, an die „Punktbrust“ zu gelangen, waren ebenso wenig befriedigend. Unserer Großen gefiel auch die Position in Seitenlage nicht, in der das Baby auf ihrem Körper ruhte.
Als mein Baby etwas größer war, funktionierte das Tandemstillen auf dem Sofa im Sitzen: Das Baby lag auf meinem Schoß, das große Geschwisterkind kuschelte sich seitwärts an mich.

Unsere Große und ihre Schwester beim Stillen
Was ich als Nicht-Muskelprotz sagen kann: Beide Kinder im Bett liegend zu stillen, beansprucht die Arme, auf denen die Köpfe der Kinder aufliegen, ganz ordentlich.
Eine richtige Lieblingsposition hat sich bei uns nicht entwickelt. Mit der Zeit ist es aber sehr einfach geworden, auf beide Kinder schnell zu reagieren.
Vielleicht mögt ihr schon vor der Geburt mit dem älteren Kind verschiedene Positionen ausprobieren. So merkt ihr in Ruhe, was sich für euch beide angenehm anfühlt, bevor im Wochenbett noch ein Baby mitredet.
Eifersucht und Leidenschaft
Die Eifersucht zwischen den Kindern begleitete uns im Wochenbett und auch in der Zeit danach. Ich fand es aber unglaublich schön, wenn sich beide Kinder beim Stillen anschauten oder streichelten. Dabei verbrachten sie viel Zeit ganz nah beieinander.
Beide Kinder wurden größer und älter. Und so bereitete mir das Tandemstillen unvergessliche Momente:
- Die beiden großen Säuglinge klatschten sich gegenseitig in die Hände.
- Nach einem Streit vertrugen sie sich schnell wieder an ihrer Milchquelle.
- Oder sie summten sich abwechselnd Töne vor, um die andere zum Kichern zu bringen.

Gleichzeitiges Stillen zum besseren Kennenlernen
Update mit Kind Nr. 3: Abstillen oder wieder Tandemstillen?
Inzwischen habe ich zeitweise drei Kinder gestillt. Aber von vorn …
Während meiner nächsten Schwangerschaft stillten sich die Mädchen recht bald ab. Unsere Erstgeborene verkündete mit vier Jahren, dass sie nun nicht mehr gestillt werden müsse und die Brust gerne dem Baby überlasse. Die Mittlerste war sehr kooperativ und fand es in Ordnung, erst nach dem Milcheinschuss wieder mitzutrinken.
In diesem Video erzähle ich ausführlicher vom Abstillen und Weiterstillen in der Schwangerschaft:
Nach der Geburt unseres Nesthäkchens stellte sich heraus, dass unsere Große mir nicht mehr beim Abtrinken helfen konnte. Nach der langen Stillpause schien sie die Saugtechnik regelrecht verlernt zu haben. Das mussten wir uns beide erst eingestehen. Es war ernüchternd.
Wenn sie krank war oder immensen Weltschmerz hatte, konnte ich sie später wieder stillen. Es brauchte nur Anlauf: Entweder musste die Milch bereits fließen, oder sie behielt die Brust eine Weile im Mund, bis sie den Dreh wiederfand.
Unser Stillalltag mit dem dritten Kind
So sah unser Stillalltag damals aus:
Der Einjährige wird wach, pinkelt in sein Töpfchen, kuschelt sich wieder neben mich und ich stille ihn. Er ist schnell fertig und stapft schon mal durch die Wohnung. Das weckt seine Schwestern. Die Große, inzwischen sechs Jahre, springt ihm hinterher. Die Mittlerste, demnächst vier Jahre alt, legt sich an eine volle Brust und trinkt sie leer.
Tagsüber stille ich fast nur noch den Buben. Die Mädchen trinken selten mit uns und verlangen auch keine „Einschlaf-Mumi“, wenn wir abends ins Familienbett schlüpfen.
Habe ich für mehrere Kinder genug Milch?
Meine Milchmenge passte sich erstaunlich zuverlässig an die Nachfrage an. Wenn mehrere Kinder häufiger tranken, bildete ich mehr Milch. Ich vertraute meiner Brust damals so sehr, dass ich scherzhaft sogar mit Drillingen oder drei gleichzeitig kranken Kindern rechnete: Meine Brust würde das schon schaffen. Dieses große Vertrauen gehörte zu meiner Erfahrung. Andere Stillbeziehungen können anders verlaufen.
Krankheit und zu wenig Essen merkte ich schnell. Ein Fastentag verringerte meine Milchmenge spürbar. Hunger und Durst meldeten sich beim Stillen oft sofort. Ein Getränk und etwas zu essen in Reichweite waren für mich deshalb ziemlich praktisch.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für ausschließliches Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten einen Richtwert von zusätzlich 500 Kilokalorien pro Tag. Für partielles Stillen nach dieser Zeit nennt sie keinen Richtwert, weil Dauer und Intensität stark variieren. Für meinen Tandemalltag waren außerdem meine eigenen Signale wichtig: regelmäßiger Hunger und Durst, Erschöpfung und Veränderungen der Milchmenge.
Schlussworte
Wie beim Stillen unterwegs – also beim Stillen in der Öffentlichkeit – ist auch Tandemstillen die Angelegenheit von euch und euren Kindern. Solange es sich für euch richtig anfühlt, könnt ihr stillen, wie ihr es braucht. Ihr könnt Grenzen setzen, eure Meinung ändern oder aufhören. Eure Stillbeziehung darf sich mit euren Bedürfnissen und denen eurer Kinder verändern.
Für uns war Tandemstillen zugleich innig und praktisch, manchmal unbequem und oft wunderschön. Die Eifersucht gehörte weiterhin zu unserem Familienleben. Zugleich gab es diese stillen Momente, in denen zwei Geschwister nebeneinander lagen, sich anschauten, berührten und miteinander kicherten.
Mein persönliches Fazit für jegliches Tandemstillen bleibt nach wie vor marktwirtschaftlich: Die Nachfrage reguliert das Angebot. Biete ich die Brust häufig an, regt das die Milchbildung an. Mache ich dies nicht, könnte ich bald wieder meine Mädchen-Bustiers anziehen.
Davon hielten meine Milchknilche allerdings noch eine ganze Weile nichts. 😉
Bis bald,
eure Evelin
Quellen und weiterführende Informationen
- Sinan O, Kurnaz D: Effects of breastfeeding during pregnancy on maternal and newborn health and breast milk composition: Meta-analysis. Midwifery, 2025; 149:104550. DOI: 10.1016/j.midw.2025.104550. Tragende Fundstelle: Abstract, insbesondere „Findings“.
- Stalimerou V, Dagla M, Vivilaki V, Orovou E, Antoniou E, Iliadou M: Breastfeeding During Pregnancy: A Systematic Review of the Literature. Maedica, 2023; 18(3): 463–469. DOI: 10.26574/maedica.2023.18.3.463. Tragende Fundstellen: Abstract, insbesondere „Materials and methods“, „Results“ und „Conclusions“.
- Minh LHN et al.: Feto-Maternal Outcomes of Breastfeeding during Pregnancy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Tropical Pediatrics, 2021; 67(6): fmab097. DOI: 10.1093/tropej/fmab097. Tragende Fundstellen: Abstract; „Results“ – „Quality assessment“, „Maternal outcomes and complications during pregnancy“, „Maternal outcomes and complications at delivery“; „Discussion“.
- Molitoris J: Breast-feeding During Pregnancy and the Risk of Miscarriage. Perspectives on Sexual and Reproductive Health, 2019; 51(3): 153–163. Tragende Fundstellen: „Results“, erster Absatz und Tabelle 1; „Multivariate Findings“, Absätze 1 und 2 sowie Tabelle 3; „Strengths and Limitations“, Absätze 2 bis 5.
- Fuchs AR, Fuchs F, Husslein P, Soloff MS, Fernström MJ: Oxytocin Receptors and Human Parturition: A Dual Role for Oxytocin in the Initiation of Labor. Science, 1982; 215(4538): 1396–1398. Tragende Fundstelle: Abstract.
- National Institute of Child Health and Human Development: Oxytocin, Drugs and Lactation Database (LactMed). Tragende Fundstelle: „Summary of Use during Lactation“, erster Absatz; Fassung vom 15. Juli 2026.
- National Health Service: Thrush. Tragende Fundstellen: „Causes of thrush“, „How to stop thrush spreading“ und „Treatment for thrush“.
- National Health Service: Breastfeeding: the first few days. Tragende Fundstellen: „Colostrum: your first milk“ und „Building up your milk supply“.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: FAQ Energiezufuhr, Frage 12, Absätze 1 und 2; letzte Änderung: 10. September 2025.
Wieso die Frau zwei Brüste hat – Tandemstillen von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
Ein spannendes Thema 😉
Ich habe einen Sohn, der im letzten November 3 Jahre geworden ist. Seit dem 7. Jan. ’19 habe ich auch eine Tochter. Etwas anderes als stillen wäre mir nicht in den Sinn gekommen – auch wenn gerade beim ersten die Verzweiflung oft groß war.
Zum beginn der zweiten Schwangerschaft hat mein Sohn noch oft gestillt, aber immer zum einschlafen. Irgendwann gegen Ende des ersten Drittels der Ss hat sich mein Sohn ziemlich abgestillt. Er trank eigentlich nicht mehr. Hin und wieder wollte er an die Brust, saugte zwei/dreimal und gut war es.
Seit unsere Tochter da ist, möchte unser Sohn wieder viel häufiger an die Brust. Er saugt immer noch nicht lange, aber länger. Tatsächlich hat auch er das richtige saugen etwas „verlernt“. Aber es ist für mich gut auszuhalten.
Ich dachte wirklich, er hätte sich abgestillt 😉
Was die position angeht: Im sitzen kommt er gut hin. Wenn ich die kleine Maus im liegen, auf der Seite stille, kommt der große über meinen Rücken an die freie Brust. So klappt es sehr gut.
Liebe Grüße
Kati
Hallo liebe Kati,
zunächst noch meine herzlichsten Glückwünsche zur Geburt und alles Liebe für euch als Familie! Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut; es ist schließlich selten, dass tandemgestillt wird.
Danke, dass du deine wertvollen Erfahrungen schilderst. Für alle „Ungeübten“ klingt die letztgenannte Stillposition vielleicht sogar etwas akrobatisch. 🙂 Je älter das Baby wird und je mehr das große Geschwisterkind in seine neue Rolle hineinwächst, wird alles entspannter.
Euch eine gutes Hineinwachsen!
Liebe Grüße
Evelin
Wow …du bist echt eine tolle Mami ❤ du hast mir gerade jeglichen Stress mit dem Beitrag abgenommen..bin im 5.Monat schwanger und meine Maus (17 Monate) liebt das Stillen nach wie vor. Durch die extrem empfindlichen Brustwarzen und das gleichzeitige Ziehen im Bauch hab ich ein großes Fragezeichen in meinem Hirn gehabt..aber ich möchte nun auch Tandemstillen.Vorausgesetzt es klappt. Allein der Gedanke ans Abstillen treibt mir die Tränen in die Augen..habe Angst, dass meine Kleine sich ausgeschlossen fühlt in dem ganzen Babyprozess und der Gedanke „ein letztes Mal“ stillen macht mich fertig. Aber abgehakt. Ich werde beide stillen. Danke für deinen tollen Beitrag ❤
Hallo Kübra,
wie schön, dass ich dir eine Sorge nehmen konnte. Es freut mich, dass du nach der Geburt neben dem Baby weiterhin dein Kleinkind stillen möchtest. Ich bin mir sicher, dass ihr das schafft und es für euch drei richtig schön werden wird.
Tandemstillen bedeutet ja nicht, dass du gleichzeitig stillen musst. Und dass deine große Tochter noch so jung ist, ist dabei nur von Vorteil. Ältere Stillkinder haben das Stillen manchmal während der Schwangerschaft verlernt oder haben (bei aller Liebe zur Mama) einfach kein Interesse mehr an der lieblichen Milch. Gerade bei Milchstau oder beim Abtrinken, wenn sich das Baby oft nur verschluckt, sind die Geschwister eine wertvolle Hilfe.
Ich wünsche dir noch eine gesunde Schwangerschaft, eine schöne Geburt und einen guten (Still-) Start ins Leben mit dem neuen Baby.
Herzliche Grüße, Evelin
Ein schöner Beitrag, Danke! 🙂
Seit 3 Tagen bin ich nun auch am Tandemstillen, der Große ist knapp 2 und nun haben wir noch eine kleine Tochter bekommen. Der Große hat sich durch die Schwangerschaft nicht beeindrucken lassen, auch durch das Wegbleiben der Milch nicht und hat immer fleißig weiter gestillt 😀
Nun sind wir grad in der Findungsphase wie wir das Handhaben – zuvor haben wir nur zum Mittagschlaf und Nachts gestillt, nun will er natürlichbauch tagsüber viel ran. Das darf er meist natürlich auch. Ich hoffe dass es ihm so leichter fällt, das neue Familienmitglied zu akzeptieren 😉
Gleichzeitig stillen wir meist halb im Liegen mit der kleinen Maus auf mir drauf und mein Sohn kuschelt sich neben mich (er kann sich aus so gut wie jeder Position die Brust schnappen ;D) – im Liegen klappts wenn er auf meinem Arm seitlich liegt und die Kleine auf meinem Bauch – aber dann am Besten mit Kissen die Arme unterstützen sonst wirds sehr anstrengend 🙂
Das einzige Problem das wir angehen müssen ist, dass mein Sohn ein notorischer Dauernuckler ist – und das geht nun so in der Art und Weise nicht mehr. Bin mal gespannt wie schnell wir da einen Weg finden.
Ich freue mich immer über solche Beiträge da man sieht, dass man mit seinem Weg nicht alleine ist 🙂
Liebe Grüße,
Franziska
Hallo Franziska,
zunächst gratuliere ich dir herzlich zu dem zweiten kleinen Schatz!
Bei uns ist es momentan haargenau so. 😀 Ich sehe die gleichen Herausforderungen; unser Zweijähriger will momentan ständig an die Brust, sobald das Baby daran hängt. Ich kenne das auch noch von unserer Großen, die sich ganz ähnlich verhielt. Was mir heute hilft ist das Wissen, dass es Geduld, Geduld und Geduld braucht… Da nun wieder Milch fließt, sind die leckeren Mamis erstmal wieder total gefragt. Das muss wahrscheinlich ausgekostet werden. Vielleicht dauert es einfach ein paar Wochen, bis das Geschwisterkind merkt, dass es auch nach dem Spielen, Anziehen, Frühstücken etc. noch trinken darf. Manchmal verwehrte ich der Großen (damals 2) die zweite Brust, was für lauten Protest sorgte und mich gereizt machte.
Ich habe das Gefühl, dass ein „Erstmal trinken lassen wie die Kinder wollen“ späteren Stress erspart. Dem großen Geschwisterchen half dann, neue spannende Beschäftigungen zu entdecken. Mir half der Gedanke, dass das Kalorienverbrennen mit zwei Kindern noch leichter geht. 😀
Meine jetzt Siebenjährige erklärte mir heute, als ich die zwei Jungs tamdemstillte: „Ich weiß noch, wie schön das war. Die Brust fühlt sich so schön an und es riecht auch so gut.“
Alles Liebe für dich und ein entspanntes Wochenbett zu dritt! 😉
Evelin
Hallo Evelin,
Vielen Dank 🙂
Ja, ich denke auch, dass verwehren die ganze Thematik verlängert. Tagsüber lässt es bei uns schon etwas nach.
Wo wir etwas ratlos sind ist Nachts – wie handhabt ihr das da wenn ich fragen darf? Unser Großer ist generell nicht der beste Schlåfer und war auch vor dem Baby häufig und lange an der Brust in der Nacht. Ich hatte gehofft, dass sich das etwas legt wenn wieder Milch fließt aber leider ist das nicht so… Die Kleine braucht wohl auch noch viel Körperkontakt und wacht dann auf wenn ich den Großen stille und der Große machtbriesen Theater wenn er nicht gleich an dir Brust kann… Viel Schlaf gibt es hier aktuell also nicht. Hast du irgendwelche Tipps?
Lg Franziska
Liebe Franziska (und ihr anderen Still-Mamas von mehreren Kindern),
manchmal scheuern uns unsere Augenringe die Nasenflügel wund, nicht wahr? Ein Baby fordert nachts unsere gesamte Aufmerksamkeit. Wenn dann ein weiteres Kind Theater macht, kann uns das ziemlich auf den Wecker gehen.
Das gemeinsame Trinkenlassen bringt viele schöne Seiten mit. Aber das Tandemstillen ist mitunter auch anstrengend. Besonders nachts, wenn das große Geschwisterkind die Brust nicht mehr hergibt. Oder, wenn es nicht sofort „andocken“ kann. Statt ausreichend Schlaf ernten wir Eltern Tränen und Wut. Und das Baby? Das schläft natürlich auch nicht immer seelenruhig weiter.
Leider habe auch ich jetzt beim dritten Mitstiller keine mustergültige Lösung. Immer, wenn ein neues Baby hinzukam, gab es nächtliches Theater. Nur unsere zweite Tochter war (und ist) ganz „brav“. Was mir half und hilft, ist die Unterstützung vom Papa, der Appell an meinen nächtlichen Verstand und die Beachtung mehrerer Bedürfnisse.
Die Bedürfnisse der Geschwisterkinder versuche ich, so gut es nur geht, schon vor dem Schlafengehen zu befriedigen. Das heißt im Einzelnen: Mein Zweijähriger sollte richtig satt und nicht mehr durstig sein und ausgiebig gekuschelt haben (macht man beim Stillen ja automatisch). Wenn unser Junge die Brust nicht hergeben will, liegt es meist an diesen Problemen:
1. Er muss mal.
2. Beim Abendessen wurde er nicht satt.
3. Er ist durstig.
4. Am Abend gab es Ärger.
5. Im Bett fehlen ein Kuscheltier oder das Lieblingsauto.
6. Schlechte Träume.
7. Er wird krank.
Wenn unser Zweijähriger nachts im Schlaf unruhig wird, liegt das meist am Harndrang. Wir machen das dann so: Erst aufs Töpfchen im Bett setzen, dann stillen bis er ohne Brust fest weiterschläft.
Tandemstillen funktioniert nachts nicht gut, weil der Große dann nicht von allein aufhört und schließlich weint oder wütet. Und von Patrick lässt er sich nicht auf Töpfchen setzen. Beim Papa wütet er noch mehr, weil das ja noch mehr „Mama-Entzug“ bedeutet.
Deshalb gebe ich das Baby in diesen Fällen an Patrick ab. Er wiegt es dann sanft in seinen Armen. In der Zeit setze ich den Großen aufs Töpfchen. Ich begleite das Vorgehen mit einfachen Erklärungen: „Komm mein Schatz, wir machen erstmal Pipi, danach Mumi. Das Töpfchen ist rot, so wie die Feuerwehr. Die Feuerwehr hat den Löschschlauch, der macht ssss… und wenn die fertig sind, legen die sich wieder hin, trinken was und schlafen weiter…“
Nach maximal zehn Minuten drehe ich mich auf die andere Seite, nehme das Baby und alle schlafen weiter.
Meine anderen Vorschläge wären:
Probiere, ob Dein zweijähriges Kind nach der Stillzeit an etwas anderem weiternuckeln kann. Fläschchen mit Wasser oder Nuckel könnten vielleicht ein „Ersatz“ sein. Wir haben eine Trinkflasche mit Wasser im Bett, was schon in der Schwangerschaft gut bei unseren Kindern ankam.
Ein anderer Vorschlag ist, dass das ältere Kind zwar auch neben dir (genauer: an deiner Brust) einschläft. Anschließend bettest Du es für den Nachtschlaf aber um. Damit meine ich nicht, dass dein großer Sohn in ein anderes Zimmer oder Bett verfrachtet wird. Im Familienbett kann es helfen, eine kleine Barriere einzubauen: Wenn sich der Papa nachts zwischen euch legt, ist die Milchquelle nicht so nah. Dein Kind riecht sie weniger und wird durch das Baby, das nachts unruhig wird, nicht geweckt.
Allerdings könnten diese beiden Vorschläge Nachteile. Der Nuckel könnte abhängig machen bzw. das Kind könnte sich ausgegrenzt fühlen.
Ich kann Dir nur Mut und Kraft schicken, noch wenige Monate durchzuhalten. Das große Kind nimmt ja schon viel Rücksicht durch die Entthronung. Schlaf bedeutet Erholung und Kuschelzeit. Es ist viel verlangt, diese besondere Zeit als Kleinkind ein Stück weit „herzugeben“. Wir wissen von uns selbst, wie schwer es fällt, logisch zu denken und schlüssig zu handeln, wenn wir müde sind. Wir dürfen also getrost darauf verzichten, an den Verstand eines müden Kleinkindes zu appellieren.
Die letzte Hoffnung, die ich Dir und anderen Müttern in derselben Situation machen möchte, ist (wie so oft): Es wird besser. Versucht, nicht durchzudrehen. Bleibt tapfer. Und wenn eure Augenringe schon die Nase wundgerieben haben, genehmigt euch irgendwas, das euch für den Moment gut tut, zum Beispiel Schokolade. 😉
Alles Liebe
Evelin
Hallo Evelyn,
ein toller Beitrag. Er hat mir solchen Mut gemacht meine Erstgeborene in der Schwangerschaft unseres Sohnes weiterzustillen und darüberhinaus Tandem zu stillen. Die zwei haben einen Altersabstand von 24 Monaten.
Nun ist unser Sohn gerade einmal 8 Monate alt und ich bin in der 17. SSW. Ich stille aktuell zwei Kinder und bin schwanger. Manchmal ist es sehr anstrengend, aber das Beste für unsere Kinder. Da unsere Große die „Mama-Milch“ so liebt, rechne ich damit drei Kinder zu stillen. Die Große wird bei der Geburt gerade drei Jahre alt sein und der Kleine 13 Monate.
Also nur Mut, dass jede Familie ihren Weg findet und sich nicht beirren lässt, weil man halt keine Familie kennt mit mehreren Stillkindern.
LG
Angela
Liebe Evelin, unser 3. Sohn (heute 23 Tage jung) ist nun geboren und unser fast 2 jähriger stillte in der Ssw noch trocken und nun stillt er wieder mit.
Meine Hebi sagte gleich zu Beginn des Tandemstillens dass ich die Brust immer gut abwaschen sollte mit abgekochtem Wasser wenn der Große dran war, weil sonst würde das Baby sofort Soor bekommen. Obwohl ich das diszipliniert tat (durch ihre Worte leider auch etwas verunsichert), hat der Kleinste nun Mundsoor 🙁
Eine Bekannte schlug zu Beginn des Tandemstillens vor jedem Kind eine Brust zu zu teilen.
Meinst du dass wäre nun auch noch von Vorteil? Ich konnte mir das nach der Geburt einfach nicht vorstellen weil ich dem Neugeborenen nichts vorenthalten wollte. Aber vielleicht würde es jetzt die Situation schneller verbessern?
Und wie sind deine Erfahrungen nach längerer Zeit mit zugeteilten Brüsten? Habt ihr das jetzt beim 4. Kind auch wieder gemacht?
Und hast du bis auf Mykotische Mittel noch einen anderen Vorschlag zur Behandlung?
VlG Jenny
Liebe Jenny,
zunächst sende ich dir die herzlichsten Glückwünsche zur Geburt deines 3. Kindes! Schön, dass du tandemstillst! 🙂
Um deine Frage zum Tandemstillen bei Mundsoor so gut wie nur möglich zu beantworten, habe ich sie anonymisiert an Stillberaterinnen und Hebammen weitergeleitet. Und siehe da: Die Meinungen gehen weit auseinander.
Zum Einen kommt das Allgemeine über „dieses gefährliche Soor“, was einem bei jeder Google-Suche hinterhergeschossen wird, aber nicht wirklich weiterbringt. Von meiner eigenen Hebamme, die ich für kompetent und sehr erfahren wie auch belesen halte, wurde mein Bauchgefühl zur Sache des Mundsoors heute wieder einmal gestärkt.
Wie du bestimmt unlängst weißt, ist Soor ein Pilz. Damit sich ein Pilz wohlfühlt, d.h. sich ausbreitet, wünscht er sich „Pilzwetter“. Also warm und feucht. Deshalb finden viele Hebammen das häufige und womöglich warme Abwaschen der Brust nicht optimal. Stilleinlagen aus Silikon oder mit Folienschutz sind gute Brutstätten. Stattdessen helfen Sonne und frische Luft der Brustwarze, um gesund zu bleiben. Ein Hygienespüler oder Teebaumöl etc. wird in „schweren Fällen“ für die Wäsche empfohlen.
Soor und Bindehautentzündungen sind für das Baby die ersten harmlosen Erkrankungen, die das Immunsystem des neuen Menschen fordert und stärkt. Man braucht also nicht hektisch werden. Behandelt werden kann mit Rose-Teebaum-Essenz, Rosenhonig, Eigenurin, Calendula oder klassisch mit Infectosoor-Mundgel. Es gibt ganz viele Empfehlungen. Diese Mittelchen dürfen direkt auf die Brustwarze – somit werden alle mitbehandelt. Eventuell muss bei Problemen der Po mitbehandelt werden. (Ca. drei Wochen nach der Feststellung des Mundsoors kann der Pilz beim Po „ankommen“.)
Unser 2. und 3. Baby hatten auch Mundsoor. Weil jeweils das ältere Geschwisterkind mittrank, wusch ich anfangs auch jedes Mal die Brust ab. Hätte ich das mal nicht getan – mit dem heutigen Wissen. Jede „Mini-Erkranung“ kann einen ja ganz schön beschäftigen und unter Stress setzen. Ich hatte Angst vor Mundsoor – und promt kam er. Ich probierte es aus, jedem Kind eine Brust zuzuteilen. Aber das allein beseitigt keinen Mundsoor. Ein Baby fängt m.M. doch ebenso Keime ab, weil es auch mal ein Küsschen von Familienmitgliedern bekommen, etwas anfasst und die kleinen Fingerchen in den Mund wandern… Klar, Mundsoor ist lästig und sieht blöd aus. Es half mir, darüber bewusst zu werden, dass das Baby nicht furchtbar darunter leidet.
Ein Mittel von der Kinderärztin nützte nichts. Heute würde ich es zunächst mit Kamille, Eichenrinde, Nelkenwurz, Salbei, Thymian probieren, bevor ich mir ein Mittelchen aufschwatzen lasse, das nach chemischer Orange schmeckt und nichts taugt.
Zugegeben – ich bin manchmal experimentierfreudig mit Eigenurin. Bindehautentzündungen verschwinden bei den Kindern damit innerhalb weniger Stunden. Auch Entzündungen schwellen sehr zügig ab. Ob der körpereigene Apothekensaft auch bei Mundsoor nützt, kann ich aber nicht versprechen.
Wir nutzten damals InfectoSoor. Ich ernährte mich (vorübergehend) zucker- und glutenfrei, und versorgte mich mit stärkenden Kräutern, Kokosöl, Tees usw.
Nach einigen Anwendungen waren wir den weißen Besuch auf der Zunge wieder los.
Unser kleinster Babyjunge ist jetzt über vier Monate alt und teilt sich beide Brüste mit seinen Geschwistern. Ich achte nur darauf, dass unser Jüngster „dünne“ und „dicke“ Milch bekommt. Er entwickelt sich zu meiner vollsten Zufiedenheit. <3
Meine Brust wasche ich eigentlich nur frühs und abends. Ich denke mir, dass mein Baby alle Geschwisterkeime gut wegstecken kann. Okay, sollte doch mal ein Rest vom Schokokuchen oder Mittagessen auf meiner Brust verschmiert sein – dann geht das für mich persönlich natürlich nicht. Aber das kommt kaum vor. Bis jetzt blieben wir von Soor verschont.
Die Brust brauchst du nach Meinung meiner (und anderen) Hebamme also nicht aufteilen. Das hat den Vorteil,
dass du nicht zu unförmig aussiehst,
dass dir keine Brust schmerzen wird,
dass sich das Baby nicht an eine Seite gewöhnt (und die andere Brust irgendwann ablehnt) und
dass beim Baby keine eventuellen Probleme in der Seh-Entwicklung heraufgeschworen werden. Es gibt noch mehr Vorteile, aber diese hier genügen mir schon, um beidseitiges Stillen zu bevorzugen. 🙂
Wenn du dich wohler damit fühlst, mal für ein paar Tage die Brust fest einem Kind zuzuteilen, kannst du das aber auch machen. Fühlt es sich für deine Brust gut so an – nicht schmerzhaft, wund o.ä., wird das für die Kinder bestimmt durchsetzbar.
Erzähle gern, was euch hilft. Bestellt dem Pilz schöne Grüße von mir. Er darf sich jetzt gern ein anderes Zuhause suchen. Im Wald vielleicht? 😉
Alles Gute!
Evelin